Alles gut. Jeder darf seine Meinung haben. Seitdem ich als pädagogische Mitarbeiterin arbeite, halte ich auch nicht mehr viel von Lehrern. Entweder gibt es an unserer Schule sehr schlechte Menschen oder das Lehramt Studium besteht einfach nur aus Didaktik und hat keine Pädagogik und Psychologie.
Ich halte es für bedenklich, wie undifferenziert du dich hier ausdrückst und ganz offenbar Menschen pauschal über einen Kamm scherst qua Berufsstand. Ich kenne die Lehrkräfte an der Schule, über die du schreibst nicht, dafür aber genügend andere Lehrkräfte, um zu wissen, dass es natürlich immer auch ein paar schwarze Schafe gibt, wie in jedem anderen Berufsstand auch, das aber nicht per se ein Problem des Berufsstandes an sich wäre. Wenn du das anders sehen möchtest, dann bist du falsch in diesem Beruf, denn differenzierte Wahrnehmung ist eine Kernvoraussetzung für eben diesen. Dass andere Lehrkräfte, die bereits im Beruf stehen das nicht erfüllen rechtfertigt keineswegs, sich genauso falsch zu verhalten.
Auch werden Kinder gröber angefasst, was für mich ein No-Go ist. Aber das wird hier wahrscheinlich auch jemand rechtfertigen können.
Ich weiß nicht, was du damit meinst. Grundsätzlich sind physische Übergriffe aber nicht natürlich nicht zulässig. Wenn du so etwas tatsächlich beobachten solltest, dann bist du verpflichtet dazu, diese Übergriffe zu stoppen und der Schulleitung zu melden, da du für das Kindeswohl der Schülerinnen und Schüler der Schule, an der du aktuell eingesetzt bist, mitverantwortlich bist. Also hör auf damit, einfach nur auf andere zu zeigen und werde bitte selbst aktiv, wenn du Übergriffe wahrnimmst. Das ist nämlich Teil des Jobs, ganz gleich ob als Lehrkraft oder Erzieher: in.
Aber wie schon oft beschrieben, wo bleibt die Pädagogik und Psychologie bei den Lehrern? Gibt es diese Punkte im Lehramtstudium?
Ja, natürlich gibt es das im Lehramtsstudium. In unterschiedlichem Ausmaß, aber das fehlt niemals. Ich habe als SEK.I- Lehrkraft meines Bundeslandes beispielsweise Pädagogik im Umfang eines Nebenfachs studiert, quasi mein viertes Fach und hatte in beiden Staatsexamina Prüfungen in Pädagogik. In Psychologie musste ich erheblich weniger Kurse belegen im Studium und hatte auch lediglich im ersten Staatsexamen eine mündliche Prüfung dazu. Auf Primarkräfte meines Bundeslandes trifft dasselbe zu.
Hast du dir schon einmal die Mühe gemacht nachzulesen, wie ein Lehramtsstudium in deinem Bundesland aufgebaut ist, ehe du einfach pauschale Urteile fällst, denen es an Sachkenntnis mangelt? Du hast recht, Fachwissen kann man sich durchaus anlesen, man muss sich diese Mühe aber eben auch machen und dabei nicht nur nach Bestätigungen eigener Haltungen suchen, sondern gerade auch dort sein Wissen erweitern, worüber man nur vermeintlich viel weiß, oder aber die einen genau genommen nicht besonders interessiert, sprich in der einen oder anderen Weise blinde Flecken angehen. Ein wissenschaftliches Studium ist ein Weg, entsprechende Vorgehensweisen für ein strukturiertes, lebenslanges Weiterlernen zu erlernen. Diese Grundlage fehlt dir noch.
Aber sowas ist für mich Machtausübung und macht die Psyche der Kinder kaputt.
Ich nehme an. Du meinst Machtmissbrauch, denn nein, nicht jede Form von Machtausübung macht die Psyche eines Kindes kaputt, wie dir als Erzieherin klar sein sollte. Wenn ich meine SuS auffordere, ihr Material herauszunehmen, dann ist das ebenfalls eine Form von Machtausübung qua beruflicher Rolle. Könnte ich das in psychisch schädigender Weise gestalten? sicherlich. Das mache ich aber natürlich nicht, da ich andernfalls meinem persönlichen Ethos gemäß im falschen Beruf tätig wäre.