Tatsächlich gibt es mehrere Konzepte, die mit der Silbe als solcher arbeiten.
Die rot-blaue Schrift setzt sich durch, da der Verlag Lehrwerke, aber eben auch Kinderbücher herausgibt.
Aber auch andere Didaktiker:innen setzen auf Silbensegmentierung, dabei sind die Konzepte allerdings unterschiedlich, weil z.B. wirklich über lange Zeit nur Silben eingeschliffen werden oder weil die Silbe in Zügen oder Häusern verpackt werden und davon ausgehend dann der Aufbau der Wörter und die Rechtschreibung thematisiert werden.
Alle Sachen kamen ab etwa 2000 auf den Markt, als mehrere Menschen parallel ähnlich Gedanken hatten und dieses Prinzip entdeckt oder wieder entdeckt haben und in eine sinnvolle Vorgehensweise gesetzt haben. Nun existieren sie nebeneinander.
Mir gefällt am Programm, dass man die Farben ändern kann und die Texte dadurch kopierfähiger werden. Danke.
Für schwache Leser:innen kann man auf Lesematerial zurückgreifen, das in Silben markiert ist. Es hilft, weil sie sich von Silbe zu Silbe hangeln können.
Für noch schwächere Leser:innen kann man zunächst nur Silben lesen und dann 2 Silben zu einem Wort zusammenbauen. Da sind es aber zunächst Silben auf Feldern oder Karten.
Erst, wenn das Kind das Zusammenschleifen verstanden hat, wird es beginnen zu lesen.
Das kommt bei einigen sehr schnell, bei anderen später.
Ob die Silbe als Ganzes hilft, ist vielleicht vom Kind abhängig, aber es gibt eben Kinder, die sich über dieses Material überhaupt mit Schrift beschäftigen können und mögen und erste Erfolge mit dem Lesen von „Ma“ und „La“ als Ganzes haben, da ist es eher ein Wiedererkennen.
Ich denke nicht, dass Kinder alle Silben-Bilder als Ganzes erlernen und dann nur die Silben erlesen, vielmehr verstehen sie irgendwann den Aufbau der Silbe selbst und kommen darüber dann dazu, dass sie auch andere Silben erfassen und lesen können.
Aufpassen muss man übrigens bei dem rot-blauen Lehrgang, dass Kinder nicht zu abhängig von der Markierung werden. In Klasse 2 werden die Texte irgendwann schwarz, was gerade die Schwächeren vor eine Hürde stellt, da sie dann „plötzlich“ die Silbensegmentierung selbstständig leisten müssen und dies gleich an (für sie) komplexeren Texten. Da wäre ein anderer Übergang meiner Meinung nach sinnvoller.