Ich kenne Delfin 4 nicht en detail, daher die Frage: Kann man denn mit dem Test differenzieren, ob ein Kind ein Problem mit Deutsch als Zweitsprache hat (und entsprechend Sprachförderung benötigt) oder eine Sprachstörung hat (und entsprechend Sprachtherapie benötigt)?
Mit dem Testverfahren bei uns konnte man es schon recht gut bemerken.
Dazu kommt, dass man im Zweifelsfall das Kind in die Förderung genommen hat. Gab es dann weitere Auffälligkeiten, konnte man die Eltern immer noch schicken, was man auch tut, wenn man den Eindruck hat, ein Kind könne nicht gut sehen oder hören.
Das ist etwas anderes als eine Momentaufnahme bei einem Test.
Wenn die Ärzt:innen des GA das wenige Wochen vor den Sommerferien machen, ist es einfach sehr spät und eine Therapie vor der Einschulung gar nicht möglich.
Auch kommt es bei uns vor, dass das sprachliche Defizit zu einer oberflächlichen Untersuchung führt …“kann nicht durchgeführt werden“.
Da sprachliche Defizite (im Sinne von DaZ) nicht allein zur Rückstellung führen sollen, werden die Kinder eingeschult und dann stellt sich heraus, ob es allein daran lag.
Außerdem waren es bei uns etwa zur Hälfte Kinder aus deutschen Familien, deren Wortschatz so gering war, dass sie einfache Anweisungen nicht umsetzen konnten und ein Bild nicht beschreiben konnten.
Innerhalb des Jahres konnte man dann schon vor der Einschulung ausloten, was dahinter steckte.
Ich sehe es wie Lamy74 : alle Kinder werden vorgestellt und es erfolgt ein Screening, im Anschluss regelmäßige Sprachförderung über ein Jahr unter Schulpflicht durch dafür abgestellte Kräfte, die ggf. weitere Förderung anraten können.
Nachtrag: waren SuS in Sprachtherapie, hat man sich oft mit der Therapeutin abgestimmt, ob die schulische Förderung sinnvoll ist. Inhaltlich ging es dabei wirklich vorrangig um Wortschatzarbeit, Richtung Einschulung auch um Förderung der phonologischen Bewusstheit