Beiträge von CDL

    Es mag nur eine Minderheit sein, die noch ungeimpft ist unter uns Lehrkräften, darunter sind aber durchaus einige SEHR quergestrickte Exemplare, bei denen ich eine Impfpflicht für angeraten halten würde. Wir haben zwei Exemplare die- völlig ungeimpft- mit Attest vom Querdenkerarzt ohne Maske rumrennen, eines davon hat zuletzt verlauten lassen, es nehme es mit der täglichen Testpflicht für Ungeimpfte nicht nur nicht besonders genau, sondern fake diese (Wattestäbchen ins Nasenloch und rumdrehen ohne Nasenflügelberührung), weil sein Gesundheitsstatus den bösen bösen Staat (für den er als Beamter tätig ist!!!) gar nix angehe. Da sind mir die Rechte meiner teilweise schwerkranken SuS oder auch derjenigen, die noch gar nicht geimpft werden können tatsächlich wichtiger als das Recht eines solchen A****loches ungeimpft weiter nicht einfach nur seine Dienstpflichten zu verletzen, sondern vor allem auch SuS zu gefährden. (Mr.Querdenkeregozentrismusfirst ist aktuell vom Präsenzdienst ausgeschlossen, dienstliche Schritte laufen, also ist der momentan raus, vermutlich gibt es solche Exemplare aber auch in anderen Lehrerzimmern vereinzelt und jede_r davon ist meines Erachtens eine_r zuviel.) Dies geschrieben finde ich es aber auch absurd gerade Lehrkräfte herauspicken zu wollen isoliert, wenn die Impfquote unter Pflegekräften erheblich niedriger ist. Ich würde für eine Impfpflicht im medizinischen und pflegerischen Bereich, sowie im Schulwesen und den Kindergärten/KiTas plädieren und zwar bei sämtlichem Personal gleich welchen Trägers, Dienstherrn oder Arbeitgebers.

    Ich habe übrigens zuletzt meine Hausärztin auf eine dritte Impfung angesprochen. Sie meinte, wenn in der Presse stehe ich wäre dran solle ich anrufen und einen Termin vereinbaren, sie hätte keine Zeit mehr das auch noch ständig zu prüfen, wer jetzt zur Drittimpfung dürfe und wer noch nicht und würde einfach impfen, wer einen Termin habe. Nachdem ich eine Vorerkrankung habe die das Immunsystem beeinflusst und dessen Funktionen teilweise reversibel (entsprechende Therapie vorausgesetzt), teilweise dauerhaft beeinträchtigt werde ich mich also irgendwann ab Ende nächster Woche, wenn ich 6 Monate lang zweitgeimpft bin, für drittimpfbar erklären und einen Termin vereinbaren für die Drittimpfung Comirnaty plus Grippeschutzimpfung (bei mir ebenfalls empfohlen).

    Wir haben sogar eine höhere Impfquote als Portugal. Sollen wir einfach einen eigenen Staat gründen?

    Nur Lehrer:innen unter sich? Bitte nicht... Nix gegen euch alle, aber etwas diverser und auch kontroverser darf meine Mitwelt schon sein als nur in der eigenen Lehrer:innenblase zu koexistieren.

    In Anlehnung an den Thread schreibe ich ab jetzt in ein Notizbuch, das ich mal geschenkt bekam, aber nie benutzte, jeden Tag mein Tageshighlight hinein, denn egal wie düster ein Tag auch sein mag, jeder Tag hat auch schöne Momente und die gilt es, hervorzuheben.

    Das klingt generell gut (ist auch etwas, was Therapeuten empfehlen) und gerade in deiner aktuellen Lage ganz bestimmt ein sehr gesunder Ansatz. Gut, dass du auf dich aufpasst und für dich sorgst.

    Insbesondere gebe ich keine Punkte wenn komplett gegensätzliche Aussagen formuliert werden. In den naturwissenschaftlichen Fächern gibt's halt einfach wenig Spielraum, was nun richtig und was falsch ist. Ich suche mir die richtige Antwort nicht raus, das müssen die Jugendlichen schon selber entscheiden.

    Jup, mache ich genauso. Begründungen und Argumentationen sind aber in meinen Fächern essentieller Fachbestandteil, weil es sehr selten um absolute Wahrheiten geht und oft um Haltungen und begründete Werturteile. Da bin ich auf eine ausreichend ausführliche Antwort angewiesen, um die volle Punktzahl vergeben zu können.

    oh, das kann je nach Fach aber auch schief gehen. Wenn mir einer im ersten Satz die richtige Lösung schreibt, im zweiten dann aber völligen Quatsch, kann ich keine volle Punktzahl mehr geben.

    Stimmt, aber den Fall habe ich sehr selten. Deutlich häufiger habe ich aber die Situation, dass SuS zentrale Teile einer Begründung weglassen, weil sie meinen, das sei mir doch eh klar, dass sie das gemeint hätten. Punkte gibt es aber nur für das, was auf dem Papier steht, nicht für das, was sie sich noch zusätzlich dazu gedacht haben...

