Beiträge von Palim

    Noch ein Gedanke dazu:

    Es gibt durchaus Informationen, die an allen Schulen zu bestimmter Zeit in annähernd gleicher Form verteilt werden.

    Als viele Flüchtlinge ins Land kamen, gab es auf 4teachers eine Initiative, die wichtigsten Sätze alltäglicher Kommunikation und die wichtigsten Sätze der Information zusammengestellt hat, um sie dann von Muttersprachlern in viele Sprachen übersetzen zu lassen.

    Verlage geben sowas inzwischen als Kopiervorlagen heraus, das gab es aber zu der Zeit meines Wissens noch nicht, eher manches von anderen Initiativen oder auch Städten.

    Wenn man Leichte Sprache in Schule bringen und verbreiten möchte, ist es hilfreich, Beispiele zur Verfügung zu stellen, die Erleichterung bieten, die gute Beispiele zeigen, die mit wenigen Klicks angepasst werden können. Dabei kann man mit ähnlichen Sätzen beginnen oder mit den grundsätzlichen Informationen zum Schulbeginn/ zur Einschulung/ zur Buchausleihe/ zu Materialien. (Verlage, die das umsetzen, möchten doch bitte meinen Namen ins Literaturverzeichnis setzen, das gilt auch für abgekupferte Arbeitsmaterialien.)

    Von unserem Ministerium gab es auch mal so eine Broschüre zum Schulanfang in mehreren Sprachen. (Ja, über die Inhalte lässt sich streiten, darum geht es hier ja aber eigentlich nicht)

    https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/sch…tag-142749.html

    Gute Frage, wo ist die Grenze, weil nicht das mangelnde Leseverstehen das Problem ist, sondern die Interesselosigkeit? Aber andersrum: vielleicht erreicht man dadurch doch eine Person, die sich sonst nicht getraut hätte, nachzufragen?

    Ja, das ist der Widerstreit, der doch ständig in einem tobt.

    Wenn aber die Arbeitszeit so überlastet und ausgereizt ist, findet man inhaltlich Sinnvolles nicht effizient genug oder hat schlicht gar keine Zeit, sich darum zu kümmern.

    Denkt ihr denn grundsätzlich, dass Elterninformationen in Leichter Sprache relevant bzw. gewinnbringend sein könnten

    Ich denke, dass es grundlegend helfen könnte und vielleicht auch notwendig sein kann.

    Aber es ist dann eben noch mehr Arbeit, die an die Lehrkräfte gegeben wird.

    Auch sind es ja nicht immer die Mitmenschen anderer Herkunftssprachen, die sich schwer tun,

    es gibt durchaus auch viele Eltern, die nur wenig lesen können.

    Wer aber wirklich Schwierigkeiten mit dem Lesen hat, der würde auch einen seitenlangen Text in Leichter Sprache nicht entziffern. Oder doch?

    Und wie immer stellt sich die Frage:

    Wie viel komme ich anderen entgegen, weil es mir wichtig ist, dass die Informationen ankommen.

    Wie viel Engagement erwarte ich vom Gegenüber?

    Wie viel Engagement wird aufgewendet, wird es mehr oder weniger, wenn man entgegenkommt?

    Und auch:

    Wie viel zusätzlichen Aufwand habe ich? Wie viel Nutzen erhalte ich?

    Letztlich auch:

    Wie sinnvoll ist es, Leichte Sprache einzusetzen?

    Welche Alternativen gibt es?

    An welcher Stelle ist es sinnvoll, im Elterngespräch Hilfen aufzuzeigen: Bekannte einspannen, die vorlesen/ dolmetschen, sich selbst Hilfe suchen, um teilhaben zu können.

    Das letzte Jahr hat mir hinsichtlich digitaler Kompetenz und Eigenmotivation zur Information wirklich zu denken gegeben.

    Selbst wenn ich Informationen auf dem Silbertablett bis an die Haustür bringe, werden sie nicht wahrgenommen.

    Es mag vielleicht daran liegen, dass du deiner Schülerschaft einen bestimmten Teil der Welt nicht mehr erklären musst.

    In der Grundschule gibt es Briefe für alles Mögliche, derzeit wieder einmal eine Zettelflut für Bücherausleihe, Lehrmittel,

    häufig erklärt man wirklich Grundlegendes, z.B. Hausaufgaben und wie sie notiert werden, Untersuchung des zahnärztlichen Dienstes, Anmeldung zu Wettbewerben oder Projekten, Erläuterung von Übungen, Unterrichtszeiten und warum sie sich ändern, Regelungen für Frühstück oder Spielzeug in der Schule etc.

