Bevor ich alles hinschmeiße würde ich auch erstmal an den Stellschrauben drehen, wo ich "rankomme". Also, was Samu schon sagte, z.B. an den eigenen Ansprüche arbeiten. Wie lange planst du z.B. Unterricht für die Oberstufe? Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass mich Oberstufe viel mehr Energie, Zeit und Planung kostet und fand es die ersten Jahre auch sehr belastend. Wir haben nicht wenige Kollegen an meiner Schule, die deshalb nie oder selten Oberstufe machen. Ich habe zwei Korrekturfächer und brauche auch lange, aber zumindest hier ist es so, dass ich 1 Klausur pro Halbjahr schreibe und ich plane mir dann andere Termine so drumherum, dass ich mich darauf einstellen kann (ich brauch so ca. 22 h pro Klausur/Kurs von ca. 20). (Nächstes Mal wird es bei mir kurz vor Weihnachten sein, also habe ich noch die Ferien dazu.). Da kann ich auch nicht schneller werden. Aber: Ich habe gerade in der Oberstufe viel mehr an die SuS "delegiert", also meine Lehrervorträge tlw. stark zurückgenommen und durch Referate, Zusammenfassungen, Diskussionen, Ausarbeitung von Texten seitens der SuS usw. und die Unterrichtsmethoden so abgeändert, dass ich immer wieder eine Art "Ruhephase" habe im Unterricht, wo ich mich mal 10-15 min. zurücknehmen kann. Das war für mich am Anfang nicht so offensichtlich, dass man das so machen kann, ich musste das erst lernen. Außerdem schrecke ich nicht mehr davor zurück, Unterrichtsplanungen 1:1 aus den Kursen davor zu übernehmen. Nicht immer, aber gerade wenn ich wenig Zeit habe. Manches überarbeite ich, passe es an, wenn ich gerade etwas Zeit habe, befasse ich mich auch mit neuen Lektüren/Artikeln/Quellen usw., aber eben nur dann. Wen interessiert es, ob ich die gleichen short stories nehme wie im Kurs davor oder andere? Der Vorteil ist ja, dass ich die so gut kenne, dass ich dann möglicherweise noch besser vorbereitet bin als wenn ich mich in eine neue einarbeite? Und wenn sie mir zum Hals raushängen, nehm ich eben doch mal eine neue mit rein... Und meine zusätzlichen Arbeitsblätter, Handouts, vorbereitete Diskussionen/Debates, Quizzes und was auch immer ich vor Jahren mal vorbereitet habe, sind auf Dauer angelegt, die kann ich auch immer wieder einbauen. Also für mich kann ich zum Thema Oberstufe sagen: Je länger bzw. je mehr Erfahrung, desto weniger droht die Überforderung. Das kann bei dir durchaus auch kommen, aber es dauert halt ein paar Jahre.
Versuche herauszufinden, was genau dich überfordert (bzw. zu überfordern droht) - dein Anspruch an deinen Unterricht, die Korrekturen (nur die?), der Unterricht selbst (fachlich)...? Schreib es auf, am Ende von jedem Tag, der besonders stressig war und überlege dann, ob du was ändern kannst, was du ändern kannst oder ob das Ende der Fahnenstange tatsächlich schon erreicht ist. Dann kannst du immer nochmal überlegen, ob du den Job wechseln willst.