Beiträge von CDL

    Fang doch erstmal mit der psychologischen Beratung deiner Uni an. Die ist kostenfrei, wird von den meisten Unis angeboten und dort kann man dir weitere kompetente Ansprechpartner in deiner Nähe empfehlen.

    Perfektionismus ist auf jeden Fall etwas, was man begrenzen lernen muss, sonst geht man im Ref ein.Ich habe auch eine starke Neigung zu Perfektionismus. Habe einen tollen Mentor, der das gleich zu Beginn erkannt hat und mir Tipps gegeben hat, wie ich das gesund einhegen kann, statt mir weiteren Druck zu machen, den ich mir sowieso schon selbst mache. Mein zweiter Mentor lebt den eigenen Perfektionismus dagegen auch bei meiner Beratung voll aus, da musste ich mich also immer wieder bewusst abgrenzen, auch wenn das Arbeitsblatt dann halt nicht pefekt, sondern nur gut war und dieser Mentor moniert hat im Anschluss was noch nicht "optimal" sei.
    Anspruch an die eigene Leistung ist etwas Gutes und Sinnvolles um sich gerade im Ref innerhalb kurzer Zeit auch im erforderlichen Maß weiterentwickeln zu können, gesunde Grenzen braucht aber jeder von uns an jedem einzelnen Tag in diesem Beruf. Also arbeite schon vor dem Ref an dir und fang genau heute an, wenn du dich wieder an deine Zula setzt, indem du nicht den perfekten Satz suchst, die eine Formulierung oder was immer deinen Perfektionismus dabei besonders triggert, sondern es bei einem "guten" Satz bewenden lässt. Ich habe zu Beginn an solchen Stellen mir selbst Formulierungen erlaubt, die ich bei anderen als "durchschnittlich" bewertet hätte, wissend, dass sie dennoch im Regelfall ausgefeilter sind als beim Durchschnitt, auch wenn ich das beim konkreten Satz nicht immer wahrnehme.

    Die Belastung - physisch und psychisch- im Ref ist auf jeden Fall enorm, weil man über einen Zeitraum von 12-24 Monaten (je nach BL) unter konstantem Leistungsdruck steht. Das macht mit allen etwas. Insofern hat Fossi absolut recht ist das Ref unter anderem auch ein Belastungstest.


    Zitat von fossi74

    "Ausbildung" im klassischen Sinn findet meist kaum statt (um mal für mein Fach Deutsch zu sprechen: "Wie baue ich eine ordentliche Stunde auf?" - "Wie baue ich unter Zeitdruck eine Stunde auf, die immer noch als 'ordentlich' durchgeht?" - "Wie übersetze ich den Lehrplan in einen Stoffverteilungsplan und diesen in Unterrichtssequenzen und einzelne Stunden?" - "Was mache ich eigentlich konkret mit einer Lektüre?" - usw.: Alles unbeantwortete Fragen).

    Bei uns am Seminar war das alles Inhalt der pädagogischen und/oder fachdidaktischen Ausbildung, wobei natürlich aufgebaut wurde auf das, was bereits vorab in den Studienpraktika vermittelt worden war. Insofern hat sich möglicherweise die Ausbildung weiterentwickelt bzw.die Uhren ticken in verschiedenen BL (oder innerhalb eines BLs auch an verschiedenen Seminaren) sehr unterschiedlich.
    Bei uns gibt es auch am Seminar Coaching-Angebote die kostenfrei genutzt werden können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die schulpsychologische Beratung im Hinblick auf Prüfungsangst in Anspruch zu nehmen (wurde einer Mitanwärterin aus meinem Kurs kurz vor dem Einstieg in die Examensphase von ihrer Päd-LB empfohlen als Entlastung und Unterstützung, damit die Prüfungen möglichst gut verlaufen können).

