Beiträge von Palim

    Stand schon irgendwo, um welches Bundesland es geht?

    Sonderpädagoginnen in NDS in der GS:

    - es soll viel Beratung erfolgen, zwischendurch hieß es sogar mal, dass weniger Arbeit am Kind erfolgen solle - das hat sich bei uns nicht durchgesetzt,

    - jede Schule lotet aus, wie es mit den Stunden passen kann/soll,

    - die Kolleg:innen sind an mehreren Standorten eingesetzt, wo sie jeweils ein paar Stunden haben,

    - keine Klassenleitung,

    - Arbeit oft mit einzelnen Kindern (würde ich anders organisieren) immer nur für 1-2 Std. in der Woche,

    - FöS-LuL sind auch für Prävention zuständig, wofür sie an Schulen mit vielen festgestellten Bedarfen keine Zeit haben dürften, aber dann kann es sein, dass sie auch mit anderen Kindern arbeiten - vor dem Förderbedarf oder auch, um Abhilfe davon zu schaffen

    - die Konzepte der Schulen, wie man FöS-LuL inklusiv einbindet, sind sehr unterschiedlich, was daran liegt, dass das Land ständig Bedingungen und Vorgaben ändert und die Lehrkräfte nie alle gemeinsam geschult wurden oder wirkliche Entwicklungszeit für die Inklusion erhalten haben

    Mal eine Frage an die Grundschullehrkräfte:

    Kann man überhaupt NUR in der Schule das Lesen oder das Einmaleins richtig lernen?

    Müssen ja die Kinder, denen zu Hause niemand hilft oder helfen kann.

    Ich verstehe nicht, wie man die Eltern in die Pflicht nehmen will, wenn man doch weiß, dass sie selbst nicht lesen können oder selbst ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen.

    Gerade beim Lesen merkt man doch schon in Klasse 1 sehr schnell, wer übt und wer nicht, manchmal kann man auch fragen, oft sind die Kinder ehrlich. Lesetandem oder Lesepat:innen oder Lesenester oder andere Angebote sind m.E. so gewinnbringend für viele Kinder, weil darüber ein tägliches Üben über die Schule gewährleistet wird, das den Kindern ansonsten fehlt. Da macht es die Regelmäßigkeit.

    Entsprechend denke ich auch, dass da recht geringer Aufwand und Unterstützung noch viel bewirken kann. Aber diese Unterstützung fehlt dort, wo man keine Pat:innen findet, wo man keine Lesenester finanziert bekommt, wo man noch immer keine HA-Hilfe und keinen Ganztag eingerichtet hat.

    Wenn die Kinder älter sind, ab der 3. Klasse, und lesen können, wäre ich der Meinung, dass sie es auch allein schaffen können, am Nachmittag einen Text 2-fach zu lesen, um am nächsten Tag über den Inhalt Auskunft geben zu können oder unbekannte Wörter benennen zu können.

    Aber in dem Alter denken schon einige, man kann "lesen üben" ja nicht sehen, weil es nicht schriftlich ist, und deshalb könnte man es schleifen lassen. Generell braucht es da eben die Grundhaltung, die sie nicht erlernen, wenn ihnen da die Unterstützung fehlt und man meint, es reiche, als Lehrkraft die Erwartungshaltung zu haben, dass sich Eltern kümmern müssten.

    Die Theorie, dass migrantische Kinder die Muttersprache(n) der Eltern zuhause sprechen sollen, um Sprachgefühl zu entwickeln und fehlerhaftes Deutsch zu vermeiden, ist mir bekannt, aber gibt es Empirie, die das belegt? Kommt eine Muttersprache zudem besonders häufig in einem Umfeld vor, kann es durchaus sein, dass Kinder verstärkt den Kontakt mit Kindern mit gleicher Muttersprache suchen - und dann ist bei Kindern, die sich eh mit der deutschen Sprache schwer tun, die Wahrscheinlichkeit groß, dass untereinander eher in der gemeinsamen Sprache statt in Deutsch kommuniziert wird.

    Ja, es gibt Studien dazu, aber noch nicht genügend.

    Neuere Ansätze vergleichen nicht länger die scheinbar einsprachige Entwicklung mit der mehrsprachigen Entwicklung, sondern differenzieren mehr und stellen heraus, dass es unterschiedliche Formen der Kommunikation und Vermischung gibt und dass das die Mehrsprachigkeit nicht allein das Kennen zweier Sprachen ist, sondern zu einer anderen kommunikativen Kompetenz und weiteren Fähigkeiten führt, die aus dme Vermitteln, Vergleichen und Verwenden unterschiedlicher Sprachsysteme heraus entsteht.

