Beiträge von Lehrerin2007

    Aber ein freitags will ich frei und an den restlichen Tagen ab 9 und keinen Nachmittagsunterricht geht zu weit.

    Wer "wünscht" sich denn sowas? Den freien Tage konnte man sich glaube ich noch nie aussuchen und Nachmittage hat man trotzdem, aber eben weniger. Ich hatte in TZ immer nur 2 Nachmittage (auch nicht immer gleich lang), in VZ tendenziell 3 Nachmittage (ggf. bis 17:15 Uhr). Ansonsten würde sich Teilzeit wegen Kindern ja nun wirklich nicht lohnen, da die Kitas oft eher zu machen. Bei uns haben auch VZler z.T. gute Stundenpläne und TZler, wenn sie Pech haben, auch mal einen schlechten (hatte auch einmal 16 Stunden an 5 Tagen).

    Bei uns sind die Stundenpläne und Vertretungspläne digital. Alles hängt sogar in der Schule aus bzw. wird an einem dig. Brett angezeigt. Die Sus können so selbst gucken, wann welche Lehrkraft wo Unterricht hat und wer wann bei wem Vertretung hat. Also: Sogar die SuS kennen so sämtliche Stundenpläne und ich wüsste auch nicht, warum nicht...? Dann können sie auch sehen, dass ich z.B. einen Tag pro Woche nicht im Haus bin und suchen mich nicht vergeblich, wenn sie ihre wiedergefundene, halb zerknüllte Klassenarbeit doch noch abgeben wollen...

    scheinbar besteht bei diesen jungen Geschöpfen eine regelrechte Lust am Verletzen, Demütigen und Zerstören.

    Ich habe zuletzt eine ziemlich problematische 6. Klasse gehabt, wo auch v. a. die Mädchen miteinander so umgegangen sind (auf Details möchte ich hier aber nicht eingehen), wo ich mir das immer gedacht habe.

    Ich finde es immer sehr einfach, zu sagen, man soll "mehr hinhören", die Lehrer müssen so etwas "ernster nehmen" und nicht "unter den Teppich kehren". Mobbing findet in aller Regel ja nicht im Unterricht statt, und was die in den Pausen irgendwo in einer Ecke oder nach der Schule auf dem Heimweg miteinander machen, wie soll man das mitbekommen? Ich habe als Klassenleitung immer erst etwas erfahren, wenn es eskaliert ist oder die Eltern sich an mich gewandt haben, wenn etwas bei einer der Schülerinnen zu Hause rauskam. Dann habe ich mich umgehend mit dem Klassenteam besprochen, mit der Schulleitung, die Schulpsychologin befragt usw. und es wurden verschiedene Aktionen ins Rollen gebracht. Auch eine Klassenfahrt nach Corona fand statt, die zur Verbesserung des Klassenklimas beitragen sollte. Mittlerweile bin ich nicht mehr Klassenleitung dieser Klasse und habe auch keinen Unterricht mehr dort, bekomme aber mit, dass es da immer noch ziemlich brodelt, erneut einige Maßnahmen stattfinden, und ein paar auch die Schule verlassen haben (wobei da wohl auch andere Gründe wie schwache Leistungen eine Rolle gespielt haben).

    Ich habe immer den Eindruck, dass an den meisten Schulen schon viel getan wird und das Bewusstsein auf jeden Fall da ist, aber gleichzeitig, dass man so wenig tun kann, wie man an dem von mir geschilderten Fall sieht, wenn die Situation einmal so festgefahren ist und sich eine Gruppe auf eine/n bestimmten Schüler/in eingeschossen hat. Auch haben die Eltern z.T. wenig mitgemacht, immer nur gefordert, die Schule soll... die Lehrer sollen... aber selbst waren sie nicht bereit, sich mit ihren Kindern diesbezüglich mal auseinanderzusetzen. Ich fühle mich da ingesamt immer recht hilflos, insbesondere da viel in den sozialen Netzwerken stattfindet, worauf man einfach wenig Einfluss hat. Da kann man Projekte zur Medienkompetenz machen, Polizeibeamte und Anwälte für Vorträge einladen (haben wir alles schon gehabt) - ich habe immer das Gefühl, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Ich selbst habe auch eine 13-jährige Tochter, die mit so etwas gar nichts am Hut hat. Sie sagt immer zu mir: Was bei dir an der Schule alles los ist - Wahnsinn! Sie hat ein Smartphone, mit dem sie mit ihren Freunden kommunizieren kann und auch ins www kann, aber ist noch nicht viel in sozialen Netzwerken unterwegs (von uns Eltern aus nicht erlaubt, aber es besteht auch wenig Interesse von ihr aus - zum Glück!) und ich finde das unheimlich beruhigend.

    In BY gibt es überhaupt keine Leistungskurse mehr, in der neuen Oberstufe (Wiedereinführung des G9) soll es ein "Vertiefungsfach" geben und weiterhin die P-/W-Seminare wie auch schon im G8.

