Beiträge von Palim

    Wir haben ein Fahrsicherheits-Training in Klasse 3 + 4 , das wir auf dem Schulhof aufbauen und 1 Woche lang täglich durchführen (auch SU, manchmal Sportstunden). Da geht es um Anfahren und Abbremsen, einhändiges Fahren, Slalom und Achten etc.

    Dadurch sieht man schon, wer Radfahren kann und hat eine Ahnung vor der Radfahrprüfung.

    Beides machen wir selbst, nur am Prüfungstag kommt eine Polizistin, kontrolliert die Räder noch einmal und nimmt die Prüfung (mit) ab.

    Ein Flüchtlingskind hat im letzten Jahr die Prüfung mit dem Roller absolviert, da kein Fahrrad zur Verfügung stand.

    Auch wir haben trotz ländlichem Raum und guten Radwegen vermehrt Kinder, die gar nicht mit dem Rad fahren können. Das ist auffällig und ich finde auch schwierig, dass diese Kinder gar keine eigenen Erfahrungen im Verkehr sammeln ... Drive-in-Schule, wir brauchen eine Kinder-Klappe, der Weg vom Parkplatz zur Schultür ist zu weit.

    Ich kenne Kollegen, die 35 Stunden arbeiten und sehr kompetente und beliebte Lehrkräfte sind, andere arbeiten 60 Stunden und sind dauernd im Konflikt mit Schülern, Eltern, Kollegen, Schulleitung... Wer privat ausgeglichen und resilient lebt, kann effizienter arbeiten als der, der gerade Lebenskrisen durchläuft und permanent an sich selber zweifelt.

    Wenn man es so liest, wie du es schreibst, unterstellt es, dass die Kolleg:innen, die viele Stunden arbeiten, nicht resilient seien und nicht effizient arbeiten würden.

    Es verkennt, dass in Schulen sehr viele Aufgaben erledigt und verteilt werden müssen und für die Menge das Personal nicht vorhanden ist.

    Das genau ist auch die Diskussion um die Überstunden: Wo kein Personal zur Entlastung ist, kann auch keines die Überstunden übernehmen. Fehlt eine Lehrkraft, springt eine andere ein, sodass die Plusstunden nur von einer zur anderen wandern, aber nie weniger werden können.

    Das ist doch an verschiedenen Schulen oder Schulformen ganz unterschiedlich geregelt.

    Hat man Plusstunden angesammelt und will sie abfeiern, muss jemand anderes die Klasse übernehmen, also die andere Person Plusstunden machen, um die Klasse zu betreuen.

    So verschiebt man die Stunden doch nur vom einen zum anderen, wirklich verringern kann man sie erst, wenn zusätzliches Personal da wäre oder Unterricht ersatzlos ausfallen kann.

    Die von Seph schon benannte Arbeitszeitstudie geht von einem Durchschnitt von 48h aus, entsprechend sind Kolleg:innen stärker oder weniger stark belastet,

    die Arbeitszeitkommission, die das Land anschließend eingesetzt hatte verweist auf die im Vergleich geringe Streuung von 6h und begründet damit den Vorschlag, das Deputat in den GS für alle Lehrkräfte um 1h abzusenken, zumal Unterricht und unterrichtsnahe Tätigkeiten einen Großteil der Arbeit bestimmen. Die Kommission beschreibt , dass die Anforderungen einheitlicher seien und die Arbeitsstruktur insgesamt unter den Lehrkräften ähnlicher. Man hat immer eine Klassenleitung und die meisten Lehrkräfte dann selbst Deutsch und Mathe, alle anderen Fächer und Aufgaben sowie häufig recht viele Aufsichtszeiten teilt man sich im Kollegium untereinander auf.

    Somit sind die 48h schon ein Richtwert, an den kleinen Systemen teilen sich die vielen Aufgaben auf wenige Schultern und jede Lehrkraft hat zusätzliche Ämter, für die es in der Regel keine Entlastungsstunden gibt.

    Wie man bewertet, ob eine SL gestalten kann, hängt wohl eher an den Erwartungen.

    Mehrere SL waren nach einigen Jahren desillusioniert, weil sie sich mehr erhofft hatten der Alltag und der Mangel aber ständig andere Aufgaben stellt, sodass man nicht dazu kommt und keine Mittel dafür hat, einen Schulträger, der nie wollte, ein Land, dem die Versorgung egal zu sein scheint und nichts ausgleicht.