    (...)

    lässt Du das dann nochmal sauber abschreiben? ich habe es bisher so hingenommen

    In der Unterstufe rege ich das freundlich an mit Verweis auf die Heftnote, aber auch das Lernen auf Klassenarbeiten, in Klasse 5 lasse ich ggf. auch mal was leserlich neu schreiben, darüber nicht mehr. In 6/7 bestelle ich sie mir aber durchaus noch ein, um Aufgaben nachzuarbeiten, die vor lauter Chaos und Unordnung nicht bearbeitet wurden und gebe dann zielgerichtete Hinweise, wie sie woran noch arbeiten sollten. Im Regelfall spreche ich dann auch nochmal kurz mit den Eltern, wie sie das unterstützen können.

    (...)

    es gibt Schülerschriften, die kann ich bei aller Liebe oder mit viel Liebe wirklich nicht entziffern. Die Schrift von einem 7. Klässler sieht aus wie von einem aus der 3. Was macht Ihr da, bzw wie handhabt Ihr das bei Klassenarbeiten etc?

    Was ich auch im dritten Anlauf nicht entziffern kann erhält null Punkte und einen entsprechenden Hinweis. Erfahrungsgemäß sind die Texte die ich nicht mehr entziffern kann auch von den SuS selbst nicht mehr nachträglich entzifferbar. (Habe schon versucht, mir das mal vorlesen zu lassen, was dort stehe, hat noch nie geklappt...). Müssen sie schlichtweg lernen, dass sie sauberer schreiben müssen. Spreche ich deshalb auch regelmäßig im Unterricht an, wenn die SuS etwas abschreiben, was wie Kraut und Rüben aussieht. Die entsprechenden Kandidat:inn:en sind also vorgewarnt und könnten darauf achten. Meist sage ich das auch noch einmal zu Beginn der KA, dass auf Leserlichkeit geachtet werden solle (oder auch, dass sie alles aufschreiben sollen, was sie sich denken, weil ich keine Punkte vergebe für das, was sie sich gedacht haben könnten wenn es nicht auf dem Papier steht, egal wie naheliegend es sein mag).

    (...)

    So, was sagt ihr nun zur neuen Variante in GB und den ekelhaft hohen Zahlen von ca. 16000 Neuinfektionen?

    Ich beobachte die weitere Entwicklung, mehr bleibt gerade nicht. Unwohl ist mir, wenn ich mir vergegenwärtige, wie bereits letztes Jahr nach den Herbstferien die Ansteckungszahlen explodiert sind auch unter unseren SuS trotz damals herrschender durchgehender Maskenpflicht. Ich weiß, dass sich inzwischen immer mehr meiner SuS impfen lassen (denen geht die ganze Testerei vor allem auf die Nerven), dennoch ist der Anteil noch sehr gering, insofern fürchte ich, dass wir diesen Winter deutlich mehr Fälle bekommen könnten als letztes Jahr vor Weihnachten, würde mich aber freuen unrecht zu behalten.

    Heute hatte ich übrigens den ersten Fall eines falsch positiven Tests bei einem Schüler. Dieser meinte direkt, dass er das schon mehrfach gehabt hätte als Reaktion auf ein Medikament, die PCR-Tests auch immer negativ gewesen wären und hat darum gebeten nachgetestet werden zu dürfen. Also Schüler erstmal isoliert, Anruf bei Gesundheitsamt (die den Namen schon kannten und deshalb einen Nachtest mit einer anderen Marke genehmigt haben), Nachtest mit Testmarke zwei (zum Glück hatten wir gerade den Wechsel und deshalb zwei verschiedene im Haus), der negativ war. Der Schüler war echt fix und fertig bei dem Gedanken schon wieder zwei Tage zuhause bleiben zu müssen bis ein negativer PCR-Test da wäre und sehr dankbar, dass ich kurzerhand meine Pause in seinem Testraum (mit Abstand) verbracht habe, damit er nicht alleine ausharren muss, ehe er das Ergebnis (nachhause gehen und Testpflicht oder weiterer Schulbesuch erlaubt) von mir verkündet bekommt. Ich war dafür als ich nachhause gekommen bin total verhungert und platt, denn vor lauter GA anrufen und Schüler beruhigen und nachtesten habe ich vergessen mein Vesper (Banane und Nüsslen) zu futtern.

    Hattet ihr schon solche falsch positiven Testergebnisse als Medikamentennebenwirkung bei euch oder SuS (mit-)erlebt? Wie wird bei euch damit umgegangen?

    Wenn die Maskenpflicht aufgehoben ist, kann man doch freiwillig welche mit Ventil nutzen. Wird kaum 'schlimmer' sein als ohne Maske.

