Beiträge von Palim

    Der Unterricht in NDS war bisher entweder ein getrennter oder ein Ko-Ko-Ru, so wie Zauberwald ihn auch beschrieben hat, allerdings denke ich nicht, dass es zu gleichmäßigen Wechseln kam.

    Erst ab 12 Schüler:innen kann ein konfessioneller (z.B. katholischer) Unterricht an Schulen angeboten werden, dazu kommt es an vielen Schulen nicht, weil es nicht so viele Kinder dieser Konfession gibt, noch weniger, die Wert auf einen eigenen, dann jahrgangsübergreifenden RU legen. Zum Teil haben die katholische Kirchen dies am Nachmittag aufgegriffen und Religionsunterricht angeboten, der auch benotet wurde und im Zeugnis aufgegriffen werden konnte.

    Nun wird der Unterricht in NDS auf Christlichen RU umgestellt.

    Ein Kritikpunkt kann sein, dass dies allein dem Lehrkräftemangel geschuldet ist - man spart sich 2 konfessionelle RU. Allerdings ist die Realität an vielen Orten, dass es ohnehin nur einen RU gab, andere Schüler:innen konnten teilnehmen.

    Ein Kritikpunkt kann sein, dass der Bezug zur Konfession verloren geht. Allerdings sind auch zuvor schon viele Themen im Plan, in denen die konfessionelle Prägung kaum eine Rolle spielt, gerade in der Grundschule geht es oft um Grundsätzliches. Zudem hat man im RU nicht allein durch die Familie konfessionell geprägte Schüler:innen, sondern auch andere, die abgesehen von der Taufe kaum Berührungspunkte haben, dennoch im RU sind und sich auch dem Glauben zugehörig sehen. Die Schwierigkeit ist eher, das der Bezug zu Religion als solcher verloren geht. Unproblematisch finde ich, dass man im RU die verschiedenen konfessionellen Standpunkte aufgreift.

    Ein ganz anderer Kritikpunkt ist, dass das Curriculum, das es bisher nur als Anhörfassung gab, extrem weit gefasst und extrem schwammig ist. Das eröffnet sehr viele Möglichkeiten, die man als Chance verstehen kann, allerdings auch sehr viele Fragen.

    Es bietet auch die Möglichkeit, den Religionsunterricht an die schulischen Gegebenheiten anzupassen, sich örtlich zu vernetzen und regionales einzubeziehen. So sind z.B. viele Bezüge zu unterschiedlichen anderen Religionen aufgeführt und man kann Bezug auf Feste der Mitschüler:innen nehmen (konnte man zuvor auch, ist jetzt aber besser im Curriculum abgebildet).

    Über Chancen und Möglichkeiten kann man sich austauschen, wenn die CuVo veröffentlicht werden, da man nicht weiß, ob bzw. was daran noch geändert wird. Es soll dann ab Klasse 1 aufsteigend gelten, da kann man dann also klein anfangen. Ich denke, dass klassische Inhalte des bisherigen RU weiter Bestand haben, gerade bei den Inhalten der 1. Klasse.

    Das ist das Problem: Ein ökumenischer Religionsunterricht auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners ist im Wesentlichen ein protestantischer Religionsunterricht, weil der Protestantismus ein im Vergleich zu Katholizismus oder Orthodoxie - ohne Wertung! - schlichtweg reduziertes Christentum ist.

    Wir wissen alle, dass du die römisch-katholische Fahne hochhältst und es dir überaus wichtig ist, dass eine konservative Ausrichtung von allen eingehalten wird, so weit, dass du äußerst, nur diese Ausrichtung sei richtig und gültig.

    Genau da ist dann eben doch deine Wertung, auch wenn du deine Äußerung von deinem Standpunkt her neutral empfindest.

    Besonders interessant ist, dass du in deinen Beiträgen eine besondere Richtung verbreitest. Wo bleiben Ansätze innerhalb der römisch-katholischen Kirche wie der Synodale Weg und Maria 2.0? Wo bleiben konfessionelle Unterschiede innerhalb der katholischen Kirche? Wo bleibt der Auftrag zur Ökumene?

    Du schreibst selbst von einer Reduzierung, ja, sehe ich, in deinen eigenen Beiträgen. Es mag dein Glaube sein, allein die römisch-katholische Kirche als (einzige) wahre Kirche aufzufassen und darin allein eine konservative Lehrmeinung zu vertreten. Wenn du das äußerst, solltest du das entsprechend kenntlich machen.

    Ich vermisse bei dir stets das Zugeständnis der Religionsfreiheit innerhalb und außerhalb deiner Konfession.

    Keine der Aufgaben ist fest an die Beförderung gebunden.

    Du argumentierst jedes Mal so,

    aber einerseits gibt es genug Schulen, in denen viele Kolleg:innen viele dieser Aufgaben übernehmen und sehr belastungsfähig sind, aber nie befördert werden

    und andererseits brauchen die Leistungsfähigen ja keine Beförderung, denn nach deiner Argumentation hat ja jede und jeder von uns außerunterrichtliche Aufgaben zu erledigen, das können die Belastungsfähigen ja auch tun und diese besondere Eigenschaft ihrem Dienstherren zur Verfügung stellen.

