(...) Mein Eindruck von dem Großteil dieses Threads war es, dass wir nicht in der Lage waren, sachlich über die Dinge zu sprechen, was man tun kann (...), weil es keine gemeinsame Basis bei der Bewertung der Situation gab. Diejenigen, welche die Situation als potentiell schlimm darlegen wollten und hofften, andere davon zu überzeugen (ich z.B. mit meinen Rechenspielen), wurden aber - aus meiner Sicht - immer weiter in die Ecke gedrängt, halt belächelt und implizit angefeindet. (...) (Mein Kernargument war zu jedem Zeitpunkt: Ja, man darf hoffen, dass es an uns vorbei gehen wird. Aber es gibt keine Zahlen, die diese Hoffnung rechtfertigen.)
Ich wäre dankbar, wenn man nicht an dem Eindruck "Da waren zwei (oder mehr) panische Vögel" festhalten würde, sondern die Beiträge und die Dynamik nochmal neu bewerten könnte. Natürlich kann ich aber damit leben, dass unser Ruf hier für die Zukunft als Panikvögel beschädigt ist...Das ist ja halt dann doch nur ein Forum. Schade für das Miteinander wärs dennoch.
Also ich habe nicht den Eindruck, dass du oder auch z.B. keckks, deren Beiträge ich ebenso wie deine sehr schätze "panische Vögel" wärt. Das ist eine viel zu prinzipielle Kategorisierung die dem nicht gerecht wird, dass es hier nur um ein Thema geht, wo eben weniger unsere Auffassungen als vielmehr die Art unseres öffentlichen Umgangs stark differiert.
Für mich ist es sehr wichtig möglichst ruhig und gelassen in der aktuellen Situation bleiben zu können (ich hatte einige Albträume vom einen oderen anderen Beitrag in diesem Thread, weil mir bereits wirklich nahe geht, was ich in den Nachrichten seit Wochen verfolge und weil die massive Angst die so viele hier so ungefiltert geäußert haben- die jetzt erstaunlicherweise viel zurückhaltender formulieren- mir wirklich zugesetzt hat) und nicht noch die Ängste meiner Mitmenschen durch meine eigenen Sorgen und Ängste zu verstärken. Für mich ist es wichtig gerade weil es eine äußerst ernstzunehmende Situation ist positiv zu denken und Hoffnung zu haben, unter anderem auch die Hoffnung, dass wir hier in Deutschland etwas von der Solidarität und Mitmenschlichkeit vieler Italiener lernen und uns zu eigen machen, statt als erstes zu schreien "ich nicht" und zuhause bleiben zu wollen ohne spezifische gesundheitliche Gründe und ohne daran zu denken, was so viele andere Berufsgruppen gerade auch weiterhin leisten müssen, die darauf angewiesen sind, dass zumindest eine Notbetreuung ihrer Kinder gewährleistet ist- Berufsgruppen auf die wir alle angewiesen sind (Nein, das warst nicht du Rets, ich weiß!).
Hoffnung hat für mich nichts mit Zahlen zu tun, sondern mit einer Grundhaltung, die mich weitermachen und kämpfen lässt. Hoffnung ist ein Lebenselixier, dass es uns erlaubt zusätzliche Kräfte zu mobilisieren, wo wir meinen über keine solchen mehr zu verfügen. Hoffnung entgegen jedweder Vernunft hat mir schon mehr als einmal das Leben gerettet, deshalb weiß ich ganz gewiss, dass wir auf diese gerade jetzt unter keinen Umständen verzichten können und wollen. Zahlen sind nicht alles, Zahlen erzählen uns nichts über die schier unmenschlichen Kräfte, die wir zu mobilisieren vermögen weil wir imstande sind uns dank schierer Willenskraft auf den Beinen zu halten und weiterzumachen. Hoffnung muss nicht durch Zahlen gerechtfertigt oder gar untermauert werden, sollte aber immer unser zugrundeliegendes Gefühl sein. Andrà tutto bene!
Ich habe die Hoffnung, dass wir als Menschen an der aktuellen Situation gemeinsam wachsen können und werden.