Beiträge von CDL

    Ich freue mich sehr über sehr persönliche Verabschiedungen und ein unerwartetes, positives Feedback von Abschlussschülern mit denen ich drei teilweise wirklich harte Jahre Unterricht verbracht habe. Zuerst kam eine Schülerin auf mich zu, mit der ich vor allem im letzten Jahr viele harte Kämpfe auszufechten hatte wegen ihres unterirdischen Verhaltens. Fachlich ist das Mädel aber sensationell stark in meinen Fächern, was ich immer sauber getrennt habe von der Rückmeldung zu ihrem Verhalten. Bei der Abschlussfeier vorgestern kam sie dann ganz unerwartet zu mir, hat mich in den Arm genommen und mir gedankt dafür, dass ich diese Kämpfe mit ihr ausgestanden hätte, sowie dafür, dass man bei keinem Ethiklehrer an der Schule so viel und umfassend diskutieren dürfe, wie bei mir. Der Unterricht bei mir wäre fast immer interessant gewesen.

    Danach kam eine ganze Gruppe Jungs und Mädels zu mir, mit denen ich den ganzen Fern- und Wechselunterricht durchgestanden habe bis jetzt zum Abschluss. Die Jungs haben mir ganz respektvoll die Hand gegeben und sich bedankt bei mir, die Mädels mich umarmt zum Abschied und dafür bedankt, dass ich auch in schwierigen Momenten immer fair geblieben wäre ihnen gegenüber.

    Das war ein echt tolles Feedback und eine schöne Belohnung für die harte gemeinsame Arbeit in den letzten Jahren. Dafür lohnt sich die ganze Arbeit immer wieder aufs Neue.

    Wenn man sich endlich mal an eine vernünftige Vermögenssteuer rantrauen würde, wäre ich in diesem Punkt durchaus für Steuererhöhungen. Erbschaftssteuer dito.

    So etwas kann die FDP doch nicht befürworten, das würde schließlich ihre Kernklientel überproportional betreffen.

    Ab Klasse 10/11 ist man hitzeresistent, da gibt es keine Kurzstunden. Im Abendunterricht, wenn es am heißesten ist, auch nicht.

    Der TE arbeitet an einer Mittelschule, also mutmaßlich kein Abendunterricht und ich nehme an nach Klasse 10 Word wie bei uns an der Realschule Schluss sein. Nachdem die 10 er sowieso schon durchgeprüft sind, spielt deren Beschulung im Juli keine entscheidend Rolle mehr egal ob mit oder ohne Kurzstundensystem.

    Ich spreche leider nur drei Sprachen fließend, sorry, aber zwei weitere auf überlebensfähigem Niveau und bin selbstredend quasi allwissend und allkönnend damit- oder gab es am Ende mehr als fünf Sprachen, oder gar weitere Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die man im Leben erlernen könnte?

    Wenn du seit 2009 weißt, dass es mit einem Fach in der SEK.I schwierig bis unmöglich ist eine Planstelle zu ergattern, wieso hast du dann nicht noch ein Zweitfach berufsbegleitend nachstudiert in dieser Zeit, um dir die fehlende Eintrittskarte zu beschaffen?

    Wie gesagt, ich finde es durchaus absurd, wenn Leute zwar als langjährige Vertretungskräfte gut genug sein sollen, aber noch nicht einmal eine Perspektive als Fachlehrkräfte/ Werkstattlehrer erhalten, um eine Festanstellung zu erlangen. Ich habe mehrere KuK die als Fachlehrkräfte bei uns tätig sind, einer davon holt gerade berufsbegleitend das fehlende Zweitfachstudium nach, um E13 bekommen zu können künftig. Eine andere Kollegin mit Einfachabschluss überlegt ebenfalls, das fehlende Zweitfach berufsbegleitend nachzuholen.

    Hilft nicht mehr in diesem Schuljahr, aber vielleicht für kommende Jahre: Auf der nächsten GLK einen Kurzstundenplan beantragen für Schulwochen mit mehreren Tagen mit Temperaturen über 30 Grad. Das hilft schon einmal insofern, als Unterrichtseinheiten bis zur nächsten Pause kürzer sind und es nicht so lange in den Nachmittag hineingeht.

