Beiträge von Lehrerin2007

    Gibt es eigentlich verlässliche Quellen oder Zahlen dazu, ob Lehrer sich seit dem "Regelbetrieb" häufiger anstecken als die "Normalbevölkerung" (nicht, dass Lehrer nicht auch normale Menschen wären, aber... ;))?

    Bei uns gab es bisher einen Fall im Kollegium, aber ohne dass es einen Fall in der Schule gab, also wahrscheinlich angesteckt durch das eigene Kind bzw. im Privatbereich.

    Ich bin auch eher ein Dauer-Lüfter. Ich empfehle da, mal ein Thermometer mitzunehmen. Ich habe das mal eine Woche lang gemacht und kam nie unter 18,5 Grad. Die Luft war immer schön frisch und die Klassen fast durchgängig komplett da. Ich glaube, dass die trockene Heizungsluft kranker macht. Und von 18,5 Grad wird man nicht krank.

    Wenn die SuS meckerten, hab ich ihnen das Thermometer gezeigt und dann war sofort Ruhe.

    Und solange die noch Jeans tragen, die unten einen Teil des Beins frei lassen (7/8-Hosen) und dünne Schlabber-Pullis, ist es wohl noch nicht kalt genug.

    Ganz gleich, welche Jahrgangsstufe - die SuS fühlen sich ruckzuck wie in den Ferien, nehmen die eine Woche, die sie wieder da sind, nicht ernst, und in the long run gehen sie dir gründlicher verloren als in dem 14-Tages-Modell.

    Das habe ich irgendwie anders empfunden. Mein Kind (1. Klasse, jetzt also 2.) fand dieses tägliche Hin- und Her belastend und verwirrend. Es wusste morgens nie, ob nun heute Schule ist oder nicht. Auch Kind 2 fände einen wöchentlichen Wechsel besser, allerdings haben wir den echten Vergleich erst, wenn wir beides erlebt haben... (Kommt ja dann wohl bald...).

    Zumal, wenn ich es richtig verstanden habe, es ja jetzt so sein soll, dass man nicht 1 Woche/1 Tag Unterricht mit Gruppe A und dann nächste Woche / am nächsten Tag das gleiche mit Gruppe B macht, sondern durchgehend weiter macht mit dem Stoff (zumindest bei uns am Gym.), also das, was Gruppe A im Präsenzunterricht macht, macht Gruppe B zu Hause, Gruppe A macht dann zu Hause weiter und Gruppe B im Präsenzunterricht, quasi ohne Doppelung für die Lehrkraft. (Oder hab ich das falsch in Erinnerung?)

    Also an den Schulen meiner Kinder geht es Montag normal weiter. Bei mir auch...

    Notbetreuung ist vielerorts nicht vorgesehen, auch nicht an meiner Schule, da wir ja den normalen Stundenplan weiter unterrichten und gar keine Kapazitäten haben für eine Notbetreuung. Der Hort meines 2. jüngeren Kindes aber würde eine Notbetreuung machen (allerdings sicher auch recht eingeschränkt, aber besser als nichts).

    Bemerkt Ihr mehr Besorgnis bei KuK/ SuS/ Eltern angesichts der steigenden Zahlen? Bleiben mehr SuS dem Unterricht fern?

    Was würdet Ihr/ KuK/ SuS/ Eltern sich wünschen, wie es an den Schulen weitergeht?

    Sehr unterschiedlich. Die SuS kommen mir völlig sorglos vor, ehrlich gesagt. Sie halten sich nicht an alle Regeln, hocken eng zusammen, tauschen Stifte etc., beim Lüften wird gemosert, obwohl es letzte Woche warm hier war und sie saßen bei 21 Grad (!) Raumtemperatur mit ihren Winterjacken da... Was soll man dazu noch sagen?

    Bei den KuK auch so und so. Insgesamt beobachte ich aber häufigeres Händewaschen und Benutzung von Desinfektionsmittel als z.B. im Sommer, nur beim Lüften, finde ich, sind sie nachlässig. Wir haben ein paar Lüftungsfanatiker an der Schule, die sich schon Ärger mit den Eltern eingefangen haben und ein paar, denen es eben "zu kalt" ist (die dann aber in Bluse oder Shirt rumlaufen - kann ich nicht so ganz nachvollziehen). Die Stimmung an der Schule bzgl. "Hybridunterricht" (fürchterliches Wort, finde ich) ist sehr negativ. Die meisten bei uns würden lieber weiterhin ganze Klassen unterrichten, weil sie denken, dass es wenig Unterschied macht.

