Es geht aber gar nicht um deine Schule, Antimon, dein System, deine Wahrnehmung. Genannt sind kleine Grundschulen - da gibt es insgesamt 5 oder 7 oder 10 Leute, einschließlich Schulleitung - und kein Wechsel über den Flur in eine andere Gruppe, sondern dann eben den Schulwechsel.
Es geht auch nicht um ein gemischtes Kollegium, sondern um eines, in dem man nach 40 Jahren Dienst und etwas längerer Krankheitsphase mit über 60 Jahren kommt, in dem nur neue Personen unter 30, vielleicht zum Teil unter 25 sind, also nur Berufsanfänger:innen, die in Lebensphase und Generation anders aufgestellt sind, die gemeinsam neu sind und sich gemeinsam neu aufstellen, die auf das, was zuvor war, keine Rücksicht nehmen müssen, weil niemand diese Position vertritt, die sich einig sind, in dem was sie tun möchten und in diesem Fall scheinbar nicht geneigt oder nicht gewohnt sind, anderem Raum zu geben, so sehr, dass es das tägliche Handeln und den Unterricht beeinflusst.
Zauberwald beschreibt es mit anderen Worten:
Wenn plötzlich alle liebgewordenen Rituale z.B. auch im Jahreskreis nicht mehr gepflegt werden und nichts mehr ist wie es war, dann fühlt man sich als ältere Kollegin plötzlich fremd.
Du selbst, Antimon, sprichst von Supervision, weil du ein Problem mit deiner SL hattest, die dir aber womöglich nicht täglich über den Weg läuft und mit dir den Aufenthaltsraum teilt und alles, was du tust, siehst und hörst. Es war dir ja möglich, mit deinen Fachkolleg:innen zu sprechen, ohne die SL zu involvieren. Das ist an vielen kleinen Grundschulen quasi unvorstellbar.
Es geht nicht darum, ein Kollegium zu finden, das gleichalt ist, sondern eines, das mehr Verständnis aufbringt, weil es gemischter ist, das mehr Raum lässt, und auch darum, dass man in einer anderen Schule und einem anderen Kollegium weniger Erwartungen hegt und das, was zuvor war, eher abhaken kann.
Darum finde ich die Frage berechtigt, ob ein Schulwechsel in Frage kommen könnte. Aber es ist auch verständlich, wenn eine Lehrkraft die eigene (1.) Klasse als Klassenlehrerin nicht verlassen mag, nachdem die Bindung aufgebaut ist und die vielleicht als Klasse selbst angenehm ist.