Beiträge von Humblebee

    Ich blicke bei dieser Lernfeldgeschichte nicht so ganz durch.

    "Lernfelder" sind eigentlich nichts anderes als Fächer. Die Ausbilungsberufe werden halt im "berufsbezogenen Lernbereich" in verschiedene Lernfelder mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterteilt (z. B. im kaufmännischen Bereich "Beschafffung", "Absatz" usw.). Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Lernfeld

    Da unsere einjährigen Berufsfachschulen, die sich am ersten Ausbildungsjahr des jeweiligen Berufes orientieren, gibt es ebenfalls Lernfelder (auch in zweijährigen Berufsfachschulen usw.). Daneben gibt es auch allgemeinbildende Unterrichtsfächer (Deutsch, Englisch, Politik, Sport, Religion/Werte und Normen); dies ist der "berufsübergreifende Lernbereich".

    In der Fachoberschule gibt es statt Lernfeldern "Lerngebiete".

    Bei uns in den VZ-Bildungsgängen ähnlich viel.

    Tatsächlich? Das finde ich interessant, weil es - wie ich ja oben schrieb - bei uns nicht der Fall ist. In den Vollzeit-Bildungsgängen werden häufig mehrere Lernfelder von derselben Lehrkraft unterrichtet oder ein bis zwei Lernfelder plus ein Unterrichtsfach.

    Lehrer wurden noch nicht in Qurantäne geschickt. Schüler bisher aber auch wenig. Nach wie vor kaum (bekannte) Fälle, es überrascht mich immer wieder.

    Das ist bei uns auch so und ich wundere mich auch darüber, da es in unserem Landkreis ansonsten viele Coronafälle gibt.

    Aber so etwas sollte einem doch aus seiner eigenen Schulzeit noch klar sein?

    Nicht unbedingt. Zu meiner eigenen Zeit am Gymnasium hatten wir häufig Lehrkräfte, die zwei oder drei Fächer in einer Klasse unterrichtet haben (z. B. hatten wir in Klasse 7 und 8 Französisch und Englisch beim selben Lehrer und sogar Deutsch, Geschichte und Politik bei nur einem Lehrer, unserem damaligen Klassenlehrer; dann in Kl. 9 und 10 Chemie und Bio bei der selben Lehrerin, Mathe und Physik bei nur einem Lehrer,...)

    WOW, jetzt bin ich überrascht ^^ ! Aber gut, da merkt man den Schulformunterschied zwischen Grundschule und Gymnasium...

    Nicht nur dort. Bei uns unterrichten - mal das berufliche Gymnasium außen vor gelassen - auch selten mehr als acht Lehrkräfte in einer Klasse. In meiner eigenen Berufsfachschulklasse sind wir momentan nur zu fünft, die die 29 Wochenstunden unterrichten: Ich selbst habe z. B. Unterricht in drei unterschiedlichen Lernfeldern (zwei-, drei- und vierstündig) und Englisch in meiner Klasse (insgesamt sind es 11 Stunden, die ich dort unterrichte); die Deutschlehrerin ist als einzige nur eine Doppelstunde in der Klasse eingesetzt.

    Vorteile des Präsenzangebotes finde ich persönlich darin, dass ich nicht auf einen kleinen Bildschirm schauen muss, mal aus dem Haus komme, weniger Daten von mir preisgeben muss, direkt mit einer zuständigen Person sprechen, die Atmospähre um mich herum genießen und das jeweilige Produkt mit allen Sinnen erfassen kann. Der Preis ist mir tatsächlich bei der ganzen Sache nicht so entscheidend, wobei ich auch auf Qualität statt Quantität gehe.

    Obwohl ich auch immer mal wieder online bestelle, sind genau diese die Vorteile, die auch ich am stationären Einzelhandel schätze (mal abgesehen von dem Argument, auf einen kleinen Bildschirm schauen zu müssen, denn das stört mich nicht wirklich ;) ).

    Was macht ihr denn für einen Hype um die "lokalen" Geschäfte in City? Das sind doch eh alles Ketten, nur Restaurants sind oft Inhaber geführt. Die Innenstadt sind architektonisch trostlos, genau wie das Angebot dort. Man soll kommen, konsumieren und abhauen.

