Ich finde es unter der Überschrift "Was die Kinder können sollen" schwierig und denke, dass es an mehreren Stellen Konfliktpotential birgt.
1. Eltern, die es sehr genau nehmen oder ohnehin helikoptern, werden alles umsetzen und noch bis 100 rechnen, Englisch trainieren und das ABeCe üben. Am Ende stellen genau diese Eltern dann auch Forderungen an die Schule, dass diese bitte nun auch für die Musterschüler darauf aufbauen muss und in der 2. Woche das Rechnen bis 1000 erfolgen soll.
2. Eltern, die ohnehin nicht erreichbar sind, machen gerade einmal nichts davon und dafür ... trotzdem werden die Kinder eingeschult und man hat auch nicht das Recht irgendetwas von so einem Brief einzufordern. Die Schulfähigkeit wird hier durch das Gesundheitsamt festgestellt, das letzte Wort hat die Schulleitung.
Die tatsächliche Schulfähigkeit kann sich davon gravierend unterscheiden und bedingt keinerlei zusätzliche Hilfen, es sei denn es liegen ärtzliche Diagnosen vor... Da die Familien gar nicht zum Arzt gehen und zu Terminen nicht erscheinen, gibt es auch keine Diagnosen und das Kind gilt weiterhin als "normal".
3. Eltern, die unsicher sind oder zum ersten Mal einschulen, werden um so mehr verunsichert. Da man die 1. nicht belehren kann und die 2. nicht erreicht, sind diese um so wichtiger. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie sich sicherlich gut um ihre Kinder gekümmert haben, gehen sie entspannter auf die ersten Schulwochen zu - das hilft allen.
Elternabende gibt es hier vor den Sommerferien und gleich zu Beginn des Schuljahres, Elterngespräche führt man ohnehin ständig in der ersten Zeit. Kann sich ein Kind nicht allein umziehen, muss man dann schnell Maßnahmen ergreifen, damit das Kind am Sport/Schultag teilnemen kann.
Die Stifthaltung, mit dem Stift eine Linie nachspuren und auf einer Linie schneiden können bei uns etliche Kinder nicht. Das fällt mir zum 3. Mal in besonderem Ausmaß auf - also seit mehr als 10 Jahren und man muss es vermehrt üben. Das ist übrigens unabhängig von kognitiven Fähigkeiten der Kinder.