    Für dich persönlich: Fächer mitnehmen und verwenden, in den Pausen mit einem feuchten Handtuch Gesicht/ Nacken/ Arme/ Beine mit kaltem Wasser abwischen, viel trinken und wenn es gar nicht mehr geht einfach mal am Vormittag 20min mit einer Klasse rausgehen, wenn die Schattenplätze unter den Bäumen noch nicht alle belegt sind durch andere Klassen, damit die SuS nicht komplett durch sind bis zum Nachmittagsunterricht.

    Meinen SuS hilft es gerade auch, wenn sie wissen, dass zu Beginn jeder Stunde zwei von ihnen leere Wasserflaschen der Klasse einsammeln und füllen gehen dürfen, das erlaubt es ihnen ein paar Minuten nicht in der Saune sitzen zu müssen. Tür geöffnet lassen sorgt ebenfalls für ein klein wenig Luftbewegung und hilft gerade in besonders heißen Räumen, in denen ich dann aktuell auch im Zweifelsfall auf den Beamer verzichte zugunsten der Tafel, damit der Raum durch den Beamer nicht noch zusätzlich aufgeheizt wird (was bei unseren aktuellen Geräten zumindest der Fall ist).

    Ansonsten haben wir für die letzten Schultage ein verändertes Programm, welches auch mehr Hitzeoptionen bietet, weil Klassen zum Beispiel vormittagsweise zum Floßbau am Wasser sind oder Regattatraining auf dem Fluss haben oder es eben durch Projektarbeit etwas mehr inhaltliche Freiheiten gibt, die auch zu einem geänderten im Freien Lernort führen können (im Schulgarten, am Fluss, im Park, auf dem Schulhof,…). Auch das könnte vielleicht zumindest für die Zukunft etwas sein für euch, um die letzten Schultage besser bewältigen zu können trotz hoher Temperaturen.

    Falls ihr einen Förderverein habt an der Schule könntet ihr auch nachfragen, ob dieser bereit dazu wäre nach und nach für die Klassenzimmer jeweils einen guten Ventilator anzuschaffen.

    Ich finde es übrigens traurig Nordlicht, dass es dich traurig macht, wenn jemand fordert, SuS sollten qualifizierten Fachunterricht erhalten, nicht nur fachfremden Unterricht. Ich verstehe natürlich, dass es deinen persönlichen Interessen entsprechen würde, wenn man an dieser Stelle einfach den Anspruch zumindest so weit herunterschrauben würde für Planstellen, wie für Vertretungsstellen bereits geschehen, damit du einfach eine Planstelle ergattern könntest, finde es auch ein Stück weit absurd, dass man Leuten, die qualifiziert genug sein sollen als Vertretungskräfte tätig zu werden nicht zumindest einen Einstieg auf dem Besoldungsniveau von Fachlehrern/ Werkstattlehrern ermöglicht bei abgeschlossenem Studium in passendem Fach. Abgesehen von deinem persönlichen Interesse solltest du als Lehrkraft aber doch reflektiert genug sein, um anerkennen zu können, dass fachlich kompetenter Unterricht das Ziel sein sollte.

    Ich frage mich wirklich, woher das kommt. Ist das unsere Schuld als Lehrpersonen? Wir hatten vor 2 Jahren bei der Maturfeier zwei Schüler auf der Bühne stehen die allen Ernstes in ihrer Rede rausbliesen, was sie bis hierhin nicht "Grossartiges" geleistet hätten. Ich habe fast vor mir auf den Boden gekotzt, zum Glück hatte ich die zwei Hanseln selbst nicht im Unterricht.

