Beiträge von CDL

    Wenn "Betroffene" diesen Begriffen aisgesetzt sind und damit in konkreten Fall ein Problem haben, dann ist die Wahl eines anderen Begriffes sicher nicht falsch. Aber vorauseilender Gehorsam und die Ansichten grundsätzlich empörter "Inreressenvertreter" sind keine Grundlage für eine Verhaltensänderung.
    Ein schwarzer Freund hat sich auch mal darüber halb kaputt gelacht, dass sich einer seiner schwarzen Freunde rassistish beleidigt gefühlt hat, als er mit seiner 15cm kleineren, sehr weißen, sehr blonden Freundin Händchen haltend durch die Gegend gelaufen ist und das Paar häufig angeschaut (nicht angesprochen oder beleidigt) wurde. Dieses grundsätzliche Beleidigtsein und sich angegeriffen Fühlen ist wirklich anstrengend und eine geschickte Ablenkung von echten Problemen.

    Ich werde aufgrund meiner Optik (dunkle Haare, dunkle Augen, relativ starker, dunkler Bartwuchs) und meines Nachnamens (der nicht Schmidt lautet) auch öfter mal als Mensch mit Migrationshintergrund wahrgenommen. So what? Einfach mal entspannen.

    Weißer Mann, nicht-ausländischer Herkunft, verheiratet mit einer Frau, also zumindest nach außen hin Heteronormativität lebend, auch wenn dass deinem letzten Beitrag nach nicht zutreffend ist: Damit gehörst du nunmal zu verschiedenen Gruppen die über verdammt viel Macht und Einfluss in unserer Gesellschaft verfügen und besonders wenig Diskriminierung selbst erfahren in ihrem Alltag. Toleranz, Respekt, Verständnis und der Schutz von Minderheiten sollten aber nicht das eigene Erleben und den eigenen Alltag als Norm voraussetzen, sondern Betroffene von Diskriminierung als solche hören, sehen und nicht weiter entrechten, was damit anfängt, sie nicht in Anführungszeichen zu setzen, sondern ernst zu nehmen. "Einfach mal entspannen" schreibt sich bestimmt sehr nonchalant, wenn man selbst kaum oder keine Diskriminierung im Leben erfahren hat, zeugt aber von keinerlei Respekt für tatsächlich davon Betroffene, die u.a. von Menschen wie dir und mir ein weitergehendes Bewusstsein für die Achtung der Menschenwürde erwarten dürfen.

    Ich weiß nicht. Vielleicht bin ich hoffnungslos naiv, aber bei allen drei Begriffen konnotiere ich immer noch viel eher eine Reminiszenz an die einst damit assoziierte Exotik (ähnlich wie bei "Kolonialwaren") als die den zugehörigen Menschengruppen zugeschriebene negative Eigenschaften.

    Ich finde das hat gar nichts mit Naivität zu tun, eher mit einer gewissen Unschuld derjenigen, die mit diesen Begriffen groß wurden, ohne sie selbst gesetzt zu haben. Ich kenne diese Begriffe auch aus meiner Jugend und nenne "Schaumküsse" bis heute im Kopf manchmal "Mohrenköpfe", weil das dort noch so verankert ist. Ich bin aber als empathischer Mensch dazu imstande zu verstehen und zu respektieren, dass diese Begrifflichkeiten angesichts ihrer ganz und gar nicht unschuldigen Genese verletzend sind oder sein können für Menschen dunklerer Hautfarbe oder für Sinti und Roma, mit ihrem sowieso sehr prekären gesellschaftlichen Status nicht nur hierzulande und verwende diese Begriffe deshalb nicht mehr aktiv. So wie ich mir auch aus meiner eigenen Betroffenheit heraus wünsche, dass meine Mitmenschen sensibel reagieren, wenn floskelhaft "Bist du behindert oder was!?" dafür verwendet wird menschliche Dummheit zu umschreiben, gebietet es der Respekt auch die Würde anderer Bevölkerungsgruppen zu achten und das beginnt nunmal immer und unausweichlich mit der Art und Weise, wie wir mittels Sprache Grenzen verschieben, uns unser vermeintliches Recht nehmen "doch mal sagen zu dürfen" und dadurch Grenzen des Sagbaren zu verschieben suchen oder eben auch, indem wir uns bewusst dafür entscheiden Respektlosigkeiten der Vergangenheit nicht weiterzuführen, weil wir verstanden haben, dass es sich um solche handelt und wir nicht bewusst die Gefühle von Mitmenschen verletzen wollen, wir ihre Würde achten wollen.

