Beiträge von Palim

    Ich habe beim Entbündeln immer "Borgen" gesagt.

    Jetzt, wo du es sagst... meine Kollegin hat damals auch immer vom "Borge-Verfahren" gesprochen, das muss auch irgendwo in der Literatur zu finden sein,

    aber das Wort "borgen" ist hier total ungebräuchlich, das würden unsere SuS nicht verstehen. Die "leihen" sich nur etwas.

    Kein Mensch muss die schriftlichen Rechenverfahren in der weiterführenden Schule können.

    :huh:

    Wirklich?

    Dann kann ich mir ja Zeit lassen, das Einmaleins mit denen üben, die es noch immer nicht können ...

    Sonst noch etwas, das sich lohnt, es wegzulassen?

    Und bevor ich es mir zu bequem mache: Was stellst du dir denn so unter "Kopfrechnen" vor?

    Dazu gab es ja in den letzten Wochen den Begriff „Schattenfamilien“, weil sie sich in den Schatten zurückziehen und weitestgehend Kontakte vermeiden.

    Darüber wird aber wenig berichtet, weil die anderen erheblich lauter sind.

    Die Familien mit Risikoangehörigen haben keine andere Wahl, ach doch, die Infektion selbst, aber diese wollen sie nicht wählen.

    Gerade, weil uns das Ergänzungsverfahren als Schüler so eingetrimmt wurde, fiel es vielen schwer, umzudenken. Das war auch der Grund, warum manche Lehrer zuerst mal am Ergänzungsverfahren festklebten und vor allem die Lehrer an den weiterführenden Schulen den Schülern wieder das Ergänzungsverfahren beibrachten, weil sie selbst mit dem neuen Abziehverfahren nicht klar kamen.

    Hier war es freigestellt. Wir haben uns für das Abziehverfahren entschieden, hatten uns informiert, haben Elternabende gemacht.

    Andere Schulen sind beim Ergänzungsverfahren geblieben, in der SekI gab es die entsprechende Reaktion.

    Das ist ein Grund, warum wir wieder beim Ergänzungsverfahren angekommen sind.

    Wo findest du immer sowas?

    In meinen Lesezeichen? :_o_D

    Ich wusste nicht, ob ich es noch habe ... und ob es die Seite noch gibt.

    Erstaunlicherweise ist es eine DaZ-Seite, das wusste ICH nicht mehr.

    Bei DaZ-Sachen bin ich relativ bewandert, da bin ich immer wieder auf der Suche.

    Die Sachen sammeln sich über die Jahre an ... und passen immer noch in mein Elefantengedächtnis, in dem für solche Sachen immer wieder Platz ist, für anderes nicht.

    Erwachsene Personen aus arabischen Ländern habe ich vor Jahren schon gefragt, wie es in deren Ländern ist,

    aber da bekommt man sehr unterschiedliche Antworten - und zu Erwachsenen habe ich (von Corona unabhängig) eher Kontakt, wenn sie gerade neu in Deutschland sind und man noch nicht so viel Fragen kann.

    Sinnvoll ist es ja, wenn man etwas ältere Kinder aus anderen Ländern bekommt. Da kann man sich anschauen, wie sie rechnen und was man daraus dann macht.

    Das Abziehverfahren soll auch internationaler sein, das wurde damals im Kollegium diskutiert, als wir es eingeführt haben - inzwischen nutzen wir doch wieder das andere Verfahren.

    Nachtrag

    Ich bin in einem anderen europäischen Land zur Grundschule gegangen und habe gerade verglichen - es ist definitiv NICHT korrekt, was in diesem Dokument zur Notation geschrieben wird.

    Das kann ich ja schlecht kontrollieren,

    aber es ist hilfreich, zu erkennen, dass es nicht das eine Verfahren weltweit gibt, sondern SuS aus anderen Ländern andere Voraussetzungen mitbringen. Auch deren Eltern haben das Bedürfnis, ihnen zu helfen. Dann stehen 2 unterschiedliche Systeme nebeneinander. So ähnlich ist es auch, wenn Eltern das Ergänzungsverfahren erlernt haben und die Kinder in der Schule das Abziehverfahren einsetzen sollen - bei uns gab es häufig Diskussion darum und Elternabend, an denen das neuere Verfahren extra erläutert wurde, was dann erneut für Diskussionen gesorgt hat.