    Wenn man aber von schlechten SL hört oder sie selbst erlebt, die meinen, dass man „durchregieren“ kann mit Ansagen von oben, die u.a. denken, dass man an kleinen GS wenig Arbeit hat, die das erfahrene Kollegium laufend brüskieren, die alles bisherige auf links krempeln, dabei aber keine Sachkenntnis zeigen, die dem Kollegium Steine in den Weg legen, es spaltet, Unwahrheiten verbreitet, ihnen laufend in den Rücken fällt,…

    … dann weiß man zu schätzen, wie viel eine gute SL doch bewirken und gestalten kann.

    Bei uns sind das dann meist Doppeltbesetzungen, Hausaufgabenbetreuer oder sie bieten AGs an.

    Wenn jemand erkrankt und nachfolgend dann diese Tätigkeiten in der Schule übernehmen könnte, wäre es für einige Kolleg:innen sicher eine sinnvolle Tätigkeit innerhalb des Kollegiums, WENN es dafür zusätzliche Stellen gäbe,

    gibt es aber nicht.

    Also erfolgt der Einsatz als Doppelbesetzung auf dem Rücken derer, die die Klassenleitung übernehmen, die aufwändigen Organisationen stemmen, die viele zusätzliche Aufgaben haben … und eben keine Förderung, AG und anderes haben, sondern ihre 28 h immer in der großen Gruppe erteilen, doppelt und dreifach D und Ma, doppelte Klassenführung, Vertretung hinlegen oder übernehmen im Tausch, Förderschulverfahren und Inklusion umsetzen, Elterngespräche führen, Berichte 7 d Zeugnisse verfassen…

    Ich hatte Kolleg:innen, die als zusätzliche Kraft im Kollegium ein Segen gewesen wären, in Ruhe prüfen und fördern, zusätzliches Personal für die Förderung, die selbstständig arbeiten und Material zusammensuchen etc.

    Das wäre sicher hilfreicher, als 2 Stunden Förderschulkraft in der Woche für alle und alles, deren Stunden ständig ausfallen (Gutachten, andere Aufgaben), die an mehreren Schulen eingesetzt ist und deshalb nur ab und an da ist.

    Da das aber nicht vorgesehen ist, reduzieren die Kolleg:innen (selbst) oder sind krank und dienstunfähig, weil ihnen die Kraft fehlt, einen Schultag mit viel zu vielen Aufgaben und Anforderungen zu bewältigen.

    Damit ist nicht gemeint, dass man kranke Kolleg:innen zum Arbeiten nötigen soll, aber es gibt durchaus welche, die nach längerer Krankheit die genannten Tätigkeiten als zusätzliche Entlastung ins Kollegium bringen könnten.

    Sicherlich war es sinnvoll - aber auch eine massive Arbeitszeit-Belastung für die Grundschulen.

    Ja, ich kann mich für NDS auch gut erinnern. Es hätte mehr Entlastung gebraucht dafür.

    Da vertraue ich gerne auf die KiTas, die die Kinder jeden Tag sehen.

    Schwierig, wenn die Kinder da kaum anwesend sind, was nicht nur unter Corona so war. Auch sonst hatten wir schon immer Kinder, die zwar einen Platz hatten, aber selten anwesend waren, die abgemeldet wurden, wenn die Erzieherinnen im Gespräch auf Schwierigkeiten verwiesen oder eine ärztliche Abklärung empfohlen haben.

    Unsere Erzieherinnen haben damals deutlich gesagt, dass die Schulen da einen anderen Stand haben.

    Um so tragischer, wenn in der Untersuchung durch das GA alles irgendwie kleingeredet wird oder "geht schon, ist ja Inklusion" das Motto ist. Hilfen und Förderung werden dann immer unerreichbarer, weil die Ärztin in der Momentaufnahme keinen Bedarf gesehen hat.

    Ich habe ja keine Ahnung, wie deine Klasse zusammengesetzt ist, aber ich denke, in Klasse 2 würde ich niederschwelliger ansetzen.

    „etwas hören und in Handlung umsetzen“ kann auch realisiert werden, wenn Bewegungen angesagt werden oder es kleine Aufträge gibt, die gehört werden. Das kann man vorspielen, vorab einsprechen (Tablet?) oder vorlesen (lassen), ggf. hätte man nebenbei ein Lesetraining.

    „etwas hören und visualisieren“ kann das Darstellen mit dem Körper sein oder auch in Bildern, z.B. selbst etwas malen nach Ansage (ein Bild-Diktat, ein Bild ergänzen)

    Vielleicht ist mir das, was du vorschlägst auch zu „klassisch“, hier sind sehr viel offenere und sehr neue Ansätze im Ref gefragt, was ich manchmal überzogen finde,

    aber neben dem, was deine Klasse benötigt, musst du auch selbst abwägen, was deine Seminarleitungen erwartet.

