Nun um ein bisschen auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, ich habe ja auch viele Jahre an der Uni gearbeitet. Eine Zeit in einem Bereich für Informatikstudierende allgemein und später dann in der Fachdidaktik. Allgemein wurde zu der Zeit einiges aus dem Bodengestampft um Studierende zu Unterstützen ihr Studium zu schaffen, sie Studierfähig zu machen wie es so oft heißt.
Sicherlich gab und gibt es da die, bei denen es auch fachlich mangelt, ich hatte aber oft den Eindruck es mangelt an ganz anderen Dingen. An Dingen wie Selbstorganisation, Lernstrategien etc: Wie gestalte ich meinen Tag als Student/Studentin, wie gehe ich damit um, dass ggf. gar keine Anwesenheit gefordert wird und es dem Dozenten egal ist, ob ich komme oder nicht etc. pp, Wo halte ich Termine fest, wie halte ich die Termine auch ein, Wie lerne ich überhaupt und wann lerne ich, wie finde ich eine Lerngruppe mit all solchen Fragen kamen Studierende damals zu mir. Hinzu kamen die mit Prüfungsängsten, oder dem Anspruch, alles was nicht eine Eins vorm Komma hat ist eine schlechte Note und die Dozenten sollten doch bitte haarklein erläutern was in der Klausur gefordert ist.
Später in meinen eigenen Lehrveranstaltungen ist mir aufgefallen, dass einige gar nicht in der Lage waren ihre Schwierigkeiten oder Probleme zu formulieren. Auch Abstraktion oder die Übertragung von gelerntem in einen neuen Kontext viel extrem schwer. Das bezieht sich jetzt allerdings auf Fachwissenschaftliche Veranstaltungen. In der Fachdidaktik war es vielmehr Selbstorganisation, was insbesondere zu Beginn des Studiums vielen schwergefallen ist.
Vieles davon erlebe ich auch jetzt an der Berufsschule. SuS die nicht in der Lage sind zu formulieren was sie nicht verstanden haben, oder ab welchem Punkt sie abgehängt wurden. SuS die gar nicht auf die Idee kommen eigene Gedanken oder Ideen mit einzubringen und ja leider auch so Sachen wie schon berichtet wurden, man gibt Informationsmaterial raus und fragt sich am Ende, ob überhaupt irgendjemand dieses Material beachtet hat.
Bei den SuS mit Abitur funktioniert das alles häufig noch besser als bei den anderen. Aber woran es wirklich liegt, weiß ich nicht, man kann sich nur bemühen Ihnen diese Dinge nun noch mitzugeben und ich frage mich manchmal auch wie sich diese SuS im Unternehmen verhalten.
Das trifft natürlich nie auf alle zu, es gibt auch viele die gut zurecht kommen und wo man diese Schwierigkeiten nicht sieht, aber mir scheint generell dass die Belastbarkeit der SuS und auch der Studierenden deutlich abgenommen hat. Vielleicht hat das wirklich etwas damit zu tun, dass man viel mehr an Handy und Co hängt und dadurch Zeit einfach verschwindet und man dann am Ende des Berges noch weniger Zeit hat. Aber ist nur eine Vermutung