    Na, wenn du es sagst. Du scheinst dich ja gut in ganz Deutschland auszukennen... Ich kenne eine Reihe von Innenstädten - oft in kleineren Städten -, in denen es viele inhabergeführte Geschäfte gibt. Und gerade in Städten mit schöner Altstadt (Beispiele, die mir so spontan einfallen: Celle, Lübeck, Lüneburg und noch viele, viele mehr) würde ich nicht von einer architektonischen Trostlosigkeit sprechen.

    Wohnst du in Augsburg, wie dein Username vermuten lässt? Dort war ich zwar seit ca. 20 Jahren nicht mehr, habe die Innenstadt aber als recht attraktiv in Erinnerung.

    Wenn die Innenstädte wieder leben zulassen, die Autos selbige nicht mehr befahren dürfen

    In den meisten Städten gibt es doch Fußgängerzonen, oder nicht?

    Aber das ist ja der Punkt, ich drücke das Material normalerweisehalt eh nicht kommentarlos in die Hand, sondern nutze eine Arbeitsphase der restlichen Klasse o.ä., um kurz zu erklären, was neu gemacht wurde oder worauf bei den Aufgaben zu achten ist. Wenn in der Sek I neue Grammatik eingeführt wurde, erkläre ich das auch immer 1:1 nochmal detailliert. Aber okay, vielleicht mache ich da auch zu viel Überflüssiges und könnte das abspecken.

    Wie gesagt: Bei uns fehlen in allen Klassen fast immer mehrere SuS; da bleibt mir und meinen KuK wenig bis gar keine Zeit, jedem, der irgendwann wieder da ist, nochmal die Inhalte der vorherigen Stunden zu erklären, sondern wir erwarten, dass die SuS selbstständig nacharbeiten. Anders ist es gar nicht leistbar.

    Da wir aber ja eine anderer Schülerklientel an der BBS haben als du in deiner Schulform (vor allem: ältere SuS), denke ich, dass wir deshalb unterschiedlich vorgehen.

    Und ob kommentarloses Schicken wirklich sinnvoll ist, weiß ich halt nicht. Ich finde eher nicht.

    Ob ich nun "kommentarlos" etwas verschicke bzw. auf "Moodle" einstelle (was ich für längerfristig erkrankte SuS und SuS im Homeschooling ode in Qurantäne auch nicht unkommentiert tue; da schreibe ich natürlich auch noch etwas zur Erklärung dazu) oder die SuS, die nur kurzzeitig gefehlt haben, bei ihrer Rückkehr in die Schule ein Arbeitsblatt "kommentarlos" aus dem Ordner oder ihrem Fach nehmen, macht aber doch wenig Unterschied, oder? Ich kann es so oder so bei unseren hohen Fehlquoten - nicht nur jetzt zu Corona-Zeiten! - nicht leisten, jeder/jedem, die/der gefehlt hat, alles nochmal zu erklären. Das müssen unsere SuS selbstständig nacharbeiten.

    Dazu kommt dann noch, dass manches halt auch nicht selbsterklärend ist, sondern noch ein paar Sätze der Erklärung bedarf. Das mache ich sowieso, wenn der Schüler wieder da ist und persönlich vor mir sitzt, daher sehe ich wenig Nutzen darin, vorher bereits den ganzen Aufwand des Zuschickens zu betreiben.

    Dass es oft noch zusätzlicher Erklärungen bedarf, ist klar. Aber erklärst du wirklich jedem einzelnen Schüler, der gefehlt hat, alles nochmal, wenn er/sie wieder in der Schule ist? Das mache ich nicht und da erwarte ich auch - genau wie du -, dass die SuS sich bei ihren Mitschüler*innen informieren (auch über Arbeitsergebnisse). Insofern müsste es m. E. reichen, wenn ich Arbeitsblätter und Tafelanschriebe hochlade.

    Und zu guter Letzt: krank ist krank. Wenn der Schüler arbeitsunfähig ist, braucht er zu Hause auch kein Unterrichtsmaterial, sondern es reicht völlig, wenn ich das persönlich übergebe sobald er wieder da und einsatzfähig ist.

