Beiträge von Palim

    Warum musst du Fächer abdecken, wenn dein Kind im Kindergarten ist?

    Das Kind wird in der Schule beschult, es hat Schulpflicht.

    Wenn mich eine scheinbare oder angenommene Unausgewogenheit in der Aufgabenverteilung zwischen Kolleg:innen nervt, heißt es ja nicht, dass die I-Kinder keine Förderung bekommen, sondern dass man als Lehrkraft der Regelschule selbst erheblich mehr abdecken muss.

    Ein FöS-Studium in sämtliche Schwerpunkten hat man nicht, einarbeiten muss man sich dennoch. Förderung war in meinem Studium schon Thema, heute sicher mehr, in einigen Unterstützungsbedarfen fällt es leichter oder man sammelt schneller Erfahrung, weil sich die vergleichbaren Fälle häufen. Auch die inklusive Beschulung ist mal leichter und mal schwieriger, da gibt es vielleicht auch persönliche Schwerpunkte.

    Wenn ihr eine ASS vermutet, könnt ihr euch als Eltern vor der Einschulung um eine Diagnostik bemühen oder zuerst einmal Kontakt suchen, Informationen einholen und erfragen, wo ihr auf welchem Weg Hilfe in eurer Region erhaltet. In meiner Region gibt es Autismus-Zentren, die sich gut auskennen und Elternberatung anbieten.

    Wenn es ärztliche Diagnostik braucht, sollte man dies 1 Jahr vor der Einschulung angehen, weil die Wartezeiten lang sein können. Wenn es die Diagnose schon gibt, kann man damit an die Schule herantreten und fragen, wie man sich gegenseitig gut unterstützen kann, damit der Schulstart gelingt. Es gibt auch Kinder mit ASS, die in der Schule einfach mitlaufen.

    Die Aufteilung kann aber eben auch ganz anders sein:

    Grundschullehrkraft

    • Papierkram (Zeugnisse, Förderpläne, jährliche Überprüfungen, oft auch Berichte zur Einleitung von Verfahren, usw),
    • definitiv den gesamten Unterricht für jedes Kind in der eigenen Klasse und im Fachunterricht
    • Material für Deutsch und Mathe (und bin dabei deprimiert, weil die Kinder eigentlich ganz was anderes bräuchten, als Arbeitshefte und Arbeitsblätter abzuarbeiten).
    • Eltern- und Kollegengesprächen, auch Gespräche mit Therapeut:innen, Jugendamt, Gesundheitsamt, gerne auch mit Dolmetscher, den man vorab organisieren muss,
    • Diagnostik bei auffälligen Kindern auch ohne Förderbedarf
    • versuche eng mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten und mich möglichst regelmäßig auszutauschen.
    • Organisation und Durchführung der Schuleingangsdiagnostik,
    • leite auch Verfahren ein, schließe sie auch ab, z.T. samt Aktenführung (manchmal macht das auch die Sekretärin unserer Schule),
    • organisiere die Klasseneinteilung.
    • Elternberatungen der Viertklässler zum Übergang in die Sek I dazu, inklusive Übergangsberichten inklusive Protokollen für alle Gespräche
    • Ich habe ganz bestimmt noch etliches vergessen, was ich so mache.

    Förderschullehrkraft

    • eingesetzt an mehreren Schulen
    • vom Schulamt mit Gutachten an anderen und den Schulen der Abordnung beauftragt
    • Diagnostik (z.B. Intelligenz), die nur FöS-Kolleginnen durchführen dürfen
    • zuständige für alle Klassen - je etwa 2 Std. pro Woche pro Klasse
    • Unterricht mit einzelnen Kindern, selten mal 2-3 Kinder
    • Material wird zum Teil von den GS-Lehrkräften gestellt, zum Teil selbst zusammengestellt
    • Beratung hinsichtlich Materialien, was sich aber immer an fertigen AH orientiert - mit bestimmten Vorlieben der FöS-Lehrkräfte, die dann aber ja kaum damit arbeiten/ begleiten,
    • bei einigen Lehrkräften Erstellen der Förderpläne für FöS-Kinder oder vor Gutachten