    Nein, das wäre dann doch etwas zu einfach in der Kausalkette, direkt davon auszugehen, dass wir als Lehrkräfte versagt hätten, auch wenn es dich ehrt, erst einmal über dich und deine Arbeit, sprich den Teil, den du beeinflussen kannst, nachzudenken. Für mich ist das zuallererst Ausdruck des Zeitgeists und der teilweise ständigen Selbstdarstellung und Selbstüberhöhung in sozialen Medien, die diese Art der unreflektierten öffentlichen Selbstüberhöhung massiv begünstigt. Natürlich gehört es zu unseren Aufgaben als Lehrkräfte, das nicht einfach hinzunehmen, sondern das kritische Selbstbewusstsein zu schärfen helfen, zaubern können wir dennoch nicht und vor allem ohne entsprechende Mitwirkung des Elternhauses auch nur bedingt etwas bewirken. Das ist letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe diese Amerikanisierung der Selbstdarstellung aufzuhalten, wenn das gewünscht ist.

    Und inwiefern ist der Geldanreiz in bar jeden Monat besser/sinnvoller/effizienter als ein kostenloser Kindergarten, kostenlose Vereinsangebote, Lernmittelfreiheit, kostenfreie Bereitstellung von ALLEN Lernmaterialien und Infrastruktur, mehr pädagogische Angebote, usw..?

    So herum hat das für mich auch eine völlig andere Qualität, als einseitig Menschen im Transferleistungsbezug zu unterstellen, diese würden prinzipiell zusätzliche Geldleistungen nicht zum Wohle ihrer Kinder einsetzen.

    Das wäre eine Umsetzungsvariante, die ich durchaus befürworten würde, damit ganz unabhängig vom familiären Hintergrund bestimmte Leistungen einfach generell kostenfrei zur Verfügung stehen für Kinder und Jugendliche. Das könnte ein echter Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit gerade auch im Bildungssystem sein.

    Was genau soll es bedeuten, dass man „intensiv unterrichte“? Sind das Lehrkräfte, die Hypnosesessions veranstalten mit ihren SuS, bis diese kläffend durchs Schulhaus rennen? Was wäre das Gegenteil eines intensiven Unterrichtstils, der extensive, alle halten ein gemeinsames Schläfchen beim Meditieren im Vormittagskreis- Stil?

    Liebe Lehrerinnen, liebe Lehrer,

    ich suche aktuell noch Teilnehmer:Innen für eine sehr spannende Studie…

    Klasse, noch so eine nichtssagende Worthülse oder was genau soll für wen bitte spannend sein an der Umfrage für deine Bachelorarbeit? Etwas weniger Übertreibung und einfach nur die Bitte, bei der Erstellung der Bachelorarbeit durch Bearbeiten der Umfrage mitzuwirken würde zumindest auf mich motivierender wirken..

    Ich halte es für wenig sinnvoll, Eltern noch mehr Gelder direkt zukommen zu lassen. Meinetwegen möge die Summe in vollumfängliche Lernmittelfreiheit, freies Schulessen, Gutscheine für Vereinsmitgliedschaften oder dergleichen investiert werden, aber Eltern, die bereits nachweislich nicht dazu in der Lage sind ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ohne Auflagen zur zielgerichteten Verwendung Geld zu überweisen, finde ich sehr fragwürdig.

    Einer der wichtigsten Punkte bei der Kindergrundsicherung ist es, dass bereits bestehende Leistungen nicht mehr 20 verschiedene Anträge bei diversen Stellen erfordern, die viele Familien, die darauf Anspruch hätten einfach nicht leisten können, weil sie gar nicht erst verstehen, an wen sie sich wenden müssten,, sondern bei einer Stelle gebündelt sind, für die ein Antrag genügt. Der andere, nicht minder zentrale Punkt ist, dass Kind aus Familien in der Grundsicherung aktuell abgestraft werden bei der Kindergeldregelung, denn das Kindergeld wird angerechnet auf den Grundsicherungsbezug. Das halte ich für sozial ungerecht, denn damit werden Kinder aus wohlhabenden Familien, die anstelle des Kindergeldes bereits den Steuervorteil nehmen gefördert, die das von Haus aus zumindest nicht zwingend benötigen würden, wohingegen die 20 % Kinder, die deutschlandweit in (relativer) Armut leben, in dieser verbleiben ohne bessere Förderoptionen. Hier eine stärkere Förderung tatsächlich armer Kinder durch eine einkommensbezogene Komponente zu ergänzen halte ich für äußerst sinnvoll und sozialpolitisch längst überfällig.