    So viele von euch kennen diese spezielle Form der Ausbeutung von Anwärtern durch Prüfungskommisionnen aus eigenem Erleben- wie handhabt ihr das denn jetzt, wo ihr selbst Mentoren oder gar Prüfer seid an euren Schulen? Habt ihr derartigen Treiben zumindest jetzt, wo ihr dem nicht mehr völlig ausgeliefert seid ein Ende bereitet an euren Schulen? Setzt ihr euch an Ausbildungsseminaren dafür ein, dass derartige Umtriebe beendet werden? Sagt ihr Prüfungskommissionen bei Bedarf auch einfach was ihr hier so klar formuliert, dass sie sich ihr Vesper selbst am Vorabend schmieren und mitbringen können?

    Also: Was kann man tun, wenn man in einem Kollegium gelandet ist, in dem eine entsprechende Haltung vorherrscht?

    Ich finde es schwer, mir das in diesem Extrem auszumalen, möchte mir das auch kaum ausmalen, weiß aber auch aus meinem Kollegium, dass es da mal Kommentare gibt über "die Schüler mit den Ölaugen" im Kontext mit angeblich typischen Verhaltensweisen, die von derart beschriebenen Schülern zu erwarten seien die ich zutiefst befremdlich und problematisch finde und die ich gerade von Lehrern nicht erwartet hätte (zum ersten Mal auch in einem Lehrerzimmer gehört habe, so dass ich nachfragen musste, wovon die KuK gerade sprechen, wiel ich mir nicht vorstellen wollte, dass sie meinen, was ich denke, das sie meinen, sondern gehofft habe, es ginge um ein medizinisches Problem). Meine Herangehensweise jetzt im Ref war, dass ich versucht habe durch meine Art der Gesprächsbeteiligung zu differenzieren (denn "die" sind ja nicht "alle" "so") und eine andere Wortwahl einzuführen, ohne jemandem direkt über den Mund zu fahren. Das hat tatsächlich als subtiler Hinweis bei meinen Kollegen gereicht, die mich zwar etwas irritiert gemustert haben, aber verstanden haben, worum es mir geht und zumindest in meiner Gegenwart derartige Kommentare danach nicht wiederholt haben. An Haltungen ändert das aber leider nichts und die stehen ja hinter derartigen Generalisierungen.

    Dennoch denke ich sollte es klar sein selbst Position zu beziehen, selbst zu differenzieren, auf die Werte und Haltungen zu verweisen, auf die wir schließlich alle vereidigt sind, prüfen, inwieweit ein Gespräch mit Vorgesetzten (angefangen mit der eigenen SL, falls diese Teil des Problems sein sollte: Schulamt/übergeordnete Behörde) erforderlich ist, weil sich problematische Folgen für SuS abzeichnen, innerschulisch Mitstreiter zu suchen, um das Ganze z.B. bei Fachkonferenzen/GLK zu thematisieren. Schweigend hinnehmen ist keine Option in unserem Beruf (oder unserer Gesellschaft).

    Ist mir heute früh auch aufgefallen (mein Beitrag fehlt auch). Ganz oben im Ausgangspost steht in Klammer eingeschoben

    Zitat

    (Themenfremde Posts entfernt)

    Das hätte man vielleicht etwas besser hervorheben können, damit ist aber klar, warum die Beiträge von dir oder mir, die auf einen themenfremden Beitrag reagierten, entfernt wurden.

    Die meisten davon, ja. Heutzutage kann ich darüber lachen, was meine Eltern sich so an Kuriositäten (natürlich nur aus ihrer tiefen Liebe und Zuneigung heraus) an Namen haben einfallen lassen, mit denen man- ungeachtet der Bedeutung- wahrlich kein kleines Kind strafen sollte.


    DUUM mag die Bedeutung des eigenen Namens.

    Der Schwoab spart bei vielem, aber nicht bei seiner Spätzlepresse (die sich die Übermotivierten natürlich in From eines Brettles zum Schaben zulegen- nur Banausen wie ich pressen ihre Spätzle).


    Mir sollte meine Schwester mal wieder ein selbstgemaltes Bild schenken. Sie ist so fantastisch gut geworden und ich freue mich immer so unglaublich über ihre witzigen, tiefsinnigen Bilder und Texte.