    @Kreacher : Ich war an einem wirklich hervorragenden Seminar, bei dem klar im Vordergrund stand, dass es einen Großteil der Zeit über um Ausbildung und Beratung geht, ehe man zur Bewertung am Ende kommen kann. Belastend ist das Ref dennoch immer wieder, aber es kann eben auch leichter sein, als es das in den dramatischen Fällen ist die publik werden. Konzentrier dich, so schwer das unter Umständen fällt, jetzt auf dich und was du jetzt für dich machen kannst um Prüfungsängste und Perfektionismus gesund begrenzen zu lernen. Zu viel nur über potentielle künftige Probleme nachzugrübeln (die am Ende gar nicht eintreten müssen) ist nämlich auch ein Weg sich selbst krank zu machen. Heute hier und jetzt- das ist die Zeit, die es gesund und aktiv zu gestalten gilt.

    Verständlich. Plan deshalb auf jeden Fall auch ein paar Pufferstunden ein, sei es für den Fall, dass du langsamer voran kommst als vorab vermutet, sei es, weil niemand 38 Schulwochen tatsächlich zur Verfüügung hat (da ist mal eine Klasse im Schullandheim, ein Ausflug, pädagogischer Tag, Schulfest, Brückentag an deinem Unterrichtstag frei aks beweglicher Ferientag,...).

    Frag doch mal an deiner Schule nach, ob es schulintern oder in deinen Fachschaften vorhandene Stoffverteilungspläne gibt, die du als Ausgangspunkt für deine Planungen verwenden kanst. Ansonsten wäre auch der Stoffverteilungsplan den der Schulbuchverlag eurer verwendeten Lehrwerke empfiehlt ein möglicher Ausgangspunkt (nicht die sinnvolle Endfassung).

    Ich bin jetzt natürlich keine Deutsch-Lehrkraft, aber wäre da nicht der naheliegende Weg einen geeigneten Text aus dem Schulbuch zu wählen und dazu eigene Fragen (Arbeitsblätter/Tests etc.) zu entwerfen? Leseverstehen abzuprüfen mache ich in Französisch ja auch, das ist an sich ja kein Hexenwerk passende Fragen (im gewünschten Aufgabenformat) zu entwerfen.

    Ich plane Teilbereiche grob, lasse es in der Hauptsache dann aber vor Ort auf mich zukommen, wieviel Ruhe mein Körper verlangt oder wann ich mich abenteuerlustig fühle und auf Erkundungstour gehe. Meist nehme ich mir ein größeres Ziel fest vor das ich auf jeden Fall besichtigen will und ansonsten entscheiden Tagesform, Wetter, innere Stimme und die Intensität von Frau Hunds Schwimmbedürfnis was gemacht wird.


    Und du?

    Unentschuldigtes Fehlen ist unentschuldigtes Fehlen. Woraus leitest Du da einen "erheblichen Unterschied" ab?
    Bei einem vorzeitigen Flug in den Urlaub habe ich persönlch sogar ein gewisses Verständnis. Einen günstigen Flug vor Ferienbeginn anzutreten ist für nicht wenige Familien die einzige Möglichkeit sich überhaupt eine Ferienreise mit den Kindern leisten zu können.

    Kurios. Ich bin als Kind nie in den Urlaub geflogen. Dafür gab es entweder wunderschöne Familienausflüge die Ferien über täglich und ganz viel gemeinsame Zeit (ein wunderbarer Luxus) oder eine günstige Ferienwohnung, die mit dem Auto (Familienfahrgemeinschaft) erreichbar war. Verständnis habe ich also null, warum man in den Urlaub fliegen müsste um einen solchen haben zu können (und zwar egal ob nun vor, während oder nach den Schulferienzeiten).

    Der erhebliche Unterschied nennt sich politische Bildung. Ist dir ein Fremdwort, habe ich verstanden. Mein Mitgefühl gilt den armen Schülern, die von dir auf dem Weg zur politischen Mündigkeit begleitet werden.

    Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben: Vor kurzem hat mich ein Schüler angesprochen und gefragt, wie man Bundeskanzler werde, weil Frau Merkels Klimapolitik so schlecht sei. War ein spannendes Gespräch mit dem Ergebnis, dass besagter Schüler mich zwei Tage später erneut ansprach und mir erzählt hat über welche Jugendorganisationen von Parteien und deren politisches Programm er sich bereits schlau gemacht habe und welche er sich persönlich anschauen wolle. Finde ich bärenstark, dass dieses Thema- FFF- der Aufhänger ist für eine ernsthafte, freiwillige Auseinandersetzung mit Parteien, Parteiprogrammen, tatsächlichem politischen Handeln von Parteien in Regierungsverantwortung und schließlich auch eigenem Engagement. Mir schlägt da als Politikwissenschaftlerin das Herz höher vor Freude (auch wenn ich mit keiner der Parteien die sich in der engeren Wahl des Schülers befinden so richtig viel anfangen kann persönlich).