    Über die Art der Umsetzung lässt sich dann sicherlich streiten,. Persönlich halte ich es allerdings für ebenso fragwürdig, wie entwürdigend, erwachsenen Menschen qua Transferleistungsbezug prinzipiell das Misstrauen auszusprechen, wenn es um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geldern für ihre Kinder geht. Dafür sind die Gründe für einen Transferleistungsbezug zu vielfältig heutzutage und haben nur in den allerseltensten Fällen einfach etwas mit dem Unwillen der Beteiligten zu tun, sich beruflich einzubringen. Insbesondere bei Alleinerziehenden ist der Hauptgrund für den Transferleistungsbezug, dass sie alleine für Kinderbetreuung und Beruf zuständig sind und ihr Einkommen nicht für eine volle Betreuung ausreichen würde (nicht selten mangels Unterhaltszahlungen).

    Auch wohlhabendere Menschen geben nicht durch die Bank das Kindergeld für ihre Kinder aus. Ich habe zahlreiche Kommilitonen und Kommilitoninnen im Studium gehabt, deren Eltern sie im Studium nicht unterstützt haben finanziell, die keinen Baföganspruch hatten infolge des Einkommens der Eltern und die sogar auf dem Rechtsweg durchsetzen mussten, dass das Kindergeld dann zumindest direkt an sie ausgezahlt würde im Studium, statt auf dem Konto der Eltern zu verbleiben, weil die Eltern meinten, das Kindergeld stehe ihnen als persönliches Einkommen zu. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, aufgrund solcher Einzelfälle pauschal allen Eltern im Kindergeldbezug einen verantwortungsbewussten Umgang im Sinne ihrer Kinder in Abrede zu stellen oder denen über 50.000€ Jahreseinkommen pauschal eine Bereicherungsabsicht zu unterstellen.

    Es gibt in BW keinen Amtsarzt im eigentlichen Sinn mehr, nur noch eine aktuelle Liste zugelassener Ärzte, die die Untersuchung durchführen dürfen. Von denen auf der Liste sucht man sich dann einen Arzt oder eine Ärztin aus, bei dem man noch nie in Behandlung war (das muss man nämlich angeben, dass das nicht der Fall war) und vereinbart einen Termin. Es gibt genügend Auswahl, um jemanden finden zu können für einen zeitnahen Termin. Nachdem das ärztliche Gutachten relativ aktuell sein muss würde ich dir empfehlen wenn du die Zulassung hastig Liste abzutelefonieren und im Zweifelsfall auch für den einen Termin etwas rumzufahren, dann bekommst du problemlos schnell deinen Termin.

    Solltest du Vorerkrankungen haben, dann nutz die Zeit bis dahin, um ggf. Facharztatteste einzuholen, die bestätigen, dass Krankheit XYZ keine Einschränkung für den Zielberuf darstellt.

    Frag deine Schulleitung bzw. deine Fachleitung Englisch an deiner Schule, sowie an deinem Seminar, wie vorzugehen ist. Gerade als Referendar musst du dich diesbezüglich rechtlich absichern und darfst nicht nur basierend auf Informationen aus einem Internetforum vorgehen.

    Lass dich von deiner Gewerkschaft oder deinem PR in der Frage beraten. Termin vereinbaren, Unterlagen mitnehmen, Zeit investieren, um eine gute Beratung nicht nur zur Rechtslage, sondern auch zur Vorgehensweise bei der Verkürzung der Probezeit (die zumindest hier in BW an dieser Stelle lediglich optional möglich und nicht gesichert wäre) zu erlangen.

    Das mit dem "Beitrag zum Diskurs leisten" ist doch die übliche Floskel. Das nimmt doch eh niemand ernst, oder?

