Beiträge von CDL

    Zentral ist, dass niemand nur eine Art von Lerntyp ist. Es gibt bestimmte Wege (Plural!) die wir individuell präferieren bzw.die uns eher ansprechen/leichter zugänglich sind, aber eben nicht "den" einen Weg für "den" Lerntyp XYZ. Ich vermute mal, dass keiner von uns als Lehrkraft nur 45min reinen Vortrag hält, abschreiben lässt etc. Multiple Lernwege spricht vss. jede Unterrichtsplanung an. Damit kann man diesen Baustein als erfüllt betrachten und vernünftigerweise anderweitig differenzieren, wo es tatsächlich sinnvoll und zielführend ist. (Wenn man tatsächlich als Ref ein Seminar hätte, dass dennoch auf Lerntypen-Planung besteht, zieht man das halt mal für eine Lehrprobe durch, denkt sich seinen Teil und gut. Nach der erfolgreichen Prüfung kann man seine LBs dann ja mal sehr höflich auf den aktuellen Stand aufmerksam machen. Bei uns am Seminar würde man damit jedenfalls keinen Blumentopf gewinnen.)

    Die Frage für die Threadstarterin wird sein, wie man sinnvoll differenzieren kann (über Lerntypen jedenfalls nicht). Ein wichtiger Baustein sind wohl die Aufgabenstellungen (Operatoren, Hilfestellungen) und diesbezügl. böte sich ein Lerntest an.
    Bei uns gibt es z.B. Schüler, die füllen vor allem Lückentexte (mit vorgegebenen Begriffen) aus ("nenne", "zähle auf", "verbinde" etc.) und brauchen dafür schon die gesamte Arbeitszeit, während der Sitznachbar einen Fließtext ("erläutere, erkläre, begründe") zur selben Thematik freihändig niederschreibt und nach 5 Minuten eine Zusatzaufgabe einfordert.

    Ich denke nicht, dass man dafür einen "Lerntest" benötigt. Selbstdifferenzierende Aufgaben reichen: Verschiedene Aufgabentypen, um das selbe Lernziel zu erreichen, mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Einen Teil gibt man als Lehrkraft vor, einen Teil wählen die SuS frei aus, je nach Tagesform/Arbeitswillen/Vorwissen/Interesse/...

    Wenn du das meinst:

    ( CDL: Ja, ich weiß, dass es Frauen gibt, die aus den verschiedensten Gründen keine Kinder bekommen.) Frauen Nachwuchs bekommen.


    Aber dies schreibst:

    Zitat von Lehramtsstudent

    Gerade im Einzelhandel oder in der Pflege arbeiten ja größtenteils Frauen und Frauen werden nun mal früher oder später schwanger.


    Solltest du vielleicht beim nächsten Mal erst denken, dann schreiben. Wer biologische Determinismen postuliert sollte davon ausgehen beim Wort genommen und daran gewogen zu werden.

    Gerade im Einzelhandel oder in der Pflege arbeiten ja größtenteils Frauen und Frauen werden nun mal früher oder später schwanger.

    Äh, nein, wie kommst du darauf, dass Kinder zu bekommen ein Determinismus wäre, dem jede Frau qua Geschlecht unterliegen müsste? Wir können im Regelfall zwar schwanger werden in einem bestimmten Zeitfenster, werden es aber sicherlich nicht allesamt "früher oder später". Ich bin fast 40, keine Kinder vorhanden, keine in Sicht, keine geplant und *Trommelwirbel* ich bin eine Frau im gebärfähigen Alter. Muss an der mangelnden Beschäftigung in Einzelhandel oder Pflege liegen, dass ich hier ausschere, n´est-ce pas!?

    Spoiler anzeigen

    Ironie

    Die Angst, dass neu eingestellte Frauen schwanger werden ist vollkommen frauenfeindlich, überholt und überzogen. Vor allen Dingen habe ich schon ein Kind und selbst wenn ich keins hätte. Warum geht man davon aus, dass jede Frau nur weil sie Frau ist ein Kind ansetzen will?

    Danke!


    Was du schilderst ist leider trauriger Alltag vieler Frauen in Deutschland. Nicht zuletzt auch, weil oft vermutet wird, dass beim kleinsten Problem des Nachwuchses "natürlich" die Mutter zuständig wäre und in der Folge beruflich nicht mehr zur Verfügung stehe.

