Beiträge von CDL


    Ich glaube, dieses ganze Politikergeschwätz ist für uns (im Osten?) nur noch sowas von nervig. Für euch im Westen nicht?

    "Wir" und "die" - genau diese Denkweise ist es doch, die Parteien wie die AfD mit ihrem Ausgrenzungsdiskurs attraktiver macht. Wer sich so laut und vehement beschwert über pauschalisierende Aussagen über "die" Ostdeutschen darf ruhig auch selbst mal über die offenkundig tiefen Gräben im eigenen Kopf nachdenken...

    Nein, da geht es nicht um ein paar cm die zum Boden fehlen würden (wobei man das auch mit etwas Bewegungstraining und Dehnunübungen normalerweise recht schnell wieder hinbekommt, wenn keine Vorerkrankung vorliegt oder das Eigengewicht einen zu sehr ausbremst). Wie gesagt: Es gibt nicht das eine Programm, das dich erwartet. Wenn du Vorerkrankungen hast- was ich aus deinen Nachfragen schließen würde- dann arbeite auf jeden Fall mit Attesten deiner behandelnden Fachärzte aus denen hervorgeht, das infolge von Erkranung X keine Einschränkung für den Zielberuf vorliegt. Damit kannst du das Ganze etwas steuern. Überleg dir selbst sehr ehrlich, wo deine Erkrankung beruflich relevant sein könnte und wie du auf entsprechende Nachfragens eitens des Arztes reagieren kannst um ehrlich zu sein, aber dir auch nicht selbst ein Bein zu stellen, weil du dich eingeschränkter darstellst, als du bist. Wenn du einen GdB < 50 hast, beantrage eine Prüfung auf Gleichstellung im Hinblick auf die besonderen beruflichen Belastungen im Schuldienst.

    Belastungs-EKG hatte ich selbst auch, allerdings nur eine stark verkürzte Version im Vergleich zu dem Programm beim Kardiologen: Ruff uffs Rädle mit Kabel ran um Herzschlag und Co, zu messen, 5min feste radeln, fertig. (Beim Kardiologen dauert das immer deutlich länger..) Dazu wurden bei mir auch Reflexe geprüft neben einfachsten Bewegungsabläufen wie geschildert. Bei anderen war das sportiver, an alle Details erinnere ich mich aber nicht mehr, nur daran, dass zumindest ein Arzt meinte, er habe eine komplette Ortho-Anamnese durchgeführt im Rahmen der Möglichkeiten. Vielleicht einfach mal googlen.

    Vor allem geht es ja bei der UNtersuchung zunächst mal nur um die Frage, ob du das Ref im Beamtenverhältnis oder als Angestellte_r absolvierst: Wenn du als zu unfit betrachtet würdest für die Verbeamtung, kommst du trotzdem ins Ref und wirst ausgebildet. (Gab bei uns im Kurs zwei Kandidaten, die ihr Ref im Angestelltenverhältnis absolviert haben, einmal altersbedingt, einmal aus gesundheitlichen Gründen, bei schwerer Vorerkrankung ohne GdB.)

    Was eine Familie mit drei Kindern im ALGII-Bezug insgesamt alles vom Amt bekommt übertrifft aber den Monatslohn vieler Familienväter der Mittelschicht, die voll arbeiten gehen. Ich glaube nicht, dass ein Arbeitnehmer mit gut 2000€ Netto noch Anspruch auf Aufstockung hat.

    Was für ein Quatsch. Dir sollte der Begriff der relativen Armut bekannt sein; exakt darunter fällt man mit ALG II und gehört mit Sicherheit nicht der Mittelschicht an.

    Wie hieß es damals? Es darf keine Partei geben, die rechter ist, als die CDU?

    Das war die CSU calmac, nicht die CDU. Oder zumindest stammt es von Strauß, der einst äußerte, dass es rechts von der Union keine demokratisch legitimierte Partei geben dürfe. Für die CSU ist das immer relevanter gewesen, als für die CDU. Vor drei Jahren oder so hat Merkel einmal diesbezüglich geäußert, dass dies zwar soweit korrekt sei, aber nicht um jeden Preis gelten dürfe, sprich nicht um den Preis von grundlegenden Prinzipien und Wertvorstellungen.