    Dass man im Regelfall schnell erkennt, ob jemand tatsächlich einen fundierten Beitrag leisten möchte und an einer substantiellen Debatte interessiert ist steht außer Frage. Ebenso wie die meisten von uns eine derartige Phrase problemlos als die Worthülse entlarven könne, die sie leider nur allzu häufig ist. Bedauerlicherweise ist aber vielen Menschen, die solche Worthülsen einsetzen gar nicht bewusst, dass sie gerade nur heiße Luft verbreiten, weil inhaltlich in die Tiefe zu gehen auch unter Studierenden rarer gesät ist, als man das vermuten oder sich erhoffen würde. Ich halte es insofern nicht verkehrt, wenn an dieser Stelle etwas unerwünschte, aber wohl erforderliche Rückmeldung zur Fremdwahrnehmung kommt.

    Für die zwischenmenschlichen Defizite in der Referendars-Ausbildung gib es m.E. plausible psychologische Gründe.

    Diejenigen, die man heute als Fachleiter wirken sieht, haben nicht selten einen Doktor-Titel. Sie bewegten sich also eigentlich im Fahrwasser einer wissenschaftlichen Karriere. Dieses scheiterte - aus welchen Gründen auch immer -, sodass man als Lehrer maximal Karriere machen wollte. Als Fachleiter sitzen diese Menschen nun zwischen den Stühlen: Sie sind keine "normalen Lehrer" (was sie auch nie wirklich anstrebten), für eine Uni-Karriere reichte es aber auch nicht.

    Nun wandeln sie in einer Zwischenwelt. Von Schule zu Schule ziehen sie - ohne ein wirkliches berufliches Zuhause zu haben. Im Stamm-Kollegium isolieren sie sich nicht selten. Selten da sind sie ohnehin. Beliebt sind sie auch selten. Weder bei Schülern, Kollegen noch bei Referendaren. Das verstärkt die Verbitterung. Ein Teufelskreis beginnt. Nicht nur für sie selbst. Auch für die Anderen.

    Das soll Satire sein, richtig? Denn mit der Realität hat das zumindest meiner Erfahrung nach nur wenig und selten zu tun. An meiner Refschule gab es zahlreiche Seminarfachleiter. Diese gehörten ausnahmslos zu den bei den SuS beliebtesten Lehrkräften, weil sie besonders motivierenden und kreativen Unterricht gegeben haben. Auch bei den Anwärtern und Anwärterinnen- denen aus ihren Kursen, wie auch denen der eigenen Schule- waren diese hoch angesehen, weil wir bei diesen KuK immer hospitieren durften, immer mit Fragen kommen durften, immer Hilfe erhalten haben. Ich hatte natürlich auch vereinzelt andere Dozierende im Ref, die Mehrheit war aber genau so gestrickt auch von denen, die nicht an meiner Schule tätig waren. Im Kollegium hatten und haben die Leute, die am Seminar tätig waren sowohl an meiner Refschule, als auch an meine aktuellen Schule ein hervorragendes Standing, weil das durchweg besonders engagierte, kollegiale Leute sind, die ich zumindest an der eigenen Schule jeweils kennenlernen durfte.

    Promoviert haben Fachleiter zumindest in der SEK.I nur höchst selten, auch nur eine absolute Minderheit promoviert später noch und dann üblicherweise im Bereich Fachdidaktik, sprich ausdrücklich schulbezogen. Auch am Gymnasialseminar hier bei uns hat nur ein geringer Teil der Dozierenden promoviert.

    Ich weiß von zwei Einzelfällen aus dem erweiterten Bekanntenkreis, die nach einem Musikstudium (Einzelfach) am Ende doch in den Schuldienst gegangen sind ob der finanziellen Sicherheit, schon während des Refs frustriert waren, weil sie ihre künstlerischen Ambitionen nicht einmal annähernd umsetzen konnten, nur um dann direkt nach dem Ref alles daranzusetzen, so wenig wie möglich unterrichten zu müssen ohne den sicheren Hafen des Schuldienstes aufgeben zu müssen. Denen erschien eine Seminartätigkeit als mögliche Rettung. Zumindest einer der Kandidaten ist am Ende leider tatsächlich in der Lehrkräfteausbildung gelandet, der andere ist dann ins KM oder ein RP gegangen, um nicht mehr unterrichten zu müssen.