    Ich verstehe auch ein Stück weit die FöS-Kolleginnen, weil sie immer auf Reise sind, sich in mehreren Schulen einarbeiten müssen und dabei häufig noch wechseln, viele Kinder nur kurz in der Woche sehen,

    aber ohne Klassenleitung und immer nur mit einzelnen Kindern im Unterricht haben sie viel Ruhe. Dazu nervt es mich, wenn ich dann zur Antwort bekommen, es gäbe kein (fertiges) Material für bestimmte Kinder. Ich kann aber die Kinder nicht vor die Tür setzen, nur weil irgendjemand meint, dass es dafür kein Material gäbe, am Ende muss etwas auf den Tisch, das Kind muss etwas zu tun haben, wobei es auch etwas lernen soll und nicht nur beschäftigt ist.

    Ich hätte gerne eine FöS-Lehrkraft für zumindest 4 Stunden an 5 Tagen in der eigenen Schule und ein Lernraum-Konzept, sodass die Kinder, die alleine nicht lernen können, dann im Lernraum mit Hilfe von Unterstützung und gesonderten Materialien (für D und Ma) arbeiten können. Anderes, was sie selbst bewältigen, können sie auch gerne in der Klasse erledigen, aber es wäre notfalls immer jemand im Lernraum da und zuständig.

    Wenn du wirklich denkst, dass du mit deinem Kind den Wortschatz gezielt trainieren müsstest:

    Von Jandorf gibt es die Bilder, die in den Heften sind, auch als Spielkarten-Material (Bild-Wort-Karten). Ich habe das Set mit den 416 Karten für den Daz-Unterricht.

    Damit kann man sehr schöne Spiele machen und darüber die Wörter üben und dann auch andere Sachen trainieren. Wenn du denkst, dass du das mit ihm üben willst, guck dir das Material an, die Übungen kann ich dir gerne demnächst hier herein kopieren

    Ich setze mein Kind nicht unter Druck sondern will ihn einfach ein bisschen vorbereiten, damit der dann im Unterricht nicht ständig denkt, er könne Sachen nicht.

    Ich finde sowas schwierig, bei allem Verständnis dafür, dass man das eigene Kind fördern und unterstützen will. Aber es bleibt eine Gratwanderung.

    Es gibt Kinder, denen es hilft, ja.

    Es gibt andere,

    - die dann zu Hause denken, dass sie es nicht können, weil viel zu viel verlangt wird,

    - die zu Hause denken, dass sie nichts können, weil mit ihnen geübt wird, das Kind denkt dann, die Eltern würden meinen, es sei schlecht in der Schule,

    - die zusätzlich zu Hause üben (müssen) und dann in der Schule zum einen selbst nichts mehr entdecken dürfen und der Lernerfolg nie auf diesen Entdeckungen basiert und darüber belohnt wird,

    - die sich in der Schule langweilen, nicht anstrengen müssen, keine Anstrengungsbereitschaft entwickeln, was einem sehr viel später auf die Füße fällt.

    Die Bücher, die ihr für die Schule angeschafft haben solltet, sollen in der Regel für das 1. Schuljahr ausreichen und nicht Weihnachten fertig sein. Wir brauchen sogar bis zu den Herbstferien im 2. Schuljahr, bis wir alle Buchstaben erarbeitet haben. Wir schaffen es am Anfang nicht, 1 pro Woche einzuführen, zu den Zeugnissen im Halbjahr habe ich etwa 12 Buchstaben (je nach Jahrgang und Schulanfang im Sommer), der Rest kommt dann. Dennoch können nun viele Kinder Sätze lesen, wenig auch Texte.

    Und auch bei uns gilt offiziell, dass man 2 Jahre Zeit bekommt.

    Erstlesebücher sind eher etwas für Kinder in Klasse 2+3,

    die Lesefähigkeiten der Erstklässler in der DDR gelten als legendär, vielleicht kann Quittengelee oder jemand anderes das einordnen - es gab damals auch eine Vorschule und meines Wissens 12 Std. Deutsch, in denen auch SU abgedeckt wurde (kann auch falsch sein).

