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Beiträge von Palim
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Ich möchte unterstreichen, dass ich das ganz und gar nicht abwertend meinte. Warum denn auch.
Weil
a) man es durchaus erlebt, dass man in gemeinsamen Konferenzen zwischen GS und weiterführender Schule ein "Wünsch-dir-was" zu hören bekommt mit vielen Hinweisen, was "die Grundschule" bitte mit den Schüler:innen alles üben soll ... oder eben auch nicht, weil sich verschiedene Schulformen verschiedenes wünschen. Von "macht bitte unbedingt" bis "macht bitte in keinem Fall" ... ein und dasselbe Thema. Ja, sogar das könnte ich umsetzen, aber an genau der Stelle bin ich eben nicht "Zubringer", sondern eigenständig und nicht der Wunschautomat dafür, dass man noch gerne X und Y hätte.
b) die Grundschule eine ganz eigene Schulform mit einem Curriculum und Vorgaben ist. An diese halten sich die Lehrkräfte, einschließlich Didaktik und Methodik, Differenzierung, vielen Inhalten ganz neben dem Fachlichen, das in der SekI mehr Fokus erhält, in der GS aber eben nicht ohne die anderen Aspekte stehen kann.
(Für die Sätze, die Kinder schreiben können sollen: Wenn man die Aufsatzerziehung kappt, ist die Konsequenz, dass die Kinder das nicht mehr können. Diese Konsequenz könnt ihr dann gerne beim Ministerium anbringen, nicht bei den Grundschulen, die sich an die Vorgaben halten. Dafür könne die Schüler dann eben die anderen Sachen, die früher nicht so wichtig waren und weniger Raum hatten.)
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Das wirft imo Fragen auf, was denn anders geworden ist.
Ja, aber es könnte auch sein, dass die Schüler:innen erheblich besser gefördert werden, wenn sie mit geringeren Kompetenzen kommen und doch einigermaßen fähig gehen, trotz Zweitsprache, Corona, Inklusion ohne Ressourcen …
Das, was du als „Einheitskuddelmuddel“ darstellst, bewerte ich ganz anders, weil es vielen Schüler:innen Möglichkeiten eröffnet, die sie im Gleichschritt nicht hätten. Das bevorzugt oder bedient ja nur die Kinder, die sich genau auf dieser Einheitslinie befinden, alle anderen nicht und das sind weit mehr.
Warum sich Kinder in der GS langweilen, weiß ich nicht, muss man nicht, es sei denn, das Arbeitsverhalten stimmt nicht. Das wird es dann auch in der weiterführenden Schule nicht.
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Wir müssen uns doch echt mal klar darüber werden, dass diese Kinder irgendwann mal unsere Gesellschaft bereichern sollen.
Tun wir.
Das GE-Kind kann jetzt lesen, total super, dass das überhaupt klappt, aber es wird nicht mehr unbedingt auf Lesende angewiesen sein, sondern kann sich selbst helfen und der Mutter auch, die übrigens arbeiten geht.
Das Kind, das die deutsche Sprache noch nicht kann und ein Trauma hat, ist super in Mathe. Es wird die Sprache in den nächsten 2-3 Jahren lernen und dann durchstarten und irgendwas mit Mathe machen können, es kann nur jetzt gerade nicht mehr schaffen, weil es noch an der Sprache scheitert.
Das Kind, das total begabt ist, blüht in der Förderung (Herausforderung) auf, es überschlägt sich förmlich. Ich bin nicht sicher, ob es an der nächsten Schule einen Dämpfer bekommt, weil der Gleichschritt wartet, aber das, was es jetzt lernt, wird es beflügeln und stärken, das es sicher ist, dass es Lernen kann, auch wenn es mal schwierig wird.
Ich kann es dir für jedes Kind meiner Klasse darlegen, welche kleinen und großen Schritte jedes Kind gemacht hat, wo ich es sehe und wo ich mir wünsche, dass es ankommen wird. Aber das kann ich nur für 4 Jahre, danach sind andere zuständig.