    Danke, tibo.

    Kl.gr.Frosch

    Dem schließe ich mich an. Dein Beitrag lässt mich direkt wieder ruhiger atmen, weil du viele wichtige Aspekte zusammenfasst und auf den Punkt bringst.

    Hallo Irellewand, kannst du mir bitte erzählen ob du irgendwelche Bewegungen ausführen musstest? Danke!

    Das kommt wirklich völlig auf den Arzt an, den du aus der Liste wählst. Das war bei mir und meinen Mitanwärtern wirklich in jedem Fall sehr verschieden, welche Untersuchungen überhaupt gemacht wurden und in welcher Intensität diese vorgenommen wurden bzw. wie gründlich. Ich hatte einen echten Hör- und Sehtest, bei anderen wurde einfach mal in einer Zimmerecke etwas geflüstert und gefragt, was gesagt wurde als Hörtest etc. Bewegungstest war bei manchen Anwärtern komplette Ortho-Anamnese samt Belastungs-EKG, bei mir waren das dafür nur ein paar simple Übungen à la vorbeugen und Hände an die Zehen bekommen, Knie einzeln anheben und auf 90° bringen etc. Wenn du Vorbelastungen hast, überleg dir genau, welche fachärztlichen Atteste du einreichst, an denen man nicht einfach vorbeikommt und auch welchen Arzt du aus der Liste auswählst mit welcher Fachrichtung: Ein passender Facharzt kann Einschränkungen besser beurteilen, kann aber unter Umständen auch genauer erkennen, wo diese eben unproblematisch sind.

    Viel Erfolg!

    Hallo,

    ich bin kein Rechtsanwalt. Und eine korrekte Rechtsberatung kann nur ein Rechtsanwalt. Aber was wäre so schlimm wenn du zwei Handys oder besser Simkarten hast. Die erste ist halt nur von 6:30 Uhr bis z.B. 15 Uhr erreichbar.
    Damit ist das Problem doch erledigt. In der Zeit kann dich auch ein Elternteil erreichen. Ansonsten bist du halt nur für deine Freunde erreichbar. Handys mit zwei Simkarten gibt es heute wie Sand am Meer.

    Das mag vielleicht eine praktikable Lösung sein, die aber jedem privat zusätzliche Kosten verursacht. Würde ich ehrlich gesagt nicht einsehen.

    Noten sollen an Gemeinschaftsschulen abgeschafft werden und viele Schüler/-innen machen sich auch nichts draus.

    Das ist so nicht korrekt:

    Anstelle eines Zeugnisses, in dem die Leistung mit Noten beurteilt wird, erhalten die Schülerinnen und Schüler in derGemeinschaftsschule einen detaillierten Lernentwicklungsbericht. Auf Wunsch der Eltern kann der Bericht mit Noten ergänzt werden.

    Die Lernentwicklungsberichte gibt es bereits an den GMS, ergänzende Noten auf Wunsch (bzw.in der Oberstufe in jedem Fall im Hinblick auf das Abitur) auch.


    Was die Fragen zu Unterrichtsstörungen anbelangt: (Hospitationen/Praktika + Studienwahl)- Studium- Studienpraktika- Referendariat+ Seminarausbildung werden dir viele Hinweise geben, wie du selbst in konkreten Situationen mit realen SuS echte Lösungen finden kannst. Wo das noch nicht ausreichend ist kannst du KuK fragen, hier im Forum um konkrete Tipps in konkreten Siutationen bitten, dich selbst weiter in einschlägige Fachliteratur vertiefen und/oder Fortbildungen besuchen etc. Mach dir das Leben nicht ganz so schwer mit dieser ganzen Zukunftsmusik, die noch Jahre entfernt ist und vertraue darauf, dass wenn tausende Lehrer täglich gute Lösungen für Unterrichtsstörungen finden, dir das mit entsprechender Ausbildung, Selbstreflexion, kritischer Überprüfung des eigenen Handelns auch möglich sein wird bzw. du dort wo es noch nicht funktioniert hat eben im Nachhinein verstehen kannst was warum falsch gelaufen ist um für die Zukunft zu lernen. Die eine perfekte Lösung gibt es nie, sondern ein Repertoire das anzuwenden du immer virtuoser und zielsicherer wirst und das du sukzessive erweiterst.

