Beiträge von Fallen Angel

    Das Ref. vergleiche ich mit der Zeit eines Auszubildenden. Der Azubi bekommt seine Vergütung und der Ref. Anwärterbezüge. Wegen der paar Kröten studiert aber niemand. Das ist eher Schmerzensgeld.


    Ich fange einfach mal an zu rechnen:

    • Abi mit 19
    • Erfüllung der Wehrpflicht mit 20
    • Durchschnittliche Studiendauer Maschinenbau: 15-16 Semester bis zum Master, habe eben extra in der Uni-Statistik nachgesehen, da ist man dann also gut 27
      --> https://www.uni-paderborn.de/f…dierendenspiegel_2020.pdf (Seite 42)
    • Ein Jahr Industriepraktikum: 28
    • Ende des 2jährigen Referendariats mit 30

    Macht man eine Lehre statt des Industriepraktikums, kann man die Lehre aufgrund des Abiturs auf 2 Jahre verkürzen, braucht am Ende also noch ein Jahr länger.

    Es gibt auch G8, also kann man durchaus sein Abi mit 18 haben. Mittlerweile braucht man keinen Wehrdienst mehr, also startet man mit 18 ins Studium. Man rechnet auch mit der Regelstudienzeit und nicht mit der Durchschnittszeit, die durch sehr viele Faktoren beeinflusst wird, die aber teils wenige betreffen (lange Krankheit, mehrere freiwillige Praktika im Studium, Pflege der Eltern, Erziehen von Kindern sind doch eher Ausnahmen als die Regel). Also ist man mit 23 fertig, sagen wir mal 24/25. Das Ref dauert in NRW nur noch 1,5 Jahre, aber rechnen wir mir 2 Jahren: Mit 26/27 ist man fertig und verdient "richtig". Klar, der Handwerker kann mit 19 schon verdienen, verdient aber am Anfang auch kaum 2,5k netto (nach PKV).

    Du hast nichts Naturwissenschaftliches bzw. Technisches mit den entsprechenden Durchfallquoten studiert. ;)

    Über 90% Durchfallquote in einzelnen Klausuren bezeichne ich schon als Risiko. Einer meiner Komillitonen ist ganz am Ende des Studiums an einer Klausur endgültig gescheitert. Er durfte also nicht mehr weiter studieren und war inzw. schon knapp 30 Jahre alt. Der hat sich aus dem 8. Stock über die Balkonbrüstung gestürzt. 14 jahre Ausbildung (= alles über der 10. Klasse) den Abfluß runter und mit 30 noch keinen Rentenanspruch.


    An der Uni passierte sowas häufiger. Da haben wir immer gesagt: "Es hat wieder jemand eine Runde Uni-Schach gespielt: Springer H8-H1", also H-Geäude, 8. Stock, Fenster auf, auf den Balkon geklettert, der als Fluchtweg im Brandfall gedacht war und ab über die Brüstung.

    Das ist sicher eine traurige Geschichte, aber: Die meisten scheitern am Anfang eines Studiums, wo dann ein Abbruch/eine Exmatrikulation nicht so schlimm ist. Diejenigen, die sehr spät scheitern, schieben oft die schwierigen Klausuren bis zum Ende oder überziehen ihr Studium maßlos.

    Selbstmorde an der Uni sind auch nicht so häufig, auch wenn jeder Einzelfall dramatisch ist.

    Aber warum sollte dann jemand überhaupt das Risiko eingehen? Wenn ich also vorher nicht weiß, daß sich das Risiko bei Erfolg nicht rentiert, mache ich es nicht.

    Ich bin das Risiko sehr gerne eingegangen (Mathe hat sehr hohe Durchfall- und Abbrecherquoten), weil ich genau das studieren wollte und auch den Beruf ausüben wollte, für den ich dieses Studium brauche. Dafür muss man mir persönlich nichts bezahlen. Mehr Geld als viele andere werde ich später auch verdienen und zudem wahrscheinlich glücklich in meinem Beruf sein. Passt dann schon.

