Beiträge von CDL

    Dass einzelne SuS dies ablehnen, halte ich für unwahrscheinlich, der Gruppendruck und das stark ausgeprägte spielerische Element wird in der entsprechenden Altersklasse sehr wahrscheinlich in den meisten Fällen auf überwältigende Zustimmung stoßen.

    Ich spreche ja als GK-Lehrerin mit meinen 7ern immer auch über Gaming im Bereich des Umgangs mit Medien. Vorab führe ich eine Umfrage durch (anonym), wer überhaupt wie häufig was spielt. In ausnahmslos all meinen Klassen gibt es immer wenigstens eine Handvoll SuS, die mit Gaming überhaupt nichts anfangen können, die selbst angeben gar nicht zu spielen und die sich - erfreulicherweise, denn das ist generell eine begrüßenswerte Eigenschaft themenunabhängig- nicht einfach einem "Gruppendruck" beugen würden (mehrheitlich sind in meinen Klassen die Jungs Gamer, nur vereinzelt auch Mädchen, die in vielen Klassen die Mehrheit der SuS stellen). Ich hatte bislang keine einzige Klasse, bei der wie von dir beschrieben infolge von Gruppendruck mit überwältigender Zustimmung zu rechnen gewesen wäre, finde das Argument auch fatal sowohl aus der Perspektive als Gesellschaftswissenschaftlerin, als auch im Hinblick auf wünschenswerte Klassendynamiken, die man fördern möchte als Lehrkraft.

    Was passiert, wenn man (als Schüler) selbst nicht der Spieltyp ist, wenn die Eltern einem nicht erlauben zu spielen, oder nur 30 Minuten am Wochenende, usw...?

    Oder wenn man- wie ich aktuell in einer meiner 8.Klassen- SuS hat, die kein Smartphone (oder Handy) besitzen, keinen PC (o.ä.) zuhause haben und nutzen könnten, aufgrund der dörflichen Wohnlage kein wohnortnahes I-Net-Café nutzen können und alle Arten internetbasierter Hausaufgaben bereits nur mit Unterstützung von Klassenkameraden bewältigen können. Das senkt die Motivation ganz erheblich, auch wenn gerade solche SuS sich vermutlich eher einem Gruppendruck beugen würden, um nicht negativ aufzufallen im Klassenverband und die unerlässliche Unterstützung womöglich zu verlieren.

    ^^Anknüpfend an Chillis Beitrag: Such dir vielleicht einen Job mit unangenehmeren Arbeitszeiten (Nachtdienst/Schichtdienst), übernimm Schichten Sonn-und Feiertags, damit du mit möglichst wenig Stunden in die Sozialversicherungspflicht rutschen kannst. Macht den Job bedeutend weniger sinnstiftend und erfüllend unter Umständen, hilft dir aber möglicherweise beim kritischen Punkt Zeitmanagement.

    Was hast du für Handlungsoptionen, um in deiner Universität dein Studium regelstudienzeitnah abzuschließen? Ist das wirklich ein notwendiges Ziel oder stresst dich das nicht alles noch zusätzlich?

    Teilzeitstudium bedeutet, dass es ausgeshclossen ist das Studium in der Regelstudienzeit zu schaffen und dass selbst die von der TE veranschlagten 3 Jahre vor dem Hintergrund der Lebenssituation (Studienfinanzierung/Kind) mehr als sportlich wären, selbst wenn sie in beiden Fächern nur noch den Master zu bewältigen hätte. Mit noch einem Fach im Bachelor, das grundständig zu studieren ist, ist es bereits fantastisch, wenn das Unterfangen in 4 Jahren abgeschlossen werden kann.
    Nimm dir da so gut wie möglich selbst Druck raus @tabularasa. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer ganz leicht ist jenseits der 30 noch ein Zweitstudium zu stemmen, nebenberuflich zu organisieren und zu finanzieren, umso wichtiger ist es meiner Erfahrung nach, sich insofern nicht auch noch zusätzlich durch extremen Zeitdruck zu blockieren. Du gibst dein Bestes, mehr geht nicht und wenn es am Ende 5 Jahre dauert infolge der Gesamtsituation ist das auch kein Beinbruch, solange du das Ganze gestemmt bekommst.