    Schwabe oder Gelbfüssler?

    Und wofür steht eigentlich CDL? :gruebel:

    Zm das zu erfahren, wirst du irgendwann einmal wiederkommen und mich erneut fragen müssen, dann verrate ich dir das. Bis dahin pass auf dich auf.

    Charlotte Diana Lampert. Vermute ich. 8)

    Klingt nach einem dramatischen Namen. Wäre bei mir dann wohl SRIM geworden.

    Oder check die Lage! [Blockierte Grafik: https://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/p020.gif]

    Ich fürchte, es ist bedeutend weniger jugendsprachlich und weitaus klassischer. Aber ratet gerne mal weiter, liest sich lustig, auch wenn die Chlordioxidlösung von Frau Häuschen wohl unschlagbar bleiben dürfte. :)

    Bei uns gibt es etwa alle 2 Wochen mal eine Ansage, die dann aber in einem festen Zeitfenster ca. 3min vor der 1. oder 2.großen Pause oder höchstens mal ausnahmsweise zwischendurch, wenn ein Schulsani während der Unterrichtszeit benötigt wird. Das hält sich finde ich in einem zumutbaren Rahmen.

    Ich möchte an dieser Stelle aus eigener Erfahrung noch einmal betonen:

    So sehr man sich auch für seine Klasse engagiert und sich verpflichtet fühlt, sie durch Dick und Dünn zu begleiten: JEDER ist ersetzbar und niemand ist unverzichtbar.
    Auch wenn es der werdenden Mutter freigestellt ist, während des Mutterschutzes vor der Geburt weiter zu arbeiten, so ist das meines Erachtens wieder eine Situation, in der man die pädagogsichen Preise kaputt macht. Ich fände es schade, wenn sich andere werdenden Mütter mit Verweis auf die TE künftig fragen lassen müssten, wieso sie nicht auch soviel Einsatz zeigen.

    Finde ich als Argument sehr nachvollziehbar einerseits und andererseits tönt es auch hier im Forum sehr regelmäßig, dasss die ab 1980 Geborenen ("Generation Y") nicht belastbar genug seien, zu anspruchsvoll, wählerisch, picky, whatever, was genau in die Scharte schlägt, die einem von allzu vielen an der Ausbildung Beteiligten im Ref eingetrimmt wird: Bloß nicht krank werden, wenn man krank ist dennoch direkt perfekte Stundenplanungen und Arbeitsblätter an KuK senden, Sonderaufgaben und Vertretungsstunden en masse und klaglos übernehmen inklusive der Sonderaufgaben, die manche KuK gerne auf Referendare abwälzen wollen à la "als ich in der Ausbildung war, mussten das aber immer die Referendare machen" und am besten dann halt auch trotz Mutterschutz latürnich schaffen, bis das Kind per Sturzgeburt als Trainingsfall für die Schulsanis irgendwo zwischen Klassenzimmer und Lehrerzimmer auf die Welt kommt (überspitzt formuliert- bitte annehmen, ich könnte das ernst meinen). Wer nicht will, dass KuK "die Preise kaputt machen" - und damit meine ich gar nicht dich persönlich Bolzbold, sondern greife nur das Argument auf- muss sich eben auch für fairere Ausbildungsbedingungen an den eigenen Schulen stark machen, damit Referendare von Beginn an lernen, dass es ok ist Grenzen zu haben (hat mir exakt eine LB immer wieder gesagt in der Ausbildung, ansonsten wurde mein GdB so gut es ging und so lange ich nicht gemuckt habe einfach ignoriert, wenn ich gemuckt habe wurde mir nur allzuoft signalisiert, wie lästig und unpraktisch ich gerade sei, weil man mit Krankheit eben lieber nicht umgehen möchte), dann muss man auch mal den Mund aufmachen und dem Getöne hier im Forum über Belastbarkeit oder Nicht-Belastbarkeit qua Generation Grenzen aufzeigen, dann muss man sich auch im eigenen Kollegium z.B. dafür stark machen, dass in der GLK klare, verbindliche Absprachen getroffen werden zu Vertretungsstunden, Springstunden in TZ/VZ, zur Einhaltung der Unterscheidung von teilbaren und unteilbaren Aufgaben im Hinblick auf TZ-KuK und und und. Die Preise machen auch diejenigen kaputt, die Selbstüberlastung anderer KuK berechtigt ansprechen, aber eben auch keinen Beitrag leisten, um gemeinsam als Kollegium gesündere Lösungen solidarisch zu finden.