    Wenn jemand länger krank ist oder sich wieder einigermaßen gut fühlt, könnte er/sie ruhig schon mal anfangen etwas nachzuarbeiten, finde ich. Dann braucht der-/diejenige nicht alles auf einmal nachzuholen, wenn er/sie wieder in er Schule ist. Das erwarte ich aber natürlich nicht, wenn es jemandem richtig schlecht geht.

    Fortbildung zur Ausbildungslehrkraft

    Sowas gibt es??? Das höre ich heute zum ersten Mal. Bei uns kann jede Lehrkraft Mentor*in / Ausbildungslehrer*in werden; dazu benötigt man keine Fortbildung.

    Ich hatte auch in meinem zweiten Schuljahr nach Ende meines Refs einen Referendaren als Ausbildungslehrerin und es hat super gut geklappt. Wir beide fanden es damals gut, dass ich noch selbst noch so nah am Referendariat war.

    Arbeitsblätter ist okay, aber ich wurde nach meinem Aufschrieb gefragt und der bringt unaufbereitet meinen Schülern nichts. (Es ist ja meine "Gedächtnisstütze". Und da immer jemand fehlt ...)

    Was verstehst du denn unter "Aufschrieb"? Deinen Tafelanschrieb oder deine (handschriftliche) Stundenplanung? Letztere ist bei mir nur stichpunktartig; die würde ich auch niemandem zur Verfügung stellen (da kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass jemand danach fragen würde, denn das muss doch allen klar sein, dass die nur für mich und nicht für die SuS bestimmt ist). Aber vom Tafelanschrieb könnte ich auch ein Handyfoto machen und dieses auf der Plattform hochladen; das ist kein Problem und habe ich auch schon mehrfach gemacht.

    Genau das befürchte ich, dass dieser Service sich gerade stillschweigend als neuer Standard etabliert. Ich persönlich finde das arg bedenklich, denn das wird unweigerlich in noch mehr Mehrarbeit ausarten. Einige Eltern erwarten das schon jetzt von uns - denn hey, wir haben doch die Lernplattform. Dass die Onlinebeschulung ausschließlich für Quarantäneschüler erfolgen muss und nicht für kranke Schüler gilt, muss immer wieder aufs Neue mühsam klargestellt und diskutiert werden.

    Ob ich nun die Arbeitsblätter für die fehlenden SuS in einem Ordner abhefte oder in Ablagekästen lege - wie wir es schon seit Jahren machen - oder dieses Arbeitsblatt auf der Lernplattform hochlade, wäre für mich kein Unterschied. Das dauert doch beides nur Minuten (zumindest, wenn ich die Arbeitsblätter in digitaler Form vorliegen haben; aber das ist bei mir fast immer der Fall). Diesen "Service" haben nun schon einige meiner KuK als "neuen Standard etabliert" (sogar schon vor Corona) und ich finde das gut so und werde es auch in Zukunft so beibehalten.

    Worin besteht denn deiner Meinung nach die viele Mehrarbeit?

    da die obigen Beiträge verschoben wurden, ergänze ich in diesem Thread den angesprochenen Link

    https://corona-data.eu/#berlin

    Ich war sehr überrascht, dass in meinem Landkreis, aber auch in vielen anderen, in denen ich nachgesehen habe, die Gruppe der 15 - 19jährigen am meisten betroffen war (also die Altersgruppe meiner Schüler) und nicht die Gruppe 20 - 24, wie bei uns immer behauptet wurde.

    Interessant fand ich, dass es im Osten bei den Landkreisen, bei denen ich nachsah (Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern), anders aussah. Da waren es ältere. (Ich habe ca. 30 Landkreise nachgesehen, zu denen ich Bezug habe, also nicht repräsentativ.)

    Im Landkreis, in dem meine Schule liegt und auch in fast allen umliegenden Landkreisen, ist tatsächlich die Gruppe der 20-24jährigen die mit den meisten Fällen, gefolgt von den 10-14ährigen und den 15-19jährigen.

    Interessanter Link! Danke Kris24 !

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