    Noch ein Nachtrag:

    Vielleicht ist es ja in den Ländern selbst auch nicht einheitlich, wir kommen ja auch nicht zu eine, sondern zu mehreren Verfahren.

    Die Rechenverfahren in den anderen Ländern sind auch andere, die Zeiträume, wann was gelehrt wird wohl auch - wirklich sicher bin ich da nicht, aber schon zu Frechdachs Aufzahlung zur Volksschule haben wir Unterschiede und von Bundesland zu Bundesland ja auch.

    Die Frage bleibt aber, wann die Herleitungen und das Verständnis notwendig und zuerst erfolgen müssen, normalerweise sozusagen, und an welcher Stelle sich davon verabschieden muss, weil das Kind bestimmte Inhalte auf diesem Weg nicht begreifen kann, durchaus aber in der Lage sein könnte, die Rechenverfahren stoisch anzuwenden, was für die weitere Mitarbeit oder einen Beruf wichtig ist.

    Da wäre mir daran gelegen, dass man solche Vorgehensweisen auch diskutiert und dabei nicht zählt, was laut Curriculum alles notwendig wäre, sondern welche Wege es außerhalb dessen gibt, die zu einer einigermaßen grundständigen Rechenfähigkeit führen.

    Mein Erleben ist so, dass Lehrkräfte da häufig an den Plänen der zielgleichen bleiben, Schulbücher ohnehin, die dann auf mehr Jahre gestreckt werden, es aber eine Didaktik bräuchte, die Schwerpunkte oder Meilensteine setzt, von wo aus eine neue Handlungsfähigkeit eröffnet wird, sodass man zum nächsten Schritt gehen kann.

    Und das ist womöglich auch - ähnlich der Rechenverfahren oder der Vorteile oder Strategien beim Kopfrechnen, nicht immer eindeutig.

    Beispiel: Wann ist es sinnvoll, einem Kind mit Hilfe einer 1x1-Tabelle die Mitarbeit zu ermöglichen oder wann bleibe ich dabei, die Aufgaben auswendig zu lernen, bis sie sitzen?

    Was unternehme ich in welchem Maß zum Erlernen der Division und wann verabschiede ich mich davon, weil das Kind diese Fähigkeiten in diesem Jahr nicht erlernen wird?

    Ohne Auswendiglernen klappt es beim 1x1 nicht. Sind ja auch nur 36 Aufgaben, die man lernen muss.

    Sehe ich auch so, und bitte vorwärts, rückwärts, seitwärts, quer durcheinander.

    Aber leider, leider lernen es einige dennoch nicht und immer noch geistern Ideen durch die Gesellschaft, es könne ausreichen, wenn man die Reihen mühsam hochzählt :wacko:

    Sehr unterschiedlich,

    es gibt Familien, da haben es alle sofort und gleichzeitig,

    bei anderen eher so, dass Person 1 wieder fit ist, wenn Person 2 beginnt,

    einige haben keine Symptome, andere hüten das Bett.

    Also irgendetwas zwischen 5 Tage und 3 Wochen.

    Ach ja, und dann sind da noch die Familien, die nach dem positiven Test schnell noch einen zweiten machen - Spontanheilung, das Kind kann ruhig zur Schule gehen, der (zweite) Test war ja negativ.

    Frechdachs

    Was macht ihr denn mit den Kindern, die Inhalte nicht erlernen können, weil ihnen basale Voraussetzungen fehlen?

    Ist man nicht darum bemüht, allen Kindern das Erfassen der Inhalte (und noch mehr die Mitarbeit) zu ermöglichen?

    Natürlich hätte ich gern, dass alle alles können.

    Das ist aber nicht so.

    Da sind Kinder mit Lernschwierigkeiten und welche mit Unterstützungsbedarf unterschiedlicher Art, es sind Kinder, die die Sprache nicht beherrschen oder die Erkrankungen tragen oder ... aus anderen Gründen fehlen oder nicht gut lernen oder Inhalte noch nicht gelernt haben, obwohl sie Inhalt vorangegangener Schuljahre gewesen wären/ sind.