    Nur mal zwischendrin eingeworfen: Hilbert Meyers "10 Kriterien" sind vollkommen trivial und fassen zusammen, was seit Jahrzehnten jeder weiß, der seine Brötchen mit Unterrichten verdient. Ungefähr so, als ob man als Kriterium für "gutes Autofahren" so etwas aufstellt wie "der Fahrer schaut beim Lenken nach vorne".
    Auf den Markt geworfen hat Meyer diese Kriterien anfang der 2000er, als auch er nicht mehr verleugnen konnte, dass seine gedanklichen Loopings angesichts empirischer didaktischer Forschung nicht aufrecht erhalten werden konnten...

    Stimmt, nur sind die Studenten und Anwärter, die sich unter anderem mit den 10 Kriterien (neben so vielen anderen, neueren Ansätzen, die deutlich relevanter sind in der Ausbildung) beschäftigen eben nicht seit Jahrzehnten in der Schulpraxis aktiv, noch nicht einmal seit Jahren, sondern komplette Berufsanfänger. Da gehören Basics mit zur Ausbildung, denn die sind halt auch nicht jedem Studenten oder auch Anwärter einfach so klar aus sich selbst heraus. ;)


    Dass Seminare z.T. offensichtlich sehr verschieden ausbilden, haben wir - wenn ich mich recht entsinne - woanders schon festgestellt. Es ging hier um die Frage, weshalb - wie du selbst angemerkt hast - Sek. I und Sek. II verschieden ausbilden.

    Das war keine Feststellung von mir, denn ich habe keinerlei Kenntnis darüber, dass Sek.I und Sek.II in BW derart unterschiedlich ausgebildet werden würden, sondern eine Frage, ob das am Ende so ist. Dort, wo ich mit Familienmitgliedern vergleiche, stellen wir vor allem Gemeinsamkeiten der Ausbildung fest oder aber Unterschiede, die z.B. meine Schwester, die in Sachsen ihr Ref gemacht hat sich in ihrem Ref (Sek.II) gewünscht hätte. Ich vermag schlichtweg nicht seriös zu beurteilen, ob es derartige zentrale Unterschiede gibt jenseits von Unterschieden die es ja bereits zwischen Seminaren derselben Schulart im Höchstmaß gibt, wie wir wissen vom Austausch über unsere Ausbiödungsseminare.

    Ich habe nie verstanden, warum man Teilzeit arbeitet, wenn man keine/erwachsene Kinder hat, oder jemanden zu pflegen hat. Aus anderen Berufsgruppen kenne ich das kaum.
    Momentan arbeite ich 65% weil ich 2 kleine Kinder habe und ich genieße es, dass dieser Beruf es ermöglicht.
    Aufgrund des Lehrermangels ist es doch verständlich, dass Teilzeit abgelehnt wird, wenn die oben genannten Gründe nicht vorliegen.

    Schwerbehinderung/schwere Erkrankung. Führt auch in allen anderen Berufsgruppen ggf. zu TZ-Tätgkeit und wird zumidnest bei vorliegendem GdB > 50/Gleichstellung auch akzeptiert. Nicht problemlos- ist auch im Schuldienst eine Gruppe von Arbeitnehmern, die gerne vergessen wird, so dass man für sich kämpfen muss- aber wer seine Rechte kennt und die Unterstützung von Gewerkschaft und Schwerbehindertenvertretung sucht (oder als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft den Integrationsfachdienst hinzuzieht), kann sicherstellen, dass notwenigde Schutzrechte respektiert werden.

    Wie wäre es denn statt dich direkt löschen zu lassen, wenn du die Mods darum bittest, dich für einen bestimmten Zeitraum (3 Monate, 6 Monate,...) zu sperren. Damit hast du einerseits "Schützenhilfe" beim Offline gehen, kannst andererseits aber nach einer gewissen Pause auch wiederkommen.

