wertvolle Unterrichtszeit damit verschwenden, einen einzigen abzufragen, während sich der Rest langweilt.
Wer sagt denn, dass das so ist? In einer Abfrage wird der Stoff der letzten Stunde wiederholt, was allen SuS zugute kommt (wenn sie sich allerdings überhaupt nicht für das Fach interessieren und ihnen alles total egal ist, nicht, aber das ist dann ihr Problem).
Ich für meinen Fall frage Vokabeln ab und beziehe grundsätzlich alle mit ein. Da werfe ich z.B. einen kleinen Lückentext oder Bilder als Redeanlass an die Wand und alle SuS sollen die neuen Wörter, die dort fehlen, ins Heft schreiben. Alle üben gleichzeitig, das neue Vokabular auch anzuwenden und einer liest sein Ergebnis dann vor.
Nachdem ich in der Coronazeit eine Zeitlang keine Noten geben durfte, hab ich gesehen, was passiert: Vokabeln werden einfach nicht mehr gelernt, es wurde eigentlich überhaupt nichts mehr gemacht. Und weil ich meinen Unterricht aber auf den Wortschatz aufbaue, wurde dann der Unterricht selbst halt total langweilig und zog sich wie Kaugummi, weil kaum einer die Vokabeln richtig gelernt hatte (sie wussten ja, dass keine Leistungserhebung, egal welcher Art, mehr kommen würde).
Wertvolle Unterrichtszeit geht bei mir verloren, weil wir immer mehr SuS am Gymnasium haben, die schon damit überfordert sind, ihren Ranzen richtig zu packen und ihr Material dabei haben oder regelmäßig ihre Hausaufgaben zu machen. Das alles zu Beginn jeder Stunde zu klären, kostet auch viel wertvolle Unterrichtszeit.
Angst müsste man nicht haben, wenn man einfach seine Aufgaben erledigen würde und die Dinge, die zu lernen auf sind, auch lernen würde. Wenn du meine "Ausfragen" (wie sie hier heißen) sehen würdest und den Unterrichtszusammenhang dazu kennen würdest, würdest du merken, dass es lediglich notwendig ist, die Hausaufgaben zu machen / Vok. zu lernen, um locker eine gute Note zu schaffen. Dieses "Ausfrage"-Training (für alle) führte in meinen Klassen nicht selten dazu, dass ich im Vergleich zu den Parallelklassen die besseren Schulaufgabenschnitte hatte, weil meine SuS mit den sog. "mixed bags" (kontextualisiertes und kompetenzorientiertes Verwenden des Vokabulars und der grammatischen Strukturen), wie wir sie in den Fremdsprachen in den Schulaufgaben schreiben müssen, besser zurecht kamen und die Vokabeln und die Grammatik bei vielen einfach besser saßen.