Beiträge von Lehrerin2007

    ernsthaft. das ist in bayern ganz normal. das geht auch weiter, siehe respizienz und dergleichen mehr. hat vor- und nachteile, man/frau gewöhnt sich dran. neulich fanden alle die detaillierten inhaltlichen vorgaben im bayernweiten lehrplan für jede schulart, klassenstufe und fach noch ganz hilfreich.

    bayern ist - anders?

    Das ist echt nur in BY so?? Ich war davon ausgegangen, dass es überall so ist... So kann man sich irren. :ohh:

    Aber Lehrer neigen dazu zu meinen sie hätte so viel zu tun. Im Lehrerzimmer machen sich manche Kollegen damit regelmäßig gegenseitig die Taschen voll.

    Das scheint so ein Wettbewerb zu sein zwischen Lehrern. Ich frage mich, warum bzw. ob das in anderen Berufen auch so ist?
    Vielleicht wegen dem Lehrer-Image in der Gesellschaft, dass Lehrer immer als "faul" dargestellt werden (--> s. unser Alt-Bundeskanzler), weshalb sie das Gefühl haben, ständig allen um sich herum klar zu machen, dass sie ja so viel arbeiten.

    Ich finde es phasenweise auch viel (die "Wellen" und auch manchmal in den Ferien, wo man erstmal aufarbeiten muss, was man nicht geschafft hat), aber viel hängt eben davon ab, wie man sich selbst organisiert und ob man es mit bestimmten Dingen (Unterrichtsplanung, Planung außenunterrichtlicher Aktivitäten etc...) nicht übertreibt. Ich wundere mich manchmal etwas über die Kollegen u. Kolleginnen, die zwar gefühlt 100 Extraaufgaben übernommen haben, aber ständig darüber klagen, was sie alles machen müssen...

    Ich habe auch ein paar Extraaufgaben, davon eine mit Anrechnung, aber da ist bei mir jetzt auch Schluss. Ich werde definitiv keine weitere übernehmen (es sei denn, ich gebe eine andere ab).

    allgemein Beschwerden über: lange Fahrtdauer (18 Stunden mit Reisebus), falsche Jahreszeit (Regen in London), schlechte und billige Unterkünfte (Gastfamilien), englisches Essen (Porrigde) und hohe Preise.
    Persönlich habe ich es satt, Billig-Reiseveranstalter für Schüler zu sein. Jede Beschwerde fällt ja auf uns zurück.

    Allerdings ist weder die Schulleitung, noch die Eltern "amused", dass wir nicht wollen.

    Wenn die SuS nur mosern und es offenbar nicht so toll finden, die Eltern und die Schulleitung es aber hauptsächlich wollen, hätte ich auch wenig Lust, den Stress mitzumachen. Würde ich mir auch überlegen. Schließlich sollen die SuS ja etwas davon haben...

    Was den Brexit anbelangt: Ich glaube diese Unsicherheit und dass man nicht weiß, wie es nach einem möglichen No-Deal-Brexit alles ablaufen soll, macht eine jetzige Planung schwierig. Wann soll denn die Fahrt stattfinden?

    Ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht (betreuungstechnisch). Hier gibt es niemals Hortplätze für alle Kinder, geschweige denn Krippe-/Kindergartenplätze.

    Ich könnte gar nicht VZ arbeiten bis die Kinder soweit sind, dass sie nicht mehr betreut werden müssen. Kindergarten erst ab 7:30 oder 8:00 (oft auch wegen Personalmangel) und insgesamt sehr unflexibel, während wir flexibel sein sollen (lange Konferenzen und andere Sondertermine). Beim 1. Kind hatte ich nicht die Hauch einer Chance nach 1 Jahr wieder arbeiten gehen zu können (wie es geplant war). Das kenne ich von diversen Lehrerfreunden in anderen BL anders.

    Insofern: Der Lehrerverdienst ist in BY wirklich gut im Vergleich zu manch anderen BL, aber das Gefüge Verdienst / Stundendeputat / sonstige Arbeitsbedingungen / Lebenshaltungskosten (insb. Miete) ist von Fall zu Fall unterschiedlich und individuell, daher kann man das grundsätzlich einfach schlecht vergleichen. Ein pauschales "Lehrer verdienen supergut" oder "Lehrer verdienen zu wenig" kann man einfach so nicht sagen.

    Ich versteh's auch nicht. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis verdiene ich mit das meiste. Manche haben in etwa den gleichen Verdienst, nur Einzelne verdienen etwas mehr, aber auch nicht so viel mehr.

    Seh ich auch so.


    Umgekehrt ist es aber eben auch so, dass sich Einsatz und Engagement häufig für den/die Betreffende nicht auszahlt.

    Seh ich ebenfalls so.

    Und außerdem wären wir hier wieder bei der unterschiedlichen Bezahlung, Angestellte/Beamte, verschiedene Schularten, verschiedene Bundesländer. Kommt darauf an, aus welcher Perspektive man das versucht zu überblicken und wie im einzelnen die Arbeitsbedingungen an der jeweiligen Dienststelle auch sind. Jeder hat da sozusagen ein anderes Verhältnis.

    Bei uns gibt es in der "unterrichtsfreien Zeit" kaum Angebote. Die meisten FB fangen um 9:00 an. Es gibt ja eigentlich auch kaum noch unterrichtsfreie Zeit seit dem G8 in Bayern und dem Ganztag...!

    Daher gehe ich nach Interesse. Und ehrlich gesagt meide ich auch, an meinem freien Tag eine FB zu machen (außer, ich will sie unbedingt machen), weil ich letztes Jahr bereits in 10 von 40 Wochen an meinem "freien" Tag (bei Teilzeit) in die Schule musste... :(
    Dann nicht auch noch Fortbildungen...

