Ich finde es erstaunlich, wie viele Männer ihr kennt, die sich so gar nicht an der Hausarbeit und Carearbeit beteiligen.
Ja, und das so viele Frauen das wiederum mitmachen. Mein Mann und ich haben ab dem Punkt, an dem wir zusammengezogen sind, den Haushalt gemeinsam geschmissen, allerdings, zugegebenermaßen, sind auch wir ein Stückweit in die alte-Rollenmodelle-Falle getappt, als Kinder da waren. Mir war nicht bewusst, dass man als Mutter automatisch einen Haufen Dinge zusätzlich macht, die nicht primär mit dem Mutter-/Frauendasein zu tun haben. Ich hab dann plötzlich viel mehr Haushalt gemacht und es war nicht mehr 50/50 aufgeteilt, obwohl er am Wochenende durchaus mitgemacht hat und z.B. auch einen langen Ausflug mit den Kindern gemacht hat, während ich korrigiert habe oder Sport gemacht habe. Ich hatte aber eigentlich immer gesagt, ich arbeite Teilzeit, um für die Kinder da zu sein (Abholen, Termine, Spielplatz etc). Das hab ich erst später gemerkt (dass das nicht so aufgeht) und dann nach und nach wieder gerade gerückt (hat er auch eingesehen). Dennoch ist es noch heute so, dass ich ein komisches Gefühl habe (nicht direkt schlechtes Gewissen, aber so etwas in die Richtung), wenn er zum Elternabend geht, während ich zur Weihnachtsfeier gehe - obwohl ich in der gleichen Woche vorher beim Elternsprechtag war und er selbstverständlich auch zu seiner Weihnachtsfeier geht. Versteh ich eigentlich selbst nicht und "wasche mir dann selbst den Kopf"; ich kann es mir nur so erklären, dass es einfach anerzogen ist und in vielen Köpfen und in unserer Gesellschaft noch so verankert ist, dass man es mehr oder weniger automatisch so macht. Aber ich bin froh, dass wir es unseren Kindern jetzt anders vorleben.