    Ich finde ja, dass man zuerst festlegen sollte, was denn nun im Unterricht die Zielsetzung sein soll.

    DANACH sichtet man Materialien und wählt DARAUS etwas aus.

    Es gibt Bilderbücher oder Kinderbücher, die sich gut als Impuls zum Schreiben eignen, da gibt es sehr unterschiedliche Ansätze, ob man eine Erzählung weiterschreibt oder Gedanken zu Charakteren oder eigene Ideen zum gleichen Thema oder ...

    Sinnvoll ist, dabei Anleitung zu geben und das Schreiben selbst allmählich aufzubauen, wenn Kinder noch keinen Kontakt dazu hatten. Kriterien sind selbstverständlich. Zu überlegen ist, was mit den Schreibprodukten im Anschluss erfolgt (Würdigung) und wie du dich hinsichtlich der Rechtschreibung positionierst.

    Bei verstehendem Zuhören braucht es etwas, das zu Hören ist, dann aber auch Aufgaben dazu, die das Verstehen fördern. Auch da gibt es Tipps, wie man das Zuhören verbessern kann, mit deren Hilfe man später auch reflektieren könnte.

    Noch viel eher als beim Schreiben ist dabei, was du für eine Klasse hast, ob sie alle gut Deutsch verstehen, ob sie alle gut hören können, wie gut ihr Wortschatz ist.

    Geht es um das Verstehen von Anweisungen oder von erzählenden Texten oder Sachtexten? Welche Schwerpunkte könntest du setzen oder wie eine Unterrichtsreihe aufbauen, in deren Abfolge dann auch der UB gesetzt ist?

    Der Duden gilt für uns alle.

    Es mag dich überraschen oder enttäuschen, aber das stimmt so nicht mehr.

    Es ist richtig, dass der Duden für lange Zeit im Zweifelsfall herangezogen wurde und quasi als amtlich galt und auch von Amts wegen eingesetzt worden war,

    das wurde aber gekippt, so erhielt dann z.B. der Wahrig Aufschwung, der eine ähnliche, aber eben nicht gleiche Sammlung veröffentlicht.

    Die Redaktion des Duden gibt seitdem nicht mehr die Wortschreibung vor.

    Stattdessen gibt es ein amtliches Regelwerk samt Wortliste.

    https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/

    Aktuelle Positionen des Rates der deutschen Rechtschreibung zur gendergerechten Sprache findet man unter

    https://www.rechtschreibrat.com/geschlechterge…vom-26-03-2021/

    Aber Informationstechnik ist nicht so auf Innovationen eingestellt. Es dauert lange, bis so etwas umgesetzt wird.

    Scheint wohl noch nicht wichtig genug zu sein.

    Gibt es für andere Sprachen ein Glottis-Zeichen, das man nutzen könnte?

    Ich kann selbst suchen: gibt es

    ʔ

    https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%94

    Aber es ist einem Fragezeichen recht ähnlich.

    Ob eine 7 im Wort da besser ist?

    Oder ein Saltillo - nettes Wort - spanisch ‚kleiner Sprung‘: Ꞌ

    Dann sind es LehrerꞋinnen.

    Da der Doppelpunkt im Wort auch in der digitalen Version als Glottisschlag vorgelesen wird, wurde irgendwo von irgendwem : vorgeschlagen, damit wird es beim Vortrag hörbar.

    Ich denke weiterhin, dass es notwendig ist, Frauen in der Sprache sichtbarer und hörbarer werden zu lassen.

    Wenn also, wie so schön vorgeschlagen, die Sprache Movierungen zulässt, kann man diese nutzen und auch ausweiten oder auf anderes übertragen.

    Machen es viele, entwickelt sich Sprache in diese Richtung, wenn nicht, ist es irgendwann wieder verschwunden.

    Die Kinder tun sich schon mit „Ärztin“ schwer oder „Pilotin“, sie müssen wirklich die Bezeichnungen selbst lernen,

    aber sehr viele Kinder kennen auch gar keine Berufsbezeichnungen.

    Aus dem Satz: „Ich arbeite bei xy“ wird als Berufsbezeichnung dann „xy“ abgeleitet.

    Inzwischen leite ich den Satz ein mit „Wenn ich groß bin werde ich …“, damit die Kinder merken, dass Verkaufsketten und Automarken keine Berufsbezeichnung sind.

    „Meine Tante ist Arzt“ bedeutet meistens „Meine Tante arbeitet bei einer Ärztin in der Praxis als medizinische Fachangestellte“.