    Meiner Erfahrung nach kann man vielen Dozenten ganz gut Absprachen treffe, wenn Vorlesungszeiten mit Arbeitszeiten kollidieren. Ich hatte so oft flexibilisierte Anwesenheitszeiten (musste den Stoff dann halt selbst erarbeiten für die Klausur o.ä.) und bei beruflich bedingten Fehlzeiten weniger Stress mit Dozenten. Bei kollidierenden Pflichtveranstaltungen habe ich das teilweise dahingehend gelöst, dass ich in Veranstaltung A anwesend war und mit dem Dozenten von Veranstaltung B einen erweiteren Leistungsnachweis als Ersatz für die Anwesenheit vereinbart habe (statt Kurzreferat im Seminar z.B.eine schriftliche Hausarbeit über 15 Seiten etc.). Versuch auch in kommenden Semestern möglichst früh Kurse zu buchen, damit dein Plan steht und dabei möglichst viel über Blockseminare abzuarbeiten. Die sind vom Fachinput oftmals leider nicht so befriedigend, wie ein Semesterkurs es wäre, lassen sich aber oftmals besser vereinbaren mit Arbeitszeiten und erlauben es in einem Semester mehr Pflichtkurse abzuschließen, als das mit reinen Semesterkursen möglich wäre. Das hilft dir schneller mehr abzuschließen.
    Der Tipp mit Stipendien kam hier im Thread schon mal, das solltest du auch mal prüfen für dich, ob da eine Stiftung infrage kommen könnte. Ich hatte im Zweitstudium von einer Stiftung ein Jahr einen monatlichen Futterkostenzuschuss für den Assistenzhund, auf den ich angewiesen bin, eine andere Stiftung hat sich an den Ausbildungskosten beteiligt, da ich das unmöglich auch noch finanziert bekommen hätte allein. Als alleinerziehende (? ich glaube, du hattest geschrieben, dass der Kindsvater keine große Rolle spielt) Mutter gibt es durchaus Bildungswerke und Stiftungen mit möglicherweise passenden Programmen für dich. Du könntest auch deine Studienberatung ansprechen, ob es uniinterne Stipendienangebote gibt.

    es stimmt zwar, dass knapp 3% der Jugendlichen in Deutschland onlinesüchtig sind, aber daraus nun den Schluss zu ziehen, dass die Schule sich bitteschön demnach vornehmlich analogen Medien bedienen muss, wäre meines Erachtens ein pädagogischer Fehler.
    Indem die Schule sich den Jugendrealitäten verweigert, negiert bzw. ignoriert sie auch ihre eigenen Einflussmöglichkeiten auf jene. Diese sind ohnehin schon sehr begrenzt und sollten dringend erweitert werden, denn nur auf diese Weise lässt sich die Nutzung digitaler Medien im schulischen (kontrollierten) Rahmen lernen. Ein verantwortungsvoller Umgang also und keine naive Haltung.

    Um auf den pädagogischen Fehler zurückzukommen: "den SuS eine gesunde Dosis Skepsis vorzuleben", indem man sich als Schule auf Grund prinzipieller Vorbehalte bzw. möglicher Gefahren, die von einer einseitigen Nutzung ausgehen können, dem Einsatz moderner Medien gegenüber teilweise oder komplett verweigert, ist gerade kein gelungenes Beispiel für einen reflektierten und verantwortungsbewussten Umgang mit Phänomenen des Alltags.

