So wie ich "Wahlpflichtkurse" von allgemein bildenden Schulen kenne, müssen die SuS eine bestimmte Anzahl dieser Kurse belegen (daher sind sie auch "gemischt", bestehen also aus SuS verschiedener Klassen) und die jeweilige Lehrkraft kann das Thema des Kurses bestimmen. Im Prinzip ist das Ganze ähnlich wie eine AG, wobei beim Wahlpflichtkurs eine Pflicht zur Teilnahme besteht, wie der Name ja schon sagt.
Im Stundenplan bzw. im Zeugnis tauchen diese Kurse dann als "Wahlpflichtkurs XY" auf.
Oder ist das bei euch anders Catania ?
Aber für so einen regelmäßigen Kurs, der seit Schuljahresbeginn läuft und ein festes Thema hat, sowie mutmaßlich auch zumindest eine inhaltliche Grobplanung, benötigt man doch nicht ad hoc irgendwelche Themen ohne inhaltliche Eingrenzung. Bei Vertretungsunterricht würde ich das verstehen, aber bei einem festen Kurs, den man übernimmt, müsste es doch eine Planung des oder der bisherigen Kollegin geben, die man übernehmen und weiterführen könnte. ![]()
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Catania Was ist denn das Thema des Kurses? Wenn du tatsächlich ganz frei bist, was du machen kannst: Was würde dir am meisten Freude bereiten und/oder am wenigsten Vorbereitungszeit erfordern, was angesichts eurer realen Bedingungen auch möglich ist?
Persönlich würde ich in so einem Fall auf jeden Fall Berufsorientierung machen, gerade weil es die SuS nicht interessiert. Das brauchen sie schließlich in Klasse 9 dringend. Vielleicht gibt es die Möglichkeit über die Kammer oder die Agentur für Arbeit für ein paar Stunden Azubis einzuladen, die aus ihrer Ausbildung erzählen? Vielleicht lässt sich davon der eine oder andere etwas ansprechen.
Bei so großer Freiheit würde ich das mischen mit GK/Wirtschaftslehre. Also z.B. auch einfach mal durchrechnen gemeinsam, was man mit so einem ALG II-Bezug tatsächlich in der Tasche hat und alles nicht reißen kann, welche Kürzungen Jugendliche ohne Ausbildung treffen können, wie lange Eltern eigentlich unterhaltsverpflichtet sind, was man umgekehrt im ersten Ausbildungsjahr monatlich erhält, was einem nach Steuern und Versicherungen netto bleibt (an der Stelle kann man brutto-netto besprechen, Steuerklassen, Entgeltformen), wie viel die Miete für eine eigene Bude kostet (Thema Mietvertrag), welche Versicherungen man braucht, wenn Hotel MaPa endet (Pflichtversicherungen, freiwillige Versicherungen,...), etc. Aus der Ecke der GK kann man das dann ergänzen um die etwas Rechtskunde, Vertragsrecht hat man ja dann schon mit aufgenommen, könnte sich also die Unterscheidung zwischen öffentlichem Recht, Zivilrecht und Strafrecht erarbeiten und aus jedem der Rechtsbereiche etwas exemplarisch auswählen, was für die Altersstufe interessant oder relevant ist. Zivilrecht wäre im Prinzip schon abgedeckt, Strafrecht wäre dann Jugendstrafrecht sicherlich ein dankbares Thema (da könntet ihr auch im Laufe des Frühsommers vielleicht mal noch an einer Sitzung in einem Amtsgericht teilnehmen, wenn das wieder erlaubt ist).
Nachdem Arbeitslehre eines deiner angegebenen Fächer ist, müsstest du zu diesen Dingen doch einiges Material haben, so dass du nicht ganz so viel vorbereiten müsstest.