Letztlich bleibt es dabei, dass bestimmte Aufgaben einfach erledigt werden müssen. Und da sollte man sehen, dass man es fair verteilt. Im Endeffekt ist das nichts anderes als Pausenaufsichten oder unbeliebter Nachmittagsunterricht. Ein gutes Kollegium schafft es die Aufgaben fair zu verteilen
Ja, stimmt, die meisten Aufgaben müssen erledigt werden. Aber die Arbeit wird letztlich nicht weniger ... sondern dank vieler Ansprüche immer mehr - ohne Ausgleich.
Und ein Kollegium ist nicht per se schlecht oder unfair, wenn man allgemein beobachtet, dass zu viele Aufgaben zu verteilen sind, es keinen Ausgleich gibt und es viel Zeit und Kraft benötigt, diese Aufgaben zu erledigen.
Gefragt wurde nach der Arbeitszeit und wir alle wissen, dass die vielen geforderten Aufgaben gar nicht in der angesetzten Zeit zu schaffen sind. Dazu gibt es auch Studien. https://www.isf-bremen.de/
Wenn Lehrkräfte sich sehr deutlich abgrenzen, ist es ihr gutes Recht,
aber es bedeutet häufig auch, dass andere Lehrkräfte dann (noch) mehr Aufgaben übernehmen (müssen).
Das kann delegiert sein oder innerhalb des Kollegiums miteinander aufgefangen werden, wenn KollegInnen (zeitweise) weniger belastbar sind oder ausfallen.
Auch kann ich verstehen, dass es Möglichkeiten/Fächer/Positionen gibt, die es einem eher ermöglichen, sich zu distanzieren. Aber sehr vielen oder zu vielen Lehrkräften ist es nicht möglich oder es gelingt ihnen nicht - seit Jahren - und das Land weiß das.
Das Land regelt dies nicht. Trotz der Arbeitszeitstudie und der Arbeitszeitkommission gibt es weiterhin keinen Ausgleich und ich sehe auch die Bemühungen nicht, mehr Lehrkräfte und weiteres Personal in die Schulen zu stellen und eine Vertretungsreserve zu gewähren.
Es gibt weiterhin so gut wie keine Entlastungsstunden in Grundschulen und es gibt auch keinen Ausgleich, wenn das Team einer Schule nur aus 4-5 Leuten besteht oder wenn eine Schule so knapp versorgt ist, dass es mehr Stunden über Abordnungen als im Stamm gibt. Den Abordnungen überträgt man selten weitere Aufgaben.
Bei der Versorgung geht es inzwischen allein um die Zahlen für die Pflichtstunden und die DezernentInnen sagen offen, dass die vorhandenen Personen dafür nicht ausreichen und auch im Sommer nicht ausreichen werden.
Wenn also die Pflichtstunden schon nicht besetzt werden können und das Kollegium mehr schaffen muss, als mit dieser Anzahl an Stunden vorgesehen, wie kann man da auf die Idee kommen, dass die Zeit und Kraft für die anderen Aufgaben reichen wird?
Wenn also jemand nach der Arbeitszeit fragt, muss man doch auch sagen, dass diese zwar offiziell nach dem Deputat bemessen ist, tatsächlich aber nicht daran orientiert ist, dass sich das Deputat nicht verändert hat, die zusätzlichen Aufgaben aber durchaus.