    Zumindest in BW gilt aber, dass SuS, die sich durch den Raum bewegen sowie im restlichen Schulhaus jenseits des aktuellen Klassenraums Maskenpflicht, Lehrkräfte müssen diese tragen, wenn sie nicht statisch mindestens 1,5m von den SuS entfernt vor der Klasse stehen (was unsere Räume teilweise kaum hergeben so nah muss die erste Reihe stehen). Ausatemventile wurden letzten Herbst schon verboten und seitdem nicht wieder erlaubt, insofern darf man solche Masken zumindest nicht dort einsetzen, wi Maskenpflicht herrscht, höchstens eben in tatsächlich freiwilligen Tragemomenten. Ich denke nicht Miss Miller , dass das in deinem Bundesland so gänzlich anders sein wird.

    (...)

    Scherz beiseite, ich wollte nicht Erzieherin werden, sondern Lehrerin.

    (...)

    Erziehung ist ein Grundbaustein des Jobs. Willst du das komplett ausklammern bleibt nur die Erwachsenenarbeit. Auch am Gymnasium kommt man um ein Gutteil Erziehungsarbeit nicht drumrum in dem Job. Mach dir das bewusst, ehe du mit einer falschen Erwartungshaltung die Schulart wechselst, mach dir dann bewusst, dass du in Ermangelung eines Lehramtsstudiums oder eines seiteneinstiegsfähigen/quereinstiegsfähigen (--> 2.Staatsexamen nachhholen können) Studiums (zumindest bezogen auf dein Bundesland) immer an Schulen landen wirst, an denen der Laden so brennt, dass sie komplett offen ausschreiben dürfen bzw. fast jeden nehmen, der halbwegs passen könnte. Eine herausfordernde Schülerschaft kann einer der Gründe sein viele offene Stellen zu haben (auch wenn es natürlich noch einige weitere Gründe gibt, die mal mehr, mal weniger zutreffen).

    Ich werfe mal ein B wie Bierpause Bewegungspause in die Runde, wer kümmert sich um´s A-Blättle? C-Z muss der Frosch machen finde ich, dem scheint schon wieder fad zu sein in den Ferien, dass er hier so aktiv ist (oder er mag Piratenfreds, einer seiner 42 Lieblingsfreds womöglich.... ).

    Moment mal: Habe ich irgendwo geäußert, dass du "doof" seist? Mir ging es lediglich darum, dass ich von unserem Arbeitgeber ("Dienstherrn", wie man ja so schön sagt) erwarte, dass er mir Arbeits- und andere Materialien zur Verfügung stellt, um meinen Unterricht durchführen oder verbessern zu können. Wer sich dann noch Zusatzmaterial kaufen möchte, kann das doch gerne tun!

    Das war die Sammelreaktion auf das, was Firelilly in beleidigenderen Formulierungen und du sachlich geschrieben hattest. Tut mir leid, wenn es sich für dich so liest, als würde ich dir eine Formulierung bzw. Haltung unterjubeln, die gar nicht von dir stammte, so war das nicht gemeint von mir. :rose: In meinem Kopf war das ganz klar und eindeutig, ehrlich. ^^ Erwähnte ich schon "Dings"? Also ich wollte nur sagen, dass ich das wirklich dings finde, dass du dings und ich dings und überhaupt alle dings. :D:sterne: (Entschuldigung, zuviel "Dings" von meinen 7ern diese Woche als Antwort erhalten und dann noch das ganze Ding-Ding-Ding-Ding-Ding-Ding-Ding... in diesem Thread.)

    Warum die Aufregung? Warum werden wir Lehrkräfte hier von Ihnen als "doof" bezeichnet?
    Ich hatte nicht erwähnt, dass ich die Bewegungsaktivitäten speziell für den Fremdsprachenunterricht entwickelt habe.

    Ich bin selbst Lehrkraft und habe erkennbar nicht "uns" Lehrkräfte als doof bezeichnet. Sinnentnehmendes Lesen hilft, eigenes verletztes Ego nicht. Ich habe überspitzt dargestellt, wie der Eingangsbeitrag auf mich wirkt, welchen Eindruck ich habe, worum es gehen könnte.

    In NDS gingen meine eigenen Kinder bis Juli 2021 zur Schule, ohne sich auch nur einmal außerhalb des Sportunterrichts bewegen zu dürfen. Meine Nichte und mein Neffe werden noch Jahre in der Schule sitzen müssen. Daher rührt mein Interesse an diesem Thema.

    Das halte ich für eine völlig haltlose Übertreibung. Niemand durchläuft 9-13 Jahre Schule in Deutschland ohne regelmäßig Methoden zu erleben jenseits reinen Frontalunterrichts, die häufig mehr Bewegung nach sich ziehen, das habe auch ich als Kind der 80er bereits erlebt, wenngleich deutlich weniger noch, als das heutzutage üblich ist. Eh sei denn natürlich, deine Kinder wären bereits kurz vor der Rente, dann könnte es natürlich sein, dass derartige Methoden komplett an ihnen vorübergegangen wären. Andernfalls hast du vielleicht die genauen Details zu Unterrichtsmethoden, die deine Kinder im Unterricht erfahren haben vergessen, was ja völlig normal ist: Schließlich kennst du nicht den echten Unterricht, nur das, was deine Kinder darüber erzählt haben. Als Lehrkraft und Mutter sollte dir klar sein, dass das ein wichtiger Unterschied ist.

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