    Ängste füttert man mittels Weglaufen. Sich innerlich den Ursachen zu stellen, zu schauen, warum dieser LB einen so stark anzutriggern vermag, was die Geschichte hinter der Geschichte ist und gestärkt erstmal schauen, ob der große böse Wolf vielleicht doch nur ein etwas ruppiger Hund ist ein gesunder Weg, denn nicht immer kann man "mal eben" die Schule/das Seminar wechseln, wenn es schwierig wird, egal ob im Ref oder danach. (Wenn das tatsächlich ein notwendiger Schritt wäre, kann die TE ihn letztlich immer noch versuchen zu gehen. )

    Danke CDL.
    Ich bin positiv überrascht, denn ich hatte mit 5 Jahren gerechnet. Konntest du dir einiges anrechnen lassen und hast du Berufsschullehramt studiert?
    (...)

    Ja, ich habe in allen drei Fächern die Fachwissenschaften vollständig anerkannt bekommen und lediglich noch Pädagogik, Psychologie, Fachdidaktik und die Schulpraktika nachholen müssen. Aus Interesse habe ich dennoch noch weitere Kurse belegt, aber mit so einem abgespreckten Programm geht es natürlich deutlich schneller. Kommt aber eben darauf an, was man sich aus einem Vorstudium anrechnen lassen kann. Rechne erstmal mit 5 Jahren sicherheitshalber, auch wenn du dir in Plfege einiges anerkennen lassen kannst. Wenn es dann schneller geht umso besser und wenn nicht ist es kein Weltuntergang.

    (...)
    Lebenserfahrung ist im Schulbereich sicherlich kein Nachteil. Im Referendariat sollte man sich als reifere Persönlichkeit tendenziell etwas zurückhalten, da will man dich als unbeschriebenes Blatt ungestört beschreiben (von wegen "Lehrerpersönlichkeit"...), aber ansonsten wirst du davon sicherlich nur profitieren.(...)

    Das muss ja zum Glück nicht gernell so sein. Also liebe TE: Mach erstmal in Ruhe dein Studium und schau dir dann an, wie später deine Schule und Ausbilder ticken, ohne dir Bange machen zu lassen. Niemand erwartet ernsthaft von einem Menschen von fast 40 Jahren ein "unbeschriebenes Blatt" zu sein (wäre auch absurd). Offenheit für die Beratung kann man auch als Buch mit einigen abgeschlossenen und noch vielen offenen Kapiteln mitbringen.

    Klingt gut. Die Formulierung hab ich mir vor meinem Amtsarzt-Besuch von Schwerbehindertenvertretung und PR geben lassen, um auf der sicheren Seite zu sein, was in den Attesten stehen muss, um hilfreich zu sein. Ist zwar BW, aber diese Dinge unterscheiden sich ja nicht.

    Alles Gute!

    EDIT: Mit dem Satz reüssiere ich regelrecht *g*. Weiß gar nicht, wie oft ich den schon geschrieben oder Leuten erzählt habe seitdem ich den aus den Beratungen migenommen habe.

    EDIT 2: Sollte ich vielleicht als Signatur übernehmen "Was ich dem Amtsarzt immer schon sagen wollte..." :lach: (Entschuldigung, soviel Spaß musste gerade sein.)

    Ich bin da nicht wirklich repräsentativ, weil ich zwischendurch schwerstkrank war und mehrere Jahre nicht arbeitsfähig in der Folge. Zusammengerechnet betrug die tatsächliche TZ-Studienzeit dann aber dank Anrechnungen lediglich 3,5 Jahre inklusive Examensphase. Ohne Wiedereingliederungsphase wären es nur 2,5 Jahre gewesen.