    Man wendet sich von der Begrifflichkeit der "Halbsprachigkeit" ab und stellt heraus, dass mehrsprachige Personen nicht immer alle Sprachen klar trennen, sondern dass es Verknüpfungen zwischen den Sprachen gibt.

    Kinder passen ihr Sprachhandeln der Situation an und mischen dann, wenn es die Situation erlaubt oder verlangt.

    https://www.weiterbildungsinitiative.de/fileadmin/Reda…opoulou_web.pdf

    https://www.dji.de/veroeffentlich…erspektive.html

    Sprachentwicklungsprobleme gibt es zu gleichen Teilen bei einsprachigen wie auch bei mehrsprachigen Kindern, die Probleme zeigen sich dann in beiden Sprachen und beruhen nicht auf der Mehrsprachigkeit.

    Was könnte man noch Hilfreiches tun? Ideen?

    - Such die Adresse von der nächsten Pädaudiologin und schicke die Mutter dahin. Da wird getestet, ob das Kind richtig hören und Gehörtes verarbeiten kann. Das könnte ein Grund für die Sprachschwierigkeiten in beiden Sprachen sein. Kann, muss aber nicht, aber dann ist das abgeklärt und es gibt entsprechende Hinweise oder Verordnungen (Logopädie).

    - Frag dich durch, ob es ein Sprachheilkindergarten gibt. Aber das ist ggf. schon zu spät, auch dafür braucht man vorab Diagnosen.

    - Bei uns muss man sehr lange auf einen Logopädie-Termin warten, es kann sinnvoll sein, sich durchzufragen und schon mal auf eine Warteliste setzen zu lassen.

    Nicht zu vergessen, dass diese Bundesländer bisher A13 für alle eine Absage erteilt haben, weil ihnen gut ausgebildete GS- und SekI-Lehrkräfte mit Master und 2.Examen das nicht wert waren.

    Nun sagen Sie: seht her, ihr wolltet nicht studieren und für A12 arbeiten, dann finden wir eben andere, die für weit weniger Geld (oder gleiches Gehalt?) unterrichten und betreuen.

    „Ein UPS-Kind“?

    Das ist schon reichlich verachtend, was du hier äußerst, <X

    aber das Kind kann nicht für seine Eltern, es wird in diese Familie geboren und bekommt dank Menschen mit deiner Einstellung keine Chance.

    Davon abgesehen, dass es unfair und ungerecht ist, kann und sollte sich eine reiche Gesellschaft leisten können, diese Kinder gut zu unterstützen, damit sie eine Perspektive haben, statt das ewige „mehr können wir wahrlich nicht tun“ zu beten.

    Diese Kinder haben keine Perspektive und sie bekommen auch keine, wenn man sich darauf verlässt, dass Eltern, die sich nicht kümmern können, es tun sollten.

    Wir spalten uns unsere Gesellschaft selbst und sehenden Auges und sagen dem Kind: „Selbst Schuld, warum hast du dich in diese Familie hineinbegeben?“

    und:

    „Zieh dich selbst aus dem Sumpf und solltest du es wirklich schaffen, werden wir Steine genug finden, die wir dir in den Weg legen oder ans Bein binden, damit du ja nicht in unsere Kreise gelangst.“

    und wenn es nicht von sich aus schafft, sich aus der Benachteiligung zu befreien, werfen wir ihm vor, dass es untätig ist, faul und nur Sozialleistungen abgreifen wollte, die wir ihm dann kürzen möchten, weil es unsere Erwartungen nicht erfüllt. Damit geht die nächste Generation mit noch weniger Chancen in die Welt.

    Wie viel einfacher wäre es, diesen Kindern im Alter von 3-10 Jahren eine Begleitung an die Seite zu stellen … und sicher lohnend und monetär günstiger für die Gesellschaft.

    Das bedeutet, darauf zu achten, dass die Hausaufgaben ordentlich gemacht werden usw. Das kann erst einmal jedes Elternteil.

    Ich bleibe dabei: Das können nicht alle Eltern.

    Ich würde mir wünschen, dass es anders wäre, aber ich kenne genügend Kinder, bei denen es nicht so ist oder in der Grundschulzeit nicht so war.

    Und dass Eltern nicht lesen können und ihr Kind nicht an die HA setzen und das Kind ausweicht, ist kein Grund, diese Kinder aus der Familie zu nehmen.

