Vielleicht ist es ein guter Einstieg, zunächst zu klären, wie die Lehrkraft die Situation einschätzt oder erlebt.
Auch würde ich das Fehlverhalten der anderen nicht mit einbeziehen, sondern unabhängig davon erläutern, dass dein Kind das Zurechtweisen anderer als „schlimm“ empfindet und deshalb weint.
Wie auch immer es in dieser Klasse abläuft: Tatsächlich hat man immer mal Kinder in Klasse 1, die schon weinen, weil sie kommen und bleiben sollen, weil der Stuhl ein anderer als gestern ist, weil der grüne Stift fehlt, weil es keine Hausaufgaben gibt oder sie am Montag keine vorweisen können (da nie erteilt) oder weil die Lehrerin sie anschaut oder nicht anschaut.
Bei fast allen Kindern gibt es sich bis zu den Herbstferien, wenn es darum geht, Regeln und Grenzen abzustecken und zu verstehen, wie Schule an sich funktioniert,
manchmal dauert es auch bis Weihnachten.
Danach ist nicht mehr absolut alles neu und überfordernd, Methoden sind bekannt und wiederholen sich, Kinder und Lehrkräfte und ihre Persönlichkeiten sind bekannt...
Zurück zur Situation:
Weint das Kind leise vor sich hin oder stört es,
meinen weitere, es dann trösten zu müssen,
weint es nur dann oder auch zu anderen Gelegenheiten,
wann hört das Weinen auf und was könnte helfen, ohne zu stören?
Vielleicht kann man das gemeinsam besprechen, vielleicht kann das Kind im Raum in eine Ecke gehen, (vielleicht gibt es die gerade wegen Corona nicht),
vielleicht kann es ein Zeichen geben, vielleicht bespricht man, wie man sich schneller beruhigt, wenn man selbst nicht gemeint und nicht betroffen ist,
vielleicht hilft ein Kurzzeitwecker, sodass das Kind versteht, dass es sich zeitnah beruhigen muss...