    Dazu braucht man jetzt immer auch Einverständniserklärungen wegen des Datenschutzes etc.

    Unsere Schule gibt nun seit einigen Jahren zur Einschulung eine Mappe mit allen Informationen heraus, die allerdings auch immer wieder angepasst werden muss.

    Man sieht doch auch an den Corona-Briefen des Ministeriums, wie häufig etwas verändert wird. Allein der Rahmenhygieneplan hat sich bestimmt 10mal geändert und eigentlich sollten Eltern darüber informiert werden - manchmal müssen sie es auch.

    Dass ein PDF eine Hürde darstellt, war ansonsten auf die Nutzenden gemünzt. Es ist erstaunlich, wie gering die digitale Kompetenz ist, da ist es schon zu viel verlangt, eine Mail abzurufen und zu lesen, einen Anhang darin zu finden, eine Antwort zu schicken oder sich überhaupt in einem Portal anzumelden.

    Gewünscht ist, dass man alles gerne per bekanntem Messenger verschickt.

    Es steht zu befürchten, dass manche Familien selbst mit Briefen in Leichter Sprache unerreichbar bleiben.

    Wie wäre es denn, wenn man auf der Schulhompage eine extra Registerkarte mit Informationen in Leichter Sprache erstellt? ggf auch mit PDFs zum downloaden

    Die Informationen auf die Homepage zu stellen, ist schon ein großer Akt, der viel Zeit braucht, wenn man es vernünftig aufstellen will.

    Ich könnte es mir bisher nicht vorstellen, dass man es da zusätzlich in leichter Sprache einstellt.

    Allderings gab es z.B. in Nds wegen Corona einige Briefe vom Ministerium in etwas einfacherer Sprachform, Leichte Sprache war das aber nicht wirklich, eher etwas verkürzte Sätze.

    Zugleich gab es manches dann auch (endlich mal) in anderen Sprache, sodass man z.B. die Informationen zu den Testungen auch Eltern anderer Herkunftssprache geben konnte.

    Übrigens ist auch das Einstellen als PDF eine erneute Hürde.

    Oder vielleicht Elternbriefe doppelseitig bedruckt. Auf der Vorderseite der Standardtext und auf der Rückseite der gleiche Text in Leichter Sprache?

    Dass man es doppelt druckt, würde ja doppelte Kopier/ Druckkosten verursachen.

    Da wäre es wirklich eher vorstellbar, eine 2. Version für bestimmt Eltern zu haben.

    Aber es ist eine Menge Arbeitszeit, Briefe zu verfassen und sie dann auch noch in Leichter Sprache abzuändern.

    Ist das wichtig genug und leistbar oder steigt man dann eher auf mündliche Kommunikation um?

    Ich finde das Thema interessant und kann @samu s Einwand gut verstehen.

    In unserem Einzugsgebiet gibt es eine Menge Menschen, die umfangreiche und normal bis schwierig formulierte Mitteilungen nicht verstehen.

    Für besonders wichtige Inhalte braucht man gel. Briefe in unterschiedlichen Sprachen.

    In manchen Fällen suchen wir auch dolmetschende schulnahe Personen, die helfen können, die trotz gleicher Herkunftssprache dennoch auf Granit beißen, weil die Eltern die Information generell nicht verstehen (können).

    Auch für Elterngespräche stellt sich die Frage, auf welchem Niveau eine Ansprache erfolgen kann.

    Es ist schon gut, "einfache Sprache" formulieren zu können und in bestimmten Gesprächen das Verständnis abklopfen zu können.

    Dabei geht es gar nicht immer um Texte/ Leseverständnis, sondern auch um das Verständnis der gesprochenen Sprache.

    Letztlich ist aber zumindest an meiner Schulform die Idee, dass alle Schüler an Stichtag X die gleichen Kompetenzen erworben haben, sowieso illusorisch.

    .. und die Curricula werden voller und voller.

    Man muss jedes Jahr neu planen, weil die Abstände zwischen den Ferien ja auch immer wieder unterschiedlich sind,

    in kurzen Jahren muss man sehr zügig mit den Arbeiten sein, in längeren geht einem und den SchülerInnen am Ende die Puste aus.

    An 6-wöchige Sprünge kann ich mich nicht erinnern,

    aber als Schülerin habe ich das auch nicht so genau verfolgt.

    Sicher weiß ich aber, dass wir früher keinen Beginn Ende Juli hatten, im letzten und in diesem Vergabezeitraum aber wohl.