    Solange das so ist, bräuchte es ganz andere Unterstützungssysteme - flächendeckend und möglichst ohne Hürden, die Kinder daran teilnehmen zu lassen.

    Noch ein Gedanke:

    Es gibt wenig Verständnis dafür, dass die Lehrkräfte untereinander die Schulform wechseln, obwohl sie alle ein Lehramtsstudium mit Fachanteilen haben.

    Wenn ein BA in einem Fach ausreicht, dann wäre es für die SekII-Studierten ja ein Leichtes, den Unterricht in der SekI und Grundschule zu übernehmen, da sie ja neben der Fachwissenschaft auch Pädagogik und auch ein Ref absolviert haben.

    Dagegen wird nun gesetzt, dass sich die Leute weder im Fach noch im erziehungswissenschaftlichen Bereich auskennen, aber Klassen übernehmen sollen, in denen die Schüler:innen besonders viel Begleitung benötigen.

    Ich verstehe nicht, warum man das Studium offen halten sollte.

    Wenn man Maurer wird, kann man doch auch nicht eine Tischler-Lehre machen und meinen, man sei dann Maurer.

    Mit einem BA/MA in einem Fach, das auch ein Schulfach ist, kann man sich die wiss. Teile anrechnen lassen, den Rest muss man dann nachholen.

    Umgekehrt muss man einen Teil des wiss. Studiums nachholen, wenn man Lehramt studiert hat.

    Auch sonst ist es doch so, dass es Nebenfächer im Studium gibt, die im Anschluss keinen vollwertigen Abschluss bringen, wohl aber zur Qualifikation gehören oder diese unterstreichen.

    Eine Möglichkeit würde ich noch darin sehen, dass man ein gemeinsames Grundstudium für alle Lehrkräfte ansetzt, an das sich dann unterschiedliche Spezialisierungen anschließen,

    aber zu meinen ein B.A. in einem Fach würde ausreichen, um Lehrkraft zu sein, kann ich nicht nachvollziehen.

    Hatte nicht MV oder SA auch sowas geplant?

    Da haben die anderen Bundesländer signalisiert, dass sie die Abschlüsse nicht anerkennen würden.

    Mich regt es auf:

    Das Land reagiert nicht rechtzeitig auf den Lehrkräftemangel und achtet nicht auf die Arbeitsbedingungen, man setzt ungelernte Kräfte für Vertretungsregelungen ein und untergräbt die Professionalität der Berufes,

    dann A13 steht für alle (Lehrkräfte) im Raum,

    aber noch bevor das greift werden nicht die Bedingungen verbessert, sondern man setzt auf eine geringere Professionalität und schafft Möglichketen, noch günstigeres Personal einzustellen.

    Könnte an der Uni oder am SekII Studiengang liegen, bei uns war der Pädagogik- und auch der Praxisanteil schon damals nicht gering und sehr hilfreich,

    allerdings kamen auch damals andere Studierende ohne Ahnung ins Ref.

    Das ist auch heute sehr unterschiedlich, einige haben trotz Praxisphase und Vertretungsvertrag vorab z.B. von Unterrichtsplanung keine Ahnung, andere Unis vermitteln es offenbar.

    Nein, an der Stelle verstehst du mich falsch. "Schuld" haben die in meinen Augen nur dann, wenn sie eben Zeug voraussetzen, das gar nicht von allen erfüllt werden *kann*. Das geht m. E. an der Primarschule gar nicht.

    Doch,

    das unterschätzt du oder schätzt es aus deiner Sicht völlig falsch ein.

    Auch wenn die Inhalte für Außenstehende nich so einfach erscheinen, ist es für Grundschüler schwierig zu verstehen und schwierig zu lernen, einmal mehr, wenn die Voraussetzungen fehlen und man sie nebenbei erst aufarbeiten muss oder wenn Lernschwierigkeiten unterschiedlichster Art das Lernen erschweren.

    Und auch das Kind ohne Deutschkenntnisse womöglich mit Unterstützungsbedarf GE und das Kind mit den Eltern, die Analphabeten sind, sollen lesen lernen - irgendwie und möglichst in 3 oder 4 Jahren. Trotzdem würden diese Kinder im Vergleich mit anderen ihres Alters immer schlecht abschneiden.