    Durch meine Nebentätigkeit hatte ich ziemlich punktgenau genug zum Leben, nicht mehr, nicht weniger. Hängt aber ja ganz stark von der Art der Nebentätigkeit und der Bezahlung ab. Da hätte ich deutlich mehr verdienen können an anderer Stelle, wollte aber gerne genau die Arbeit machen, die ich gemacht habe, da diese mir persönlich wichtig war. Rechne dir durch, was du und ihr brauchst, prüf, ob du das mit einer Pflegetätigkeit erreichen kannst und ob du dort auch zeitlich flexibel genug bist bzw. der AG sich auf bestimmte Zeitregelungen einlässt, die im Hinblick auf das Studium unerlässlich sind. Ich hatte so immer semesterweise 2 fest Tage komplett frei, um ganztägig Kurse legen zu können und an den anderen Tagen dann halbtags gearbeitet, so dass ich z.B. auch noch in der Bibliothek arbeiten konnte.
    Prüf auch sehr gut dein Unterstützungssystem für die Kinderbetreuung (wer kann sich abgesehen von dir zuverlässig ums Kind kümmern, wenn es krank ist und du grad in eienr Prüfungsphase steckst etc.).

    Ist das Berufsschullehramt?

    Ich müsste wohl trotzdem noch ein Fach nachstudieren. Da würde ich dann Deutsch oder Englisch nehmen, denn in Mathe war ich nie sonderlich gut. Was meint ihr?

    Schau dir doch einfach mal die Bedarfsprognosen für dein BL für die diversen Schularten an und gleich die Bedarfsfächer mit deinen Kompetenzen- die keiner hier kennt und beurteilen kann- ab und prüf dann an einer Hochschule deiner Wahl, welche zulässigen Fächerkombinationen es im Lehramt deiner Wahl gibt. Vielleicht ist Deutsch oder Englisch sinnvoll, vielleicht nicht, vielleicht gibt es andere zulässige Fachkombinationen, die dir mehr liegen würden, etc.

    Ich hab mein Zweitstudium auch in TZ absolviert und zusätzlich gearbeitet. Ist natürlich anstrengend und organisatorisch immer wieder eine Herausforderung (bei dir mit Kind noch mehr), klappt aber ansonsten gut und habe ich als sehr befriedigend empfunden. Man hat dank der Studienerfahrung ja im Regelfall auch den Vorteil gegenüber vielen Kommilitonen, dass man einen klaren Plan hat, weiß, wie bestimmte universitäte Abläufe funktionieren und wie man bestimmte Aufgaben effizient lösen kann.

    Ausbildung ohne Mentor- klingt für mich nach schwierigen Bedingungen, auch wenn ich natürlich nicht weiß, ob das in NDS unter Umständen so üblich ist. Gibt es Lehrbeauftragte des Seminars, zu denen du einen guten Draht hast und mit denen du sprechen könntest?

    Wenn dein LB dich zur Hospitation quasi einbestellt hast du vermutlich keine Wahl, kommt aber aufs Ausbildungssystem an. Ist das bei euch üblich, dass ihr dafür einzeln anrückt? In BaWü haben wir dafür kursweise Fachdidaktiktage bei unseren Lehrbeauftragten und sind dann natürlich nicht nur für eine Stunde an deren Schule, sondern den ganzen Tag über, weil die Hospitationsstunde eingebettet ist in die ganztägige Lehrveranstaltung. Nur für eine Stunde einzeln anzufahren klingt wenig effizient ehrlich gesagt und auch reichlich kostenintensiv. Schließlich kommt da offensichtlich einiges an Fahrtstrecke für dich zusammen und damit Reisekosten die du abrechnen kannst. Gibt es die Option die Hospitation zumindest nicht auf einen Tag zu legen, an dem du zusätzlich noch an die Schule und ans Seminar fahren musst? Habt ihr fitte Seminarsprecher, mit denen du über die Ausbildungssituation sprechen kannst, damit diese sich für Veränderungen ohne Nennung von Namen einsetzen können? Hilft sicher höchstens dem nächsten Kurs, aber wenn keiner sich dafür stark macht ändert sich ja nunmal auch nichts.

    Konstruktive Kritik ist dein Anrecht im Ref. Wenn du diese nicht erhältst fordere sie höflich, freundlich, aber bestimmt ein mit Hinweis darauf, dass du verstehen möchtest an welchen Stellen dir z.B.eine Situation entglitten ist, ob du sie so und so hättest lösen können, etc. Verdammt unglücklich, dass es keinen Mentor an der Schule gibt, mit dem du sowas regelmäßig besprechen kannst, aber dann steht der LB eben in der Pflicht.

