Was gibt euch das bayrische Schulrecht bzw. der für euch gültige Bildungsplan vor im Hinblick auf Methoden? Was spricht dagegen der Mitarbeitervertretung (die sollte ihren Namen ja nicht grundlos tragen) Dampf unterm Kessel zu machen, was dagegen euch bei eurer Gewerkschaft zur Rechtslage zu informieren und mit deren Hilfe und Unterstützung das Gespräch mit der SL zu suchen?
Jede Stunde im Voraus zu planen ist ja nicht nur ein immenser Aufwand wenn noch nichts davon da ist, wenn das tatsächlich auch so rigoros umgesetzt werden soll, verhindert es auch, die Geschwindigkeit der Progression und die Art der Unterrichtsplanung an die Bedürfnisse der jeweiligen Lerngruppe anzupassen, um mit diesen zielführend arbeiten zu können. Natürlich kann man sich innerhalb von Fachschaften auf sehr vieles einigen, manche Absprachen sind auch sinnvoll als Entlastung für alle, um nach außen erkennbar an einem Strang zu ziehen. Dennoch gibt es doch sicherlich auch im bayrischen Schulrecht und auch wenn man für einen privaten Schulträger tätig ist ein gewisses Maß pädagogischer Freiheit, um den eigenen Unterricht eben nicht nur immer gleichförmig nach vorgegebenem PLan durchzuführen, sondern z.B. Bezüge zu aktuellen Geschehnissen herstellen zu können, um auf Lerngruppen eingehen zu können, um gezielt bestimmte Kompetenzen zu fördern, die Lerngruppe A vielleicht besonders schlecht beherrscht, Lerngruppe B im selben Jahrgang aber schon recht gut, so dass diese sinnvollerweise anders arbeiten werden.
Eure SL kommt genau so lange damit durch, solange ihr euch aus Angst vor möglichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen duckt und den Mund haltet. Also solidarisiert euch untereinander, sprecht mit MAV und Gewerkschaft und überlegt euch gemeinsam vielleicht auch, wie ein Kompromiss oder gar Konsens aussehen könnte. Wenn es der SL tatsächlich vorrangig um Methodenvielfalt geht und nicht um Gängelung um der Gängelung willen, dann wäre vielleicht ein Methodencurriculum ein sinnvoller Weg, der den Wunsch der SL ebenso berücksichtigt, wie eure Wünsche und Bedürfnisse. Dann wird eben nicht mehr jede Stunde vorgeplant und von allen exakt nach Plan identisch durchgezogen, sondern es wird festgelegt, welches Fach in welcher Klassenstufe welche fächerübergreifende Makromethode einführt, fachintern, wann welche Fachmethoden sinnvollerweise eingeführt werden sollten, bindet diese Methoden ggf. noch gezielt an bestimmte Themen im Fach.