    Den Anspruch, gleiche Voraussetzungen zu schaffen, habe ich nicht, vielleicht verstehe ich auch etwas anderes darunter, ich habe eher den Anspruch, alle Kinder in möglichst allen Fächern so weit es geht zu bringen, die Lernvoraussetzungen zu verbessern und die Anstrengungsbereitschaft zu fördern.

    Wenn man dann Artikel liest, dass Intelligenz nur einen kleinen Teil bewirkt, Anstrengung und Motivation und anderes auch notwendig ist, dann können einige Kinder eben doch aufholen oder es zumindest auch weit bringen.

    Ihr könnt einfach nicht fordern, was nicht von allen erfüllt werden kann, schon gar nicht in der Primarstufe. Wenn ihr der Meinung seid, dies das und jenes muss zwingend zu Hause geübt werden und dann auf dieser Unbekannten, die ausserhalb der Schule erarbeitet wurde, weiter euren Unterricht aufbaut, müsst ihr euch über Fälle wie diese Grundschule in Ludwigshafen nicht wundern.

    Ich nehme den Part mal heraus.

    So, wie du es schreibst, lastest du allein den GS-Lehrkräften an, dass die Kinder innerhalb eines Jahres die Inhalte nicht erlernt haben.

    Das greift meiner Meinung nach zu kurz. Bei bestimmten Kindern ist es gar nicht möglich, ihnen binnen eines Jahres die angesetzten Inhalte zu vermitteln. Wunder vollbringen auch Grundschullehrkräfte nicht im Minutentakt.

    Bei dieser Schule und diesen Kindern gehe ich davon aus, dass sie zu Schulbeginn eine Menge aufholen müssen, das normalerweise vorausgesetzt wird.

    Ich persönlich halte nichts davon, dass man die Hürden für die Beschulung erhöht, sondern denke, dass das schulische Angebot erheblich erweitert werden muss, damit man die Kinder auffangen kann.

    Das Ministerium zählt in diesem Fall die zusätzlich gewährten Stunden auf, aber die sind für die gesamte Schule gesehen genannt und niemand weiß, wie viele dieser Stunden tatsächlich zur Förderung eingesetzt werden konnten oder in der Vertretung verpufft sind.

    So oder so muss man aber viel Zeit für Grundsätzliches aufwenden, so wie du es für deine neuen SuS auch erklärst. Das geht nicht von heute auf morgen, bei Kindern zu Beginn der Schulzeit dauert es wirklich lang, zumal bei etlichen die sprachliche Hürde hinzu kommt und man bei 98% Migrationshintergrund kein förderliches Sprachbad in der deutschen Sprache erwarten kann.

    Bei pfiffigen Kindern ohne Deutschkenntnisse dauert es 3-6 Monate, bis sie einigermaßen Deutsch können, um zumindest im Alltag einiges zu verstehen. Bei den Kindern, die im Lernen/ Hören/ Sehen eingeschränkt sind, dauert es länger.

    Da sich aber Inhalte häufig auch über Sprache vermitteln, kann man quasi die 6 Monate, die man zum Erlernen der Sprache und der Regeln eines Schullalltags benötigt, nicht auf die sonst üblichen Lerninhalte verwenden. Die Kinder könnten gar nicht Schritt halten. Also vermischt man die ersten Lerninhalte mit vielen zusätzlichen Übungen und Aufgaben, in denen man Deutsch und Regeln vermittelt.

    Auch bei den Eingangsklassen, die genau auf dieses Problem eingehen und für den Inhalt der ersten beiden Schuljahre auch 1-3 Jahre Zeit einräumen, benötigen bestimmte Kinder die 3 Jahre Zeit, um die Grundlagen im ausreichenden Maß zu erlernen.

    Ganztag oder HA-Hilfe ist noch immer nicht flächendeckend an allen Schulen eingerichtet. Da könnte man zuerst ansetzen, um denen, die Hilfe benötigen, diese auch zu gewähren.

    Gleiches gilt für zusätzliche Assistenzen in den Schulen, die mit den Kindern lesen, Kopfrechnen üben oder auch mal Ordnung in den Ranzen bringen oder anderes in Begleitung üben.

    Die Verbesserung der vorschulischen Förderung wäre ein Segen für diese Kinder, in Niedersachsen hat man genau das (verpflichtende Sprachförderung vor der Einschulung für alle Kinder, die es nötig hatten, Testung durch die Schule) gestrichen, weil man darüber den Lehrkräftemangeln in den Schulen lindern und die Statistik schönen konnte.

    Ich glaube, dass HA in Klasse 1+2 gar nicht allein zu schaffen sind für Kinder im Alter von 5-7.