Manches würde ich mir wünschen (Arztbesuche, Therapien), kann es aber nicht beeinflussen, mehr Förderung in Kleingruppen kann ich auch nicht bereitstellen, die Unterrichtsversorgung ist so schlecht, wie sie ist.
Du, FrozenYoghurt ,forderst Leistung? Nur zu. Bitte begleite die Schüler:innen so, dass sie ihre Wege möglichst gut bewältigen können. -
Klappt ja nicht, sonst würden die Leistungserhebungen nicht immer schlechtere Ergebnisse offenlegen.
Ich finde die Einschätzung schlicht falsch.
Kinder, die in Klasse 1 große Schwierigkeiten in Ma/D haben, können diese überwinden und am Ende der Grundschule gute Leistungen zeigen. Das klappt, wenn alle zusammenarbeiten und sonst keine Komplikationen hinzu kommen.
Kinder, die Einschränkungen haben, lernen, diese zu kompensieren. Vielleicht sind sie nach 4 Jahren noch nicht so weit, wie die anderen Schüler:innen, die es leichter haben, aber das Fundament ist sicher und sie bauen darauf auf und entwickeln gute Leistungen.
Ja, natürlich gibt es auch andere Kinder. Ehrlich gesagt sehe ich so viele Baustellen und Schicksale und ich bin nicht sicher, ob es mehr als früher ist oder ob ich früher nicht so genau hingesehen habe.
… oder ob mehr Familien private Lösungen suchen, weil das Gras auf der anderen Seite des Zaunes so viel grüner zu sein scheint?Wenn Grundschule anders ausgestattet wäre, wäre erheblich mehr möglich - siehe oben: Weit mehr Personal. Es wird nach Leistungsforderungen gefragt , aber wir leisten und nicht das Einfordern von Leistung, sondern dass wir Kinder im Alter von 6 oder 7 Jahren sich selbst überlassen, weil sie nicht genug unterstützt werden.
Alle diese Kinder benötigen keine Selektion, sondern Lehrkräfte, die an sie glauben, die sie sehen, die ihnen Wege zeigen und sie unterstützen - und das gilt für alle, egal, wie der IQ ist oder das Hörvermögen oder die Motorik…
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nach welchen Kriterien Klassen zusammengesetzt werden.
Wir achten
- auf Schuleingangsdiagnostik der Schule
- auf Schuluntersuchung (aber das sind 15 min und wenig aussagekräftig, weil Kinder bei fremden Menschen in fremden Umgebungen unterschiedlich reagieren und weil die Ärzt:innen zu sehr verschiedenen Einschätzungen kommen … also achte ich auf die Unterschrift der Ärztin, um die Testung einschätzen zu können
- auf Straßen achten wir mit Absicht nicht mehr, das war hier aber früher so … das führte hier damals zu A- und B-Klassen, wie FrozenYoghurt es beschrieben hat, könnte also ein Ergebnis solcher Zusammensetzung sein.
- auf sprachlichen Hintergrund
- auf Unterstützungsbedarfe, Schwierigkeiten, die vorher absehbar sind, Erkrankungen, besondere Bedarfe
- darauf, dass man KiGa-Gruppen mischt, um keine festen Gruppen in Klasse 1 zu haben und wenige Kinder, die nur schwer einbezogen werden
- darauf Jungen/Mädchen gleichmäßig zu verteilen
- erst danach: Freundschaftswünsche, die Wünsche sind und keine Garantie
Und das alles VOR der Einschulung, also fast alles Aktenlage bis auf wenige Kontakte mit den Kindern. Manches kann man vorab nicht wissen und dann sind die Klassen trotz aller Bemühungen nicht gleich. Förderbedarfe, Krankheiten, Belastungen durch was auch immer … kommen in 4 Jahren hinzu, das kann man nicht alles vorab sehen.
Und ab der Einschulung gibt es auch viele Entwicklungen. Ich hatte auch schon eine Klasse, 24 Kinder zu Anfang und am Ende der 4. Klasse, aber 12 weitere Kinder waren gekommen/gegangen.