    Wir haben seit ich dabei bin immer nur 1 Klausur pro Halbjahr in der Oberstufe geschrieben, die 50% neben den anderen "kleinen" Leistungsnachweisen gezählt hat. Das würde ja bedeuten, dass diese Klausur dann zukünftig nur noch 30% dazu zählt oder wir zwei Klausuren / Halbjahr schreiben müssen. Ich bin gespannt...

    Ich glaube bei dem Nachschreiben geht es um die Einheitlichkeit. Es ist bei uns auch leider so, dass viele SuS sehr gezielt fehlen (zunehmend...) und die KA deshalb grundsätzlich nachgeschrieben werden sollen. Ehrlich gesagt war es schon immer so, seit ich vor vielen Jahren da angefangen habe, deshalb hab ich da nicht weiter drüber nachgedacht. Nur eben diese angekündigten LN, die nicht nachgeschrieben werden müssen, kamen neu hinzu.

    Friesin: Für Geschichte kann ich natürlich nicht sprechen, da ich das Fach nicht habe und keine Erfahrungen darin. Ich spreche natürlich immer für meine Fächer und insbesondere die Vokabeln.

    Im Lauf der Zeit musste ich feststellen, dass Dinge erst dann richtig ernst genommen werden, wenn es darauf Noten gibt

    Ja, das meine ich ja.

    Ich schrieb aber auch, dass ich nicht "vor der Klasse" ausfrage, sondern immer alle an ihrem Platz mitschreiben und dadurch vorher auch genug Zeit hatten zum Überlegen. Eine Klasse wollte sogar mal, dass ich gar nicht vorher sage, wer dann vorlesen soll, dann "geben sie sich mehr Mühe". Das hab ich dann so gemacht und es hat wirklich gut geklappt.

    angesagte Vokabeltests sind ein rechtlich doch "Kurzarbeiten"? Von was hast du denn dann gesprochen?

    Nein. Ich meine angesagte kleine schriftliche Leistungsnachweise. Dafür haben wir einen best. Namen und haben darüber in der Lehrerkonferenz abgestimmt. Die heben sich eben von den Kurzarbeiten ab, die Stoff von über 10 Stunden beinhalten, weil sie deutlich weniger Stoff beinhalten und auch nicht nachgeschrieben werden. Sie sind quasi wie angesagte "Exen".

    Die Schüler müssen doch den Stoff in der Schulaufgabe können oder du könntest angesagte Vokabeltests schreiben. Das motiviert die Schüler meiner Erfahrung nach viel viel mehr, wenn sie den Termin des Tests kennen und sich gezielt vorbereiten können.

    Diese Möglichkeit gibt es bei uns auch seit einiger Zeit. In unserer Fachsitzung haben allerdings die Kolleg'innen, die das gemacht haben, festgestellt, dass es im Endeffekt keinen Unterschied macht; manche SuS haben sich sogar noch beschwert, dass jetzt noch mehr Termine auf der Liste der Schulaufgaben und Kurzarbeiten stehen, weil alles angesagt ist... Aber du hast wohl andere Erfahrungen gemacht bzw. möglicherweise hängt es auch von der jeweiligen Schülerschaft ab.

    Selbstverständlich kenne ich die Schnitte der Parellelklassen, da wir auch parallel Schulaufgaben schreiben, korrigieren und am Ende natürlich auch vergleichen - das ist an meiner Schule so üblich. Ich posaune aber nicht Schnitte anderer Klassen der Schülerschaft gegenüber raus.

    wertvolle Unterrichtszeit damit verschwenden, einen einzigen abzufragen, während sich der Rest langweilt.

    Wer sagt denn, dass das so ist? In einer Abfrage wird der Stoff der letzten Stunde wiederholt, was allen SuS zugute kommt (wenn sie sich allerdings überhaupt nicht für das Fach interessieren und ihnen alles total egal ist, nicht, aber das ist dann ihr Problem).

    Ich für meinen Fall frage Vokabeln ab und beziehe grundsätzlich alle mit ein. Da werfe ich z.B. einen kleinen Lückentext oder Bilder als Redeanlass an die Wand und alle SuS sollen die neuen Wörter, die dort fehlen, ins Heft schreiben. Alle üben gleichzeitig, das neue Vokabular auch anzuwenden und einer liest sein Ergebnis dann vor.

    Nachdem ich in der Coronazeit eine Zeitlang keine Noten geben durfte, hab ich gesehen, was passiert: Vokabeln werden einfach nicht mehr gelernt, es wurde eigentlich überhaupt nichts mehr gemacht. Und weil ich meinen Unterricht aber auf den Wortschatz aufbaue, wurde dann der Unterricht selbst halt total langweilig und zog sich wie Kaugummi, weil kaum einer die Vokabeln richtig gelernt hatte (sie wussten ja, dass keine Leistungserhebung, egal welcher Art, mehr kommen würde).