    Die Eltern wirken besorgter, wenn es z.B. Gerüchte über einen möglichen Coronafall gibt (egal, ob das dann wahr ist oder nicht). Von vielen höre ich: Hoffentlich keine Klassenteilung, in der Presse lese ich ständig, Eltern wollen die Klassenteilung. Ich bin da sehr ambivalent. Es bedeutet sehr viel mehr Aufwand/Arbeit für uns KuK, und das, wo ich im Mai-Juli beobachten konnte, dass die SuS, die nicht in einer Gruppe waren, sich dann trotzdem am Nachmittag getroffen haben (haben sie mir z.T. sogar erzählt), dass ich mich schon frage, ob das wirklich was bringen soll bzw. ob es den Mehraufwand wert ist.

    An den Schulen meiner Kinder (Grundschule + Gymnasium) war noch nichts in 7 Wochen Schule, kein Coronafall, keine Quarantäne, wenig Fehlzeiten überhaupt wegen Krankheit. Aber ich höre natürlich auch anderes von anderen Schulen. Wie gesagt, bin hin und hergerissen.

    (Inzidenz ist hier knapp 90).

    Hier auch (sind wir Nachbarn...?).

    Das ist mir auch klar, mir ging es zunächst einmal darum, dass die Ausstattung schon alleine etwas verändert. Das im Rahmen der Digitalisierung mehr passieren muss und die Medien auch vernünftig eingesetzt werden müssen ist klar. Aber an meinem Arbeitsort gibt es nicht mal einen vernünftig funktionierenden Computerraum, den man mit einer Kasse nutzen kann, da braucht man sich über die "Digitalsierung" überhaupt keine Gedanken machen.

    Da stimme ich völlig zu.

    Söder hat für Bayern wohl angekündigt, dass Lehrer, die jetzt schon digital unterrichten eine Prämie bekommen sollen...

    Interessant. Mach ich aktuell schon. Wobei ich nicht weiß, was er hier mit digital unterrichten meint. Ich stelle den Stoff auf Mebis ein, erstelle Übersichten und Lösungsseiten für die HA und erkläre schriftlich so gut es geht, da ich parallel ja in der Schule unterrichte. (Die betr. Klasse ist in Quarantäne). Kostet mich bei einem 3-stündigen Fach gleich mal 2 h / Woche mehr Vorbereitung...

    Schnell mal auf Nachfrage ein Bild an die Wand bzw. Smartboard werfen können oder eine passende Karte heraussuchen oder einfach mal das Tafelbild von letzter Woche wieder hervorholen.

    Ich dachte, genau das (bzw. das allein) ist nicht gemeint mit "Digitalisierung", dass die Bilder, Lösungen etc. statt auf dem OH-Projektor nun per Beamer projiziert werden? (Das ist aber natürlich sehr praktisch.)

    Weiß jemand, ob man durch eine neue "Gesundheitsprüfung" den Risikozuschlag irgendwann neu verhandeln kann?

    Ja, kann man. Ich habe mal etwas zu meiner Versicherung hinzubuchen wollen musste nochmal best. Gesundheitsfragen beantworten. Daraufhin habe ich und der Mitarbeiter der Versicherung gleich beantragt, ob man den Risikozuschlag nicht weglassen kann, das das Thema seit Versicherungsbeginn nicht mehr auf den Tisch kam und ich deshalb nie wieder behandelt wurde. Er sagte, es habe geringe Aussichten auf Erfolg, aber dann kam ein langer Brief zurück von der Versicherung, wozu Risikozuschläge da sind usw. - und am Ende der 2. oder 3. Seite stand dann plötzlich, dass meiner ab sofort wegfällt. Also der Versuch hat sich gelohnt.

    Mich hat es jetzt mit ca. 14% Erhöhung erwischt (inkl. Kinder). Ganz schön ordentlich... :(

    Weiß man überhaupt sicher, wer sich aus der Klasse ansteckt? Wenn wir nach wie vor davon ausgehen, dass Kinder eher symptomlos erkranken, werden sie folglich auch nicht getestet

    In dem Fall an unserer Schule wurden alle getestet, die in Quarantäne waren, also alle, die mit der infizierten Person Kontakt hatten. Kein weiterer war positiv.

    Bei uns werden alle Kontaktpersonen 1. Grades getestet, nur die 2. Grades nur bei Symptomen. Sprich die komplette Klasse muss zum Test beim Gesundheitsamt antanzen.