    In BW wo du herkommst gilt im Regelfall, dass du entweder persönlich erscheinen musst oder aber jemand mit einer Vollmacht (ggf.ergänzt um beglaubigte Kopie des Personalausweises) die Geburtsurkunde abholen kann. Leider bieten meiner Kenntnis nach nur sehr wenige Standesämter die Möglichkeit einer Onlinebeantragung und Zusendung an (Querschnitt aus meinem Kurs, wo nicht zuletzt auch ich ausführlich geflucht habe über diese zusätzlichen Umstände mitten im Examen, insofern ist es sehr gut, dass du dich jetzt schon darum kümmerst :top: ). Einfach beim Standesamt am Geburtsort deines Kindes anrufen bzw. in deinem Geburtsort und nachfragen, wie es dort jeweils geregelt ist (oder, falls die Webseite gut organisiert ist, dort nachlesen und ggf.beantragen).

    Alles Gute noch fürs Examen.

    (OT: Nur als kleiner Hinweis, nachdem du aus BW kommst und ein Kind hast: BW bietet seit diesem Jahr auch das Ref in Teilzeit an in begründeten Fällen wie der Betreuung von Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen, vorliegender Schwerbehinderung oder schwerer Erkrankung. Ist zeitlich deutlich enlastet pro Halbjahr, allerdings sind natürlich auch die Bezüge entsprechend niedriger, so dass man bereits als Einzelperson je nach Wohnort und Miethöhe aufstockend ALG II oder Wohngeld beantragen muss.)

    §6 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz) vielleicht, also der Ausschluss von Doppelansprüchen im laufenden Kalenderjahr und der Nachweis einem neuen Arbeitgeber gegenüber über bereits gewährten/abgegoltenen Urlaub. Wobei es als Lehrer wohl höchst selten vorkommt, dass man seinen Urlaubsanspruch nicht im Rahmen der diversen Schulferien erfüllen konnte..

    Also in NRW gibt es zum Einen Geographie nicht am BK und zum anderen ist eine Bewerbung nur mit SEK II Ausbildung möglich (im Regelfall).

    Worin steckt der Sinn deiner Frage?
    Dann doch lieber auf Gymnasium/Sek II studieren, dann hast du hinterher eher die Wahl.

    Jup, in BW- zumindest aktuell- hat man mit Sek.II-Studium die Wahl ans Gymnasium zu gehen (so eine Stelle vorhanden sein sollte bei der eigenen Fächerkombi), an die beruflichen Schulen zu gehen, die GMS steht momentan den Sek.II-Leuten ebenfalls noch offen, selbst wenn sie ausschließlich im Sek.I-Bereich eingesetzt werden können mangels Oberstufe und sogar für die Grundschulen gibt es ein Sonderprogramm für Sek.II-Leute.

    Ich korrigiere also meine Aussage von vorhin: Wer abgesehen von Förderschulen alle Schularten in BW zumindest potentiell abdecken möchte sollte auf Sek.II-Lehratm studieren. Die können offensichtlich fast alles und sind optimales Quereinsteigermaterial, wenn der Mangel ruft dankt entsprechender Absolventenzahlen. Ob der Mangel auch noch am Ende deines Studiums so groß ist sei dahingestellt @LehramtSek1 , aber zumindest hast du dann das Studium für eierlegende Wollmilchsäulein absolviert und in petto. Alternativ könntest du dich auch einfach zu entscheiden versuchen mithilfe von Praktika/Hospitationen ob Schule allgemein und welche Schulart im Besonderen etwas für dich künftig sein könnte.

    Also würdet ihr mir raten nur Lehrer zu werden, wenn man komplett hinter Kindern steht und enorm belastungsfähig ist?