    Dann muss man doch überlegen und abschätzen, ob es Inhalte gibt, die weniger relevant sein könnten.

    Und ich muss überlegen, welche Fähigkeiten für das spätere Leben relevant sind. Es nützt nichts, wenn Kinder nicht mehr mitkommen, weil ihnen Inhalte aus Klasse 1/2/3 fehlen, und ich sie die kommenden Schuljahre überfordere, weil der Lehrplan es so vorgibt.

    Wie sonst holt man denn Inhalte mit Kindern nach und auf?

    Wenn ich Kinder im Unterricht habe, die wirklich die Grundlagen nur sehr schwer erlernen, überlege ich doch, was notwendig ist.

    Muss man den Zehnerübergang bis 20 verstehen und üben oder spart man es sich (und die Zeit) und reicht es, den Übergang im ZR 100 strukturiert aufzugreifen? Oder braucht man gerade das nicht, weil die schriftlichen Rechenverfahren das ohnehin vernachlässigen lassen?

    Braucht man die halbschriftlichen Verfahren, um das Zerlegen zu üben und anhand der längeren Schreibweise den Rechenweg anschaulich zu gestalten, oder sind die schriftlichen Verfahren allein genug … oder kann man letztere weglassen, weil entweder das halbschriftlichen Rechnen ausreicht oder der Taschenrechner gezockt wird?

    Was gewinnt man, wenn man etwas weglässt, und was verliert man gleichzeitig, weil nicht allein die Sache selbst gelernt und geübt wird, sondern damit auch andere Fähigkeiten, die dann verloren gehen oder später fehlen?

    Ich weiß, das ist nicht deine Entscheidung, aber trotzdem und bei allen positiven Aspekten, die Inklusion auch hat: Wäre für solche SuS dann nicht eine Förderschule die bessere Wahl, wenn die Bedingungen an der Regelschule eine durchgängig sinnvolle Förderung nicht erlauben?

    (Ich gehe einmal davon aus, du sprichst von SuS mit dem FSP Lernen, und nicht von SuS mit einer ausgeprägten Matheschwäche, aber sonst durchschnittlichen Fähigkeiten und Leistungen.)

    Es gibt ja aber solche und solche und durchaus Kinder, die sonst einigermaßen gut mitarbeiten können. Da sind die Grenzen fließend, aber die Gruppen (schwache SuS mit zielgleichem Niveau und starke SuS mit zieldifferentem Niveau) nähern sich auch an.

    Manche Kinder mit Unterstützungsbedarf arbeiten strukturiert und akribisch und rackern sich durch die Aufgaben. Die haben dann gute Chancen, auch die Rechenverfahren abzuarbeiten und kommen damit ein gutes Stück weiter.

    Andere ohne Unterstützungsbedarf lernen das Einmaleins nicht, mogeln sich durch und stehen dann bei der Division (und nicht nur da) auf dem Schlauch.

    Einigen Kindern kommt zugute, wenn es flexible und fließende Übergänge gibt und sie in der Klasse auch mal mitmachen können, das geht gerade bei den schriftlichen Verfahren, wenn die Grundlagen sitzen, sodass die Kinder dann in Klasse 4 auch normale Aufgaben bewältigen können.

    Anderen schadet es eher, sie bräuchten eine viel engere Begleitung, die ihnen hilft, Strukturen aufzubauen - für die Inhalte, die Arbeitsweise, das Leben.

    Förderschüler müssen können

    … was in ihren Richtlinien hinsichtlich ihres Unterstützungsbedarfes steht.

    Für zieldifferentes Unterrichten nach Lernen ist bei uns gesagt, dass es am ehesten so passt, dass die Inhalte von Klasse 2 Grundschule am Ende von 4 erwartet werden. Also ZR 100 und Kernaufgaben 1x1.

    Für Unterstützungsbedarf GE ganz anderes,

    letztlich immer entsprechend individueller Fähigkeiten.

    Von den 5. Klässlern erwarte ich bei Schuleintritt bei uns (habe 3 Leistungsniveaus in der Klasse):

    Ich erwarte auch so manches,

    aber deine Liste ist lang … dazu sind die Vorgaben in den BL oder Ländern unterschiedlich.