    Gilt das Deiner Meinung nach dann auch für Schüler, die morgen schonmal frühzeitig in den Urlaub fliegen? Die argumentieren ja auch damit, dass in der letzten Schulwoche sowieso kein richtiger Unterricht mehr stattfindet.

    Solange du das nicht gesichert weißt von SuS sind es haltlose Pauschalisierungen und Unterstellungen, wo du es gesichert weißt, kannst du bzw. könnt ihr als Schule entsprechend reagieren. Ich weiß, ich wiederhole mich bei dir, aber als Politik-Lehrkraft sollte dir bewusst sein, dass es einen erheblichen Untershcied gibt zwischen der Teilnahme an einer Demonstration und die Schule sausen zu lassen für den vorzeitigen Flug in den Urlaub. Wieder sind wir beim Thema Mündigkeit, das dir offenbar erschreckend fremd ist.

    Ich glaube ganz ehrlich, dass die Gegend in der eine Schule steht absolut gar nichts darüber aussagt ob es eine "gute Schule" ist. Persönlich wäre mir wichtiger, wie SL und Kollegium ticken, wie methodisch gearbeitet wird, welche Zusatzangebote es gibt und wie diese eingebettet werden (Schulsozialarbeit, Ganztag, Inklusion,..) etc. Das ist bestimmt sehr individuell was man an dieser Stelle erwartet, aber Wohngegegenden sind erstmal nur Äußerlichkeiten meines Erachtens.

    In BaWü gibt es keine gute GMS. Das sind ehemalige vom Aussterben bedrohte Hauptschulen, die mit viel viel Geld nun gut Aussehen.

    Ich bin nun wirklich kein Fan der GMS als Schulform, aber so pauschal ist das halt dennoch falsch. Es gibt immerhin zwei GMS aktuell in BW (und eine, die wohl die passende Kundschaft, nur eben noch nicht in ausreichender Anzahlt hat) mit genehmigter Oberstufe, die auch so gut laufen, dass sie von Politikern gerne als Beispiele herangezogen werden. Ich bin mir sicher, in diesen Modellschulen steckt wirklich einiges Geld, aber auch viel Engagement der Lehrkräfte, die den Laden am Laufen halten, das Modell entwickelt haben und die vor allem eine Schülerschaft haben, die sich eben deulich von dem Gros der GMS abhebt. Darüber hinaus gibt es mit Sicherheit viele weitere GMS mit äußerst engagierten Lehrkräften, die ihre Schule ebenfalls zu guten Schulen machen dank ihrer aktiven Gestaltung des Schullebens ("gute Schule" beinhaltet schließlich weitaus mehr, als lediglich Rahmenbedingungen wie eine Schulform oder Schülerklientel; nicht jede ehemalige HS ist eine Brennpunktschule..).
    Gute GMS gibt es also. Die Schwächen, die diese Schulform systemimmanent mit sich bringt können diese aber eben auch nicht heilen. (Das gilt aber wenn wir ehrlich sind so auch für jede andere Schulform: Keine ist perfekt, jede hat ihre spezifischen Stärken und Schwächen.)

    @Crestos : Ich bin selbst an keiner GMS, weiß nur, was Mitanwärter im Seminar darstellen. Schau dir an, wie methodisch an der GMS gearbeitet wird (abgesehen von der Genese der meisten GMS ist das der zentrale Unterschied zu anderen Sek.I-Schulen). Prüf, ob diese Vorgaben ggf. auch für die GS gelten bzw.in welcher Form sie sich auf diese auswirken und prüf für dich selbst, ob das deinem Selbstverständnis von gutem Unterricht entspricht oder zu dir als Lehrperson und deinem Unterrichtsstil passt oder du bereit bist dich darauf einzustellen..

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