    Mich würde auch interessieren, wie ihr zu Gemeinschaftsschule steht? An sich ist das ja nochmals ein erheblicher Aufwandszuschlag? (wenn man auf drei Niveaustufen Unterricht vorbereiten muss).

    Gibts auch gute Bücher, aus welchen man Unterrichtsmaterial auch mal entnehmen kann? Gerade in Mathematik müsste es sich doch anbieten?

    Ja, Differenzierung erfordert unter Umständen mehr Vorbereitung/andere Vorbereitung und macht dadurch erstmal mehr Arbeit, aber wie von anderen erwähnt wurde ist Binnendifferenzierung sowieso das täglich Brot als Lehrer. Ganz so gewaltig wie man zunächst meint ist der Schritt also gar nicht mehr, auch wenn es natürlich gerade als Anfänger erstmal einen ordentlichen Hirnspagat erfordert soviel Heterogenität zu einem zielführenden Unterricht zu führen.
    Schulbücher die für die GMS zugelassen sind sollten sämtlich differenzierendes Arbeitsmaterial anbieten, das gibt es größtenteils auch in den Schulbüchern die wir verwenden. Ob es am Ende taugt für deine Klasse und deine Unterrichtsziele wirst du dann sehen.

    Die GMS kann man übrigens bei der Bewerbung nach dem Ref später ausschließen, wenn man dort nicht tätig werden möchte oder umgekehrt ganz gezielt mit einschließen, wenn man im Laufe von Hospitationen, Praktika, dem Studium und ggf. im Ref (wo man GMS/RS nicht ausschließen kann) geststellt, dass genau diese Schulart mit ihrem besonderen methodischen Vorgehen, wie auch im Regelfall ihrer Schülerschaft ggenau dem entspricht, wie man selbst künftig arbeiten möchte.

    Ob die Gemeinschaftsschule wirklich kommt, steht in den Sternen. Ich hoffe nicht. Die Eltern wollen es auch nicht, daher wird es höchstens ein Experiment, für das eigentlich momentan keine Zeit ist. Drei Niveaustufen pro Stunde sind nicht realistisch. Erst recht nicht in eigener Vorbereitung. Selbstverständlich nimmst du die Schulbücher.

    Der TE schreibt von BW und hier in BW gibt es die GMS bereits seit geraumer Zeit. Unabhängig von der GMS müssen alle Schularten Binndifferenzierung betreiben und alle Sek.I- Schulen müssen zieldifferente Beschulung betreiben soweit notwendig und zulässig. An der Realschule wo ich tätig bin habe ich also Schüler auf Haupt- und Realschulabschluss vorzubereiten, muss bei Bedarf die Differenzieurung nach oben leisten im E-Niveau (wobei lediglich an der GMS alle drei Niveaus auch in Klassenarbeiten abgeprüft werden, an der RS muss ich nur HS und RS sowie ggf. Inklusionsschüler gemäß ihrer Bildungspläne beurteilen im Leistungsraum) und in der Inklusionsklasse auch noch diverse Förderschwerpunkte. Gibt alles in allem im Regelfall zwei Niveaustufen pro Stunde ich berücksichtigen muss, in der Inklusionsklasse werden das im Lernraum fünf verschiedene Bildungspläne werden, im Leistungsraum sind davon drei abzuprüfen, alle anderen werden eingeordnet. Machen die KuK in der Klasse seit zwei Schuljahren schon, ist also offensichtlich auch realistisch das zu leisten, wenngleich mit hohem Arbeitsaufwand verbunden.

    Auch da, der einzige Vater der mir mal mit Anwalt drohte, war türkischer Herkunft. Alles subjektiv würde ich sagen.

    Subjektiv ist nur die individuelle Wahrnehmung und ggf. die Herangehensweise das eigene Erleben und die eigene, reduzierte Wahrnehmung der Realität mit dem Gesamtbild zu verwechseln. Platon grüßt aus der Höhle würde ich sagen..

    Ich habe schon biodeutsche Eltern andere Eltern verprügeln sehen. Das hat weniger mit der Nationalität als mit dem Milieu zu tun.