Geht ein Kind, nimmt man das nächste fast immer in die Klasse auf, egal, was dieses Kind mitbringt. Es ist da und es wird beschult und nur selten gibt es davon abweichende Entscheidungen, weil man dazu ja Informationen benötigt und einen triftigen Grund, warum man eine Klasse stärker belegt und eine andere kleiner sein soll. -
Mir erschließt sich nicht, warum man keine Klassen mit möglichst gleichen Leitungsständen bildet und Kinder bei Bedarf eben hin und her schiebt, wenn sie z.B. stark aufgeholen oder sich zeigt, dass sie langsamer arbeiten und mehr Wiederholungen benötigen oder dergleichen.
Ich denke, eine Lehrkraft kann nach wenigen Wochen einschätzen, wo man "wie vorgesehen" im Stoff starten kann und wo es an Basiskompetenzen mangelt, die erstmal gelegt werden müssen.
Wie oft und in wie viele Gruppen willst du denn aufteilen?
Was ist mit dem Kind, das kognitiv fit ist, aber motorisch schlecht entwickelt? Muss es dann in die Gruppe derer, die kognitiv und motorisch schlecht entwickelt sind? Oder gibt es 2 oder 3 Gruppen für Mototrik?
Wechseln dann alle Kinder alle 15 min und haben Mini-Fächer, also z.B. Motorik, Auditive Wahrnehmung, Zählen, Stifthaltung…, um je Basiskompetenzen homogene Gruppen zu finden?
Wie groß dürfen die Gruppen sein und wie viele Lehrkräfte gibt es, damit die Gruppen gefördert werden?
Ich kann es mir rein praktisch gar nicht vorstellen, wenn ich mir meine Klasse vorstelle und um die vielfache Differenzierung weiß, für die es auch jetzt weder Räume noch Personal gibt. Wo kommt das her?
Wenn man das Personal hätte, könnte man ja auch die jetzige Differenzierung besser stützen oder nebenher kleine Fördereinheiten in immer wechselnden Gruppen einsetzen. Könnte! -
Wir arbeiten mit Wochenplänen und alle Kinder müssen in jeder Woche ein gewisses Pensum geschafft haben (es wird wenig bis gar nicht in diesen Plänen differenziert).
Oft müssen auch Seiten in den Heften verpflichtend bearbeitet werden, die ich alleine nicht für alle Kinder ausgewählt hätte, weil sie vom Layout beispielsweise schon zu voll sind oder ich eben lieber ein AB mit Analogieaufgaben (zumindestens für einige Kinder) reingeben würde.
Du kannst dir die Arbeit machen, und andere Pläne erstellen.
Oder du kannst die bestehenden Pläne abwandeln, indem du auf dem Plan etwas streichst oder indem du in den AH markierst, was die Kinder auf der Seite erledigen sollen, z.B. nur die schwierigen Aufgaben, wenn das Kind schon sicher ist.
Wenn es an eurer Schule üblich zu sein scheint, mit Plänen zu arbeiten, musst du überlegen, in wie viel Diskussion du mit den Kolleg:innen einsteigen willst.
Dazu ist es dann auch sinnvoll, mit den Eltern zu sprechen. Dann kann man individuell vereinbaren, welche Aufgaben Pflicht sind und welche herausgenommen werden und warum. Wenn Eltern lieber alles mit ihren Kindern machen wollen, ist es dann transparent und sie können nachholen, was ihnen wichtig ist.
Bei der Auswahl ist es für jedes Kind verschieden, ob es Wahl-Aufgaben immer meidet und noch weniger macht oder ob es dies als Chance annehmen kann und sie zumindest probiert.
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Ja, genau, es gibt einen Stopp an der Stelle, wo ich eine gemeinsame Erläuterung oder Erarbeitung sinnvoll finde.
Darüber sichere ich wichtige Inhalte, führe aber auch die Gruppe wieder zusammen, kann gemeinsame Gespräche initiieren …
In den Phasen mit dem selbstständigeren Arbeiten sind es Übungen und Vertiefungen.