    Ich habe fast 3 Jahre lang für einen großen Spielkonzern in der Online-Kundenbetreuung gearbeitet, bin also mit Sicherheit recht aufgeschlossen, was Gaming anbelangt (das Spiel zu spielen, das man betreut, war eine Grundvoraussetzung für den Job, damit man die Probleme wirklich versteht und Lösungsansätze game-kompatibel beschreiben kann), bearbeite das Thema auch gerne mit meinen SuS in GK im Bereich der Medienbildung. Das bedeutet aber nicht einfach unkritisch jeden Ansatz zu übernehmen, denn ich habe auch gesehen, wie Kinder von Spielefirmen ausgebeutet werden, die ihr gesamtes Taschengeld in Ingame-Währungen verlieren, von erwachsenen Mitspielern erpresst, genötigt und- wenn sie in ihrem kindlichen Vertrauen real name und Adressen preisgegeben haben- sogar physisch bedroht wurden. Gamification klingt für mich als spieleaffiner Mensch erst einmal spannend, bestärkt aber meines Erachtens bei Kandidaten, die bereits einen zu unkritischen, zu intensiven Medienkonsum haben und Browsergames à la Fortnite und Co. mit ihrem Taschengeld und ihrer Lebenszeit füttern in diesem ungesunden Verhalten. Kritischen Medienkonsum fördert man auf diesem Weg nicht, egal, wie man das Spiel einstellen mag, dafür gibt es geeignetere Wege, genauso wie die Arbeit am Klassenklima meines Erachtens von direktem zwischenmenschlichem Austausch lebt, nicht von noch mehr Medialität. Möglicherweise lassen sich mit Classcraft oder dem Gamification-Ansatz anderer wichtige Bildungsziele mitverwirklichen, das will ich keineswegs ausschließen. Für diese beiden Teilziele halte ich den Ansatz aber für weniger gut geeignet, als andere Ansätze. Persönlich bin ich auch kein Fan von Belohnungssystemen, insofern überzeugt mich das Argument, es handele sich lediglich um ein digitales Belohnungssystem nicht. Ich finde es schwierig, wenn man Kindern vermittelt, dass Bildung sich nur lohnt, um einer Belohnung willen, die man von außen erhält als Anreiz. Natürlich funktioniert das bei einigen Kindern recht gut, die dies genauso auch von zuhause kennen als Erziehungsmittel. Ich finde aber, als Schule dürfen wir solche Erziehungsmodelle durchaus auch bewusst kontrastieren.

    Es gibt am Ende dann halt doch einen Unterschied zwischen "sich dem Einsatz moderner Medien gegenüber teilweise oder komplett zu verweigern" und einem möglicherweise allzu unkritischen Umgang mit einem letztlich auch gewinnorientierten Konzept (zumindest Classcraft ist ja in weiten Teilen nicht kostenfrei) bzw. Gamification als Ansatz. (BTW finde ich es etwas kurios, dass du noch kürzlich deine handschriftlichen Arbeitsblätter verteidigt hast, nur um nun in dieser Weise Kritik an Gamification/Classcraft direkt zur Fundamentalkritik an digitalen Medien erklären zu wollen.)

    Auch dann ist es eine Schulveranstaltung. Solche Tricks helfen da nicht.

    Für mich ist die Diskussion völlig unnötig und die Frage stellt sich gar nicht: Es muss jemand vor Ort sein.

    Würde ich auch annehmen: Wo SMV draufsteht, ist nunmal Schule drinnen. Die treffen sich ja nicht einfach nur als Privatmenschen in ihrer Freizeit, sondern um ihre SMV-Arbeit zu gestalten.

    Was für eine wunderschöne, berührende, herzerwärmende Idee. So kann ein Tag dann doch einmal mit sehr viel mehr Herzenswärme, Gemeinschaftsgefühl unter gerade noch Fremden und dem besonderen Miteinander, das miteinander zu singen zu kreieren vermag beginnen. Danke für das Video Frau Eilandhäuschen. Und ja, ich würde bei so etwas mitmachen, das würde mir sehr gefallen. Schon das Video zu sehen, hat meinen Tag gerade ganz besonders erwärmt.


    Was hat für dir am heutigen Tag Herzenswärme gegeben?

    Was würden dir denn Bestehensquoten bringen? Diese sagen dir gar nichts über deine persönlichen Erfolgschancen bzw. darüber, ob du diese erfolgreich nutzen wirst können, da das halt keine Frage von Statistik und Wahrscheinlichkeiten ist.

    ach, also in dem selben Land, wo das Löchern von Kinderohren den Eltern zusteht, nur weil sie die Erziehungsberechtigten sind, und sonst ist es eine Körperverletzung?

    Da das Kinder beiderlei Geschlechts betreffen kann, ist es wohl nicht relevant genug...


    ^ ^ Er meint vermutlich Beschneidung, wenn diese nicht medizinisch notwendig ist.

