Wenn du mit den Eltern ohnehin im Gespräch bist, solltest du die Maßnahmen abstimmen und sie dahin beraten, dass sie auch zu Hause daran teilhaben.
Das bedeutet, dass das Kind auch zu Hause keine Dauer-Aufmerksamkeit bei den Hausaufgaben bekommt, sondern sie möglichst selbstständig erledigt.
Das nächste ist, herauszubekommen, woran das Kind denkt und träumt und warum es abgelenkt ist, ob die Aufgaben stimmig sind oder zu leicht oder zu schwierig, ob es bestimmte Aufgabenformen sind, bei denen es auftritt … oder alle?
Entsprechend kann man dann die Aufgabe zum Teil anpassen, ohne das Kind aus der Verantwortung zu nehmen.
Manchen Kindern hilft es, wenn sie einen besonders ruhigen Arbeitplatz bekommen (anderer Tisch an der Wand/ Blickschutz/ Kopfhörer) um von den anderen weniger abgelenkt zu sein.
Manchen Kindern hilft es, sehr klare Absprachen zu setzen, vor allem, wenn sie es von zu Hause gewohnt sind (wenn … dann…)
Manchen Kindern hilft ein Verstärkerplan, den man sich hier aber genau überlegen muss (abgegrenzte Aufgaben in bestimmter Zeit - das kann man als Herausforderung gestalten, hilft auch manchen …“Schaffst du … in 5 Minuten?“
Viele Kinder in den ersten Klassen waren wenig oder nicht im Kindergarten, sie haben länger gebraucht, sich in der Gruppe wohlzufühlen. Weil sie viel zu Hause waren, ist für sie die Regel, bei allem Zuwendung und Hilfe für sich allein in ausreichend Zeit zu bekommen und dies auch mit absoluter Selbstverständlichkeit einzufordern. Das besprechen wir in Klasse 1 auch immer wieder und erklären Schule als solche und Erwartungen der Lehrkräfte sowie deren Möglichkeiten, Kindern wann und wie zu helfen - das war im letzten Durchgang auch schon ein Thema, dieses Mal wieder, hat also nicht nur mit Veränderungen mit Corona zu tun, sondern mit derzeitigem Verhalten vieler Eltern.