    Dem wage ich zu widersprechen. Ich erinnere mich noch zu gut an meine erste Lohnabrechnung als frischgebackener A13er nach dem Referendariat im Alter von über 30. Da war ich "netto nach Krankenkasse" bei etwas unter 2k €. Damals gab es in NRW aber auch noch die Erfahrungsstufen 3 und 4 bei der Besoldungsgruppe a13. Außerdem bin ich in der GKV. Ich denke, daß man das "netto nach Krankenkasse" mit dem Netto eines Angestellten vergleichen muß, weil bie ihm die Krankenkassenbeiträge ja vorher schon abgezogen wurden. Das "gesetzliche Netto" eines Beamten, beinhaltet die Krankenkasse ja nicht.


    Als ich die erste Gehaltsabrechnung bekommen habe, war mein einziger Gedanke: "Und für dieses mikrige Gehalt hast du das Studium und das Referendariat auf dich genommen? Wärst besser Handwerker geworden. Dann hättest jetzt schon 15 Jahre lang ein Einkommen gehabt."


    Inzw. wurden in NRW die Erfahrungsstufen 3 und 4 bei der Besoldungsgruppe a13 abgeschafft, man steigt gleich bei Erfahrungsstufe 5 ein, wohl weil sie sonst gar keinen mehr für den Job bekommen würden.

    Mit über 30 hast du ja bestimmt schon vorher gearbeitet, oder? Wenn man mit 19 Abi macht, 1 Jahr Wehrdienst hat, 5 Jahre studiert, 1 Jahr für das Bk-Lehramt ein Praktikum macht und 2 Jahre Ref hat, ist man 28. Und viele schaffen es auch unter 28. Aber gut, das ist nicht so entscheidend.

    Mittlerweile bekommt man bei A13+Zulage in NRW ohne PKV mehr als 3k netto raus. Zieht man meinetwegen 400€ für die PKV ab (was schon sehr viel ist), hat man immer noch deutlich mehr netto als der Angestellte mit E13. Da hat sich die Situation für die Beamten deutlich verbessert. Ich bin jetzt einfach mal von den aktuellen Zahlen ausgegangen, weil ich die alten nicht kenne.

    Wie hoch die Aerosolbelastung ist, hängt ja auch davon ab, ob und wie viele Infizierte überhaupt im Klassenraum sind. Das kann man leider nicht sicher wissen, daher die CO2-Messung als Richtwert.

    Zu 1.: Welche Möglichkeiten hat denn da ein angestellter Lehrer?

    Zu 2.: Das Ansehen von Lehrern ist allgemein leider nicht gut. Das hat nur begrenzt mit dem Beamtenstatus zu tun.

    Zu 3.: Gilt aber im Umkehrschluss auch für das Land NRW, das nicht "einfach so" versetzen kann. Hat also auch wieder Vorteile. Außerdem werden die meisten Lehrer sich nicht versetzen lassen möchten.

    Zu 4.: Ein Problem, das gebe ich zu. Gehört einfach dazu, wenn man eben beim Land X verbeamtet ist, möchten die einen auch behalten. Der Partner kann ja auch umziehen oder man kann sich innerhalb des Landes versetzen lassen, um näher beim Partner zu sein.

    Zu 5.: Ein angestellter Lehrer macht auch nicht mehr Sprünge. Das Einstiegsgehalt ist schon sehr gut (Wer verdient schon mit Mitte 20 knapp 3k netto?) und Beförderungen bis zu A16 sind an vielen Schulformen möglich.

    Zu 6.: Wie viele Lehrer betrifft das denn? Dieselbe Regel gilt auch überall anders.

    Zu 7.: In den meisten Berufen gibt es einheitliche Gehälter/Gehälter, die nicht von der Leistung abhängen. Ist schade, aber kein besonderer Nachteil des Beamtentums.

    Zu 8.: Beamtenvertretungen sind sehr mächtig und Beamte erhalten idR dieselbe Steigerung wie die Angestellten, die dafür kämpfen müssen.

    Es geht ja auch nicht nur um Akademiker. Selbst ohne Studium zunächst (und maximal einem kurzen nachgeschobenen Studium) kann man schon schnell deutlich höher rauskommen.


    Natürlich hat man auch Privilegien. Das würde ja keiner abstreiten. Aber diese werden von den Nachteilen genauso einfach wieder ausgeglichen. Man steht weder per se besser noch per se schlechter da, als Angestellte, wenn man alles zusammennimmt.

    Mit welchem Ausbildungsberuf verdient man mehr als Lehrer? Fluglotse?

