Beiträge von Palim

    Was ist daran schwierig?

    Der Nachweis und die Anerkennung der Mehrarbeit.

    Der Arbeitgeber muss keine Mehrarbeit nachweisen, sondern die tatsächliche Arbeitszeiterfassung umsetzen.

    Wenn diese dann nicht mit der gesetzten Arbeitszeit übereinstimmt, wird man fragen, warum das so ist.

    Man wir Daten anschauen müssen, dass bei einer Klassenfahrt keine Pausen vorgesehen und möglich sind.

    Oder man wird feststellen, dass sonderpädagogische Gutachten etwa 40h Arbeitszeit benötigen, das hat der Landesrechnungshof schon vor Jahren kritisiert und Vorschläge gemacht, eine Vereinfachung wurde in Aussicht gestellt, aber nicht umgesetzt, stattdessen gibt es immer mehr Auflagen.

    Vielleicht wird man feststellen, dass es unsinnig ist, von jeder Schule jedes Konzept ohne Entwurf, Vorschlag, Bausteine erarbeiten zu lassen, oder dass es dumm ist, und jedes Curriculum ohne an der Praxis orientierte Inhalte oder Vorschläge auszugeben. Und dass es Arbeitszeit in jeder Schule und für jede Lehrkraft kostet, wenn man jedes Mal die Notengebung grundlegend ändert (fachspezifische Leistungen hinein, verändert, verschoben, exakt vorgegeben, hinaus).

    Man wird also die Arbeit begrenzen müssen.
    Das kann aber nicht die Aufgabe der einzelnen Lehrkraft sein, die 2 Fachkonferenzen, 3 Beauftragungen, 1 Klassenleitung, 5 zieldifferent zu beschulenden Kinder und eine Menge andere Aufgaben übernimmt, die in der Schule anfallen und trotz Lehrkräftemangel irgendwie im Stammteam verteilt werden müssen. Selbst nach dem Arbeitszeitmodell in HH, in dem außerunterrichtliche Aufgaben angerechnet werden, geht dies nicht auf und entspricht nicht der EuGH-Vorgabe, dass die tatsächliche Arbeitszeit zu erfassen ist.

    Was ist daran schwierig?

    Schwierig daran ist allein, dass das Land dann einen Ausgleich schaffen muss. Und das wissen die Länder, denn sie haben ja die Arbeitszeitstudie als gerichtsfest anerkannt und kennen die Daten seit 10 Jahren.

    Nein, es gab keine weitere, es gab eine Vorstudie vorab und dann die große ganzjährige Studie, dann gab es mehrere Ergebnisrunden, da zunächst die Arbeitszeit, dann die Belastungsstudie ausgewertet wurde.

    Außerdem gab es eine andere Studie des Landes, in der die Arbeitszeit gar nicht erhoben wurde, und später noch die Kommission, die beide Studien noch mal ausgewertet und Vorschläge zur Entlastung unterbreitet hat. Zudem, und das ist wichtig, hat sie die Studie der Uni Göttingen anerkannt und als gerichtsfest gewertet.
    Dann gab es den 18-Punkte-Plan der Landesregierung, der ein Plan war, etliches wurde nie umgesetzt oder wieder aufgehoben.
    10 Jahre später hat sich erschreckend wenig für die Entlastung getan. Die Sprachförderung hat seitdem ganz andere Ansprüche, die Inklusion ist in NDS sehr viel weiter umgesetzt, unsere RZI-Leitung überschlägt sich mit Vorgaben und jede Neubesetzung macht es schlimmer, …

    Für andere Bundesländer wurden ebenfalls Arbeitszeitstudien durchgeführt.

    Der EuGH hat die Verbindlichkeit der Arbeitszeiterfassung 2019 festgestellt, das Bundesarbeitsgericht im September 2022,

    eine Gesetzesänderung gibt es ggf. in diesem Jahr, die Umsetzung für die Schulen lässt auf sich warten.

    Das wurde in den Arbeitszeitstudien berücksichtigt und deutlich dargelegt.