    Ich verstehe das Bedürfnis gezielt offline zu gehen sehr gut und finde es in jedem Fall gut, dass du offenbar im Blick hast, wo es ein möglicherweise ungesundes Ausmaß annehmen könnte, hoffe aber sehr, dass du uns nicht verloren gehst. In jedem Fall wirst du- selbst während einer lediglich begrenzten Auszeit- ganz außerordentlich fehlen mit deinen Beiträgen, deinen Leidenschaft, deiner Nachdenklichkeit, deinem Wissen und so oft auch einfach nur deiner Empathie und deinem Verständnis, wenn es um Umstände geht, die wir nicht ändern können, die uns aber als Menschen die wir sind keinswegs unberührt lassen können. Pass gut auf dich auf und wenn du magst, melde dich sehr gerne per Email bei mir. Ich würde mich freuen, von dir zu lesen.

    Edit: noch ein Nachtrag zum oben Zitierten.Wenn ich einen Vollzeitjob als Lehrer nur schaffe, indem ich "weniger Geschiss" mache, dann ist ganz offensichtlich dieses Geschiss kein Teil meiner Jobbeschreibung.

    Das "Geschiss" ist aber auch kein Teil des Arbeitsverhaltens des weiblichen Geschlechts per se. Ich weiß, du hast das nicht behauptet. Spätestens mit dem Beitrag von Mikael driftet es aber in eine entsprechend frauendfeindliche Argumentation ab.

    Meinst du einfach, dass sie die "professionelleren" Lehrkräfte sind?
    Ja, IM DURCHSCHNITT ist es tatsächlich so, und das muss jeder zugegeben, der in der Schule arbeitet. Wenn ich sehe, was einige Kolleginnen für einen Aufriss machen, nur weil Klein-Kevin wieder irgendeinen Furz in der Klasse losgelassen hat... das geht dann nur mit Teilzeit.

    Männer sind ebensowenig qua Geschlecht im Durchschnitt professionellere Lehrkräfte, wie Frauen qua Geschlecht Geschiss machen würden im Job oder wenn sie in Teilzeit arbeiten dies natürlich nur machen, weil Männe sie finanziell versorgen kann und nicht etwa, weil Männe sie mit kleinen Kind(ern) allein gelassen hat die zu versorgen sind oder gesundheitliche Probleme haben oder oder oder. Klischees und Stereotype erzählen an der Stelle nur etwas über uns als Gesellschaft und diejenigen, die diese anführen, nicht aber darüber, wie Männer und Frauen gleich welchen Berufs tatsächlich im Mittel oder eben auch individuell betrachtet sind.
    Als selbsterklärte im Durchschnitt professionellere Lehrkraft solltest du das aber eigentlich wissen Mikael, wie wenig Erklärungskraft deine Generalisierungen haben- gehört schließlich mit zur Jobbeschreibung differenzieren zu können.

    Beispiel: Als ich meinem Bekannten aus Sek. II sagte, dass bei uns die 10 Kriterien guten Unterrichts von Hilbert Meyer hoch im Kurs stehen, lachte er mich aus. Diese wurden von einer Dozentin an seinem Seminar regelrecht verrissen.

    Das ist aber halt dein Ausbildungsseminar, nicht die Sek.I per se. Bei uns am Seminar wurde klar vermittelt, dass die 10 Kriterien nach Meyer sowohl sehr kritisch zu prüfen und zu betrachten sind, als auch nicht grundlos durch modernere Ansätze zu ergänzen sind. Kritisch prüfen bedeutet aber auch nicht, dass das völliger Schwachsinn wäre, was in diesen Kriterien formuliert wäre, auch wenn Hilbert Meyer sicherlich kein besonders akuteller Ansatz ist. Wenn das also am Seminar deines Bekannten (und auch dies ist nur ein Seminar, nicht alle Sek.II-Seminare in BW) verrissen wurde, dannn stellt dies möglicherweise nur die Position eines Lehrbeauftragten dieses Seminars dar oder die Haltung des entsprechenden Seminars, ist aber ebensowenig repräsentativ für die Sek.II, wie dein oder mein isoliertes Bild repräsentativ sein könnte für die Sek.I-Seminare in BW. Leider ist es utopisch mehr erhalten zu wollen, da selbst reine Zahlen, wieviele Anwärter an welchen Seminaren in die Verlängerung kamen oder Lehrproben nicht bestanden haben nicht veröffentlicht werden. Selbst am eigenen Seminar erfährt man diesbezüglich höchstens am Rande etwas, da es den LBs/der Seminarleitung nicht gestattet ist Fragen dazu öffentlich zu beantworten.