    Falls die Beschneidung von Jungen gemeint sein sollte, würde das bedeuten, dass die Hervorhebung gemeint ist als Gegensatz zur weiblichen Beschneidung. Ob das gemeint ist weiß ich nicht. Ich hoffe, zumindest dir ist bewusst @Lehramtsstudent , dass es erhebliche Unterschiede gibt sowohl im Hinblick auf die Durchführung, als auch auf die lebenslangen Folgen der Beschneidung von Jungen und der unmissverständlich nur so zu nennenden Genitalverstümmelung von Mädchen. Dass man auch religiös begründete männliche Beschneidung kritisch sehen kann steht außer Frage, diese ist aber etwas erheblich anderes, als die bei Mädchen angewandten Verfahren.

    Ich wusste nicht, dass sowas in der Schule isy. Aber ich bin nicht dagegen

    Supi. Dann müssen wir jetzt noch wie viele Jahre warten, ehe du ins Ref gehst, praktische Erfahrungen im Schulbetrieb mit und ohne Durchsagen sammelst, ehe deine Aussage mehr als "ich rubbel mir das Bäuchlein und fühle, ich bin nicht dagegen" besagt?

    Abgesehen von dem kleinen Problemchen mit der Verlinkung, dass sich ja lösen ließ, ist das wirklich ein sehr gutes Beispiel, wie man solch eien Umfrage seriös durchführen und wenigstens am Ende auch seine zugrundeliegenden Hypothesen offen legen und begründen kann. Bie so einem best practice- Beispiel berücksichtige ich dann auch sehr sehr gerne die Bitte der Erstellerin keine Informationen zum Umfragesetting vorab preiszugeben. Danke, dass du uns das zugänglich gemacht hast @Meerschwein Nele (und @Conni ).

    Man kann ja naürlich darüber reden, ob das Mädchen von wem auch immer instrumentalisiert wird und dass ihre Äußerungen natürlich nicht so spontan sind, wie sie wirken (sollen). Aber es ist doch wirklich nicht überraschend, dass man im Polit- und Medienzirkus nur etwas erreicht, wenn man sich entsprechend gut selbst inszeniert.
    Mir persönlich ist es völlig egal, wer ihre Reden schreibt und wie ihre persönliche CO2-Bilanz ist. Die Instanz "Greta" hat sehr viel dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit auf ein riesiges Problem zu lenken und Millionen von Menschen zu mobilisieren. Für diesen speziellen Kontext ist es völlig, ob sie das von sich aus gemacht hat oder ob da ihre Eltern, ein Beraterteam oder sonst wer dahinter steckt.

    Ich finde die Frage, ob und wenn ja wer da dieses Mädchen mit welchen Zielen instrumentalisiert nicht uninteressant oder irrelevant. Auch das gehört schließlich zu kritischem Denken dazu, nicht mit dem Hinterfragen aufzuhören, nur weil mir persönlich der Output gerade gefällt. Das ändert aber wie du richtig schreibst nichts daran, dass das Symbol "Greta Thunberg" in einem wichtigen Moment den Finger in die Wunde legt und es uns nicht erlaubt einfach wegzusehen und wegzuhören. Das ist ihr selbst und denen, die hinter ihr stehen und sie sicherlich auch systematisch aufgebaut haben und aufbauen in beeindruckender Weise gelungen. Der Umstand, dass so viele erwachsene Menschen das Bedürfnis haben sie als Mensch zu diskreditieren und an ihr als Person abzuarbeiten, statt sich mit dem Anliegen an sich auseinanderzusetzen zeigt letztlich ja auch, wie erfolgreich dieser "Finger in der Wunde" ist, denn ignorieren lässt sich Greta Thunberg- wie auch dieser Thread hier ganz wunderbar zeigt- eben auch von denjenigen nicht, die ihr gerne inhaltlich widersprechen würden, es aber offensichtlich nicht vermögen.

    Der alte Avatar war halt das gewohnte Bild, aber das "Spiegelei-Häuschen" finde ich sehr putzig, würdie ich dabei belassen.


    Welche tiefere philosophische Bedeutung verbirgt sich wohl hinter dem Häuschen auf dem Spiegelei im See unter Kleeblattdach?