    Und wenn sie es in dem Alter nicht lernen, werden sie es danach nur sehr schwer lernen, sie zu erledigen.

    Zu erwarten, dass Lernwörter zu Hause geübt werden, ist genau einer der Punkte, wo man die Benachteiligung verschärft, in dem Wissen, dass bestimmte Eltern das nicht leisten können und werden. Da kann an aber andere Formen finden, sodass die Kinder sich am Nachmittag mit den Lernwörtern beschäftigen müssen.

    Für mich ist die schwierigste Baustelle das Lesen, weil man das schlecht allein üben kann, und das Lösen vom zahlenden Rechnen, auch da braucht es sinnvolle Hilfe.

    Meiner Meinung nach kann man die Erwartungshaltung als Lehrkraft durchaus von dem Handeln als Mutter unterscheiden.

    Die Mütter und Väter im Forum unterstützen ihre Kinder vermutlich bestmöglich - sie geben das, was sie können. Das tun andere Eltern zum Teil auch, können aber nicht so viel wie andere, dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

    Darum müssen die Eltern im Forum aber als Lehrperson nicht davon ausgehen, dass alle anderen Eltern ihnen gleich die Kinder unterstützen. Selbst wenn man mit der Vorstellung in die Grundschule geht, fällt man schon im ersten Praktikum mit einer entsprechenden Einstellung aus allen Wolken … ja, manche habe ich schon selbst aus den Wolken geschüttelt und bin froh, wenn sie mit der Einstellung nicht Lehrkraft werden, nicht mal im herausragend guten Einzugsgebiet.

    Selbst im Akademiker-Einzugsgebiet gibt es genug am Arbeitsverhalten zu tun und auch diese Eltern und Kinder sind nicht immun gegen Lernschwierigkeiten oder andere Herausforderungen.

    Schräg wird es da, wo man den Blick dafür verliert, sich darauf einrichtet und zum Ausdruck bringt, die anderen Eltern müssten sich einfach nur ein bisschen mehr anstrengen, dann wären die Kinder auch nicht benachteiligt.

    Und schräg ist es, dass die Gesellschaft die Segregation immer weiter forciert, mit der Wahl der besseren Schule, der tolleren Freunde etc., dabei an die eigenen Kinder denkt, ja, verstehe ich anteilig, letztlich aber damit die Benachteiligten noch weiter ins Abseits stellt und außer Acht lässt und eine bessere Versorgung der KiTa und Schulen, die diese Kinder auffangen, nicht zu Stande bringt.

    Damit lässt man die Kinder sehr früh an einfachen Anforderungen scheitern.

    Dass an einer Schule, deren Kinder zu 98% Migrationsanteil haben und vermutlich zu einem sehr hohen Anteil auch eine Elternschaft mit weniger Schulbildung und einer Menge Problemen, viele Kinder zu Beginn der Schulzeit mehr Zeit und Unterstützung benötigen, ist dann eine Schlagzeile, die auch intendieren kann, „die Schule“ hätte es retten sollen, obwohl doch die Schlagzeile sein müsste, dass es gesellschaftlich und politisch nicht vorgesehen ist, diese Schule entsprechend zu unterstützen, obwohl die Abhängigkeit gerade für Deutschland schon lange bekannt ist.

    Ich verstehe den Einwand irgendwie nicht.

    Dass Eltern ihre Kinder unterstützen wollen, ist doch richtig, und als Lehrkraft kann man das schlecht unterbinden.

    Viel eher sollte es doch so sein, dass ich als Lehrkraft beachte, wer wie viel Unterstützung hat und wer in der Schule mehr Hilfe benötigt.

    Um allen Chancen zu ermöglichen, gehört für mich auch dazu, dass ich Aufgaben bewusst so stelle, dass sie von den Kindern und nicht von den Eltern erbracht werden (müssen). Dann werden bestimmte Aufgaben eingesammelt und nicht mit nach Hause gegeben, damit die Leistung in der Schule erbracht wird und bewertet werden kann, was die Kinder schaffen. Und ja, auch das finden bestimmte Eltern gar nicht toll, sondern protestieren vehement, weil man an dieser Stelle Leistung vom Kind erwartet und den Eltern die Möglichkeit nimmt, dem Kind diese abzunehmen.

    Die Schreibaufgaben, die zu Hause offensichtlich von einem Familienmitglied erbracht wurde, radiere ich übrigens aus. Da muss das Kind dann selbst noch mal ran.

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