    Dann müssten Lehrkräfte in den Ferien und an Feiertagen und am WE frei haben, weil sie von Mo-Fr so viel arbeiten,

    oder sie haben eben in der unterrichtsfreien Zeit nicht frei, weil sie sich um Korrekturen oder andere außerunterrichtliche Aufgaben kümmern.

    Bei Klassenfahrten wäre die Frage, wie man es rechnen will oder begleiten kann, dass man sich aufteilen könnte, Bei anderen Sachen sehe ich keine Lösung, sonderpädagogische Gutachten und Berichts-Zeugnisse sind zu schreiben, protokollierte Elterngespräche denkt sich das Land aus, das ist an Zeiten gebunden und kann nur teilweise in die Ferien verschoben werden (viele schreiben Zeugnisse über Weihnachten und an Himmelfahrt/Pfingsten), Förderpläne lege ich mir in die Herbst- und Osterferien. Fachkonferenzen muss man verteilen, da bekommt jede mindestens eine ab, bei Beauftragungen ist es ähnlich.

    Am Ende ist es nicht die eine Klassenfahrt oder die eine Fachkonferenz, das eine Gutachten, sondern die Vielzahl an Aufgaben und Beauftragungen, an Förderplänen, Gutachten, Differenzierung, Schulentwicklung uvm., was die Mehrarbeit bedingt.

    Ansonsten bleibt die Vorgabe der EU, dass nicht die Menge der Arbeit, sondern die tatsächlich erbrachte Arbeitszeit erfasst werden muss.

    Die Darstellung auf 2 h pro Woche ist stark verkürzt und lediglich ein Mittelwert, natürlich gab es auch in NDS individuell ganz andere Ergebnisse und schlechtere Werte für Teilzeitkräfte. Zudem wurden die Studiendaten vor 10 Jahren erhoben, als die Gym-Lehrkräfte eine Stunde mehr arbeiten sollten.

    Da fing die Umsetzung der Inklusion gerade erst an, aufsteigend von Klasse 1 und 5, der Ganztag war an vielen Schulen noch nicht umgesetzt.

    Bei Klassenfahrten gibt es pro vollem Tag eine Entlastungsstunde. Warum das die Mehrarbeit abbildet, verstehe ich nicht. Wenn ich diese Stunden abhängen will, muss ich zuvor ein Betreuungsangebot erstellen und hinlegen, das kommt zur Mehrarbeit hinzu.

    Bei mir ist es auch ähnlich,

    ich habe auch vorher schon mit Kindern ehrenamtlich gearbeitet.

    Auch ich bin für Grund- und Hauptschulen ausgebildet worden (, zwischendurch gab es sogar GHR), wollte aber in die Grundschule.

    Während des Studiums waren kaum Stellen vorhanden, man brauchte sehr gute Noten, um direkt ins Ref gehen zu können, sonst musste man warten, und musste sich auf Hauptschule einstellen, wenn man überhaupt etwas bekommen wollte … oder Vertretungen über Jahre mit kurzen Verträge, Festanstellung erst, wenn man 3 Jahre Anstellung über die Vertretungen gesammelt hatte, manchen wurde 1 Woche vorher gekündigt.

    Als ich dann fertig war, gab es durch die Umstellung auf die Verlässlichkeit vor allem in der Grundschule Bedarf.

    Ich wollte viele Fächer unterrichten und fand es schwierig, mich für die Studienfächer zu entscheiden, ich musste 2 Fächer ausschließen, die ich auch gerne gemacht hätte.
    In der Grundschule unterrichte ich sie aber seit vielen Jahren.

    Und ich wollte an den Anfang, fand gerade den Erstunterricht spannend … und habe im Studium Fundamente gelegt, auf denen sehr vieles aufgebaut werden konnte, das ich heute benötige, damals aber nicht geahnt habe.

    DaZ wurde als solches bei uns noch nicht angeboten, aber Inhalte haben mir dabei den Weg geebnet,

    ich hatte tolle Profs in Pädagogik und es ging schon damals um Individualisierung, heute ist es wegen der Inklusion breiter aufgestellt, als damals. Ich unterrichte Kinder mit Geistiger Beeinträchtigung und mit Hochbegabung, die Sache an sich finde ich gut, auch wenn die Bedingungen mies sind.