    Wir sind im Lehrerberuf in einem sehr praktischen Beruf (zum Glück), der angewiesen ist auf Klarheit und greifbare Kriterien. Diese können wir am effektivsten/zuverlässigsten durch eine empirische Vorgehensweise der Bildungsforschung gewährleisten. Insofern sind Geisteswissenschaften - das sehe nicht nur ich so - tatsächlich vermutlich nicht geeignet, die pädagogische/didaktische Praxis auf ein valides Fundament stellen zu können. Das aber ist unbedingte Voraussetzung für Professionalität. Nicht umsonst gilt der Lehrerberuf unter den anderen Professionen als eher "weiche" Profession.

    Aha, wenn ich jetzt deiner Logik folge, dann müsste man ja auch kritisch prüfen, ob man geisteswissenschaftliche Fächer überhaupt schulisch zu unterrichten verantworten kann. Immerhin sprichst du entsprechenden Lehrkräften damit ja auch ab in ihren Fächern professionell agieren zu können mangels validem Fundament.

    Was die Hypothese anbelangt, Geisteswissenschaften würden ohne harte Fakten auskommen können: Das ist schlichtweg Unfug. Es ist mitnichten nur alles Meinung und Interpretation und empirische Forschung gibt es selbstredend auch in allen geisteswissenschaftlichen Fächern. (Ehrlich, es sollte nicht nötig sein, das dir als Akademiker zu schreiben. Immerhin hast du selbst ein paar geisteswissenschaftliche Fächer studiert...)

    Nein, würde sie nicht. Wenn Zeitreisen möglich wären, kann sich alles ändern einerseits und anderseits gilt auch bei einem Hitler die Unschuldsvermutung, bis er zur tatsächlichen Tat geschritten ist. Historisches Wissen ist in dem Fall nicht hilfreich- könnte sich ja nachgerade allein aufgrund des Umstands, dass ich in der Zeit gereist bin bereits etwas Entscheidendes verändert haben, das ich nicht vorhersehen kann. Ganz nebenbei bemerkt bin ich nicht der Typ Mensch, der anderer Menschen Leben beendet- politisches Engagement liegt mir mehr. Wenn Zeitreisen möglich wären, würde ich an den Tag vor dem Tod meiner Mutter reisen und ihr sagen, dass ich sie ungeachtet unserers momentanen Streits liebe und sie mir unendlich wichtig ist.


    DUUM würde gerne einmal an einem privaten Flug zum Mond teilnehmen.

    Das klingt absolut nachvollziehbar Schmidtskatze. Direkt von der Uni weg vor einer Klassen im eigenständigen Unterricht stehen zu müssen ohne ausreichende Anleitung, Vorbereitung und Unterstützung ist schon nochmal ein ganz anderes Kaliber, als unsere Ausbildungsbedingungen in BW. Ganz bestimmt wird es auch in SH wie hier im Ländle Unterschiede geben zwischen Seminaren und noch mehr zwischen Ausbildungsschulen und Mentoren. Dennoch steht ihr von Beginn an in einer ganz anderen Verantwortung, als wir hier in BW im ersten Halbjahr des Refs, da wirken gerade einmal drei Tage Vorlauf als Einführung doch etwas lächerlich. Umso beeindruckender, dass du dich da dennoch durchgebissen und durchgekämpft hast.

