Beiträge von Palim

    Der Duden gilt für uns alle.

    Es mag dich überraschen oder enttäuschen, aber das stimmt so nicht mehr.

    Es ist richtig, dass der Duden für lange Zeit im Zweifelsfall herangezogen wurde und quasi als amtlich galt und auch von Amts wegen eingesetzt worden war,

    das wurde aber gekippt, so erhielt dann z.B. der Wahrig Aufschwung, der eine ähnliche, aber eben nicht gleiche Sammlung veröffentlicht.

    Die Redaktion des Duden gibt seitdem nicht mehr die Wortschreibung vor.

    Stattdessen gibt es ein amtliches Regelwerk samt Wortliste.

    https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/

    Aktuelle Positionen des Rates der deutschen Rechtschreibung zur gendergerechten Sprache findet man unter

    https://www.rechtschreibrat.com/geschlechterge…vom-26-03-2021/

    Aber Informationstechnik ist nicht so auf Innovationen eingestellt. Es dauert lange, bis so etwas umgesetzt wird.

    Scheint wohl noch nicht wichtig genug zu sein.

    Gibt es für andere Sprachen ein Glottis-Zeichen, das man nutzen könnte?

    Ich kann selbst suchen: gibt es

    ʔ

    https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%94

    Aber es ist einem Fragezeichen recht ähnlich.

    Ob eine 7 im Wort da besser ist?

    Oder ein Saltillo - nettes Wort - spanisch ‚kleiner Sprung‘: Ꞌ

    Dann sind es LehrerꞋinnen.

    Da der Doppelpunkt im Wort auch in der digitalen Version als Glottisschlag vorgelesen wird, wurde irgendwo von irgendwem : vorgeschlagen, damit wird es beim Vortrag hörbar.

    Ich denke weiterhin, dass es notwendig ist, Frauen in der Sprache sichtbarer und hörbarer werden zu lassen.

    Wenn also, wie so schön vorgeschlagen, die Sprache Movierungen zulässt, kann man diese nutzen und auch ausweiten oder auf anderes übertragen.

    Machen es viele, entwickelt sich Sprache in diese Richtung, wenn nicht, ist es irgendwann wieder verschwunden.

    Die Kinder tun sich schon mit „Ärztin“ schwer oder „Pilotin“, sie müssen wirklich die Bezeichnungen selbst lernen,

    aber sehr viele Kinder kennen auch gar keine Berufsbezeichnungen.

    Aus dem Satz: „Ich arbeite bei xy“ wird als Berufsbezeichnung dann „xy“ abgeleitet.

    Inzwischen leite ich den Satz ein mit „Wenn ich groß bin werde ich …“, damit die Kinder merken, dass Verkaufsketten und Automarken keine Berufsbezeichnung sind.

    „Meine Tante ist Arzt“ bedeutet meistens „Meine Tante arbeitet bei einer Ärztin in der Praxis als medizinische Fachangestellte“.

    Übrigens Thema in Klasse 4, als Rechtschreibübung oft in Klasse 2 oder 3 schon gesetzt, um -in und -innen zu üben.

    Mag sein. Es macht aber auch keinen Sinn, die jungen Menschen nur in einer sterilen Schulsprache zu unterrichten. Sie werden in ihrem Alltag gegenderten Formen begegnen. Dann müssen sie wissen, was es damit auf sich hat, auch wenn es nicht im Duden steht.

    Das scheint mir ein wichtiger Punkt zu sein,

    in der GS sind weibliche Berufsbezeichnungen eigentlich eine Rechtschreibübung, dabei merkt man dann, wie wenig geläufig sie sind … wobei Berufsbezeichnungen insgesamt ein schwieriges Feld sind.

    Neulich habe ich gelernt, dass es Sprachen gibt, in denen es eher einer Beleidigung nachkommt, wenn man „Lehrerin“ sagt, es bedeute, man könne seinen Job nicht.

    Die Wahrnehmung ist sicher sehr unterschiedlich, je nach persönlichen Wünschen, Möglichkeiten im Kollegium, Ausgewogenheit der Pläne.

    Wenn alle auf einmal jungen Nachwuchs hätten, könnte die Schule keine 1. Stunde mehr anbieten, muss sie aber besetzen. Kann nicht vorkommen? Doch, gerade dann wenn mehrere junge Kolleg:innen Nachwuchs bekommen, ist man schnell an dieser Grenze, da reichen manchmal 2 Leute, wenn vorab ohnehin schon Mangel war.

