Den Mangel an Lehrkräften und an Personen, die für Vertretungsstellen in Frage kommen hatten wir in Bullerbü an der Grundschule vor 10 Jahren auch schon. Damals konnten wir meistens noch jemanden finden, das ist über die Jahre noch schwieriger geworden.
Statt Lehrkräfte auszubilden hat das Land immer weitere Möglichkeiten geschaffen, den Mangel in den Schulen mit gering verdienendem Personal aufzufangen: Pädagogische Mitarbeiter:innen betreuen schon seit 2000 Klassen, wenn Lehrkräfte zur FoBi sind oder kurzfristig krank. Der Einsatz dauert aber auch so lange, bis eine Vertretungskraft gefunden wird. Die Freigabe erfolgt erst nach Wochen, gefunden wird nicht immer jemand, obwohl inzwischen auch Lehramts-Bachelor-Studierende eigenverantwortlich den Unterricht übernehmen können - die sind in der Fläche aber nicht verfügbar.
Vor etwa 10 Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Diese Kinder sind jetzt durch die Grundschule durch und kommen in den weiterführenden Schulen an. Die Geburtenrate ist gestiegen. Die Kinder der Flüchtlingsfamilien kommen hinzu, seit 2015, aktuell Ortskräfte aus Afghanistan und Ukainer:innen.
Jedes Mal hätte man für KiTa und Schulen personell gegensteuern müssen. Stattdessen hört man bis heute Sprüche, man solle einen Stuhl dazu stellen.
Als die Inklusion eingeführt wurde, hatte die örtliche FöS über mehrere Jahre zuvor mehrere Stellen offen, die nicht besetzt werden konnten (irgendwann zwischen 2010 und 2014). Der Mangel an FöS-Lehrkräften lässt sich inzwischen besser kaschieren, weil es weniger Klassen an den FöS-Lernen gibt, die Kinder sind ja mit in den GS. Da fällt gar nicht auf, wenn die Grundversorgung zusammengestrichen wird und die GS-Lehrkraft die Aufgaben allein übernimmt, zumal es eine Dienstvereinbarung mit den FöS-Lehrkräften gibt, nach der sie vorwiegend beraten sollen. Die Arbeit am Kind entfällt also und fällt den GS-Lehrkräften zu.
Aktuell fehlen vor Ort KiTa-Plätze in hohem zweistelligen Bereich. In wenigen Jahren werden diese Kinder eingeschult. Die Gemeinde selbst kann hinsichtlich der Lehrkräfte gar nicht nachsteuern, muss aber die Unterrichtsräume stellen. Jetzt setzen sie erst Container an die KiTas und bauen dann dort an.
Man hat über mehr als 10 Jahre die Einstellung von Lehrkräften zu gering gehalten, hat Gymnasiallehrkräfte in den GHR-Schulen geparkt, um G9 stemmen zu können, was im Nachgang einen noch größeren Mangel in den anderen Schulformen hinterlässt, und hat bis heute keine Vertretungsreserve geschaffen, sodass ein Ausfall im Kollegium kaum oder nicht ersetzt werden kann.