    Übrigens Thema in Klasse 4, als Rechtschreibübung oft in Klasse 2 oder 3 schon gesetzt, um -in und -innen zu üben.

    Mag sein. Es macht aber auch keinen Sinn, die jungen Menschen nur in einer sterilen Schulsprache zu unterrichten. Sie werden in ihrem Alltag gegenderten Formen begegnen. Dann müssen sie wissen, was es damit auf sich hat, auch wenn es nicht im Duden steht.

    Das scheint mir ein wichtiger Punkt zu sein,

    in der GS sind weibliche Berufsbezeichnungen eigentlich eine Rechtschreibübung, dabei merkt man dann, wie wenig geläufig sie sind … wobei Berufsbezeichnungen insgesamt ein schwieriges Feld sind.

    Neulich habe ich gelernt, dass es Sprachen gibt, in denen es eher einer Beleidigung nachkommt, wenn man „Lehrerin“ sagt, es bedeute, man könne seinen Job nicht.

    Die Wahrnehmung ist sicher sehr unterschiedlich, je nach persönlichen Wünschen, Möglichkeiten im Kollegium, Ausgewogenheit der Pläne.

    Wenn alle auf einmal jungen Nachwuchs hätten, könnte die Schule keine 1. Stunde mehr anbieten, muss sie aber besetzen. Kann nicht vorkommen? Doch, gerade dann wenn mehrere junge Kolleg:innen Nachwuchs bekommen, ist man schnell an dieser Grenze, da reichen manchmal 2 Leute, wenn vorab ohnehin schon Mangel war.

    Das ist gerade in den GS ein Problem und gerade da müssen möglichst viele von der 1.-4. Stunde anwesend sein, damit die Klassen besetzt werden können. An weiterführenden Schulen gibt es dann andere Notwendigkeiten und Bedingungen.

    Es ist in Ordnung, solange es sich die Waage hält. Ich verstehe, dass es für Familien mit kleinen Kindern schwierig ist. Ich frage mich aber auch, welche anderen Arbeitgeber darauf Rücksicht nehmen können oder müssen.

    Ich verstehe aber auch, das Kollge:innen ohne Kinder auch mal Wünsche anmelden möchten und nicht generell den Rest erledigen wollen, immer die Randstunden, immer bestimmte Aufgaben.

    Und ja, da gibt es immer auch mal Menschen, die wirklich überzogene Vorstellungen haben und erwarten, dass die Schule alles ermöglicht, ohne dass die Leute selbst die Bedingungen in den Blick nähmen … und auch nicht die Nachteile der anderen wahrnehmen. Das funktioniert dann nur bis zu einem bestimmten Grad … und wird irgendwann abstrus oder komisch: volle Stelle, Kinder erwachsen, ich komme zur 3., ich gehe nach der 4., keine Klassenleitung, keine Hauptfächer, … Man kann nicht alles haben.

    Bei uns sind die (einzigen) Untersuchungen durch Ärzt:innen und Assistent:innen des GA im Jahr vor der Einschulung, die letzten Schulen haben ihre Termine rund um Pfingsten, die Ferien können im Juni beginnen, da hat man nach der Untersuchung manchmal noch gerade 4 Wochen an den Schulen.

    Der Zeitpunkt der Untersuchungen hat sich nicht verändert, der Ablauf auch nicht, die Einschätzung der Fähigkeiten wohl - heute werden Kinder seltener zurückgestellt. Die Zurückstellung selbst erfolgt durch die Schule, die medizinische Einschätzung durch die Ärztin, Schulen können eigene Testungen oder eine Art Probeunterricht durchführen, um sich ein Bild zu machen.

    Wenn 4 Wochen vor den Sommerferien etwas auffällt, ist es zu spät,

    man kann zu der Zeit auch kein Gutachten mehr anstreben, bekommt keinen Platz an einer bestimmten Förderschule mehr. Kinder, die zuvor nicht aufgefallen sind, weil sie vielleicht nicht oder nicht regelmäßig genug in einer Einrichtung waren, werden dann ggf. noch zurückgestellt, wenn eine Schulkindergarten-Klasse (für zurückgestellte, schulpflichtige Kinder) zustande gekommen ist. Aber auch die Schulen mit eine4 solchen Klasse müssen ihre Planung irgendwann abschließen.

    Die Sprachüberprüfung war ein Screening mit vorgegebenem Material, keine ärztliche Untersuchung, die ja erst viel später erfolgte.

    Es gab auch keine medizinische Diagnose, sondern eine Einschätzung des Sprachverständnisses, die zur Einteilung für den Förderunterricht führen konnte.

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