    Im Dashboard ganz oben tauchen nur Themen auf, die du noch nicht geöffnet hattest. Sobald du wenigstens einmalig in einem Thread warst, stehen diese nicht mehr über dem Kasten mit den aktiven Themen, die von dir ungelesene Beiträge enthalten. Ein von dir selbst eröffnetes Thema in einer Unterrubrik kann also niemals oben im Dashboard auftauchen, denn dieses hast du ja selbst bereits eingesehen.

    Warte auf den nächsten Thread von Mikael (mit einer recht hohen Trefferquote sind das Threads in den Unterofren "Offtopic" oder "Kritik, Frust&Ärger"), der dir unten im Kasten als aktiv angezeigt wird. Wenn dieser nicht oben im Dashboard angezeigt wird für dich hast du etwas weggeklickt (das Unterforum Frust&Ärger lässt sich ja ausblenden), dann schaust du dir mal in Ruhe deine Profileinstellungen durch und passt diese entsprechend an. Wird es angezeigt, ist das Problem keines.

    In BaWü gibt es tatsächlich nur 1-4, - abweichend von den Leistungsnoten heißt die Vier hier interessanterweise "unbefriedigend".

    Andere, vielleicht für die Praxis interessantere Frage:
    Wie oft wurde bei euch schon eine 4 vergeben?

    Bei uns gibt es standardmäßig die Zwei, wenn der Schüler sich was geleistet hat, die Drei und die Vier habe ich in den letzten Jahren vielleicht 2-3 mal erlebt.


    Bei uns ist auch §90 das Kriterium für die 4 im Verhalten (ebenfalls BW), die muss aber halt auch sehr gut begründet werden. Gibt es ~3-4x pro Schuljahr, die 1 gibt es ein wenig häufiger, aber auch sehr selten, 2er und 3er halten sich wohl etwa die Waage gesamtschulisch.


    Dass bei den Verhaltensnoten ein anderes Notensystem gilt als bei den Leistungsnoten, finde ich ungünstig. Führt das nicht zu Verwirrung?

    Ist auf jeden Fall erklärungsbedürftig, da den SuS nicht direkt klar ist, dass eine Vier im Verhalten die 6 in der Fachnote ist (und das auch alle Jahre wieder in Vergessenheit gerät). Ebensowenig wie vielen bewusst ist, dass gerade die Verhaltensnote nicht irrelevant für Bewerbungen ist. Das muss man denen gerade in Klasse 8 sehr deutlich machen, damit sie sich im Hinblick auf die Bewerbungen für Praktika in 8/9 bzw. ggf.auch schon Bewerbungen für Ausbildungsplätze nach einem HS-Abschluss frühzeitig im Schuljahr am Riemen reißen.

    Ich habe zunehmend das Gefühl, dass genau diejenigen, die sich am meisten über Rassismus empören, zugleich diejenigen sind, die am wenigsten mit anderen Kulturen in Berührung sind.

    Mir kommen manche Argumente doch sehr theoretisch-belehrend vor.

    Ist nur mein persönlicher Eindruck...

    Da ich bestimmt unter die erste Kategorie falle: Ich war fast 10 Jahre in der Migrationsarbeit tätig vor dem Schuldienst und weiß aus unzähligen Gesprächen mit den Menschen, die ich begleitet und beraten habe, wie verletzend sprachliche Ausgrenzung ist insbesondere für Kinder und Jugendliche und ganz besonders in der Schule und wenn diese neben den Klassenkameraden auch noch durch Lehrkräfte erfolgt. Für diese Kinder macht es einen Unterschied, ob man sich die Mühe macht, sie als Individuen zu sehen und nicht nur als Stellvertreter von Migrationsgruppe X oder religiöser Gruppierung Y, für diese Kinder ist es- auch wenn sie, wie keckks schreibt, das meist selbst offen gar nicht ansprechen würden- relevant zu merken, dass man sich als Lehrkraft die Mühe macht ihren Namen richtig auszusprechen, statt einfach nur einzudeutschen.
    Ausgrenzung hat so viele Facetten und gerade Heranwachsende sind wahnsinnig empfänglich für solche Nuancen. Wir können mit so wenig als Lehrkräfte so wichtige Signale senden, nonverbal sagen, dass alle unsere SuS dazugehören und Wertschätzung verdienen und damit einen Beitrag leisten nicht nur für Integration, sondern auch gegen Radikalisierungstendenzen als Folge solcher konstant wahrgenommener, alltäglicher Ausgrenzung. Die kleinen Schritte zählen für diejenigen, die marginalisiert werden durch uns als Vertreter der Mehrheitsgesellschaft wenn ebendiese unterbleiben.