    Wertvolle Unterrichtszeit geht bei mir verloren, weil wir immer mehr SuS am Gymnasium haben, die schon damit überfordert sind, ihren Ranzen richtig zu packen und ihr Material dabei haben oder regelmäßig ihre Hausaufgaben zu machen. Das alles zu Beginn jeder Stunde zu klären, kostet auch viel wertvolle Unterrichtszeit.

    Angst müsste man nicht haben, wenn man einfach seine Aufgaben erledigen würde und die Dinge, die zu lernen auf sind, auch lernen würde. Wenn du meine "Ausfragen" (wie sie hier heißen) sehen würdest und den Unterrichtszusammenhang dazu kennen würdest, würdest du merken, dass es lediglich notwendig ist, die Hausaufgaben zu machen / Vok. zu lernen, um locker eine gute Note zu schaffen. Dieses "Ausfrage"-Training (für alle) führte in meinen Klassen nicht selten dazu, dass ich im Vergleich zu den Parallelklassen die besseren Schulaufgabenschnitte hatte, weil meine SuS mit den sog. "mixed bags" (kontextualisiertes und kompetenzorientiertes Verwenden des Vokabulars und der grammatischen Strukturen), wie wir sie in den Fremdsprachen in den Schulaufgaben schreiben müssen, besser zurecht kamen und die Vokabeln und die Grammatik bei vielen einfach besser saßen.

    Na ja, aber man hat ja VOR den Kindern ausgehandelt, wer wieviel arbeitet und was das dann konkret bedeutet. Wenn man VOR den Kindern GEMEINSAM vereinbart hat, dass der eine Partner 4 Tage außerhäusig bis in den Abend arbeitet (das scheint ja bei der Threaderstellerin der Fall zu sein), dann ist doch klar, dass sie als Lehrerin den Nachmittagspart übernimmt.

    Also, ich muss ehrlich sagen, wir haben das nicht bzw. nur sehr allgemein (ich gehe in Elternzeit, er nimmt die Vätermonate, ich arbeite in TZ). Ich hatte weder Ahnung, wann und in welcher Form wir Betreuungsplätze bekommen, wie mein Stundenplan in TZ aussehen würde (auch, inwieweit mir die Schule entgegen kommt), und wie sich der Arbeitsalltag meines Mannes entwickeln würde (vor Corona: absolute Präsenzpflicht, was im Familienleben zu einigen Konflikten geführt hat; seit/nach Corona: Home Office 3 Tage pro Woche frei wählbar). Vieles ist vorher überhaupt nicht absehbar, auch nicht, wie viel Arbeit bzw. welches Deputat ich schaffen würde usw. Im Vergleich zu vor 12 Jahren hat sich bei uns so viel geändert - das ist einfach überhaupt kein Vergleich mehr, privat und arbeitstechnisch.

    das Essen von z.B. BoFrost kann man durchaus essen

    Ich habe mal gelesen, dass tiefgefrorenes Gemüse keine geringere Qualität haben soll, weil es direkt nach der Ernte eingefroren wird und nicht tagelang unterwegs war und im Supermarkt lag. Wir haben immer TK-Gemüse auf Vorrat, frisch koche ich nur, wenn ich es an dem Tag schaffe und auch Lust habe, zu kochen.

    'Du kannst wirklich dankbar sein, dass dein Mann dir so viel mithilft.' höre ich viel zu oft. Mein Mann hat noch nie gehört 'du kannst dankbar sein, dass du nicht mehr Vollzeit arbeiten musst und dass deine Frau euch einen guten Lebensstil finanziert.'

    Diese Sätze kenne ich auch und ärgere mich immer wieder darüber. Dabei wird umgekehrt mindestens genau so ein Schuh draus!

    Im Grunde müssten das die Eltern vorher gemeinsam regeln,

    Ja, das habe ich auch verpasst. Ich war damals (Ende 20) zu naiv - heute weiß ich es besser. Aber es ist auch tatsächlich besser geworden!

    Den Kreislauf zu durchbrechen ist nicht einfach, aber es geht. Ich spreche aus Erfahrung.

    Ja, das machen wir auch schon einige Jahre ^^ Aber wir machen Fortschritte und schaffen irgendwann die komplette 50/50-Aufteilung. Viel fehlt nicht mehr. Deine Erfahrungen würden mich dennoch wirklich interessieren.

    Das Kind hatte Fieber. 37,4 (kein Scherz!). Der Erzieherin habe ich so richtig meine Meinung gesagt.

    Yep. Hatte ich mal. Kind 2 hatte einen wunden Po! 🤭

    Ohne das als Werbung zu meinen, denn das Lehrwerk hat auch schlechte Seiten: wir arbeiten bei uns mit G.L..

    Hier auch! Ich hab die in beiden Fächern (bzw. gleicher Verlag, anderer Name für Französisch) und wir haben uns an meiner Schule auch bewusst wegen des ganzen Zusatzmaterials dafür entschieden. Ich erstelle immer noch selbst Material, aber es ist viel weniger geworden. Wenn es eilt, kann man wunderbar auf das Lehrwerk zurückgreifen und das Material ist auch wirklich gut (finde ich).

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