    Und nochmal: Versuch für dich selbst zu verstehen, warum die Situation mit dem Mentor dir so verdammt tief unter die Haut geht und du dich grad gar nicht mehr abgrenzen kannst. Wenn du das verstehst, dich verstehst, kann das mit der Abgrenzung und damit dem Selbstschutz auch wieder besser funktionieren.

    Der Amtsarzt ist ARZT. Bring den Befund mit, den kann er schon selbst beurteilen.

    Klingt in der Theorie gut, würde ich in der Praxis von abraten wenn eine Diagnose im Raum steht, die man so oder so bewerten kann je nach Sachlage. Zum Einen hat der Amtsarzt nicht unbedingt die passende Facharztausbildung, um jedes Detail so einzuordnen wie ein Facharzt das machen würde, zum Anderen überlässt man damit die Beurteilung komplett dem Amtsarzt. Ein fachärztliches Attest aus dem hervorgeht, dass mit einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit nicht zu rechnen ist stellt eine Hürde da, über die ein Amtsarzt nicht einfach hinwegkann und erhöht die Gelassenheit der TE bei der Untersuchung sicherlich als Dreingabe.


    Hallo zusammen,

    inzwischen habe ich meine OP gut überstanden und auch die Sicherheit, dass der Knoten gutartig war.
    Ich habe den Arzt um eine schriftliche Bestätigung für den Amtsarzt gebeten, dass wegen des Knotens bzw. der OP nicht mit einem erhöhten Risiko für eine vorzeitige Dienstunfähigkeit zu rechnen ist. Er meinte, dass er das auf jeden Fall bestätigen kann, bittet mich aber, den Text selber vorzuformulieren (vielbeschäftigter Chefarzt ). Wie schreibt man sowas denn am besten, habt ihr Tipps?

    Danke!

    Glückwunsch zur überstandenen OP und vor allem dem erfreulichen Befund.

    Der Arzt soll die saubere Diagnose nennen, die OP und den Befund der Pathologie (oder du formulierst das mit Hilfe des Entlassberichts selbst vor). Und dann einfach ergänzen, dass keine gesundheitliche Einschränkung für den Zielberuf besteht und mit einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit als Folge von Diagnose X/Behandlung Y nicht zu rechnen ist. Das sind nur ein paar Sätzchen, mehr braucht es nicht meiner Erfahrung nach.

    (...)Eben jene delegierte Person hat auf mich im Kennenlerngespräch schon einen recht unsympathischen Eindruck gemacht (vermutlich war das beidseitig) - und dann kam der Unterrichtsbesuch, in dem die Person zwar überwiegend sachlich korrekte Kritik anbrachte, aber dies in einem Tonfall, als säße an meiner Stelle ein Grundschulkind (und nichtmal einem solchen Gegenüber verhält man sich so): Aufstehend, von oben auf mich herabmeckernd und schimpfend; es gab auch keine für mich tatsächlich verwertbaren Verbesserungstipps.
    Erstaunlich: Die Fachleitung saß beinahe schon apathisch daneben und traf keine Aussagen.
    Das traf meine innersten Nerven, da ich leider vorher keine harte, äußere Schale entwickeln konnte. Inzwischen befinde ich mich aufgrund der Situation in einem seelischen Tief und nehme täglich beruhigende Mittelchen zu mir
    Möglichkeiten: Mit der Person sprechen? Sicher! Aber allein der Gedanke daran erzeugt Panikattacken und löst Heulkrämpfe aus. Diese Möglichkeit ist so also erstmal nicht gegeben.
    Heute tauchte die Person wegen eines anderen Ref. an meiner Schule auf. Gestern wurde ich vorgewarnt. Folgen: Kopfschmerzen, Schwindel, Bluthochdruck. Heute sogar so schlimm, dass ich alles abbrechen und krank nach Hause fahren musste. :(
    Ich hoffe, ihr könnt mir einen Rat geben und bin für jede Hilfe wirklich dankbar.

    1. Durchatmen, dir deine Stärken bewusst machen, bewusst machen, dass diese Beratungmomente im Ref für alle Referendare enorm anstrengend sind (selbst bei sehr guten UBs hatten die LBs bei mir immer unglaublich viel anzumerken, der Fokus verschiebt sich dann einfach auf andere Details).

