Also ich muss sagen, dass mich dieser Lockdown ganz schön runterzieht. Im Endeffekt gucke ich den ganzen Tag auf einen Bildschirm für eine Büro-Tätigkeit („Unterricht“), gehe laufen, gammle rum, gehe schlafen, wieder von vorne. Meine Freunde habe ich seit 5 Monaten nicht mehr richtig gesehen.
Zum Glück bin ich verheiratet. Mir tun alle leid, die gerade niemanden haben, denn ich kenne das noch sehr gut aus meiner Depression damals.
Wie geht es euch mit der Situation?
Bis Oktober haben wir uns auch noch ab und zu mit Freunden getroffen, waren ein paarmal essen usw. Seit November sind unsere sozialen Kontakte aber auch sehr stark eingeschränkt. Nichtsdestotrotz telefoniere und "chatte" ich oft mit Freund*innen und auch Kolleg*innen.
Ich sitze auch nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm, muss ich sagen. Zwar länger als sonst, aber defintiv nicht länger als zwei-drei Stunden am Stück. Dann mache ich Pause, gehe 'raus, lese Zeitung oder ein Buch, mache irgendwas im Haushalt o. ä.
Stimmt, eine Freundin von mir, die Single ist, in einer ziemlich kleinen Wohnung wohnt und kaum jemanden hat, mit dem sie sich unterhalten kann, ist auch ganz schlecht drauf in dieser Zeit (plus dass sie schon seit Jahren mit Depressionen zu kämpfen hat). Sie freut sich, dass sie nun zumindest wieder zweimal die Woche in die Schule fahren kann, um ihren BG13-Leistungskurs zu unterrichten, und dort mal auf andere Menschen trifft.