    Das ist gerade in den GS ein Problem und gerade da müssen möglichst viele von der 1.-4. Stunde anwesend sein, damit die Klassen besetzt werden können. An weiterführenden Schulen gibt es dann andere Notwendigkeiten und Bedingungen.

    Es ist in Ordnung, solange es sich die Waage hält. Ich verstehe, dass es für Familien mit kleinen Kindern schwierig ist. Ich frage mich aber auch, welche anderen Arbeitgeber darauf Rücksicht nehmen können oder müssen.

    Ich verstehe aber auch, das Kollge:innen ohne Kinder auch mal Wünsche anmelden möchten und nicht generell den Rest erledigen wollen, immer die Randstunden, immer bestimmte Aufgaben.

    Und ja, da gibt es immer auch mal Menschen, die wirklich überzogene Vorstellungen haben und erwarten, dass die Schule alles ermöglicht, ohne dass die Leute selbst die Bedingungen in den Blick nähmen … und auch nicht die Nachteile der anderen wahrnehmen. Das funktioniert dann nur bis zu einem bestimmten Grad … und wird irgendwann abstrus oder komisch: volle Stelle, Kinder erwachsen, ich komme zur 3., ich gehe nach der 4., keine Klassenleitung, keine Hauptfächer, … Man kann nicht alles haben.

    Bei uns sind die (einzigen) Untersuchungen durch Ärzt:innen und Assistent:innen des GA im Jahr vor der Einschulung, die letzten Schulen haben ihre Termine rund um Pfingsten, die Ferien können im Juni beginnen, da hat man nach der Untersuchung manchmal noch gerade 4 Wochen an den Schulen.

    Der Zeitpunkt der Untersuchungen hat sich nicht verändert, der Ablauf auch nicht, die Einschätzung der Fähigkeiten wohl - heute werden Kinder seltener zurückgestellt. Die Zurückstellung selbst erfolgt durch die Schule, die medizinische Einschätzung durch die Ärztin, Schulen können eigene Testungen oder eine Art Probeunterricht durchführen, um sich ein Bild zu machen.

    Wenn 4 Wochen vor den Sommerferien etwas auffällt, ist es zu spät,

    man kann zu der Zeit auch kein Gutachten mehr anstreben, bekommt keinen Platz an einer bestimmten Förderschule mehr. Kinder, die zuvor nicht aufgefallen sind, weil sie vielleicht nicht oder nicht regelmäßig genug in einer Einrichtung waren, werden dann ggf. noch zurückgestellt, wenn eine Schulkindergarten-Klasse (für zurückgestellte, schulpflichtige Kinder) zustande gekommen ist. Aber auch die Schulen mit eine4 solchen Klasse müssen ihre Planung irgendwann abschließen.

    Die Sprachüberprüfung war ein Screening mit vorgegebenem Material, keine ärztliche Untersuchung, die ja erst viel später erfolgte.

    Es gab auch keine medizinische Diagnose, sondern eine Einschätzung des Sprachverständnisses, die zur Einteilung für den Förderunterricht führen konnte.

    Ich kenne Delfin 4 nicht en detail, daher die Frage: Kann man denn mit dem Test differenzieren, ob ein Kind ein Problem mit Deutsch als Zweitsprache hat (und entsprechend Sprachförderung benötigt) oder eine Sprachstörung hat (und entsprechend Sprachtherapie benötigt)?

    Mit dem Testverfahren bei uns konnte man es schon recht gut bemerken.

    Dazu kommt, dass man im Zweifelsfall das Kind in die Förderung genommen hat. Gab es dann weitere Auffälligkeiten, konnte man die Eltern immer noch schicken, was man auch tut, wenn man den Eindruck hat, ein Kind könne nicht gut sehen oder hören.

    Das ist etwas anderes als eine Momentaufnahme bei einem Test.

    Wenn die Ärzt:innen des GA das wenige Wochen vor den Sommerferien machen, ist es einfach sehr spät und eine Therapie vor der Einschulung gar nicht möglich.

    Auch kommt es bei uns vor, dass das sprachliche Defizit zu einer oberflächlichen Untersuchung führt …“kann nicht durchgeführt werden“.

    Da sprachliche Defizite (im Sinne von DaZ) nicht allein zur Rückstellung führen sollen, werden die Kinder eingeschult und dann stellt sich heraus, ob es allein daran lag.

