CDL: Nee, schon klar, dass das Telefonieren nur bei einem Klassenlehrersystem Sinn macht und nicht wenn man Fachlehrer in mehreren Klassen ist. Telefonieren finde ich auch nicht optimal, war ja auch nicht mein Vorschlag, ich schrieb nur, wie man mit dieser bayerischen Empfehlung/Forderung (?) irgendwie am besten umgehen könnte. Außerdem, hast du bestimmt gemerkt, versuche ich Möglichkeiten, die Situation ab nächster Woche auch ohne bzw. mit minimaler Nutzung digitaler Medien irgendwie hinzubekommen, zu finden.
Also ich versuche vor allem Wege zu finden, mit meinen SuS möglichst lerneffizienten Fernunterricht zu gestalten, der es mir gleichzeitig erlaubt etwas Beziehungspflege zu betreiben ohne stundenlangen Mehraufwand dank Telefon und Postversand.
Abholsysteme mögen an einer kleinen GS funktionieren, an großen Schulen sind diese sowohl von den Schülerzahlen her absurd (das Ziel lautet schließlich Kontaktvermeidung, nicht Ballung von SuS auf dem Schulhof, die darauf warten ihr Material abholen zu können), als auch im Hinblick auf das Einzugsgebiet und damit Transportfragen (Schulbusse aus Hintertupfingen fahren halt nicht ohne feste Unterrichtszeiten, damit könnten manche meiner SuS nur alle 2h mit dem Bus an die Schule kommen und dürften sich dazwischen beim Warten fröhlich in der Kälte die Füße abfrieren). Ich verstehe, dass solche Modelle gerade an Grundschulen funktionieren können, an weiterführenden Schulen (und zwar gleich ob im städtischen oder ländlichen Raum) ist das weitgehend illusorisch.
Deine Aversion gegenüber digitalem Unterricht (die deine Präsenz in diesem Forum immer wieder etwas absurd erscheinen lässt
) mag ebenfalls an einer Grundschule problemlos funktionieren und durchaus auch die bessere Lösung sein (sei es weil Endgeräte in den Familien fehlen oder Kinder in der GS oft nur mit Hilfe der Eltern an einer Videokonferenz teilnehmen können dürften und natürlich auch, weil Wochenplanarbeit ein gängiges Modell sein dürfte), in den weiterführenden Schulen sieht das eben anders aus. Gerade in den Fremdsprachen fehlt dann ganz schnell der komplette Hör- und Sprechanteil, Aussprachefehler schleichen sich ein und verfestigen sich fröhlich (ich habe bei meinen 7ern immer noch zu kämpfen mit der Aussprache, obwohl die zumindest ein paar Videokonferenzen hatten im letzten Schuljahr), in den Gesellschaftswissenschaften würden wichtige Debatten fehlen, womit ein wichtiges Korrektiv fehlen würde, um eben gerade nicht nur im eigenen Saft und der eigenen Meinung zu schwimmen, sondern diese kritisch, faktenbasiert, wertorientiert zu hinterfragen und zu begründen und so schrittweise Urteilskompetenz zu entwickeln. Dazu müssen die SuS sowohl untereinander (in Break Out-Räumen) oder im Austausch mit mir diskutieren und ihre Positionen entwickeln lernen. Von den besonderen Schwierigkeiten, die meine vielen VKLer bei rein schriftlichen Aufgaben hätten ohne die Möglichkeit mich um eine verbale Ergänzung/Erklärung/Synonyme für unbekannte Begriffe zu bitten ganz zu schweigen.