Beiträge von Palim

    ich glaube, wenn man beim belohnungssystem angekommen ist, ist es schon zu spät.

    Das sehe ich anders.

    Das Belohnungssystem ist ja damit verknüpft, das Regeln noch mal wiederholt werden und man das Verhalten in den Fokus stellt. Dabei kann man auch kleine Schritte gehen und zu Anfang bestimmte Verhaltensweisen einüben.

    Zudem gibt es ja sehr unterschiedliche Belohnungssysteme, welche, bei denen jedes Kind für den Tag/ jede Stunde beurteilt wird, und andere, wo es für die Klasse / einen Tisch eine Belohnung gibt oder die Kinder gemeinsam etwas sammeln und einlösen. Darüber bekommt das gute Verhalten den Fokus und den Kindern wird es wichtig, weil sie die Belohnung „verdienen“ möchten, sich also aktiv dafür einsetzen.

    Außerdem kann die Belohnung dann zusätzlich etwas sein, dass der Klassengemeinschaft gut tut.

    Das blinde Kind muss Blindenschrift selbst lernen wollen und sie üben, das kann ihm niemand abnehmen. Man kann nur lenken und unterstützen.

    Das Lenken und Unterstützen fällt für mich unter „befähigen“,

    ich zeige dem Kind die Möglichkeit und die Schritte und lenke das Üben oder biete ggf. weitere Unterstützung, bis es zu Fortschritten kommt.

    Der Neid kommt an Schulformen auf, an denen es Besoldungsämter für irgendetwas gibt.

    Mehrarbeit kann es ja nicht sein, denn die mit diesen Ämtern betonen ja häufig genug, dass alle nur 40h arbeiten und man die Spitzen ausgleichen könne.

    An den anderen Schulformen arbeiten alle viel und übernehmen viele zusätzliche Aufgaben, da wird ja immer darauf verwiesen, dass dies Teil des Berufes ist.

    Warum an an einer Schulform dann Ämter braucht, an der anderen aber nicht, erschließt sich mir nicht,

    ebensowenig, warum der eine oder andere mehr oder weniger arbeiten würde, weil er ein Amt hat, wenn doch gleichzeitig auf die Arbeitszeit verwiesen wird.

    An meiner Schulform müssen sich alle die Arbeit teilen, miteinander.

    Es sollte eine öffentliche Schulart geben, auf der nur lernwillige, lernfähige SuS sind und die Lehrkräfte entsprechend fachlich anspruchsvollen Unterricht geben können. Deshalb bin ich absolut für ein dreigliedriges Schulsystem das viel stärker selektiert.

    Wir verschenken so unglaublich viel Potential nach oben hin (Innovation, Forschung, gesellschaftliche Leistungsträger), wenn wir die potentielle Elite ständig ignorieren und schrecklichen Lernbedingungen aussetzen.

    Es können doch so Idealisten, die gerne die schwachen und lernunwilligen SuS fördern, dann an eine andere Schulform (wenn es wieder dreigliedrig mit ordentlicher Zuordnung der SuS gäbe) gehen, wo eben nicht die lernwillige, leistungshungrige Elite ist.

    Ich kann deine Ausführungen nicht nachvollziehen.

    Wie kann man so schwarz-weiß denken?

    Wie viel Potential verschenken wir schon jetzt durch Selektion und Segregation?

    Wie viel mehr ist möglich, wenn wir alle fördern und herausfordern?

    Die Kinder sind es doch alle wert, dass man ihnen ermöglicht, was irgendwie machbar ist. Bei einem ist es ansatzweise Lesen, bei einem anderen zeitgleich dicke Wälzer, aber weder das eine noch das andere Kind wird im Lesen/Lernen davon beeinträchtigt, dass das andere einen anderen Text (im weitesten Sinn) vor sich hat.

    Weiß ich denn, ob aus diesem oder jenem Kind nicht in 20 Jahren jemand geworden ist, der die Gesellschaft wesentlich trägt? Hoffentlich aus allen.

    Woher kommt die Behauptung, dass man sich nur um „unten“ und „oben“ kümmern würde oder sollte?

    Warum können nicht alle lernen, die, denen es leicht fällt, gerne intensiver, schneller, umfassender.

    Das IST entsprechend anspruchsvoller Unterricht und ja, dafür braucht man gut ausgebildete Lehrkräfte.

    Schulen für Hochbegabte gibt es, häufig sind es Internate. Und auch da sind nicht alle immer lernwillig und lernbereit und gerade unter diesen Kindern und Jugendlichen gibt es viele mit Problemen und Schwierigkeiten.

    Ich glaube, ich finde insgesamt das Bild, das du von Schüler:innen zeichnest, nein hast, befremdlich.

    Wo sind da die hochleistenden Störenden oder die Kinder mit schwierigen Phasen (Krise, Trennung, Krankheit, Liebeskummer, Trauer…), die gerade mal mit etwas anderem beschäftigt sind?

