Man hat immer den Eindruck (geht es nur mir so?), dass andere Leute nur dann bereit sind, sich z. B. fest zu verabreden, wenn sie so gut wie sicher sind, gar nichts besseres zu tun zu haben. "Ach ja, sich treffen, wäre schön, ach, mal schauen, wann ich es mal unterkriege, am besten ganz spontan..."
Was die guten Freund*innen angeht, geht es mir zum Glück nicht so. Gerade aufgrund der Tatsache, dass die meisten in meinem Freundeskreis Kinder haben und beruflich ziemlich eingespannt sind, planen wir Treffen mit mehreren Freund*innen i. d. R. schon Wochen im Voraus. Da ist nichts "oberflächlich und unverbindlich".
Gut, neue Freundschaften habe ich in den letzten Jahren nicht mehr großartig geschlossen, da ich nicht eben bereits "genügend" gute Freund*innen habe und gar nicht unbedingt weitere "neue Leute" kennenlernen möchte. Außer mit unseren Nachbarn, die seit neun Jahren neben uns wohnen, und mit denen sich im Laufe der Jahre eine Freundschaft entwickelt hat. Aber auch bei ihnen habe ich nicht das Gefühl Lückenbüßer zu sein.
Aber ehrlicherweise... macht ihr das anders? Zu Hause Familie, am Wochenende, wenn man nicht zu k.o. ist, trifft man ein befreundetes Ehepaar, ab und an Verwandtschaft und schon ist wieder Weihnachten. Jenseits der Studentenzeit, wo man Leute kennenlernen will, 3 Mitbewohner*innen samt deren Freunde am Abendbrottisch hat und abends nicht schon 22 Uhr vom Hocker fällt, ist das Einlassen auf andere Menschen einfach sehr anstrengend und wird vermieden.
Ja, wir machen es anders. Mein Lebensgefährte und ich treffen uns mit zwei "Cliquen" (das Wort ist irgendwie auch aus der Mode gekommen, oder?) mehrmals im Jahr sonntags zum Frühstück oder zum Mittag und/oder Kaffee und Kuchen; häufig zu Geburtstagen o. ä. Mit einer Clique machen wir alle paar Jahre ein "Freunde-Wochenende", wo wir uns ein großes Ferienhaus mieten. Diese Treffen werden - siehe oben - dann aber schon wochen- bis monatelang im Voraus geplant. Teilweise treffe ich meine Freund*innen häufiger als die Verwandtschaft
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Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich auch als Studentin nicht unbedingt ständig neue Leute kennenlernen wollte. Das hat sich halt mit einigen Mit-Studis so ergeben, aber ich hatte noch nie einen richtig großen Freundeskreis; auch zu Studienzeiten nicht. Allerdings habe ich auch nie in einer WG gewohnt, wo sich evtl. zusätzlich neue Freundschaften hätten ergeben können.