    :top:

    Du studierst doch noch gar nicht auf Lehramt, wenn dich also eigentlich die Berufsschule/beruflichen Schulen interessieren, könntest du dich doch direkt dafür qualifizieren ohne den Umweg eines weiteren Studiums/Nachqualifizierung o.ä. nach dem erstmal zu leistenden Sek.I-Lehramtstudium. Wäre jedenfalls der direktere Weg, aber vielleicht ergibt die potentielle Kurve für dich ja auch Sinn vor dem Hintergrund deiner Pläne. :weissnicht:

    Grundlegend würde dich vor allem das Studium für gymnasiales Lehramt für die beruflichen Schulen qualifizieren bei deinen Fächern:

    Zitat

    Hinweise: Die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien bzw. der Masterabschluss (Master of Education) in einer für den Gymnasialbereich zulässigen Zwei-Fächer-Verbindung in Fächern, die an den beruflichen Schulen unterrichtet werden, berechtigt zum Vorbereitungsdienst an allen drei beruflichen Schultypen, wenn ein einschlägiges Betriebspraktikum von drei Monaten Dauer nachgewiesen wird.

    Das wäre neben dem Studium einer bestimmten beruflichen Fachrichtung der übliche Weg an die beruflichen Schulen. Da Sek.II-Leute aktuell in BW eher Massenware sind, gibt es zumindest momentan nur höchst selten (Mangelfach!!!!) Aufstiegslehrgänge von der Sek.I zur Sek.II, aber es gibt sie durchaus, wenn sie denn angeboten werden. Wenn die beruflichen Schulen dein eigentliches Ziel sind, solltest du eher direkt dein Studium anders angehen, schlägt dein Herz für die Sek.I und du hoffst einfach mal evtl. in 5 Jahren + x eine Chance auf einen Aufstiegslehrgang zu erhalten, wärst aber auch glücklich ohne diese Option, dann geh den Weg über das Sek.I-Studium. Alle Schularten offen halten kann man sich zumindest auf dem regulären Weg nicht, das sind dann immer Sondermaßnahmen, die begründet sind in akutem Mangel.

    Vielleicht gibt es aber auch andere BL. in denen du mit dem Sek.I-Studium in jedem Fall an den beruflichen Schulen eingesetzt werden könntest, BW ist ja nur eines von sechzehn.

    Potentiale von Quereinsteigern werden meiner Erfahrung nach auch nicht unbedingt gezielt genutzt und eingebunden. Jedenfalls nicht in der Ausbildungsphase. Gute Arbeit wird auch nicht zwangsläufig (in der Regel schon, aber es gibt definitiv Ausnahmen) als solche wahrgenommen; es gibt keine Zahlen, die für dich sprächen, selbst Schülerstimmen fallen nicht unbedingt ins Gewicht. Es ist schwer, das einem Außenstehenden zu erklären. Qualitative Standards fehlen ganz einfach.

    Jetzt machst du mich aber neugigierig: In wekchen Fächern habt ihr denn Quereinsteiger (Seiteneinsteigerprogramm BW?) bei euch an der Schule? Das ist in BW ja nun doch nicht ganz so verbreitet, wie in anderen BL und gerade in der Sek.I wird sehr viel über fachfremden Unterricht gelöst.

    Im Moment - und dieser Moment wird mit Sicherheit noch "ein paar" Jährchen ahalten- werden insbesondere GS-Lehrkräfte doch in allen BL händeringend gesucht. Da würde ich mir an deiner Stelle wirklich keine Sorgen machen, was eine Anerkennung in einem anderen BL anbelangt. Ggf.könntest du prüfen, ob die Kombi für die du zugelassen wurdest auch eine zulässige Kombi in Sachsen für die GS ist im Hinblick aufs Ref, um bereits da die Wahl zu haben bzw. ggf.auch während des Studiums (nach dem Bachelor und zum Master) wechseln zu können. Wenn dein Herz aber so eindeutig für die GS schlägt, du dieses Bauchgefühl auch durch mehrere Praktika bestätigt siehst, würde ich da die Chance auf genau deinen Berufs als relevanter einschätzen, als die Wohnortnähe. Sieh es doch als Chance zu wachsen während der 3 Jahre des Bachelors und zum Masterstudium können dir Karten dann ja nochmal neu gemischt werden. Ob ein BL-Wechsel innerhalb des Studiengangs bereits während des Bachelors möglich sein könnte, wird dir letztlich dann nur die Studienberatung sagen können (oder alternativ eine eigenständige kritische Prüfung der Studienordnungen für GS-Lehramt in Bayern und Sachsen, um ggf. gezielt im Hinblick auf eine Anerkennung Kurse belegen zu können).