    So, wie du argumentierst, kann man die Beförderungen auch einkassieren.
    Und wenn es dumm läuft, macht das Land NRW gerade genau das.

    Es gibt bisher nur die Anhörfassung.

    https://www.religionsunterricht-in-niedersachsen.de/christlicherRU

    Nach meinen Erfahrungen der letzten CuVo-Erneuerungen, bei denen zum Teil alles noch mal auf den Kopf gestellt wurde, beginne ich erst, wenn die CuVo wirklich veröffentlicht sind.

    Und wenn das Land wieder einmal meint, die CuVo könnten rückwirkend gelten, dann muss ich leider darauf verweisen, dass ich nicht vorausschauend genug war und nicht rückwirkend hellsehen kann.

    Vielleicht wird es auch um ein weiteres Jahr verschoben. Ich weiß, dass es in der Anhörungsphase durchaus Kritik gab.

    Der andere Betreuungsschlüssel ist wirklich ein großer Vorteil der Förderschulen.

    Der war bei uns an der FöS Lernen nicht gegeben, aber ich finde auch, dass Deputat und/oder Betreuungsschlüssel angepasst sein müssten.

    Eine pädagogische Mitarbeiterin pro Lerngruppe wäre auch Gold wert, weil man dann die vielen kleinen täglichen Bedürfnisse besser begleiten könnte.

    Das ist doch das, was du auch schreibst. JEDER Kollege hat vor Unterrichtsbeginn die Aufsicht über seine Klasse - nicht nur die eingeteilte Hofaufsicht.

    Ist das so?

    Ich habe derzeit morgens 15 min Aufsicht im Klassenraum, aber wir hatten auch schon eingeteilte Frühaufsichten, sodass jede von uns anderen morgens keine Aufsicht hatte, sondern zu Unterrichtsbeginn in den Raum ging.

    Dennoch bin ich mit dem Betreten des Geländes ansprechbar und zuständig, wenn Kinder etwas fragen, wenn Kinder sich wie auch immer benehmen, wenn Kolleginnen oder Eltern mich ansprechen.

    Palim : Gerade der Ansatz, dass sich Lehrkräfte um alles selbst kümmern müssen, sollte dringend hinterfragt werden. Auch weil er im Zeitalter multiprofessioneller Teams nicht mehr wirklich zum Zeitgeist passt. Es gibt ja gerade die pädagogischen Fachkräfte, die Schulassistenz und den Hausmeister (m/w/d), sodass die Lehrkräfte sich wieder stärker um ihre Kernkompetenzen kümmern können - was ja auch im Sinne der Kinder und Jugendlichen ist.

    Wo gibt es denn multiprofessionelle Teams?

    Humblebee hatte ein Dokument verlinkt, in ganz NDS gibt es 6 Grundschulen mit Schulassistenz, auch bei Hauptschulen ist das eher ungewöhnlich, eher bei Schulen mit Gym-Angebot und BBS.

    Man kann sich etwas wünschen, aber man kann nicht am Kopierer warten, bis ein Schulassistent vorbeikommt und das rettet.

    Und ja, ich wünsche mir auch dies und das, aber das „ich-bin-nicht-zuständig“-Mantra ist in der Schule realitätsfremd.

    Erst nach der Umsetzung der Arbeitszeiterfassung wird man sich ggf. Gedanken dazu machen, was man alles an anderes Personal abgeben könnte, um Lehrkräfte zu entlasten, weil ihre Arbeitszeit schlicht zu teuer ist.

    Weil man gewohnt ist, alles selbst zu erledigen, weil es sonst niemand macht.

    Selbst der Hausmeister ist ein Hauswart und hat zig Objekte, man kann ihn anrufen, dann erfährt man vielleicht, wo er gerade ist. Man kann eine Aufgabe nennen… und warten… und warten. Da reden wir nicht von der nächsten Pause und nicht vom nächsten Tag.

    Wenn der Kopierer einen Stau hat, dann löst man ihn auf. Ist das nicht möglich, ruft man selbst die Leasing-Firma an, die sich recht zeitnah kümmert (meist noch am Tag oder am Tag darauf), sagt de; anderen Bescheid (Zettel auf den Kopierer kleben) und legt der Sekretärin einen Zettel hin, damit sie weiß, dass schon jemand angerufen hat, wenn sie an einem der nächsten 1-3 Tage wieder im Büro ist.

    Das Gleiche in groß ist ja mein eigener Arbeitsweg, 120km, eine Strecke,

    Nachdem du die Stelle an dieser Schule angenommen hattest, wurde der Standort um 120 km verlegt?

    Möglich … bei einer Bundesfachschule für …

    … Chembalo-Bau, Optometrie oder Glaskunstwerk.

    Aber genau das ist es doch, wenn Gymshark von Mitlaufen spricht.

    Mangels Personal, Ausstattung, Wissen etc. laufen zu viele Inklusionskinder einfach nur mit statt sinnvoll gefördert zu werden.