    Mir gefällt die Vielfalt und an sich auch, dass man an der kleineren Schule vieles miteinander gestaltet, mit ca. 10 Leiten hat man viele zusätzliche Aufgaben, je kleiner das Stamm-Kollegium, desto mehr zusätzliche Beauftragungen, denn an jeder Schule müssen sie verteilt werden. An sich interessiert mich vieles, aber über die Jahre ist die Schieflage von zusätzlichen Aufgaben zu Arbeitszeit immer extremer geworden und insgesamt zu viel dazu gekommen.

    Was man an der Grundschule nicht unterschätzen sollte:

    • Es ist viel Arbeit, die Kinder in die Schule und ins Lernen finden zu lassen, das wird auch immer herausfordernder, da man sehr viele zusätzliche Bedarfe hat und diese überwiegend in der Grundschule unterrichtet werden. Und damit ist nicht gemeint, dass man Aufwand für das hübsche Klassenzimmer betreibt. Die 1. Klasse hat es in sich, überschaubarer wird es meiner Erfahrung nach je nach Klassenzusammensetzung, Jahrgang oder Einzugsgebiet ab Mitte Klasse 2 oder noch später
    • Der Korrekturaufwand ist nur scheinbar kleiner, weil man häufiger engmaschig jede bearbeitete Aufgabe kontrolliert. Sicher kann ich mich nicht mit Leistungskurs-Klausurstapeln messen, aber ich sitze ständig an irgendwelchen Heften und bin froh, dass es je nach Jahrgang wechselt, worauf es ankommt, sodass es nicht immer gleich.
    • Man ist sehr nah an den Kindern, die zu uns abgeordneten Gymnasiallehrkräfte und versetzten HS-Lehrkräfte (länger her) fanden die Kinder fordernder, fanden die Belastung im Unterricht größer und waren alle der Meinung, dass man den Unterricht ganz anders planen müsse.
    • Bei allen Bemühungen zu Lernbegleitung etc. hat man selten „Freilauf“ im Unterricht, weil Schüler:innen etwas bearbeiten, denn in der Regel gibt es dann noch etwas zu differenzieren oder fördern oder besprechen oder vorzubereiten oder …

    Ich war ein bisschen erstaunt, nach Beendigung der Probezeit würde vermutlich keiner mehr fragen,

    aber auch ich denke: wenn es nur 2 Fächer sind und man dann eines abgibt, entspricht es nicht den Anforderungen.

    Es gab Ansätze, Lehrkräfte mit nur einem Fach einzustellen (nur Sport, Religion), andererseits ist gerade in der GS+SekI häufig fachfremder Unterricht üblich und viele Lehrkräfte unterrichten weit mehr als 2 Fächer. Für die GS sind in vielen BL auch Vorgaben für weitere Inhalte gesetzt.

    Ich denke, es ist einfacher, jetzt in der Uni-Stadt an der Uni zu schauen, was möglich ist, als nach Master, Ref, Vocatio und Probezeit dann das Fach zu erweitern, auch wenn es da sicher für NDS in Zukunft mehr Angebote benötig. da Werte und Normen als Fach sicher ausgebaut wird.

    Wenn man sich danach nicht entschieden distanziert, kann man auch weiter in allen 3 Fächern eingesetzt werden (Stand jetzt, NDS).

    Ich finde die Zeit, die man für Aufsätze hat, viel zu kurz, und halte es für falsch, dass man da immer weiter streicht.

    Wenn man es wirklich vermitteln will, braucht man einen ersten Übungsaufsatz, um zu vermitteln, worum es geht,

    danach das Erarbeiten und Üben von Schwerpunkten und zwar so intensiv, dass Kinder, die die sprachliche Voraussetzungen noch nicht haben, wirklich etwas erlernen und anwenden können.

    Das sind immer mehrere Schwerpunkte, die sich an der Textsorte orientieren.

    Danach würde ich einen Übungsaufsatz schreiben und überarbeiten lassen und vor allem auf die Schwerpunkte eingehen,

    und dann erst die Klassenarbeit schreiben.

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