    2. Die sachlich korrekte Kritik annehmen und zwar erstmal egal, wie sie geäußert wurde. Das ist der einzige Weg dich zu entwickeln, dazuzulernen, am Ende zu bestehen. Verbesserungstipps die gegeben wurden ernstnehmen, mit deinen Mentoren an der Schule selbst besprechen und dann je nach Art des Hinweises umsetzen, auch wenn du meinst es bringe dich nicht weiter. Man lernt überraschend viel dadurch, dass man offen dafür ist derart neue Wege auszuprobieren, die auf den ersten Blick nicht zielführend wirkten. Nicht immer, aber oft wissen LBs/Mentoren, was sie ihren Refs raten und wollen einen mit ihren Verbesserungshinweisen- ganz unabhängig von Sympathie oder Antipathie- gut beraten und voran bringen.

    3. Dir bewusst machen, dass manche Ausbilder nicht daran gewöhnt sind gleichaltrige Refs vor sich sitzen zu haben und nicht jeder souverän damit umgehen kann. Habe diesbezüglich selbst ein Thema mit einem meiner Mentoren. Die Zeit ist endlich, du schaffst das!

    4. Sympathie ist etwas wirklich Schönes in der Ausbildung, aber keine Voraussetzung für eine funktionale Beratung im Ref, von der man als Referendar enorm profitieren kann. Sympathie oder zumindest Respekt kann man sich auch erarbeiten, indem man den LBs zeigt, dass man den Job machen will, sich reinhängt, Verbesserungshinweise umsetzt und sich entsprechend entwickelt zwischen den UBs.

    5. Wenn dieser bestimmte LB deine "innersten Nerven" trifft und dich dermaßen antriggert ist dein erster Ansprechpartner du selbst. Warum macht das soviel mit dir? Ist es die Machtposition des Ausbilders über dich? Warum löst der Gedanke mit der Person als Erwachsene die du bist zu sprechen bzw,sie zu treffen derartige Angstreaktionen in dir aus? (Das sind keine Fragen, zum Beantworten hier im Forum, nur für dich selbst.) Versuch dich selbst besser zu verstehen, warum du in dieser Situation, bei diesem Menschen und dieser Art von Kritik (die ja offenbar nicht inhaltlich unsachlich war, nur vom Tonfall her von dir als "von oben herab" empfunden wurde) so stark angetriggert wirst. Dich selbst besser zu verstehen hilft dir, dich besser zu schützen. Beruhigungsmittel zu benötigen und mit derart starken psychosomatischen Symptomen zu reagieren macht eine Vorbelastung zumindest wahrscheinlich (ob es diese wirklich gibt, weißt nur du selbst).

    6. Such zunächst das Gespräch mit deinem Mentor (ich nehme an, das ist die Fachleitung, die mit drin saß). Sprich an, dass du dir nicht sicher bist, wie du die Verbesserungshinweise tatsächlich zielführend verwerten kannst (aber zeig deine Bereitschaft eben das zu tun). Sprich an, dass nicht der Inhalt, aber der Gesprächston der Beratung sehr hart für dich klang, wie der Mentor das wahrgenommen habe. Mit anderen Worten gleich deine Wahrnehmung mit der Wahrnehmung einer weiteren anwesenden Person ab. Gerade nachdem du so sensibel reagierst wäre es möglich, dass von außen betrachtet der Tonfall des LBs klar, deutlich und hart, aber angemessen war. Diese Beratungssituationen sind wirklich sensible Momente, weil es um etwas geht (gerade im 1.Halbjahr, wenn die Versetzungsentscheidung getroffen wird). Dazu ist ein sehr begrenztes Zeitfenster, dass die LBs maximal nutzen wollen für die Beratung, so dass diese Beratung oft etwas schroff wirkt.

    7. Falls sich durch das Gespräch mit dem Mentor (Fachleiter) ergibt, dass der Tonfall der Beratung grenzwertig war, überleg dir, mit welchem Ziel du das Gespräch mit dem LB suchst, was du wie vorbringen möchtest. Ich hatte selbst so ein Gespräch mit einem meiner LBs im ersten Halbjahr. Das war wirklich hart, aber hat etwas gebracht. Die Person hat sich am Ende entschuldigt und es hat sich deutlich etwas geändert im Umgang in der Folge.