    Wo sind die emsigen, die sich hocharbeiten, weil sie noch und noch fleißig und zielstrebig sind und darüber ein großes Pensum schaffen und sehr viel weiter kommen, als die Überflieger, die das Lernen noch nicht gelernt haben?

    Wo bleiben die stillen Schüler:innen, denen selbst im besten Unterrichtsklima das Lernen nicht täglich gut gelingt?

    Wenn du die alle ausschließt, bleiben nur Roboter übrig.

    Wenn du glaubst, dass du in Klasse 1 noch alle retten kannst ist das nobel. Die Erfahrung im Kinderheim war eher die, dass du Leute die vor dem 3. Geburtstag gekommen sind gut durchbekommst.

    Ja, verständlich, ob im Kinderheim oder in der Schule: es bleibt doch deine Aufgabe, dich zu kümmern und zu versuchen, was möglich ist.

    „Retten“ ist für mich auch, dass man das Kind irgendwie weiter bringt, es befähigt, etwas selbst zu schaffen.

    Das ist doch ein völlig anderes Thema

    Nein,

    das ist das gleiche Thema.

    Wenn ich segregiere und Klassen habe, in denen keinerlei Kinder mit besonderen Bedürfnissen habe, kann mir die Sitzordnung nahezu egal sein,

    dafür habe ich dann aber eben in anderen Klassen weit mehr dieser Kinder und vielleicht nicht genug Raum, auch da noch die störenden von den anderen zu trennen.

    Die Haltung "Du kannst nicht jeden retten" kann man sich womöglich bei älteren Schüler:innen erlauben, in Klasse 1 ist das einfach fehl am Platz, in der Brennpunktschule einmal mehr. Da kann man sich ja nicht einfach den wenigen Lernbereiten widmen und die anderen sich selbst überlassen.

    Und es muss erst noch ganz viel passieren, bevor man dann wirklich irgendwann zu dem Punkt kommt, dass man das Kind leider weder retten noch ein Stück weit in eine Richtung begleiten kann.

    Und genau das hat dann auch wieder ummittelbar mit der Sitzordnung zu tun.

    In Thüringen kam die Abschaffung tatsächlich genau zeitgleich mit "A13 für alle", d.h. dort erfolgte tatsächlich die Anhebung der Besoldung zulasten einer anderen Gruppe

    Es geschah zeitgleich,

    dass das eine zu Lasten anderer eingeführt wurde, wird daraus konstruiert.

    Sinnvoller wäre es gewesen, über mehr Möglichkeiten zur (auch finanziellen) Wertschätzung guter Leistung an allen Schulformen nachzudenken.

    Dann bitte auch an allen Schulformen und nicht an einzelnen.

    und was, wenn man 15 "brennpunktkinder"

    Dann sind die anderen an die Privatschule abgewandert und man kann mit Überzeugung sagen, dass man nie in so einem Setting arbeiten möchte und es lieber anderen überlässt.

    Die Ursache liegt auch in der Segregation, ansonsten wären es eben nicht 15 oder mehr Kinder mit besonders Bedürfnissen, sondern weit weniger und vielen, die sich anders verhalten.

    Hier gibt es auch Urlaub der Arztpraxis im Februar und ohnehin gegenseitige Vertretung. Das steht vorab auf dem Tresen und dann an der Tür, welche Praxen die Vertretung übernehmen, in der Stadt genauso wie im Ort.

    Und der hausärztliche Notdienst wird unter den Ärzt:innen aufgeteilt und sie fahren wirklich weit, weil der Bereich groß bemessen ist.

    Wird nicht helfen, aber ich finde es befremdlich, wie viele hier gegen religiöse Menschen und kirchliche Mitglieder pauschal hetzen und alles verteufeln.

    In Deutschland gilt Religionsfreiheit, man muss keiner bestimmten Glaubensrichtung angehören, man wird nicht als Ketzer verbrannt,

    man muss aber auch nicht gegen Gläubige und kirchlich Organisierte hetzen und die alleinige Meinung über alles stellen und allen vorgeben wollen, was sie zu denken haben.

    Außerdem nutzen nicht Kirchen diesen Mechanismus, die AfD und andere Organisationen sind hier auch gut darin.

    Ich spreche mit betroffenen Kindern, sofort, wenn es brennt,

    bekomme ich aber den Eindruck, es ginge um Kleinigkeiten und darum, Zeit zu schinden, bekommen die Kinder „Zeit“ im Rahmen der 2. Pause oder zu anderen besonders „günstigen“ Zeiten, also wenn es mir passt. Oft haben sich die Sachen dann längst in Luft aufgelöst.

    und dann auf einem „Spickzettel“ notieren

    Den Gedanken hatte ich auch.

    Innerlich kannst du dann Bingo spielen.

