Beiträge von Lehrerin2007

    Ich finde es erstaunlich, wie viele Männer ihr kennt, die sich so gar nicht an der Hausarbeit und Carearbeit beteiligen.

    Ja, und das so viele Frauen das wiederum mitmachen. Mein Mann und ich haben ab dem Punkt, an dem wir zusammengezogen sind, den Haushalt gemeinsam geschmissen, allerdings, zugegebenermaßen, sind auch wir ein Stückweit in die alte-Rollenmodelle-Falle getappt, als Kinder da waren. Mir war nicht bewusst, dass man als Mutter automatisch einen Haufen Dinge zusätzlich macht, die nicht primär mit dem Mutter-/Frauendasein zu tun haben. Ich hab dann plötzlich viel mehr Haushalt gemacht und es war nicht mehr 50/50 aufgeteilt, obwohl er am Wochenende durchaus mitgemacht hat und z.B. auch einen langen Ausflug mit den Kindern gemacht hat, während ich korrigiert habe oder Sport gemacht habe. Ich hatte aber eigentlich immer gesagt, ich arbeite Teilzeit, um für die Kinder da zu sein (Abholen, Termine, Spielplatz etc). Das hab ich erst später gemerkt (dass das nicht so aufgeht) und dann nach und nach wieder gerade gerückt (hat er auch eingesehen). Dennoch ist es noch heute so, dass ich ein komisches Gefühl habe (nicht direkt schlechtes Gewissen, aber so etwas in die Richtung), wenn er zum Elternabend geht, während ich zur Weihnachtsfeier gehe - obwohl ich in der gleichen Woche vorher beim Elternsprechtag war und er selbstverständlich auch zu seiner Weihnachtsfeier geht. Versteh ich eigentlich selbst nicht und "wasche mir dann selbst den Kopf"; ich kann es mir nur so erklären, dass es einfach anerzogen ist und in vielen Köpfen und in unserer Gesellschaft noch so verankert ist, dass man es mehr oder weniger automatisch so macht. Aber ich bin froh, dass wir es unseren Kindern jetzt anders vorleben.

    Hast du mal deine Blutwerte checken lassen, Eisen, Vitamin D usw.? Ich habe mal gelesen, dass zB. nach einer Coronainfektion das Vitamin D ziemlich runter geht und das ist ja ohnehin ein Wert, der oft zu niedrig ist.

    Als die Kinder klein waren, waren wir durchaus auch viel häufiger und ungewöhnlich doll krank (allerdings wie klein? Bis ca. 3/4 Jahre war es hier am schlimmsten). Die Kinder hatten nur ne Schniefnase, ich hatte das erste Mal seit Jahrzehnten mal wieder Fieber usw. - obwohl ich "normal" sehr selten krank bin. Das kann also durchaus eine Rolle spielen, zumal unsere Kinderärztin sagte, dass es immer noch sog. Nachholeffekte gibt nach der Pandemie und sie den Eindruck hat, die Kinder sind häufiger als sonst krank.

    Wenn du immer noch einen bakt. Infekt drauf kriegst, ist das aber schon auch nicht ganz gewöhnlich (also wenn es oft vorkommt, du häufig Antibiotika nehmen musst, es auf die Lunge schlägt, was auch immer), dann könntest du mal deine Antikörper checken lassen. Mängel zeigen sich manchmal erst später. Mein großes Kind hat so etwas nämlich (zum Glück nur leicht) und ich war sehr erschrocken, aber man kann das gut behandeln.

    Ansonsten fällt mir immer wieder auf: Die Kolleg*innen, die bei (fast) jedem Wetter mit dem Rad zur Schule kommen, sind fast nie krank. Bei jedem Wetter irgendwie draußen bewegen kann sich sehr positiv auf die Abwehr auswirken.

    Es gibt also keine Vorgabe der Schule, ob Exen geschrieben werden sollen, das darf jeder Lehrer selbst entscheiden?

    Jein. Also grundsätzlich liegt es erstmal im Ermessen der Lehrkraft, ob sie (un)angekündigte kleine Leistungsnachweise, Kurzarbeiten schreibt und wie viele mündliche Leistungsnachweise sie macht. Die Lehrerkonferenz kann aber darüber abstimmen, ob z.B. Stegreifaufgaben nicht gehalten werden (wir haben mal eine Abstimmung dazu gemacht, die große Mehrheit stimmte aber dafür, dass es jede Lehrkraft selbst entscheidet). Grundsätzlich finde ich es schwierig, dass man einzelne Leistungserhebungen einfach "verbietet", die aber lt. GSO grundsätzlich möglich sind.

    Eine zweite schriftliche Note fände ich auch angebracht, ansonsten wird aus meiner Sicht das Mündliche bzw. die Mitarbeit überbewertet.

    Sehe ich insbesondere in den Fremdsprachen auch so. Allerdings umfassen mündliche Nachweise ja auch Präsentationen, Projekte etc., das kann man natürlich vielfältig gestalten.

