Warum antwortet ihr nicht?
Ich dachte zwar, ich wäre …, aber dann mache ich das mal:
Zu wenig Informationen. Du sagst, du hast erfolgreich studiert? Was denn genau?
Und eins kann ich mir nicht verkneifen: Scheint wohl nicht so einfach zu sein, die Arbeit mit Leuten, die (noch) keine Kulturtechniken beherrschen...
Versteckt in der unteren Hälfte findet sich die Information, dass der TE Sonderpädagogik mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung und Lernen? (LE) studiert hat, nach vor dem Studium bereits erfolgreich absolvierter Ausbildung zum Heilerziehungspfleger.
Mein Problem @Max_Wood sind weniger fehlende Informationen, als die Unstrukturiertheit des Beitrags, durch den ich mich durchsuchen muss, um relevante Puzzlestücke verknüpfen zu können. Vielleicht kannst du das bei weiteren Beiträgen beachten, dann wird es leichter dir zu helfen.
Hallo liebes Forum,
ehrlich gesagt ist hier gerade meine letzte Anlaufstelle für viele Fragen.(...)
Seminar, Mitanwärter, KuK, Gewerkschaft, Familie/Freundeskreis- alle bereits abgeklappert? (Die Frage musst du mir gar nicht beantworten, sie ist eher als Hinweis gedacht, an wen in deinem direkten Umfeld du dich wenden könntest, der/die dich ggf.besser kennt, deine Schule kennt usw. und dich damit anders zu beraten vermag, als jemand dir Unbekanntes das im Internet jemals könnte.)
Zitat von Max_Wood
Ich habe vor dem Studium eine HEP-Ausbildung gemacht und mich resultierend für das Studium entschieden, in den Praktika hatte ich nie solche Gefühle wie jetzt. Ich habe allerdings auch immer in Sekundarstufen gearbeitet und da ist durch die vorhandenen Kulturtechniken deutlich mehr möglich. Meine Stärke sehe ich auch viel mehr in der Beziehung zu den SuS, selbst "die Schwierigen" konnte ich gut animieren und es gab ein belastbares Vertrauensverhältnis. Zu den Lehrkräften bestand ebenfalls ein super Kontakt, ich habe (ohne dass ich es durfte) Vertretungsstunden gemacht und alle wollten mit für das Ref haben. (...) Ich glaube, dass ich sehr bemüht, empatisch und dennoch klar mit den Schülern umgehe. (...)
Mal vorneweg: Bei dem Spruch über "vorhandene Kulturtechniken" muss auch ich mächtig schlucken. Gerade von einem Sonderpädagogen erwarte ich deutlich mehr Respekt und Wertschätzung im Umgang mit behinderten Schülerinnen und Schülern und zwar ganz unabhängig von deren Klassenstufe. Obwohl: Das erwarte ich genau genommen von jeder Lehrkraft, dass er oder sie Achtung vor der Würde des Menschen hat und sich entsprechend bewusst, reflektiert und angemessen auszudrücken versteht. Soviel Professionalität darf nicht nur, sie muss sein! (Falls du dich weiter fragen solltest @lamaison warum bislang keine Antworten kamen: Das wäre mein Grund gewesen.
). Ich möchte an der Stelle einfach mal darauf hinweisen, dass ich persönlich nicht von einem belastbaren Vetrauensverhältnis oder einem empathischen Umgang mit SuS sprechen würde angesichts dieser entwertenden Formulierung.
(Lesen, Schreiben, Rechnen sind natürlich im Anfangsunterricht an der GS erst anzulegen, während man in der Sek.I davon profitiert, dies weiterführen zu können, sprechen/Sprache (denkt man an mündliche Tradierung) ist allerdings auch ein Bestandteil von Kulturtechniken und auch im GE-Bereich in der 1.Klasse bereits vorhanden.)