    Alternativ kannst du dir eine Standard-Antwort überlegen, dass du vor dem Termin oder der Terminvergabe gerne wüsstest, worum es gehen soll.

    Kommt dann „Sitzordnung“, kannst du das Gespräch ablehnen, kommt ein anderer Grund, kannst du im Gespräch darauf verweisen, dass die Sitzordnung aus pädagogischen Gründen erfolgt und du sie reiflich überlegt hast und regelmäßig/ nach Notwendigkeit wechselst.

    Danach kannst du darauf verweisen, dass es in dem Gespräch ja um etwas anderes gehen sollte.

    In einer Klasse, in der es so viel Unruhe gibt und die Eltern so viel mitmischen wollen, geht ein Klassenrat nach hinten los, da kommen die Kinder ja dann mit ganzen Listen und die, die wenig wortgewandt sind, ziehen wieder den Kürzeren.

    Wenn die Schüler:innen nur neben ihrem Wunschkind leise arbeiten, haben sie Grundsätzliches nicht verinnerlicht - und die Eltern heizen es an.

    Dann ist es unruhig in der Klasse und noch mehr Eltern stellen Forderungen.

    Ich mag auch keine Token-Systeme, für eine kurze Zeit finde ich es aber gut.

    Dazu habe ich auch Konsequenzen, z.B. Nachdenk-Zettel, die Kinder ausfüllen, die häufiger Unterricht stören oder die Konflikte provozieren oder austragen.

    Hilft das nicht, gibt es andere Konsequenzen.

    Der Hinweis „Ich sehe nicht alles“ führt ja dazu, dass die Kinder den Eindruck bekommen, sie könnten sich schlecht verhalten und es sei egal. Ich sehe auch nicht alles, aber was ich sehe, erhält entsprechende Konsequenzen.

    kennt ihr das?

    Jein.

    kann halt nicht jeder neben Sophie von und zu Fleißhausen sitzen.

    Vielleicht kommt es bei uns so selten vor, weil wir diese Kinder nicht im Umfeld haben … und entsprechende Eltern auch nicht.

    Man kann äußern, dass in der Klasse alle Kinder lernen, mit allen Kindern auszukommen.

    Man kann auch wöchentlich wechseln oder alle 2 Wochen.

    Man kann die Plätze losen oder wünschen oder das abwechseln (einmal bestimmt die Lehrkraft, dann wieder die Schüler:innen oder das vermischen: die Kinder sortieren sich hinter den Stühlen neu, bis jeder einen Platz hat und keiner mehr meckert, die Lehrkraft kann ein Veto setzen - ja, das dauert dann auch mal eine Weile und man muss überlegen, ob man es als Lerneinheit auffassen will oder an welcher Stelle man abbricht, weil die Kinder nicht in der Lage sind zu einigen, mit der Konsequenz, dass die Lehrkraft entscheidet.

    Warum die Eltern entscheiden wollen, will sich mir so gar nicht erschließen, sie sind selbst gar nicht in der Schule und sehen die Bedingungen nicht UND können ganz viel wünschen, aber ich bin nicht der Weihnachtsmann, der im übrigen auch nicht jeden Wunsch erfüllt.

    Nimmt es zur Kenntnis oder sag, dass du nochmal drüber nachdenkst. Dann kannst du es beim nächsten Umsetzen berücksichtigen.

    Kind hört an der einen Seite schlecht / sieht nicht gut / verschlechtert sich / weint zu Hause wegen des ach so rüpelhaften neuen Nachbarn etc. pp...)!

    Wenn das Kind schlecht hört, könnte ein Attest helfen, dann muss der Schulträger die Akustik prüfen und ggf. verbessern. Zudem könnten Hörgeräte hilfreich sein.

    Wenn das Kind nicht gut sehen kann, könnte eine Sehhilfe helfen, sollte dies nicht ausreichen, würde ich den mobilen Dienst (spezialisierte Förderschullehrkräfte zur Beratung) vorschlagen, gemeinsam für dieses Kind zu überlegen, welche Hürden der Unterricht bereithält und was man machen kann - der Sitzplatz ist dann ein Thema.

    Wenn das Kind weint, muss man wohl in das Gespräch gehen, ob dieses Kind in letzter Zeit Schwierigkeiten mit diesem Kind hatte und wie man das Kind anderweitig stärken kann … oder ob die Einwände berechtigt sein könnten.

    Vielleicht kommt es bei mir auch weniger vor, weil die Eltern sich die Antworten schon denken können und wissen, dass ich über manches nachdenke, vieles ermögliche, aber es immer ein Miteinander sein muss, das für alle fair ist und nicht einzelne bevorzugt.

    Und sie wissen, dass ich als Lehrkraft entscheide, wie ich es mache, die Eltern können da nicht ständig mitreden,

    sie haben auch bei anderen Berufsfeldern nicht die Möglichkeit, große Änderungen zu erwirken oder Wünsche erfüllt zu bekommen.

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