    "Frontal angegangen" ist mir so noch nicht passiert, zum Glück. Hast du ein konkretes Beispiel? Also persönlich angegangen? Oder für was angegangen, das sich eher allgemein aufs Schulsystem bezieht und du musst jetzt als Sündenbock herhalten?

    Ich würde das glaube ich abblocken, indem ich sage, das ist nicht der richtige Rahmen, in dem das besprochen werden sollte und würde die Person bitten, in meine Sprechstunde zu kommen (oder ggf. nach dem Elternabend noch kurz dazubleiben).

    Bei uns sind auch immer mehrere Kollegen im Raum, oft noch die Co-Klassenleitung und die Kernfachlehrer (gehen alle einmal durch "ihre" Klassen-Eltern durch), dass ich selten ganz allein bin als Klassenleitung und würde mir dann zum anschließenden Gespräch jemanden dazu nehmen.

    Aber kommt eben auch drauf an, worum es genau geht.

    Mein Horrorszenario ist, dass man als Lehrer hilflos rumsteht, da man an sich keine "Macht" mehr hat.

    Hab ich so noch nie erlebt (in 11 Jahren). Die schlimmste Klasse, die ich hatte, hatte solche Tage, wo ich mehr mit "Ruhe schaffen" beschäftigt war als mit Unterricht. Da war ich aber auch Referendarin und hatte keine Erfahrung und die SuS wussten das natürlich. In der Klasse waren viele Referendare, weil die "normalen" Lehrer diese Klasse nicht wollten. Das sagt ja alles über die Klasse und ich habe versucht, es nicht persönlich zu nehmen, was mir ganz gut gelungen ist. Ich glaube solche Erfahrungen macht jeder mal und man wächst ja auch daran. Nach dem Studium und - wie ich finde - auch nach dem Ref. ist man noch lange nicht "fertig". Vieles habe ich erst danach gelernt, besonders das Nichtfachliche!

    Nicht zu vergessen das Image, das der Lehrerberuf in diesem Land hat. Das kann ich zwar die meiste Zeit ausblenden, aber bin es trotzdem Leid, immer wieder Kommentare (wie: Ach du hast ja jetzt eh x Wochen Urlaub...) zu hören.

    Ich hab den Eindruck, der Lehrerjob ist ein sehr Vorurteil-behafteter und es nervt mich schon manchmal...

    Dennoch wäre es aus jetziger Sicht kein Grund, nicht nochmal Lehrerin zu werden. Ob in 2007 oder 2019 :)

    Ok, also während gemeinsam Regeln formulieren und an die Wand hängen und bestimmte Konsequenzen bei Nichtbefolgung bekannt machen eher was für Grundschule und Unterstufe ist, handhabe ich es in der Mittelstufe eher so, dass ich die SuS nach dem Unterricht zu mir bitte und eindringlich mit ihnen rede, sich in Zukunft besser zu verhalten und wenn sich da nichts ändert, bitte ich die Eltern zu einem Gespräch.
    Eine „freiwillige“ Extraaufgabe (da man ja im Unterricht möglicherweise mehr mit Quatschen, Reinrufen o. Störungen welcher Art auch immer beschäftigt war) zum Aufholen des Stoffes sind auch immer sehr „beliebt“. Bei mir zumindest immer recht wirksam.

    Je nachdem wie stark die Störung ist, auseinandersetzen (ggf allein sitzen), Standpauke, Assistenten-Jobs im Unterricht (zB Lösungen der Aufgabe anschreiben), kurz direkt vor der Tür ein eindringliches Gespräch oder auch Verweis/Tadel. Das Wichtigste: Immer konsequent bleiben!!! Und wenn Besserung eintritt, auch mal loben, belohnen.

    Also würdet ihr mir raten nur Lehrer zu werden, wenn man komplett hinter Kindern steht und enorm belastungsfähig ist?

    Mich würde auch interessieren, wie ihr zu Gemeinschaftsschule steht? An sich ist das ja nochmals ein erheblicher Aufwandszuschlag? (wenn man auf drei Niveaustufen Unterricht vorbereiten muss).

    Gibts auch gute Bücher, aus welchen man Unterrichtsmaterial auch mal entnehmen kann? Gerade in Mathematik müsste es sich doch anbieten?

    Komplett hinter den Kindern stehen: ja.
    Das heißt nicht, dass man mit einzelnen nicht so gut klar kommt oder sogar überhaupt nicht mag, aber das musst du dann ausblenden und professionell bleiben und alle gleich behandeln.

    Enorm relativ belastbar - würde ich sagen. Es gibt sicherlich Tätigkeiten, wo man noch belastbarer sein muss, aber eine gute Stressresistenz solltest du haben (was auch wieder nicht heißt, dass man nie gestresst sein darf).

    Unterrichtsmaterialien gibt es meiner Ansicht nach sehr viel (allerdings habe ich nicht Mathe), je nach Verlag und Lehrbuch gibt es viel Zusatzmaterial, was du dir zT kaufen kannst oder was die Schule so anschafft. Im www wird man zusätzlich fündig. Da würde ich mir weniger Sorgen machen. Punkte 1+2 sind am wichtigsten.

    Ist es möglich selbst die chaotischsten Klassen ruhig zu kriegen? Gibt es eine Technik guten Unterrichts?

    Ich würde gerne hier Tipps von Lehrern sammeln, die sie im Laufe der Jahre erfahren oder erkannt haben. Gerne mit Begründung oder ohne.

    Einige meiner Epiphanies waren:

    kein Lehrerecho
    sofort mit Reden aufhören, wenn Schüler laut werden
    nur Schüler aufrufen, die sich melden

    Geht es um eine konkrete Klasse/Klassenstufe?

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