    8. Überleg dir, was du an Ressourcen hast, um dich innerlich zu stärken und was du machen kannst, um deinen Ängsten nicht soviel Raum und soviel Macht über dich zu geben. Autogenes Training/Meditation können da helfen oder eine mentale Übung wie den "Sicheren Ort" um einen besonders ängstlichen Selbstanteil vor einer beruflichen Herausforderung bewusst in Sicherheit zu bringen und damit aus dem Gespräch herauszuhalten (das erfordert Übung, "das innere Team" nach Schultz von Thun kann dafür ein erster Anhaltspunkt sein).

    (...) das, was typischerweise unter PTBS zusammengefasst wird, ist meist der Zustand, der durch ein Ereignis, wie eine Naturkatastrophe oder ein Krieg ausgelöst wird. (...)

    Das stimmt eigentlich zumindest für die BRD nicht ganz. Klammert man mal Flüchtlinge aus, sind die "typischen" PTBS-Opfer hier in Deutschland heutzutage Menschen die Opfer gewaltsamer Übergriffe (z.B. wiederholte physische Gewaltanwendung, sexuelle Übergriffe) wurden, sowie Unfallopfer/Unfallzeugen/Ersthelfer. Dabei werden allgemein bei Traumata verschiedene Arten der PTBS unterschieden, die sich sowohl der Natur/Häufigkeit ihres auslösenden Ereignisses nach unterscheiden, als auch in der Folge unterschiedliche Heilprognosen haben. Grob gibt es Traumata infolge von Einmalereignissen (v.a. Unfälle, Naturkatastrophen, einmalige Übergriffe), Traumata infolge von Mehrfachereignissen (z.B. wiederholte Schläge oder sexueller Missbrauch, Kriegserfahrungen) und schließlich Mehrfachtraumatisierungen bei denen wenigstens zwei traumatisierende Erfahrungen zu verschiedenen Lebenszeitpunkten erfolgen. Wenigstens eines der Ereignisse findet typischerweise bereits in der Kindheit statt. Typ I hat eine gute Heilprognose, Typ II bei entsprechender Behandlung und Veränderung äußerer Lebensumstände eine ordentliche Heilprognose. Typ III-Betroffene haben als oft schwerst mehrfach Traumatisierte die am stärksten begrenzte Heilprognose.

    Ein Fallbeispiel aus der Fachliteratur zu nehmen, ist glaube ich eine gute Idee für das Referat. Das ist dann ausreichend anonymisiert und fachlich aufbereitet.

    - die 50% waren übrigens grob geschätzt, sollte insgesamt aber hinkommen. Was ich immerhin sagen kann: genau 0% meiner SuS sind psychisch gesund ... :D

    An der Stelle ist es ein Glück zu wissen, dass du in der Krankenhausbeschulung bist, sonst wäre das wirklich beunruhigend zu lesen.

    Je nach Art der tatsächlichen Fragestellung kann ein Fallbeispiel aus der Literatur die beste Wahl sein oder eben auch (ergänzend) direkte Erfahrungswerte von Lehrkräften. Im Seminar haben wir uns auch damit beschäftigt, da ging es z.B. um Ansprechpartner, unterrichtlichen Umgang mit schwerst traumatisierten SuS ohne ausreichende Sprachkenntnisse die neu in die Klasse kommen etc. Da im Seminar Vertraulichkeit herrscht konnten wir dort aber natürlich auch ganz anders über Fälle sprechen und uns gegenseitig beraten bei Problemen im unterrichtlichen Umgang (soweit es diese überhaupt gab- in vielen Fällen gilt es vor allem darum sensibel für die Überanpassung Betroffener zu sein und diese als Bewältigungsstrategie zu erkennen, um ggf.Grenzen sehen zu können dieser Strategie). Was man machen kann ist letztlich äußerst begrenzt, weil man kein Arzt oder Therapeut ist (meiner persönlichen Erfarung nach die wichtigste Grenze, die man für Betroffene, wie auch sich selbst immer im Bewusstsein haben muss).

    Einen guten Einstieg in die Thematik liefert diese Broschüre des Landes BW. Ist meines Wissens nur noch digital erhältlich.

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