    Dazu kommt dann noch "hat er zwar, aber mag er nicht".

    Wenn dein Kind soweit ist, dass ihm die Aufgaben leichter fallen, dann nimmt es sich selbst Fibeln oder Material der 1. Klasse.

    Wenn TipToi mit Stift doof ist, kann man gemeinsam Bücher anschauen oder vorlesen und hinterher noch drüber reden oder die Geschichte weiterspinnen, bevor man weiterliest oder nachdem das Buch fertig ist. Das ist nicht Lesen im klassischen Sinn, fühlt sich nicht wie Schule an und fördert trotzdem das Lesen. Um den deutschen Wortschatz zu fördern, kannst du es auf Deutsch machen, um das Lesen/ den Umgang mit Texten zu fördern, kann es auch in der Erstsprache sein, das überträgt sich auch auf die Zweitsprache und fördert die Sprachkompetenz.

    Ich kann gar nicht erkennen, wo die regierenden Parteien, es sind unterschiedliche in verschiedenen BL, zur Verfolgung von Menschen mit Migrationshintergrund aufrufen,

    wohl aber, wie andere durch ständiges Wiederholen von Behauptungen wie "Masseneinwanderung" oder Kriminalisierung von Zugewanderten die Wahrnehmung beeinflussen, die Diskussionen bestimmen wollen und ein Klima der Unzufriedenheit schüren.

    Aber auch das ist ja verschieden.

    Die FöS-Kolleginnen bei uns haben keine Klassenleitung, sie sind nur in der Inklusion eingesetzt und nehme auch gerne mal nur 1-2 Kinder mit,

    während die GS-Lehrkräfte immer alle beschulen, auch die 1-2 Kinder in allen anderen Stunden.

    Vielleicht ist die Aufgabenteilung nicht transparent genug, aber auch ich sehe nicht, wo die FöS-Kolleginnen annähernd die Aufgaben erfüllen müssen, die Regelschullehrkräfte bewältigen.

    Wie viele Wochen hattet ihr? Bei uns sind es 6 Wochen und die Kinder können erste Buchstaben und wenige Silben. Mehr nicht.

    Vermutlich setzt die Schule das Heft (JETZT NOCH) nicht ein, weil die Schüler:innen dabei zu viele demotivierende Misserfolge hätten, später aber gerne an diesen Aufgaben arbeiten.

    Vielleicht solltest du, das haben wir schon öfter mal gesagt, von den exorbitant hohen Leistungen an deiner Privatschule Abstriche machen und dein Kind nicht unter Druck setzen, sondern Angebote finden, die es schaffen kann und damit das Kind stärken, damit es nicht auf die Idee kommt, es sei schlecht, weil es deinen Anforderungen nicht folgen kann - zumal es zweisprachig ist.

    Wenn es Probleme mit dem deutschen Wortschatz gibt, dann guckt euch Bilderbücher/ Wimmelbücher an und erzählt euch gegenseitig, was ihr dort seht.

    Du kannst ihm mit einem sprechenden Stift weitere Möglichkeiten eröffnen, könntest ihn Podcasts/Geschichten auf Deutsch hören lassen.

    Für unsere DaZ-Schüler:innen haben wir einen booki-Stift und die Lies-Mal- und DaZ-Hefte, die mit diesem Stift genutzt werden können (das meinst du vermutlich auch mit "Heft mit dem Küken"). Mit Hilfe des Stiftes werden die Bilder benannt, sind damit bekannt, die Kinder erbringen die Leseleistung und Zuordnung trotzdem und lernen nebenher Begriffe.

    "trigraphs" meint vermutlich Konsonantenhäufung wie sp/st, sch etc., die kommen in einem gewöhnlichen Leselehrgang Ende Klasse 1 dran, werden aber in Klasse 2 wiederholt und in RS-Übungen in Klasse 3+4 erneut aufgegriffen.

    Und aus tiefster Dankbarkeit sollen diese Menschen, die sich von der Politik vernachlässigt fühlen, die Parteien weiter wählen, welche diese vermeintliche Ungerechtigkeit ermöglicht haben und weiter ermöglichen werden?