    Aber ist es wirklich als Lehrer bzw. Sinn des Berufs, sich von Ferien zu Ferien durch zu hangeln?
    Also, dass es so stressig ist, dass man nur für die Ferien lebt? Und unter der Woche fertig ist bzw. kein Sozialleben mehr hat?
    Genau das sind meine "worst case" Befürchtungen :/

    Die Mehrheit der Lehrer hat durchaus auch unter der Woche ein Sozialleben (braucht man ja auch, um gesund zu bleiben). Es gibt natürlich Belastungsspitzen in unserem Beruf, mit Korrekturbergen, Notengebung, Zeugnissen und Co. wo das Wochenden zuverlässig bestenfalls noch einen freien Tag umfasst, unter Umständen auch mal keinen freien Tag. Dafür gibt es andere Zeiten, in denen man seine Arbeitszeiten sehr viel freier einteilen kann als in vielen anderen Berufen abgesehen von den Präsenzzeiten an der Schule. Wann du deine Vorbereitungen und Korrekturen machst schreibt dir schließlich keiner vor, solange du alles rechtzeitig und gut erledigst. Aber mit vollem Deputat (und das ist nach dem Ref die Regel) hast du durchaus regelmäßig deine 50-Stunden-Woche mit Vorbereitungen und Korrekturen (je nach Fächern, Korreturaufwand oder auch Funktionsstelle kann das durchaus bis zu 80h-Wochen umfassen). Ferien sind als unterrichtsfreie Zeit einerseits der notwendige Überstundenausgleich für die Schulwochen und dienen andererseits dazu Korrekturen zu erledigen, Hefte zu benoten, Unterricht vorzubereiten. Nicht zu vergessen der Umstand, dass brave Beamte natürlich nur in den Ferien krank werden.

    Lehrer ist ein wirklich großartiger, wirklich anspruchsvoller Beruf mit phasenweise sehr hohen physischen und psychischen Belastungen, denen man gewachsen sein muss.

    Außerdem würden mich die Bedingungen im ländlichen Raum interessieren (=bin kein Stadtmensch!). Ist es dort schwerer eine Planstelle zu bekommen? Wie ist das Klientel auf normalen dörflichen Realschulen?

    Ich zäum das mal von hinten auf: Die Stellenvergabe in BW erfolgt in zwei verschiedenen Verfahren:
    1. Listenverfahren: Noten aus 1.+2.Staatsexamen (bzw.Lehramtsmaster + Abschlussnote Vorbereitungsdienst) x 20 zusammenrechnen = Leistungsziffer. Anhand der Leistungsziffer erhältst du in jedem deiner Fächer einen bestimmten Listenplatz. Wenn sagen wir in Mathe die ersten 10 Bewerber nach Listenverfahren eine Stelle angeboten bekommen und du stehst auf der 11 hast du Pech und bist höchstens als Nachrücker dabei.
    2. schulscharfe Ausschreibungen: Du bewirbst dich auf Ausschreibungen, die deine Fächer umfassen, die besten Bewerber (sowohl passend zur Ausschreibung auch von den Noten her) die sich bewerben werden eingeladen zum Vorstellunggespräch. Passt es bei zwei Bewerbern und Bewerber X hat eine bessere Leistungsziffer als du, bekommt Bewerber X die Stelle angeboten um eine Konkurentenklage abzuwenden, sonst du. Lehnt Bewerber X ab, rückst du als Zweitbester nach.

