Beiträge von Lehrerin2007

    Es geht ja abgesehen vom Finanzieren auch darum, dass wir personenbezogene Daten auf den Laptops haben. Wenn ich z.B. Protokolle über mündliche Schulaufgaben erstelle, muss ich das an meinem Computer machen, da ich unmöglich davon ausgehen kann, dass ich einen PC in der Schule ganz für mich nach den Prüfungen haben werde, um 20 Protokolle zu schreiben...

    Ist denn das unter Angestellten (von Büros) so selbstverständlich, dass die das Equipment selbst kaufen müssen? Ich hab da überhaupt keinen Einblick.

    Meiner Meinung nach schon. Alle Nichtlehrer, die ich kenne, die derzeit im HO arbeiten, haben Dienstlaptops, und das sind schon einige.

    Also mein Mann war entsetzt als wir uns kennengelernt haben und er Einblick in meine Arbeit bekam

    Meiner ist seit 17 Jahren dauer-entsetzt darüber.

    Er hat in 2020 sogar eine Prämie von seinem AG bekommen, extra für Anschaffungen und Extrakosten im HO (Schreibtisch, Stuhl, Strom, Heizung etc.). Den Laptop hatte er vorher schon und konnte ihn bei Bedarf mit heimnehmen. Der ist jetzt natürlich in Dauer-Gebrauch.

    Wer von euch macht Kahoot-Quizzes im Distanzunterricht? Ich habe es 1x gemacht (vorher auch schon einige Male im "realen" Unterricht, also für mich ist es nicht neu). Wenn ich aber den Bildschirm teile (Teams), sehen während des Quizzes nur manche Kinder den Bildschirm mit den Fragen (sonst, wenn ich z.B. Lösungen als pdf präsentiere, sehen es alle). Bei Jitsi das gleiche Problem.

    Hat jemand zufällig rausgefunden, woran das liegen könnte?

    Danke.

    denn da sind einige Klausuren aus 11/1 noch nicht geschrieben

    Es wäre ja schonmal ein Schritt nach vorn, wenn sie nur zu den Klausuren reinkommen könnten (und trotzdem Distanzunterricht weiter machen), dann wäre das ganze terminlich etwas entschärft und man könnte noch ein paar Wochen Distanzunterricht anhängen.

    (Aber das ist wahrscheinlich Wunschdenken).

    hier Erstklässler, der hat auch nur den Wochenplan bekommen, der ist weder in der Lage die KOmmentare des Wochenplanes zu lesen

    Ja sicher, ein Erstklässler, der nicht lesen kann, ist auch nochmal was anderes. Kind 2 war letztes Jahr in der 1. Klasse beim 1. Lockdown, da musste ich natürlich auch noch mehr helfen. Aber selbst da saß ich nicht permanent dabei.

    Wenn ich mir aber vorstelle, mein Kind würde sich selbst mit dem Lehrbuch beibringen müssen, was z. B. Achsensymmetrie ist, denke ich schon, dass es Probleme dabei hätte ohne meine Hilfe.

    Das meinte ich wiederum natürlich nicht.

    Aber ich sehe das mit den Videokonferenzen auch etwas skeptisch. Die Eltern meiner Klasse hatten sich explizit mehr davon gewünscht, damit die Kinder den Stoff besser verstehen. Ich hatte es unabhängig davon eh so geplant, dass ich z.B. die neue Grammatik der neuen Lektion in der Videokonferenz erkläre, Fragen kläre, einige Beispiele nenne, die SuS einige Beispiele sagen lasse und dann sollten sie anschließend den Hefteintrag machen und eine Übung dazu (wie sonst im "normalen" Unterricht auch). Kommt im Chat: "Das hatten wir doch noch gar nicht, ich kann das nicht". Da frag ich mich dann schon, warum ich die Videokonferenz dazu überhaupt gemacht habe und wie sie das sonst zu Hause lösen...

    Darüber hinaus habe ich auch oft den Eindruck, dass die Aufmerksamkeit viel geringer ist als im Klassenzimmer. Sie achten zwar darauf, wer ggf. rausgeflogen ist, wessen Mikrofon grad nicht geht oder nervige Geräusche macht, haben die Katze oder den kleinen Bruder auf dem Schoß (die anderen: Oooh süüüüß!), aber zuhören...? (Natürlich tun sie das auch im Klassenzimmer nicht immer, das ist klar, aber die Lernathmophäre ist doch eine ganz andere). Ich finde Video-Unterricht zwar noch zig mal besser als gar keinen Unterricht, aber nur ergänzend zu allem anderen, und je jünger die SuS sind, desto mehr trifft das zu. Den Stundenplan 1:1 als Videounterricht zu machen, könnte ich mir so ab Klasse 10 vorstellen.

    erklären die (aus)gedruckten Aufgabenblätter und fühlen sich als unbezahlte Lehrkräfte ihrer eigenen Kinder.

    Ich gebe meinen eigenen Kindern auch schonmal einen Tipp, wenn sie nicht ganz drauf kommen, was zu tun ist oder - mal - eine Aufgabe nicht verstehen.

    Aber wenn meine SuS mich anschreiben, dass sie die Aufgabe nicht verstehen, obwohl dadrüber steht: "Setzte die fehlenden Verben ein" und dann ist da ein Lückentext, wo man - Überraschung - bekannte Verben sinnvoll einsetzen soll - dann läuft irgendwas schief, wenn sie die Aufgabe nicht richtig lesen und (deshalb?) die Eltern da angeblich immer daneben sitzen müssen. Auch im Präsenzunterricht stehe ich ja nicht bei jedem daneben und beaufsichtige, was er/sie da tut... Auch da sag ich oft: Lies erstmal die Aufgabe und frag dann, wenn du es nicht verstehst (und meistens hat es sich dann erledigt).

    Die meisten Lehrkräfte denken sich ja was dabei, wenn sie das Bearbeiten eines Arbeitsblatts in ihren Unterricht integrieren. Mein 2.-Klasse-Kind hat nebst Erklärfilmen auch vor allem Arbeitsblätter und Aufgaben in den Büchern / Übungsheften und täglich eine kurze Konferenz, um Fragen zu klären. Es kommt mit 90% des Stoffes allein zurecht. Dass Eltern permanent daneben sitzen müssen (Ausnahmen gibt es natürlich), kann ich mir immer nicht so ganz vorstellen - und dann noch sagen, ihnen stünde das Gehalt des Lehrers deshalb zu... na ja.

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