befürchte ich, dass das Distanzlernen nicht besser laufen wird als im Frühjahr: extrem viel Aufwand für mich bei zu geringem Erfolg auf Schülerseite.
Genau das macht mir auch Sorgen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum das sog. "Distanzlernen", "Fernunterricht" oder "Hybridunterricht" als die Lösung schlechthin in der Pandemie gesehen wird; zumindest macht es in den Medien den Anschein, als würden die meisten das so sehen und viele Eltern sich das auch wünschen. Ich wünsche es mir explizit nicht (sehe aber in der Situation natürlich auch irgendwo die Notwendigkeit), aber frage mich immer, was da noch alles mit dranhängt. Lücken, die entstanden sind (es gibt ja auch ohne Pandemie bei vielen SuS Lücken), werden dann noch größer, am Ende sollen wir wieder großzügiger Noten vergeben und großzügig möglichst alle das Schuljahr bestehen lassen. Heißt es dann in 2,3,4,5, Jahren auch, wir sollen wegen Corona alle großzügig das Abitur bestehen lassen, welches sowieso in den letzten Jahren wegen der Noteninflation immer mehr entwertet wurde?
Klar, die Gesundheit ist wichtiger, aber die Folgen dieser Einschränkungen in den Schulen muss man sich auch vor Augen führen. Meines Erachtens sollte man jetzt, wo alle Erfahrungen haben mit dem "Distanzlernen" dieses dann auch in voller Konsequenz durchziehen, mit Noten und Leistungserhebungen wie üblich - nur dann stellt sich wieder das Problem, dass nicht alle die gleiche digitale Ausstattung haben zu Hause und sozial Schwächere wieder benachteiligt werden. Dieses ganze riesengroße Dilemma liegt mir schwer im Magen.
Und dann denke ich wieder daran, wie viele meiner Schüler sich trotz geteilter Klassen privat mit welchen aus der anderen Gruppe getroffen haben, den Abstand häufig nicht eingehalten haben, wenn man sie nicht ständig beaufsichtigt hat usw. ... und ich frage mich, ob es das wirklich wert ist!?