    Bei den schulscharfen Ausschreibungen kannst du darauf achten im ländlichen Rauj zu landen, im Listenverfahren nicht. Zusätzlich gibt es momentan zumindest ein Sonderausschreibungsverfahren für den ländlichen Raum, da die Stellen dort in der Sek.I aktuelle schwer zu besetzen sind. Momentan sind die Chancen ganz gezielt eine Stelle im ländlichen Raum zu bekommen also hervorragend, wie das sein wird, wenn du einmal deinen Abschluss hast wird dann erst klar sein. Zuletzt war die Information im Seminar bei der Einstellungsveranstaltung des RPs, dass es akutell und wohl auch noch die kommenden 2-3 Jahre in der Sek.I in BW exzellent aussehe mit der Einstellung, jeder Bewerber mit voller Lehrbefähigung und entsprechender Mobilität/Flexibilität ein Einstellungsangebot erhalten könne, sich dann aber in der Sek.I die Einstellungslage ändern werde und es wieder schwerer werden könnte unter zu kommen, da dann ein großer Berentungsschwung durch und ersetzt sei. Ich würde mal davon ausgehen, dass auch in 5 Jahren wenn du fertig bist der ländliche Raum und die GMS die Schlusslichter bei der Einstellung sein werden, auch wenn es dann womöglich kein Sondereinstellungserfahren mehr dafür geben wird.

    Ich bin an einer normalen Realschule in einer kleinen Stadt, unsere SuS kommen aus den umliegenden Dörfern. Die Klientel ist sehr durchmischt. Da sind Kinder, die sehr behütet aufwachsen, gut erzogen sind mit aufmerksamen, engagierten Eltern. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Kindern die sozial vernachlässigt sind, Familien bei denen das Jugendamt drinnen ist, Fälle von Kindeswohlgefährdung und Kindesmisshandlung. Durchschnittliche Sek.I-Schule würde ich vermuten, gut integriert, guter Ruf lokal. Weder sind wir ein verstecktes Gymnasium (gibt es sehr vereinzelt auf dem Land, wenn das nächste Gymnasium zu weit weg ist, dass die Schülerschaft extrem leistungsstark ist), noch eine halbe Hauptschule (auch wenn wir natürlich, wie alle Realschulen in BW zunhemend auch Hauptschüler an der Schule haben). Die eine Klientel gibt es nicht an Realschulen, das kommt ganz stark auf das Einzugsgebiet an und die umliegende Schullandschaft: Gibt es Gymnasien im Nähebereich? Gibt es noch eine echte Hautpschule/Werkrealschule oder eine Vebrundschule im Nähebereich? Gibt es eine GMS im Nähebereich? etc.

    Ein Praktikum würde dir hier etwas mehr Klarheit bringen können, ob die Realität zu deinen Vorstellungen passt.

    Zitat von LehramtSekI

    Wenn ich mich selbst reflektiere, dann merke ich, dass es mich persönlich wenig tangieren würde, wenn meine Schüler auf Grund von Faulheit etc. schlechte Noten haben. Auch würde ich mich nicht verrückt machen, wenn sie keine HA machen oder wenig Interesse an meinem Fach haben. Ich war früher selbst so ein "faules Kind". Kein Lehrer konnte mich dazu bringen, was zu tun. Bin sehr selbstbewusst und mir ist klar, dass solche Sachen nicht in meiner Macht sind.Auch würde ich nicht jedem Kind hinterher rennen etc.
    Bin halt sehr rational; bedeutet: Ich gebe mein bestes Wissen zu vermitteln, aber ob die Schüler es wahrnehmen ist mir dann auch "egal" bzw. mehr kann ich nicht machen.
    Im Umkehrschluss bin ich sehr froh, wenn bspw. meine Nachhilfeschüler mich fragen und wirklich Interesse haben. Da bin ich der letzte der NEIN sagen würde...
    Kann das später zu einem Problem werden? Also meine rationale Denkweise? Und nicht das "Lehrersein" voll verkörpern bzw. immer 100% hinter den Kindern her zu sein?