    Während also früher zeitgleiche Ferien mit BY ausgeschlossen waren, gibt es sie nun, obwohl BY immer hinten liegt.

    In diesem Sommer sind wir 1 Woche/ 10 Tage vorher dran, auch diesen späten Zeitpunkt gab es früher nicht.

    Die großen Sprünge gibt es auch deshalb schon nicht mehr, weil die letzte Woche nur noch von Bayern und BW genommen wird (und die anderen nicht mehr).

    Das hat mit BW und BY gar nichts zu tun, sondern vielmehr damit, dass sich die Wirtschaft einen möglichst breiten Ferienkorridor wünscht - da müssten auch bald die nächsten Festlegungen erfolgen.

    Der wird nun durch die Pfingstferien in BY und andere Ferien z.B. in Hessen und HH erweitert.

    Den mehrfachen 4-wöchigen Sprung hatten wir im letzten Festlegungszeitraum mehrfach. Da hat die Vertretung von Niedersachsen wohl nicht aufgepasst. Das macht sich im Schuljahr dann wirklich sehr negativ bemerkbar.

    Außerdem weiß ich sicher, dass es früher für unser BL keine so späten Ferien gab. Man hatte nie erst mit BY Ferienbeginn und bestimmte Geburtstage waren immer in den Ferien, heute ist das nicht mehr so.

    Unabhängig von dem Start der Sommerferien halte ich auch in NRW 2 Wochen Pfingstferien für sinnvoll

    Wenn 3-4 Wochen nach Pfingsten die Sommerferien beginnen, wollte ich genau zu dem Zeitpunkt keine Ferien. Da ist man quasi schon in den ZK und in coronafreien Jahren in Sporttagen, Ausflügen und Klassenfesten unterwegs.

    Sinnvoll ist es aber, wenn man erst Ende Juli Ferien bekommt und die lange Zeit nach Ostern ansonsten nur durch Himmelfahrt/Pfingsten unterbrochen wird - Fronleichnahm gibt es nicht überall.

    In diesem Jahr bin ich ganz froh, weil wir nun seit Anfang Juni noch einige Wochen im Präsenzunterricht haben, in anderen Jahren weiß ich, dass das Schuljahr endlos erschien.

    Sidney und Lissabon hatten sich sicher auch etwas anderes vorgestellt.

    Ich setze lieber auf Freiwilligkeit des mündigen Bürgers als auf staatliche Maßnahmen.

    Ja, klar, damit jeder möglichst lange machen kann, was er will, egal wem es schadet.

    Und wenn es Regeln gibt, findet man immer noch ein Schlupfloch, wer braucht schon Vernunft?

    Siehe Dänemarks Fußballfans:

    "Unterdessen wurde bekannt, dass dänische Fußballfans mit einem Kurztrip in die niederländische Metropole eine Corona-Quarantäne umgehen wollen. Fünf Busse mit hunderten Fans haben sich Agenturberichten zufolge zum Spiel aufgemacht. Die niederländischen Coronaregelungen empfehlen dringend eine häusliche Isolation von fünf Tagen für Reisende, die aus Dänemark kommen. Dies gilt allerdings nicht, wenn sie sich weniger als zwölf Stunden in dem Land aufhalten. Um die zwölf Stunden nicht zu überschreiten, sei der Plan, zur deutsch-niederländischen Grenze zu fahren und dort zu warten, hieß es von Seiten des Reiseveranstalters."Zitat DW

    Wir beantragen die Stunden aufwändig, bekommen sie zugesprochen und sie sind sofort gestrichen, sobald es einen längeren Ausfall (Langzeiterkrankung, Schwangerschaft) gibt, was jedes Jahr der Fall ist. Diese Stunden werden nicht vertreten und auf den Bedarf angerechnet, sodass man keinen Ersatz bekommt und gezwungen ist, DaZ zu streichen um den Pflichtunterricht überhaupt im Ansatz besetzen zu können.

    Die Sprachförderung vor der Einschulung wurde vor Jahren aus den schulischen Aufgaben gestrichen und soll in den KiTa nebenher erfolgen.

    Also muss man unter diesen Bedingungen ohne weitere Hilfen die Kinder alphabetisieren und ich sehe nicht, wie das mit sehr offenem Konzept gelingt. Da braucht es einfach auch sehr viel aktive Arbeit am Wortschatz, nicht nur bei den DaZ-Kindern, denn der Wortschatz ist oft sehr klein, sodass Übungen zum Schreiben, die auf Bildern basieren, an den Begriffen scheitern.

    Trotzdem kann man anderen Kindern andere Aufgaben geben, damit sie sich austoben können.

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