Zitat von Max_Wood
(...) meine Anleiter sind vollkommen daneben. Ich frage viel, um möglichst viel zu lernen und versuche alle Disziplinen im Klassenteam nach ihren jeweiligen Meinungen zu fragen. Das wurde mir als der Versuch ausgelegt, dass ich sie gegeneinander aufhetzen möchte. An der FS unterrichte ich Deutsch - das Fach gab es da bis zu meinem Start nicht. Da war "irgendwie alles Deutsch" - Projektarbeite eben, so wäre das da - mehr und mehr kristalisiert sich jedoch heraus, dass keine meiner beiden Anleiterinnen Deutsch studiert hat und sie nach vollkommen veralteten Methoden arbeiten. Alles was ich anbiete wird entweder gar nicht angesehen oder abgetan "Die Schüler mögen keine Arbeitsblätter" - ich weiß nicht mehr weiter, es gab Gespräche, in denen gesagt wurde ich würde mich nicht vorbereiten und die Schüler ohne Struktur lassen. In den Besuchen habe ich diesbezüglich von meiner Seminarleitung nur Positives gehört.
1. Mir ist unklar, inwiefern deine Nachfragen als Aufhetzen betrachtet werden könnten, dazu schreibst du zu wenig darüber bzw. fehlt mir die ergänzende Perspektive deiner Mentoren, um dies einordnen zu können. Ich denke aber, dass das in jedem Fall ein Punkt ist, den du im 4-Augen-Gespräch mit den Mentoren klären musst. Wenn es sich um ein Missverständnis handelt ist es in deinem Interesse, dieses zu klären, wenn es problematische Formulierungen/Verhaltensweisen deinerseits im Rahmen dieser Gespräche mit KuK gab, ist es wichtig für dienen Entwicklungsprozess zu verstehen wo das Problem liegt, um an dir arbeiten zu können. Also: Unbedingt klären, nicht unbesprochen lassen, auch wenn du unter Umständen die Ausbildungsschule wechseln kannst.
2. Gibt es Mentoren, die dein Fach studiert haben an der Schule? Falls ja: Wäre ein Wechsel möglich?
3. "Veraltete Methoden" bedeutet was genau? Wie arbeiten deine KuK denn methodisch? Mach dir in jedem Fall bewusst, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Bohai, dass wir im Ref veranstalten müssen und dem jahrzehntelangen Alltag mit Vollzeitdeputat; mach dir klar, dass manche angeblich veraltete Methode (fragend-entwickelnder Unterricht wäre so ein Beispiel) tatsächlich sehr anspruchsvoll ist und in bestimmten Phasen/Klassen/Settings/zum Erreichen bestimmter Ziele alles andere als veraltet ist, egal, was das Ausbildungsseminar vielleicht gerade besonders favorisieren mag methodisch und du insofern bei UBs und Lehrproben par exellence zeigen musst.
4. Wenn du den Eindruck hast, deine Vorschläge würden abgetan, dann bitte um konstruktive Kritik. Frag konkret nach, welche 2-3 Dinge du bei der Erstellung von Materialien/Planung von Stunden beachten sollst, frag konkret nach der Stunde nach einer Rückmeldung zu diesen Punkten. Wenn sie erfolgreich bearbeitet wurden nimmst du die nächsten 2-3 Punkte dazu. Du hast ein Recht auf Ausbildung, also fordere sie freundlich, aber bestimmt ein. Wenn die SuS keine Arbeitsblätter mögen (ist ja ganz nebenbei bemerkt auch nicht der neueste Schrei im Unterricht)- wie arbeiten deine KuK denn alternativ? Apps und Tablets? (Ganz alte Schule...) Und wie führen sie die SuS an die Arbeit mit Arbeitsblättern heran, die diese ja erlernen müssen?
5. Deine Seminarleitungen sehen nur einzelne Paradestunden, deine Mentoren den Alltag. Interessant wäre, wie deine Mentoren deine Unterrichtsbesuche bewerten, ob sie der Seminarleitung zustimmen oder auch bei diesen Stunden meinen, du wärst nicht vorbereitet. Das könntest du klären und dann für dich prüfen, wie groß der Unterschied ist zwischen deinen Vorführ- und Paradestunden fürs Seminar und deinen Alltagsstunden, die deine Mentoren zu Gesicht bekommen. Möglicherweise fehlt den Alltagsstunden tatsächlich noch etwas, was du im best case bereits zu zeigen vermagst, aber eben auch im Alltag konstant abrufen müsstest.