    Ausgefragt haben auch nur ganz wenige Lehrer, was meine Kinder bedauerten.

    Das finde ich erstaunlich! Normalerweise sind die Ausfragen gerade bei den älteren SuS eher unbeliebt, während die Kleinen sogar oft freiwillig "ausgefragt" werden wollen. Ich handhabe es in der Oberstufe so, dass ich erwarte, dass die SuS kurz was zum Inhalt (meist ein Text, manchmal eine Diskussion oder ein kurzer Film) der letzten Stunde sagen können (2-3 Sätze reichen mir) und stelle ihnen eine Frage bzw. eine Problemstellung, zu der sie Stellung nehmen sollen bzw. ihre Meinung sagen sollen. Da kann eigentlich jeder etwas zu sagen, aber für manche ist das schon zu viel verlangt...

    Ich fand es auch nicht so leicht mit Grundschulkindern zu Hause in den Ferien zu arbeiten / zu korrigieren. Aber die Kinder sind einfach so unterschiedlich und man kann das nicht pauschal sagen, das geht oder das geht nicht. Meine Kinder haben das damals auch einfach noch nicht verstanden, dass ich arbeite und sie kamen einfach alle 5 Minuten mit irgendwas an (manchmal wollten sie nur was erzählen... :P ). Je älter sie wurden, desto besser natürlich. Heute ist es so (Teenies), dass ich sie oft erst gegen mittag überhaupt das erste Mal sehe... ^^

    Ich habe dazu eine ernstgemeinte Frage, bitte nicht als Kritik auffassen: Von meinen Kindern kenne ich es so, dass in der Oberstufe nur noch eine schriftliche Note pro Halbjahr gebildet wird, nur ganz wenige Lehrer schreiben neben der einen geforderten Klausur auch noch eine Ex.

    In Bayern ist es in der Oberstufe so, dass man 1 Klausur pro Halbjahr (in M/D/Vertiefungsfach) schreibt, in den anderen Fächern ebenfalls, außer in 13/2 und darüber hinaus zwei kleine Leistungsnachweise erbracht werden müssen, davon mind. einer "echt" mündlich. Die meisten schreiben hier eine Kurzarbeit oder eine Stegreifaufgabe, gerade für die Sprachen ist es wichtig, finde ich, außer der Klausur noch etwas Schriftliches zu haben.

    Bei uns war das bisher anders geregelt. Wir hatten auch die 10 Tage "Kind krank" bis zum Alter von 12 Jahren, aber mussten für jeden einzelnen Tag ein Attest vom Kinderarzt einreichen; auf diesem steht, dass eine Betreuung des Kindes zu Hause notwendig ist. Damit war allerdings die Dienstbefreiung hinfällig.

    Anders verhielt es sich, wenn man aufgrund einer akuten Erkrankung das Kind früher abholen sollte, während man noch Unterricht hatte. Dann musste man schnell eine Dienstbefreiung ausfüllen...

    Es gibt allerdings scheinbar aktuell Änderungen; vielleicht hilft dir das weiter?

    https://www.gew-bayern.de/index.php?eID=…k-Flugblatt.pdf

    Ich meine mich zu erinnern, dass man bei Teilzeit in Elternzeit von heute auf morgen auch wieder ganz aufhören könnte zu arbeiten (wenn irgendwas mit dem kleinen Kind ist z.B. oder die Betreuung langfristig ausfällt - berichtigt mich, wenn ich falsch liege). Ich habe mir ansonsten jeweils ein Jahr Elternzeit für den Schulstart aufgehoben, weil ich nicht wusste, ob ich einen Hortplatz bekomme und wie das überhaupt alles klappt, dass ich notfalls nochmal hätte aussteigen können (war dann aber nicht nötig).

    Ich finde nicht, dass die Noten selbst den Druck verursachen, sondern der Umgang damit, insbesondere der Eltern, was sich ja auf deren Kinder überträgt. Mir persönlich waren die Noten als Schülerin relativ egal - natürlich habe ich mich über gute Noten gefreut und bei schlechten dachte ich: Oh, oh, das muss nächstes Mal wieder besser klappen... Aber Angst und Druck habe ich nur empfunden, wenn ich meinem Vater die Note mitteilen musste (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht dazu schreiben).

    Die Note 3 bedeutet "befriedigend" oder "erfüllt im Allgemeinen die Anforderungen" und ist an der weiterführenden Schule eine Note, die absolut in Ordnung ist, dennoch hatte ich schon Schüler, die mir sagten: Wenn ich nicht mit etwas besserem als einer 3 heimkomme, krieg ich Ärger.

