Mir ist bei meinen Überlegeungen noch ein Gedanke gekommen und ich frage mich, ob das vielleicht eine Möglichkeit wäre.
Dass ich gerne mit Kindern arbeite weiß ich bereits, allerdings habe ich mich gefragt, ob es vielleicht an der Lehramtsart liegt, die mir nicht zusagt und ich vielleicht weniger erzieherisch, sondern mehr fachlich und mit homogenerer Schülerschaft in der Sek 2 arbeiten möchte.
Unterscheidet sich, was die Stressbelastung etc. angeht die Arbeit am Gymnasium sehr von der Arbeit an einer Grundschule? Vielleicht gibt es ja hier Erfahrungswerter, oder sogar jemanden, der vom Grundschullehramt zum Gymnasiallehramt gewechselt hat
Hast du schon einmal ein Praktikum gemacht in der Sek. II, um zu schauen, ob das für dich passen könnte? Ist dir klar, dass du noch einmal komplett neu studieren müsstest für gymnasiales Lehramt und wärst du bereit, das zu investieren zeitlich?
Letztlich unterscheidet die inhaltliche Arbeit sich zwar sehr an Grundschulen und Gymnasien, die Belastung ist aber nicht weniger, nur anders.
Dieses Verhalten solltest du im Ref nicht zeigen. Ich habs schon so oft gehört und auch bei Kommilitonen im selben Kurs gesehen: selbstbewusste Refis, die ihre Meinung zu pädagogischen oder fachdidktischen Sachen gegenüber den Fachleitern vertreten, haben es schwer bei den meisten Fachleitern. Du scheinst es ja schon selbst erlebt zu haben.
Das ist ein allzu pauschales und undifferenziertes Urteil. In Einzelfällen mag das stimmen, aber sicherlich nicht generell. Die Fachleiter:innen sind schließlich Profis und schauen differenziert darauf, wer da was warum und mit welchem Hintergrund bzw. vor allem auch welcher Kritikfähigkeit äußert. Ist letztere nicht ausreichend erkennbar, weil jemand meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, dann wird es allerdings zurecht schnell eng.
Ich habe immer klar meine Meinung vertreten im Ref, wo ich eine klare, fachlich /pädagogisch /didaktisch begründbare Meinung hatte und nicht nur ein anderslautendes Bauchgefühl. Wo ich letzteres hatte, habe ich das auch angesprochen, aber eben auch nachgefragt nach klaren Begründungen und Argumenten, um mein vages Gefühl entweder argumentativ stützen zu können in der Folge oder mich eben auch auf die Position meiner Fachlriter:innen einlassen zu können. Es gab nur zwei Fachleiterinnen im Ref, die damit und mit mir ein Problem hatten von Beginn an (was aber noch andere Gründe hatte, wie Vorurteile wegen meiner Behinderung) , mit dem Rest inklusive Seminarleitung kam ich sehr gut klar, weil die wussten, welche Berufserfahrung im pädagogischen Bereich ich mitbringe-die die sehr schätzten als anzapfbare Informationsquelle während der Seminare- und dass ich meine Haltungen insofern auch aus der Praxis heraus begründen konnte.
Wie ist das denn mit dem Teilzeit-Ref? Ist die Arbeits"belastung"(blödes Wort...Pensum würde es wohl eher treffen) da denn wirklich geringer? Zu mir meinte mal jemand, dass das in keinem Verhältnis stünde zur doppelten Dauer, da man lediglich weniger Stunden unterrichten müsste.
Wie immer bei Teilzeit gilt, dass die Arbeitsbelastung genau dann geringer ist, wenn man selbst sich bei seiner Arbeitszeit an die Teilzeit hält. Das liegt also stark an dir, ob die Rechnung zeitlich aufgeht. Reduziert werden im Ref in Teilzeit nicht nur die Unterrichtsstunden, sondern auch die Seminar Zeit wird gesplittet: Erst wird ein Fach abgeschlossen (bei Konstellation zwei Fächer, bei drei Fächern müsstest du noch einmal nachlesen), dann das andere, so dass man auch weniger Seminarstunden am Seminartag hat, sich komplett auf ein Fach konzentrieren kann bis zum Abschluss und damit deutlich entlastet sein kann, wenn man sich bei seiner Unterrichts vor-und Nachbereitung an die Teilzeit hält. Einige Dinge wie Konferenzen sind in BW untrilbare Aufgaben, bei denen gibt es also keine Entlastung. Es steht und fällt somit mit dir selbst und deiner Fähigkeit, nicht mehr Stunden zu arbeiten, als vorgesehen.
Ich selbst konnte das Ref ja noch nicht in Teilzeit machen, arbeite seitdem aber in Teilzeit und achte sehr konsequent auf meine Arbeitszeit, damit das im Jahresmittel stimmt. Auch im Ref habe ich als zwingend erforderliche Entlastung aber nicht stundenlang Unterricht geplant, sondern versucht mir schnelle, begründete Entscheidungen anzutrainieren. Viel Zeit habe ich auch schon im Ref in die Erstellung guter Arbeitsmaterialen oder guter Präsentationen investiert, weil mir klar war, dass ich davon langfristig am meisten habe als Entlastung im Alltag.