Wer am Stoppschild anlangt und warten muss, kann sich an der Haltestelle bedienen, dazu kann man einen Ort in der Klasse finden oder die Aufgaben auch in den Plan setzen. Hier gibt es ein Angebot an einfachen und schwierigen Aufgaben, Knobel-Sachen, Wettbewerbs-Vorbereitung oder auch Material aus anderen Fächern
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So wie ich es mitbekommen habe, werden in NDS gerne die Eltern als "Hilfslehrer" eingebunden.
Hm, nein, Eltern sind quasi Partner:innen, sie können das Lernen unterstützen, wenn sie dazu in der Lage sind, sie sind Experten für ihr Kind und du für das Lernen und ihr arbeitet zusammen.
Ich glaube, man muss für sich ein System finden, wie man differenziert. Meine Wahl sind Arbeitspläne mit Stopps, es gibt Erläuterungen für alle, dann Übungen und Zeit für Kleingruppen oder erneute Erklärungen, irgendwann gibt es einen Stopp und eine neue Erklärung. Man kann das aber auch anders gestalten.
Noch etwas: Am Ende muss man bestimmte Inhalte geschafft haben, aber nirgendwo steht, dass das Lehrwerk vollständig ausgefüllt sein muss. Es ist ein Material neben anderen und ich wähle, was ich machen will und was ich weglasse.
Sorgen würde ich mir machen, wenn Kinder zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher bis 10 rechnen, die Zahlen bis 20 nicht ordnen können,
dass Kinder den Zehnerübergang noch nicht beherrschen, ist normal.
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Ich frage noch mal nach dem Bundesland … Oder habe ich das überlesen?
Entscheidend ist z.B. die Regelung für Dyskalkulie.
Weit davor ist zu überlegen, wie stark die Leistungen abweichen.In Klasse 2 wird bei uns zu diesem Zeitpunkt mit der Zahlraum bis 100 erarbeitet.
Einige Kinder haben Schwierigkeiten mit der Zahlstruktur, lernen es mit Übung aber.
Auch der Zehnerübergang bis 20 ist oft schwierig, aber der Zehnerübergang wird auch im 100er noch mal genau geübt, sodass man dann erneut üben kann.
Wenn du zu diesem Zeitpunkt in ein Elterngespräch gehst und den Eltern Tipps geben möchtest, solltest du sehr konkret sagen können, wie geübt wird. Es hilft nicht, weitere Aufgabenserien abzugeben, gerade in Mathe braucht es Material und konkrete Anleitung
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Um welche Klassenstufe geht es denn?
Ich habe dabei keinen Konflikt.Wenn das Kind die Inhalte noch nicht begreifen kann, differenziere ich.
Wenn das nicht ausreicht, spreche ich mit den Eltern und wir besprechen die nächsten Wege.
Dann kommt es sehr auf die Möglichkeiten im Bundesland an, wie stark man individualisieren darf. -
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Hm, ich brauche in den Sommerferien 2026 mehr Urlaub. 2 Wochen oder so
Sollen wir sammeln?
*Hut aufstell*
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Ik was vanavend in een plattdütsch Theater un dat was gewaldig.
Over hunnnert Schauspölers, een beindruckende Kulisse met veel Oogenmark vör lüttje un grotere Saken, veel Pläseer bi all, de mitmaakt hebt, un een Botschaft van Belang. -
Ich dachte ja, in dem Kontext des vorherigen Posts, in dem ich mich klar positioniert hatte, sei das klar.
Mir und dir, aber anderen wohl nicht.
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Ich freue mich, dass ich einen ungewöhnlichen Gegenstand, den wir nicht mehr benötigen, den ich aber noch nicht weitergeben/verkaufen konnte, nun an eine Kollegin und ihre Familie weitergeben kann und damit keine weitere Mühe mehr haben werde, gleichzeitig eine Familie und ein Kind sehr glücklich damit werden.
Die Frage kam völlig überraschend, meine Antwort wohl genauso und so waren wir beide überrascht, dass es genau passend ist.
Das ist unter allen derzeitigen Katastrophen gerade ein wirklich schönes Geschenk.
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