Wenn Kind A das kann, muss Kind B das auch können.
Tatsächlich ist man nah genug dran, dass man schon recht genau weiß, wessen Eltern die HA korrigieren, und wessen Eltern das nicht können.
Da guckt man vielleicht doch mal bei A weniger hin als bei B, weil man vermutet, das A ohnehin fehlerfreie HA abgibt.
Ist man in Einzugsgebiet A, kann man sich das Kontrollieren der Aufgaben womöglich sparen, da man ohnehin keine Fehler findet,
ist man in Einzugsgebiet B, hat man sehr viel damit zu tun, den Kindern überhaupt eine entsprechende Arbeitshaltung zu vermitteln.
Das ist verkürzt, es gibt nicht nur A und B.
Unterschiede ergeben sich in den Beiträgen auch entsprechend der Unterstützung, die über Hort/ Ganztag/ HA-Hilfe gewährt werden ... oder eben auch nicht, weil solches an der Schule (noch immer) nicht angeboten/ umgesetzt ist.
Und die notwendige Unterstützung zieht sich durch, es sind ja nicht allein die HA, die Arbeitshaltung, auch die Materialien, das Interesse und die Neugierde, die gefördert werden, die Berührung mit unterschiedlichsten schulrelevanten Themen, die Erfahrung von Erklärung oder Diskussionen überhaupt und vieles mehr, das man bei A erwarten kann, bei B aber nicht.
Aber Papi und Mami A mit Studium und Titel sind kein Garant für das exzellente Erstellen von HA, die Erfahrung von Grenzen, das Einfordern von Anstrengungsbereitschaft oder ausreichend Zuwendung.
Man hat es schnell raus, bei wem die HA begleitet UND korrigiert werden, das zeigt sich schon sehr früh in Klasse 1 und es ist auch immer mal wieder Thema in Gesprächen, wenn es um das selbstständige Anfertigen von Aufgaben geht. Hilfe bei den HA kann sich auch nachteilig auswirken, wenn sich das Kind zu sehr auf die Hilfe verlässt. Dann überlegt man gemeinsam, wie es anders gehen kann.
Außerdem kann man als Lehrperson die Erwartung auch schon auf dem ersten Elternabend formulieren: möchte ich, dass die Eltern die HA kontrollieren und korrigieren, oder sage ich deutlich, dass die Lehrkraft die HA korrigiert, die Eltern aber kontrollieren sollen, ob das Kind die HA erledigt. Das sind auch übliche Fragen von Eltern nach dme Motto "Wie hätten sie es denn gern" oder "Hilfe, mein Kind kommt zur Schule".
Ich gehe davon aus, dass doch recht viele Kind Unterstützung benötigen: Was hast du auf? Was musst du machen? Ist geklärt, was zu erledigen ist, schaffen es viele Kinder selbst - das ist im Unterricht ja auch so.
Lesen kann ein Anfänger allerdings nicht allein üben, dabei braucht es jemanden, der mit aufs Blatt guckt.