    Wenn das eigene Ref schon 20 Jahre und länger her ist, dann sollte man sich vielleicht nicht anmaßen noch mitreden zu können, wie die aktuelle Ausbildung gestaltet ist oder wie aktuelle Dozierende wohl vorgehen wenn man nicht gerade selbst Fachleiter: in ist oder zumindest Mentor:in aktueller Anwärter: innen. Beides dürfte sich nämlich in vielen Punkten fundamental geändert haben.

    Donnerstag Morgen in der Schule. In drei-einhalb Wochen geht die Schule wieder los. Es ist ruhig und menschenleer* im Gebäude.

    Und ich sitze gemütlich im Büro und fahre nach dem Urlaub die Schule langsam wieder hoch. So lässt sich arbeiten.

    kl. gr. frosch

    *nur manchmal stehen Kinder vorm Fenster: "Herr Frosch, dürfen wir kurz reinkommen?"

    Das erinnert mich gerade sehr an den Schulleiter meiner Grundschule. Der hat mich in der dritten oder vierten Klasse mal weinend auf dem Pausenhof gefunden. Mein Vater hatte in dem Schuljahr Mittwochs immer frei, mit dem Ergebnis, dass ich fast jede Woche am Mittwoch entweder gerade so pünktlich oder ein paar Minuten zu spät an der Schule angekommen bin, weil mein Vater morgens den Wecker abgestellt hat, statt uns Kinder zu wecken. Meine Grundschullehrerin hat mich sowieso schon jeden Tag angeschrien, bis ich geweint habe und mir eine besonders üble Strafe angedroht, sollte ich noch einmal zu spät kommen. Ich habe mich also nicht reingetraut. Der Schulleiter war zusammen mit seiner Frau, die mit ihm zusammen meine Klassenlehrerin der 1. und 2. Klasse war so etwas wie das Schulgroßelternpaar aller Kinder. Ihm habe ich mich also anvertraut und auch erklärt, warum ich eigentlich Mittwochs immer zu spät komme. Daraufhin meinte er ganz ernsthaft zu mir, dass er sowieso gerade etwas mit meiner Lehrerin habe sprechen wollen. Ich solle einfach ganz leise hinter ihm ins Klassenzimmer schlüpfen und meine Sachen rausnehmen, während er mit meiner Lehrerin spreche. So würde sie gar nicht bemerken, dass ich komme und würde denken, dass ich die ganze Zeit über dagewesen wäre. Gesagt, getan und tatsächlich war mein Zuspätkommen kein Thema an diesem Morgen.

    Ich habe damals tatsächlich geglaubt, dass meine Klassenlehrerin mich einfach nicht entdeckt hätte. Heute weiß ich natürlich, dass der wunderbare Herr Kurz als einziges Gesprächsthema mit meiner Klassenlehrerin hatte, dass sie mich nicht anschreien dürfe für mein von mir unverschuldetes Zuspätkommen, sondern das mit meinen Eltern klären solle.

    Sowohl Herr, als auch Frau Kurz waren echte Ansprechpartner für uns Kinder in der Grundschule und haben sich auch danach noch jahrelang an unsere Gesichter erinnert, wenn sie uns auf der Straße begegnet sind und immer Anteil genommen. Ich glaube, so ein Schulleiter bist du auch Fröschlein und das ist wirklich schön.

    Das magst du traurig finden Nordlicht, aber ich halte es nun einmal für erstrebenswert, dass auch wir in der Sek. I Lehrkräfte haben, die für mehr als ein Unterrichtsfach ausreichend qualifiziert sind. Tatsächlich halte ich es auch für falsch, dass die jungen KuK bei uns aktuell nur noch mit zwei Fächern aufschlagen, statt mit drei bis vier Fächern. Das erhöht ebenfalls den Anteil fachfremden Unterrichts enorm, der eigentlich in der Sek. I zumindest hier in BW reduziert werden sollte ab dem Bildungsplan 2016, weshalb bestimmte Fächergruppen aufgelöst wurden, um jeweils als Einzelfach unterrichtet zu werden.

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