    Ich finde es schade, dass du ohne einen inhaltlichen Beitrag zur Debatte zu leisten, mit deiner Argumentation die Legitimität von Beitragserstellern anzuzweifeln suchst, statt dich auf inhaltlicher Ebene mit dem Geschriebenen auseinanderzusetzen @Susi Sonnenschein. Das lenkt ganz wunderbar vom eigentlichen Thema ab, weil es zur Rechtfertigung einlädt, die sich bei einer Auseinandersetzung auf inhaltlicher Ebene erübrigen sollte.

    Das betrifft Dinge, die die wenigsten Menschen bewusst beeinflussen können. Und selbst wenn jemand aus Bequemlichkeit die korrekte Aussprache von schwierigen Namen nicht lernt, muss das keinesfalls bedeuten, dass das aus rassistischen Gründen geschieht.

    Diese Bequemlichkeit sagt halt auch etwas aus über die Wertschätzung, die man seinem davon betroffenen Gegenüber entgegenbringt, Nonverbal sagen wir als Lehrkräfte mit so einer Haltung einem Schüler bestenfalls einfach nur "ich bin ein ignoranter Mensch und zu doof zu bemerken, welche Auswirkungen, dass auf unsere Beziehungsarbeit haben kann", schlechtestenfalls vermittlen wir dem Schüler "du bist es nicht wert, dass ich mir die Mühe mache deinen Namen so richtig ich es vermag auszusprechen" und entwerten damit den Schüler. Es geht auch nicht darum, dass man es immer perfekt hinbekommen müsste. Es versuchen richtig zu machen, nachzufragen, sich Mühe zu geben, einzuladen einen auf einen Fehler bei der Aussprache bitte umgehend hinzuweisen kann man aber auch als sprachlich weniger begabter Mensch und damit zeigen, dass man bereit ist sein Bestes zu geben, weil jeder Mensch diesen kleinen Einsatz wert ist.

    Durchsagen kenne ich nicht, bzw nur aus Filmen. Ich würde mich zu Tode erschrecken, wenn jemand plötzlich laut spricht (aber nicht im Raum ist). :D

    Das ging mir am Anfang die ersten 2-3x auch so, man gewöhnt sich aber recht schnell daran, vor allem, wenn es feste Zeitfenster gibt dafür und das nicht in jedem Moment zu erwarten wäre.

    Frag ich mich heutzutage auch. Aber damals hat es irgendwie dazugehört und es hat jeder von uns gemacht. Wir waren wahrscheinlich zu gestresst, um darüber nachzudenken oder sogar dagegen zu protestieren. Unser Seminar war sehr autoritär.

    Das Entscheidende ist denke ich spätestens dann, wenn man dem nicht mehr ganz so hilflos ausgeliefert ist und etwas mehr Macht im System hat als als simpler Anwärter, dies nicht weiterzuführen, sondern einen aktiven Beitrag zu leisten, dass solche Zöpfe endlich einmal abgeschnitten werden an den Seminaren. Am Ende sind die Seminare ja ebenso sehr auf die ausbildenden Schulen angewiesen, wie diese manchmal auf die Zuweisungen fachlich passender Anwärter, um im Idealfall eine besondere Lücke schließen zu können. Eine Rückmeldung seitens der Schulen- auch unabhängig von konkreten Ausbildungssituationen, um Druck von aktuellen Anwärtern zu nehmen- dass man solche Verhaltensweisen und Erwartungshaltungen von Kommissionen nicht nur nicht mitzutragen bereit ist, sondern auch für völlig unangemessen hält verhallt mit Sicherheit nicht einfach ungehört.

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