    Außerdem waren es bei uns etwa zur Hälfte Kinder aus deutschen Familien, deren Wortschatz so gering war, dass sie einfache Anweisungen nicht umsetzen konnten und ein Bild nicht beschreiben konnten.

    Innerhalb des Jahres konnte man dann schon vor der Einschulung ausloten, was dahinter steckte.

    Ich sehe es wie Lamy74 : alle Kinder werden vorgestellt und es erfolgt ein Screening, im Anschluss regelmäßige Sprachförderung über ein Jahr unter Schulpflicht durch dafür abgestellte Kräfte, die ggf. weitere Förderung anraten können.

    Nachtrag: waren SuS in Sprachtherapie, hat man sich oft mit der Therapeutin abgestimmt, ob die schulische Förderung sinnvoll ist. Inhaltlich ging es dabei wirklich vorrangig um Wortschatzarbeit, Richtung Einschulung auch um Förderung der phonologischen Bewusstheit

    In NRW schon weit vor dem Lehrkräftemangel.

    Wann war denn "vor dem Lehrkräftemangel"?

    Bei uns war vor 10 Jahren schon Mangel, die Sprachförderung wurde 2018 kassiert.

    Im gleichen Zug wurde auch der Einschulungstermin für die im Sommer geborenen Kinder flexibilisiert.

    So musste man das Einschulungsdatum nicht zurückdrehen, hat aber darauf gesetzt, dass viele Eltern die Kinder erst 1 Jahr später einschulen.

    In NDS wurde der erste Test noch mal abgeändert,

    bei aller Kritik mussten aber alle Kinder 18 Monate vor der Einschulung in der Schule vorgestellt werden.

    Dann hatte man Zeit, die Förderung über 1 Jahr durchzuführen, aber auch Zeit, um Eltern zu Ärzten zu schicken, Hör- und Sehleistung kontrollieren zu lassen, Logopädie o.a. weit vor der Einschulung zu beginnen.

    Diese Zeit verliert man nun, die Einschulungsuntersuchungen, so sie überhaupt stattfinden, sind relativ kurz vor der Einschulung, da können sich die Eltern um einen Arzttermin kümmern, der aber erst erfolgen wird, wenn das Kind schon zur Schule geht, eine Therapie entsprechend noch später.

    Von der Ärztin der Untersuchung, die bei uns oft zuständig ist, heißt es dann auch gerne: „Wieso, Sie haben doch Inklusion“, als wäre das allein ein Allheilmittel.

    Das gab es doch schon, Delfin 4 in NRW und Fit in Deutsch in NDS als Überprüfung durch die Schule.

    Danach Sprachförderung in Kleingruppen, ein Jahr lang, täglich eine Stunde, dafür galt Schulpflicht.

    Kinder, die nicht im KiGa waren, mussten dafür gebracht werden.

    Aber bei jedem Lehrkräftemangel wurden die Stunden gestrichen und dann wurde die Maßnahme komplett vom Land kassiert.

    An der Uni Hildesheim gibt es einen (Bachelor- und Master-)Studiengang "Sozial- und Organisationspädagogik". (weiß ich zufällig, weil die Tochter eines Kollegen dort studiert)

    Den gab es damals schon, an der FH in Hildesheim gab es auch einen Studiengang … und eben Menschen, die nach den Vordiplom gewechselt haben.

    Vielleicht konnte man auch mit einer Fachhochschulreife (über Fachoberschule oder nach Klasse 12) an der FH studieren und nach dem Vordiplom an eine Uni wechseln?

    Es hieß damals, die FH-Absolvent:innen würden später eher mit Klienten arbeiten, die Uni-Absolvent:innen später im Büro, z.B. Jugendamt arbeiten.

    Dass es für ein Schulfach sein sollte, ist auszuschließen, Lehramt für Berufsschulen gab es an dieser Uni damals nicht.

    Ich finde bis heute, dass es erstaunlich ist, dass es so viele unterschiedliche Studiengänge und Ausrichtungen gibt.

    Ich hatte für eine Arbeit in Kunst ein detailliertes Kriteriensystem entwickelt und danach bepunktet.

    Seltsamerweise ergaben sich beim 3-Haufen-Verfahren - das ich einige Tage später durchführte - annähernd dieselben Noten.
    ;)

    Aber beim Haufen-Verfahren muss man weder den Bogen erstellen noch ausfüllen und im Anschluss nicht jedes Kriterium rechtfertigen, weil noch hier und da ein Punkt für die übernächste Note fehlt.

Werbung