    Genau wie hier.

    Dass sich kaum Lehrer angesteckt haben bisher, erkläre ich mir eher damit, dass man ja quasi nur noch am offenen Fenster steht und durchgängig Maske trägt.

    Ich mach das so. :eisig: Gelingt mir mit Zwiebelprinzip und Halstuch aber gut, muss ich sagen. Es gibt auch eine ganze Reihe anderer KuK, die das so machen.

    Was mir heute durch den Kopf ging: Sagt mal, wenn sich das Virus hauptsächlich oder sehr häufig über Aerosole verbreitet, müssten sich dann nicht viele oder zumindest mehrere anstecken im Klassenzimmer, wenn einer ansteckend ist? Von allem, was ich bisher gehört habe, war immer der Eindruck, dass es einen Infizierten in der Klasse gab, die Klasse in Quarantäne ging und sich entweder keiner oder nur 1-2 weitere angesteckt hatten. Oder ist das nur mein Eindruck?

    Oder ist es allein dem vielen Lüften geschuldet, dass die Masseninfektionen ausbleiben?

    Danke für eure Einschätzung.

    Bevor ich alles hinschmeiße würde ich auch erstmal an den Stellschrauben drehen, wo ich "rankomme". Also, was Samu schon sagte, z.B. an den eigenen Ansprüche arbeiten. Wie lange planst du z.B. Unterricht für die Oberstufe? Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass mich Oberstufe viel mehr Energie, Zeit und Planung kostet und fand es die ersten Jahre auch sehr belastend. Wir haben nicht wenige Kollegen an meiner Schule, die deshalb nie oder selten Oberstufe machen. Ich habe zwei Korrekturfächer und brauche auch lange, aber zumindest hier ist es so, dass ich 1 Klausur pro Halbjahr schreibe und ich plane mir dann andere Termine so drumherum, dass ich mich darauf einstellen kann (ich brauch so ca. 22 h pro Klausur/Kurs von ca. 20). (Nächstes Mal wird es bei mir kurz vor Weihnachten sein, also habe ich noch die Ferien dazu.). Da kann ich auch nicht schneller werden. Aber: Ich habe gerade in der Oberstufe viel mehr an die SuS "delegiert", also meine Lehrervorträge tlw. stark zurückgenommen und durch Referate, Zusammenfassungen, Diskussionen, Ausarbeitung von Texten seitens der SuS usw. und die Unterrichtsmethoden so abgeändert, dass ich immer wieder eine Art "Ruhephase" habe im Unterricht, wo ich mich mal 10-15 min. zurücknehmen kann. Das war für mich am Anfang nicht so offensichtlich, dass man das so machen kann, ich musste das erst lernen. Außerdem schrecke ich nicht mehr davor zurück, Unterrichtsplanungen 1:1 aus den Kursen davor zu übernehmen. Nicht immer, aber gerade wenn ich wenig Zeit habe. Manches überarbeite ich, passe es an, wenn ich gerade etwas Zeit habe, befasse ich mich auch mit neuen Lektüren/Artikeln/Quellen usw., aber eben nur dann. Wen interessiert es, ob ich die gleichen short stories nehme wie im Kurs davor oder andere? Der Vorteil ist ja, dass ich die so gut kenne, dass ich dann möglicherweise noch besser vorbereitet bin als wenn ich mich in eine neue einarbeite? Und wenn sie mir zum Hals raushängen, nehm ich eben doch mal eine neue mit rein... Und meine zusätzlichen Arbeitsblätter, Handouts, vorbereitete Diskussionen/Debates, Quizzes und was auch immer ich vor Jahren mal vorbereitet habe, sind auf Dauer angelegt, die kann ich auch immer wieder einbauen. Also für mich kann ich zum Thema Oberstufe sagen: Je länger bzw. je mehr Erfahrung, desto weniger droht die Überforderung. Das kann bei dir durchaus auch kommen, aber es dauert halt ein paar Jahre.

    Versuche herauszufinden, was genau dich überfordert (bzw. zu überfordern droht) - dein Anspruch an deinen Unterricht, die Korrekturen (nur die?), der Unterricht selbst (fachlich)...? Schreib es auf, am Ende von jedem Tag, der besonders stressig war und überlege dann, ob du was ändern kannst, was du ändern kannst oder ob das Ende der Fahnenstange tatsächlich schon erreicht ist. Dann kannst du immer nochmal überlegen, ob du den Job wechseln willst.

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