    Kinder wollen ihre Eltern stolz machen und fühlen sich schlecht, wenn sie deren Erwartungen nicht erfüllen. Oft beziehen sie Noten auf sich selbst, auch wenn sie eigentlich z.B. nur auf einem einzelnen Vokabeltest oder so steht und die Vokabeln nunmal noch nicht saßen, aus welchen Gründen auch immer. Da sollte man aber hinschauen und gemeinsam (Schüler/Lehrer/Eltern) überlegen, wie es nächstes Mal besser klappen kann.

    In den mod. Fremdsprachen arbeiten wir bei Textproduktionen und auch bei mündlichen Prüfungen mit Kompetenzrastern, anhand derer wir die Note bzw. Punktezahl festmachen. Die sind allerdings nicht nur positiv formuliert (es kann ja auch nicht nur positive Formulierungen geben, wenn man ehrlich sein will / muss, denn es gibt nunmal immer auch schlechte Schüler...). Diese Raster sind für alle einseh-/abrufbar und bei mündlichen Prüfungen bekommen sie sie auch ausgehändigt und die jeweilige Kompetenz, die sie erreicht haben, ist angekreuzt und ggf. stehen noch individuelle zusätzliche Bemerkungen dabei. Am Ende steht aber eine Gesamtnote da (die sich aus den einzelnen Kompetenz-Beurteilungen ergibt) und auf die wird geguckt, nicht auf die erreichten Kompetenzen im einzelnen. Die Raster, die ich vor der Prüfung extra rumgehen lasse, interessieren nicht weiter.

    Ich persönlich handhabe es außerdem so, dass ich zu jeder (schriftlichen) Note einen Kommentar dazu schreibe, was gut läuft / was nicht. Aber gänzlich ohne Noten kann ich mir das nicht vorstellen (zumindest nicht ab Klasse 5, darunter vielleicht schon noch) - weder aus Lehrer-, noch aus Elternsicht.

    Mache ich dann "ganz normal" die Note für die Stunden, in denen sie da waren?

    Ja genau. Wie sonst?

    Mir ist schon aufgefallen, dass die Schüler die Unterrichtsinhalte zuhause auch nicht nachgearbeitet haben, also, dass sie dann wieder da waren und wir da weitergemacht haben, wo wir zuletzt aufgehört hatten und sie dann gar keine Ahnung hatten

    Ja gut... das ist aber deren Problem, nicht deins! Ich weise die betr. Schüler im Zweifel nochmal darauf hin (wenn sie z.B. deutlich weniger Noten haben als andere), aber wenn nichts kommt...?

    Ich hatte auch mal eine Schülerin, die nachgeschrieben hat und die Lösungen der regulären Klausur ohne Beachtung der (völlig anderen) Aufgaben der Nachklausur hingerotzt hat.

    Das hatte ich auch schonmal bzw. sogar 2x mit derselben Schülerin! Das eine war eine Bildbeschreibung, da hat sie die perfekte Bildbeschreibung zum Bild der Original-Klausur geschrieben (bzw. wahrscheinlich schreiben lassen) und auswendig gelernt. Ist auch ne Leistung. Aber selbstverständlich habe ich für die Nachhol-Klausur ein ganz anderes Bild genommen, d. h. ihr quasi fehlerfreier Text war eigentlich eine Thema-Verfehlung; sie hat das neue Bild einfach ignoriert. Dementsprechend konnte ich ihr nicht viele Punkte geben. Das andere war ein Aufsatz, da hat sie es genauso gemacht, also einen Aufsatz über ein ganz anderes Thema geschrieben... 🙈

    Genau so ist es bei mir auch. Bei Aufsatzthemen sammle ich mehrere und stelle die zwei besten zur Auswahl (wobei das natürlich auch jeder anders empfinden mag), die weniger schönen Themen hebe ich für die Nachhol-Klausur auf...

    Ansonsten mache ich es genauso, wie es hier schon gesagt wurde: Die Aufgabenformate und die Themen sind vorher allen bekannt und der Unterricht vorher war darauf ausgerichtet. Grob kommt das gleiche in der Nachhol-Klausur an, nur eben mit anderen Aufgabenstellungen (anderer Cartoon, Aufsatzthema, Hörtext... was auch immer).

    Wichtig ist hier auch, zu wissen, ob die Schule, an der man unterrichtet, ein Teilzeitkonzept hat und wie dieses umgesetzt wird, z.B. wie viele freie Tage bei wie viel Stunden usw. - ob sich die Teilzeit dann überhaupt lohnt, denn "echte" Teilzeit ist es bei Lehrkräften meist sowieso nicht. Ich kann da ein Lied von singen und es wurde schon diverse Male hier im Forum diskutiert. Entscheidender ist eher, wie der Stundenplan aussieht und wieviel man in Teilzeit dann tatsächlich arbeitet. Manche hier schreiben z.B., sie haben trotz Teilzeit sehr viele Hohlstunden und Nachmittagsunterricht, dass sie im Endeffekt eben nicht so für die eigenen Kinder da sein können, wie sie sich das vorstellen. Leider!

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