    Zirkel ist bei uns zum Beispiel raus, die Verlage haben das aber ignoriert, sodass es in den AH durchaus vorkommt. Früher war es definitiv in Klasse 5 gesetzt, Geodreiecke wurden erst für die OS (5. Klasse) angeschafft, heute ist es schon Teil in der GS.

    Aber ist es wirklich wichtig, dass SuS das in Klasse 1-4 gemacht haben?

    Wo wären die Prioritäten bei den schwachen SuS?

    Lieber das 1x1 verlässlich oder darauf verzichten und dafür zeichnen?

    Wenn man eben nicht alles haben kann, was sein sollte, was wäre der Minimalkonsens?

    Der Mathe-Lehrplan in der Grundschule ist rappelvoll. Du könntest locker 7 Stunden pro Woche füllen, hast aber nur 5. Also konzentrierst du dich und schaffst nicht immer alles. Das geht einem sogar ohne Corona so.

    Wie funktioniert das bei euch?

    Genauso wenig.

    Ich habe eine 4. Klasse übernommen und stelle Ähnliches fest.

    Für das Geteilt war am Enden von Klasse 2 nach Schulschließung und Wechselunterricht kaum Zeit, die Einführung des 1x1 musste in Distanz erfolgen. Es ist ohne dem schon doof, dass in 2 eigentlich die Erarbeitung und nur die Kernaufgaben erwartet werden, in 3 dann plötzlich das 1x1 sitzen soll, das nervt mich sonst auch schon.

    Die halbschriftlichen Verfahren sitzen nicht, Geteilt scheint unbekannt zu sein, das 1x1 sitzt nicht, wie soll man da die halbschriftlichen und schriftlichen Rechenverfahren begreifen? Die Rechentabellen überfordern einige, andere ruhen sich darauf aus und letztlich kostet es unendlich viel Zeit und auch Aufmerksamkeit und macht es für sehr schwache SchülerInnen noch komplizierter, weil man auch noch die Tabelle einsetzen soll und in die Abläufe integrieren soll.

    Also gibt es jetzt Blitzrechentraining, Hinweise an die Kinder, entsprechende HA (hat nicht gereicht), jetzt einen Elternbrief… mit deutlich formulierten Erwartungen.

    Beim Subtrahieren sind wir nach dem Umstieg aufs Abziehverfahren und einem gemischten System mit beiderlei Angebot und eher wieder Ergänzungsverfahren letztlich wieder da gelandet, wo wir vor 15 Jahren waren. Neue Lehrkräfte und SL, die sich gegen Absprachen gestellt haben, Probleme und Umlernen an manchen SekI-Schulen.

    Ich mag es anschaulich, aber ich habe den Eindruck, dass manche Kinder es gar nicht begreifen, was die Zahlen denn mit dem Material zu tun haben, sondern eher den Ablauf an sich trainieren müssen. Und auch an solchen Stellen fehlt immer die Zeit, eine 6. und 7. Stunde Mathe wären dafür notwendig.

    Die Addition läuft wirklich immer. Auch schriftlich, mit mehreren Summanden.

    Schriftliche Addition ist einfacher, selbst bei mehreren Summanden kann man einfach hochzählen ... und das machen Kinder auch, wenn sie sonst keinen Schimmer haben, wie sie sich retten sollen.

    Das ist kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, aber es ist leider so, dass es Kinder gibt, denen Grundsätzliches nur schwer zu vermitteln ist und die dafür erheblich mehr Zeit bräuchten.

    Diskutieren kann man, finde ich, darüber, welche Rechenverfahren wirklich beherrscht sein sollten, und was man zu deren Gunsten weglassen kann von den sonstigen Anforderungen in Mathe.

    Bei uns kommt es ständig vor ... in den vergangenen 10 Jahren weiß ich sicher, dass wir in jedem Jahr umstellen mussten, Stunden gestrichen wurden, umverteilt wurde und wir diverse Stundenpläne hatten.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass man immer wieder neue Pläne braucht, wenn man keine solide Unterrichtsversorgung erhält, sondern über Jahre mit Behelfen überbrückt.

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