    Aus einer gefühlten Vernachlässigung heraus sollen die Menschen Populisten wählen, die - siehe Meloni - die Benachteiligten noch schlechter stellen werden, Ungerechtigkeiten schüren und alles darauf ansetzen, Unruhe zu verbreiten und die Gesellschaft zu verrohen?

    Wenn du den Tee in der 125-ml-Kanne achtmal aufgießt, hast du insgesamt 1 l getrunken. Und weit mehr davon gehabt als bei einer 1-l-Kanne.

    Wenn du Tee 8mal aufgießt, kannst du auch einfach heißes Wasser trinken.

    Üblich wäre ein 2. Aufguss, spätestens beim 3. kommt ein neuer Döpsel Tee dazu.

    Bei wirklich zieldifferenter Beschulung braucht es zieldifferentes Material, nur selten kommen die SuS mit den normalen Materialien und wenig Unterstützung zurecht, aber ja, das gibt es auch.

    Im Alltag kann man es manchmal durch Aufgabenverteilung, Lesepartner etc. auffangen. Einerseits würde auch ich mir da mehr Unterstützung wünschen, andererseits kann man ja nicht immer alle Stunden absprechen und die FöS-Lehrkraft kommt ja nur Ahnung an vorbei.

    In NDS gibt es eine Dienstvereinigung des Landes mit den FöS, die sehr zu Lasten der Regelschullehrkräfte geht, was ich sehr ärgerlich finde.

    Auch überlege ich, ob die wenigen FöS-LuL-Stunden nicht besser eingesetzt wären, wenn die FöS-Kinder in kombinierten, jahrgangs- oder jahrgangsübergreifenden Lerngruppen bei den FöS-LuL Unterricht hätten, ganz ähnlich zu Koop-Klassen.

    Doch, will ich, warum muss das frühzeitige Zubereiten von mitnehmbaren Speisen „mealprep“ genannt werden, wenn es doch Vorbereiten oder Vorkochen oder Brote schmieren oder Frühstück einpacken heißen kann?

    Ich habe mehrere Kolleginnen, die sich Joghurt/Porridge mitbringen und das, was früher in der „Ecke“ war, zusätzlich dabei haben oder im Fach, sodass es dann noch eingestreut wird. Obst ist oft gleich mit im Glas (!) und wird dann verrührt.

    Bei Granatapfelkernen knuspert es besonders.

    Wenn es morgens zu knapp ist, kann man es am Abend vorher abfüllen, was heute modern „meal prep“ heißt, nennt man schlicht „vorkochen“.

    Das geht auch mit einer Thermoskanne Tee.

    Für den Hunger zwischendurch gibt es Reiswaffeln oder Apfel …

    … oder doch etwas von den vielen Leckereien, die bei uns häufig ausgegeben werden.

    Was hilft euch denn in solchen Momenten weiterzukämpfen, nicht aufzugeben?

    In einer Talkshow äußerte eine Betroffene mal, dass man machen solle, was einem gut tue, aber das es durchaus legitim sei, einfach mal die Decke über den Kopf zu ziehen und alles doof und ätzend zu finden.

    Das war für mich ein besonders hilfreicher Hinweis ... ist eben nicht immer alles eitel Sonnenschein, dann muss man sich eben auch mal ne Runde bemitleiden dürfen ... danach geht es zumindest mir besser, der Akku füllt sich etwas und man hat auch wieder einen Blick, der auch positive Sachen finden kann, seinen sie noch so klein.

    „Welche Personengruppen fallen in den Medien immer wieder auf, daß sie massiv Ärger machen?“

    Ist das dein Ernst?

    Mir fallen eine Menge negativer Pressmitteilungen auf, die sich auf Katholiken und katholisch sozialisierte Personen beziehen, und ebenso Meldungen, die sich auf Menschen beziehen, die in Deutschland sozialisiert wurden.

    Zur Darstellung in den Medien verweise ich auf

    https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Expe…_den_Medien.pdf

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