Ich bin examinierter Akademiker, der qua Gesetz zu einem untadeligen Lebenswandel verpflichtet ist und die befähigten Schüler auf ein universitäres Studium vorbereiten soll. Eine Vorbildfunktion sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Als Beamter sind Lehrer außerdem Stützen der Rechtsstaatlichkeit und Hoheitsträger, die durch Notenselektion entscheidende Verantwortung für den weiteren Lebensweg ihrer Schützlinge tragen. Allein qua Besoldung sind Studienräte Offizieren oder anderen Beamten der höheren Laufbahn gleichgestellt. Gesamtgesellschaftlich stellen Lehrer einen Löwenanteil des Bildungsbürgertums dar.
Wieso sollte man sich nicht meinem Arzt auch nur vergleichen ?
Gesellschaftliche Geringschätzung rührt übrigens weniger aus diesem Anspruch, den viele leider belächeln mögen, sondern eher aus dem diesem nicht-gerecht-werden.
Ein schöneres Beispiel für das Wörtchen "Standesdünkel" las ich lange nicht.