    „Mitlaufen“ bedeutet für mich, dass man erwartet, dass die Kinder die gleichen Anforderungen erhalten, wie die anderen und man gar nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht… oder die Kinder mit einem Mandala zum Ausmalen in die Ecke setzt.

    Das ist für mich nicht vorstellbar, da es nicht möglich scheint. Ich kann einem GE-Kind nicht den gleichen Text diktieren und ein KME-Kind (vermutlich) nicht am Barren turnen lassen.

    Zwischen „Mitlaufen“ und „nicht genug fördern, da zu wenig Ressourcen für die vielen Anforderungen zur Verfügung stehen“ ist doch eine sehr große Spannbreite.

    Ich kann DaZ-Kinder im Unterricht fördern, sodass sie alphabetisiert werden und Deutsch lernen, ABER mit DaZ-Stunden zwischendrin ginge es leichter, besser und schneller. Da würden mir schon 3 Stunden pro Woche in einer Kleingruppe helfen, aber sie sind mal wieder gestrichen. Diese Stunden werden beantragt und genehmigt und dann doch wieder kassiert mit dem ersten längeren Vertretungsfall (nahezu jedes Jahr).

    Ich kann Kinder mit LRS individuell fördern, ABER in einer Übungsgruppe würde es besser gelingen. Diese Stunden stehen zwar im Erlass, nicht aber in der Zuteilung der Stunden.

    Ich kann Kinder, die Schwierigkeiten beim Lesenlernen haben, innerhalb der Klasse fördern, ABER die Kinder bräuchten täglich eine kurze Übung am Vormittag mit 1:1-Begleitung.

    Ich kann Kinder mit Dyskalkulie nicht therapieren, das bedarf viel Zuwendung, die man aber auch in einer Förderschulklasse mit 16 Kindern nicht aufbringen könnte. Einen Förderbedarf Lernen haben diese Kinder aber gar nicht.

    Ich kann Kindern mit Förderbedarf Lernen oder Hochbegabung zieldifferentes Material geben und sie fördern oder herausfordern, ABER besser wäre es, wenn für diese Kinder mehr Zeit/Personal wäre, damit man ihre Aufgaben würdigt, ihnen etwas erklärt, die HBG-Kinder herausfordern oder mal im Schnelldurchlauf etwas erläutern kann, Technik begleitet einsetzt.

    Alle diese Kinder laufen nicht einfach mit, sie werden gefördert, ABER Inklusion stelle ich mir anders vor.

    Und ich sehe auch nicht, dass alle diese Kinder eine andere Schule und eine andere Klasse bräuchten. Eine Klasse für alle DaZ-Kinder oder gesplittet nach Niveau,

    • eine Klasse für Kinder mit Schwerpunkt Lernen, die fit in Mathe sind,
    • eine Klasse für Kinder mit Schwerpunkt Lernen, die fit in Deutsch sind,
    • eine Klasse für Kinder mit Mutismus, die sich dann alle nicht äußern,
    • eine Klasse für neurodiverse Kinder oder zwei oder drei, je nach Ausprägung,
    • eine Klasse mit Kindern mit Förderbedarf GE oder zwei oder drei, je nach Grad der Beeinträchtigung,
    • eine Klasse …

    Das gäbe viele Schulen mit vielen Schwerpunkten, die alle spezialisierte Lehrkräfte benötigen. Wer soll das machen? Die Lehrkräfte, die dann an den Regelschulen übrig sind? Also wir? Jede und jeder von uns, der die Kinder anderswo verteilen möchte, meldet sich damit doch freiwillig für diese Aufgabe, oder?

    Und wenn diese Kinder alle durch das Land gefahren werden, finden wir in unseren Klassen weitere, die nicht in ein starres Raster passen?

    Am Ende ist ein Grund für das Scheitern der Inklusion die stete Überlastung der Lehrkräfte. Viele könnten Inklusion besser umsetzen, wenn sie dafür mehr Zeit und Luft bekämen, weil weit mehr Personal für alles in den Schulen wäre, und wenn man mehr Kraft in unterstützende Systeme stecken würde.

    Offiziell musst Du das in Niedersachsen für jedes Kind.

    Das ist mir bewusst, aber für einiges ist der Aufwand ungleich höher als für anderes.

    Und weil es nicht angemessen angerechnet oder ausgeglichen wird, hat man in manchen Klassen zu viele zusätzliche Aufgaben unterschiedlichster Ausprägung.

    Da wäre es hilfreich, wenn es für das, was häufig wieder kommt, gelungene Unterstützung bzw. Material gibt, mit dem im inklusiven Setting gearbeitet werden kann, UND Personal, das dafür Zeit hat, dies auszuarbeiten und zu implementieren.

    Bei der Arbeit damit brauchen dann alle Kinder die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu präsentieren und Hilfe zu erhalten. Aber auch dafür reicht es nicht, schon gar nicht, wenn Zusatzbedarfe und Fördermöglichkeiten nach wenigen Wochen in der Vertretung aufgehen und dann das Jahr über nicht ersetzt werden. Eine 90%-Versorgung gehört auch dazu, dass Inklusion nicht unterstützt wird, sondern zu den besonderen Belastungen gerechnet wird.

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