    Persönlich muss dich das auch nicht tangieren wenn SuS faul sind, schlechte Noten haben, keine HA machen etc. In deiner professionellen Rolle ist es aber Teil deines Aufgabenbereichs dich auch um diese Dinge zu kümmern und den Lernfortschritt deiner SuS ausreichend zu fördern, was eben mehr umfasst als einfach nur zu unterrichten und fachlich zu arbeiten. Echtes Interesse ist etwas Feines, dich zurücklehenen und darauf verlassen, dass es das geben könnte kannst du in der Schule aber nicht. Das ist keine Nachhilfe, die on demand läuft, sondern der Alltag, zu dem auch gelangweilte und desinteressierte SuS gehören, für deren Lernfortschritt du genauso verantwortlich sein wirst und den du durch entsprechden Unterricht, entsprechende Klassenführung, entsprechende Elternarbeit unterstützen musst. Zusätzlich gibt es 1001 kleine Orgafrage die man zu klären hat (vor allem als KL) und bei denen man immer zu 100% hintern den Kindern her sein muss, damit Ausflüge klappen, Elternunterschriften vorliegen etc. Also ja, die Haltung die du beschreibst würde dir im Unterricht auf die Füße fallen und spätestens im Ref zu einem Scheitern führen.
    Deshalb nochmal: Geh in eine Sek.I-Schule, hospitiere, schau dir den Unterricht und die Arbeit an (und am besten nicht nur in der "perfekten" kleinen Dorfschule, denn ob du am Ende dort eine Stelle ergattern wirst steht in den Sternen), ob das zu deinen Vorstellungen passt oder nicht. Schau dir ergänzend zur Sek.I auch vielleicht nochmal ein Gymnasium an. Informatik habe ich gerade nicht im Kopf, aber zumindest mit Physik sind deine Chancen auch am Gymnasium alles andere als schlecht und die sehr starke fachliche Orientierung die du beschreibst könnte evtl. am Gymnasium besser passen, als in der Sek.I.(Wobei dir auch dort nicht nur die SuS begegnen werden die zu dir aufschauen und glücklich seufzen "Fülle mein lehres Gefäss namens Gehirn lieber Lehrer, ich will so gerne Fach X lernen, bin immer motiviert bei ihnen, nie müde, nie traurig, nie genervt, nie pubertierend, immer aufmerksam und fleißig aus einer puren intrinsischen Motivation heraus." )


    Und last but not least: Wem es ein Stück weit egal ist, was die SuS aus dem eigenen Unterricht mitnehmen, wird vss.Probeme damit haben zielführenden Unterricht zu planen und vernachlässigt die Beziehungsebene ohne die in der Schule (und zwar ganz gleich in welcher Schulform) Unterricht nicht funktionieren kann. Du musst deinen Beruf nicht als Berufung sehen um ein guter Lehrer sein zu können, dich für die Menschen mit denen du arbeitest soweit zu interessieren, dass du gut mit ihnen zusammenarbeiten kannst ist aber unerlässlich und umfasst immer mehr, als die reine fachliche Arbeit. Dieses professionelle Interesse ist Teil deines Jobs als Lehrer, also finde heraus, ob du das leisten kannst und willst und wenn nicht, dann liegt deine Zukunft eben nicht im Schuldienst.

    Klar, so eine tiefe Bassstimme kann schon ganz hilfreich sein, wenn man sie einzusetzen weiß, aber auch bei einer hohen Frauenstimme kann man mittels Stimmtraining bei Bedarf sicherstellen, dass sie nicht fiepsig wird (ist vor allem eine Frage der richtigen Atmung), der zentrale Teil ist dann stimmunabhängig und geschlechtsunabhängig vor allem Klassenführung (Beziehungsarbeit, Konsequenz,...) ergänzt um Authentizität.

    Bei uns im Studium gab es dafür Stimmtraining, wer Probleme hatte wurde nach dem Semesterkurs an den Phonologen verwiesen zur weiteren Abklärung und ggf. Logopädie.

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