    Es wäre spannend zu wissen, in welchen BL die Abbruchquoten unter Anwärtern (oder auch der Anteil an Verlängerern) besonders hoch sind und inwieweit sich ein Zusammenhang mit Ausbildungsbedingungen herstellen lässt (oder eben auch nicht). In meinem Kurs haben etwa 10% im ersten Halbjahr abgebrochen, 10% die das erste Halbjahr verlängern mussten sind nicht in den eigenständigen Unterricht gekommen, weitere 10% haben eine oder mehrere Lehrproben nicht bestanden und befinden sich deshalb aktuell in der Verlängerung. Von einem anderen Sek.I-Seminar in BW weiß ich, dass 1/3 des Kurses eine oder mehrere Lehrproben nicht bestanden hat (zusätzlich zu vorhergehenden Abbrechern/nicht in den eigenständigen Unterricht Versetzten), bei denen hat wohl nur die Hälfte des ursprünglichen Kurses an der Examensfeier im Sommer teilgenommen. Von den Familienmitgliedern die an Gymnasialseminaren tätig sind weiß ich, dass es zumindest an den Seminaren, in die ich dadurch etwas Einblick erhalte keine derartig hohen Zahlen von Abbrechern/Nicherfüllern gibt. Bilden die Gym-Seminar so anders aus? Sind die Sek.I-Anwärter ungeachtet dessen, dass sie mehr Praktika im Studium machen müssen als die Sek.IIler naiver, was ihre Eignung im Hinblick auf den Beruf anbelangt, ehe sie das Ref beginnen? Wird an den PHs zu viel gepampert und zu wenig kritische Selbstreflexion gefördert, so dass der Vorbereitungsdienst ein böses Erwachen vieler mit sich bringt? Oder lassen sich die Zahlen am Ende zumindest landesweit betrachtet relativieren (Unterschiede zwischen Seminaren gibt es schließlich immer) und ggf. ganz einfach mit dadurch erklären, dass die Schwierigkeiten im Sek.II-Bereich überhaupt eine Stelle zu ergatten mit bestimmten Fächerkombinationen die Bereitschaft Anwärter gerade noch so bestehen zu lassen (die dann ja sowieso in der Sek.II keine Stelle bekommen können) erhöhen?

    Wie sieht es denn bei euch am Seminar aus @Buntflieger? Wie viel Prozent des ursprünglichen Kurses haben an der Examensfeier im Sommer teilgenommen, Lehrproben nicht bestanden, etc.? Wie war es bei euch @SchmidtsKatze oder auch bei anderen im Ref?

    Na ja, aber an vielen Stellen war das bei mir am Seminar halt schon so, dass eben ansteigend vorgegangen wurde @Buntflieger. Einheitlich läuft es in BW also keineswegs, die Seminare haben mehr Gestaltungsspielraum, als man vermuten würde (habe diesbezüglich selbst ganz gehörig dazu gelernt in den letzten 1,5 Jahren), dazu kommen die sehr unterschiedlichen Herangehensweisen der Schulen und Mentoren.

    Uns wurde nahegelegt in den ersten 3 Wochen (Praxisphase) im Umfang eines vollen Deputats zu hospitieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was das bedeutet nach dem Ref (wobei man ja noch gar nicht in diesem Umfang vor den Klassen und in der Verantwortung stand). Außerdem sollten in der Praxisphase neben dem Hospitieren erste Unterrichtsteile und ggf.sogar bereits erste Unterrichtsstunden übernommen werden. Danach sollten sukzessive mehr Stunden von den Mentoren übernommen werden mit dem Ziel nach Pfingsten wenigstens eine Woche lang die 13 (12) Wochenstunden zu unterrichten, die man ab Herbst im Regelfall zu übernehmen hatte. Manche Schulen erwarteten durchgehend von ihren Refs ab dem Ende der Praxisphase 13 Wochenstunden zu unterrichten ungeachtet der Seminarempfehlungen, durchgehendes Ausbildungsprinzip war das aber nicht.
    Ja, das Ref ist auch an vielen Stellen ein Belastungstest, das muss aber auch so sein, dennd ie Belastung eines vollen Deputats, das auf die meisten nach dem Ende des Refs unausweichlich zukommt (mal abgesehen von der Sek.II) ist nicht zu vergleichen mit dem Schonraum Referendariat, wo man zumindest einen Anspruch auf Ausbildung hat (ich weiß, nicht alle Schulen leisten das gleich gut) und nicht einfach erwartet wird, dass man bestimmte Aufgaben leistet, die man noch nie zuvor übernommen hat. Nach dem Ref geht es schon nochmal deutlich anders zur Sache.
    Mir ganz persönlich hat diese Belastungsprobe durchaus auch gut getan, weil ich daran schrittweise wachsen konnte und meine gesundheitlichen Grenzen sich verschieben konnten angesichts der neuen Herausforderungen. Für mich persönlich ist vor allem das Gefühl konstant bewertet zu werden und nie einfach nur um Rat oder Hilfe bitten zu können ohne, dass das direkt notenrelevant wäre im Hinblick auf das SL-Gutachten der besonders anstrengende und belastende Teil des Refs. Das hat aber vor allem etwas damit zu tun, wie ich persönlich gestrickt bin, da es perfektes Futter ist für meinen persöönlichen Leistungsanspruch, wenn dieser noch konstant durch äußere Leistungserwartungen getriggert wird.

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