    Verbeamtete Lehrer stehen deutlich besser als angestellte Lehrer dar. Wenn du lieber Angestellter wärst, kannst du das bestimmt noch werden. Dann musst du aber auf mehrere Hundert € pro Monat verzichten und bist auch kündbar.

    Du hast es überhaupt gar nicht verstanden sondern einfach ins Gegenteil verkehrt.

    Ich habe mehr verstanden als du.

    Ich habe diese Studie ins Feld geführt, weil eben genau Feministen mit ihr argumentieren. Sie sehen die Kausalität (s. Sabine Sczesny - beim ersten mal habe ich mich beim Namen vertippt), nicht ich! Ich sehe in dieser Studie genau das, was auch DU an ihr kritisierst. Ich habe nur die Begriffe Korrelation und Kausalität dabei nicht verwendet. Ich habe auf die riesigen Unterschiede innerhalb der Sprachgruppen hingewiesen, was aber die feministischen Vertreter geflissentlich unterschlagen: fortschrittliches Finnland gegen traditionelles Ungarn in der gleichen Gruppe, Englisch gegen Türkisch usw. Das macht eine Kausalität eher unwahrscheinlich.

    Du hast auch mit einer Kausalität argumentiert, die es nicht gibt. Und warum dann Gendern nichts bringen soll, hast du nicht ausgeführt.


    So langsam habe ich das Gefühl, dass du dich einfach auf mich eingeschossen hast und ich nur aus Prinzip angegriffen werde.

    Ich habe mich auf überhaupt niemanden eingeschossen, aber mach es dir in deiner Opferrolle schön bequem. Dann braucht man seine Sicht auf die Dinge nicht überdenken, weil ja alle mit einer anderen Meinung nur böse sind und immer gegen dich. Klingt schon fast paranoid.

    Gestern konnte ich mich darüber freuen, viele Fledermäuse abends beobachten zu können. Die Kleinen sind so flink, aber wenn man neben einer Laterne sitzt, kann man sie dennoch mal kurz erblicken, ehe sie wieder in die Dunkelheit verschwinden. Und sie fressen Mücken auf, daher sind sie mir noch sympathischer. :D

    Doch Beamte sind sehr gut versorgt, Stichwort Pension (sicher) und Krankengeld.

    Danke. Ob diese Privilegien gerechtfertigt sind, darüber kann man sicher streiten. Aber man sollte sie nicht leugnen und sich bewusst sein, dass man durch einen Beamtenstatus auf Lebenszeit privilegiert ist.

    Auch das würde ich so nicht unterschreiben. In der Schweiz sollten eigentlich alle wissen, dass Covid nicht lustig ist. Es sind ziemlich viele Leute gestorben, wir standen schon einmal an einem Punkt, an dem die IPS-Bettchen rappelvoll waren und sehr viele OPs und Behandlungen verschoben werden mussten. Die sind hier noch gar nicht wirklich fertig die letzten Knie und Hüften aufzuarbeiten, die warten mussten, und schon wieder verkünden die ersten Spitäler, dass Operationen verschoben werden. Ich kann lediglich mutmassen, warum so viele Erwachsene nicht impfen gehen. Mein Eindruck ist, dass da einigen überhaupt nicht bewusst ist, dass man auch mit 40 oder 50 schon zur Risikogruppe gehören kann, wenn man z. B. übergewichtig ist und/oder Medikamente gegen Bluthochdruck nimmt. Ich bin selber Anfang 40, leider ist das das Alter, wo's eben langsam losgeht mit so nem Kram. Ich würde mich internistisch als gesund bezeichnen, kenne aber einige in meinem Alter, auf die das eben nicht mehr zutrifft.

    Gerade das kann ich leider auch bestätigen. Kenne mehrere Menschen in der Altersgruppe 40-55, die sich selbst nicht als Risikopatienten sahen (und daher die Regeln für überzogen hielten; immerhin sind sie geimpft), obwohl sie Übergewicht (teils starkes), Bluthochdruck und Co. haben. Viele halten sich selbst gerne für gesünder als sie sind oder "spüren keine gesundheitlichen Einschränkungen" und halten sich daher für gesund. Dass man sich an einen schlechteren Gesundheitszustand gewöhnen kann, durch Medikamente vielleicht Symptome nicht mehr spürt, aber ohne Medizin aufgeschmissen wäre oder auch nicht jede Krankheit merkt (man kann auch Krebs haben, ohne Symptome zu spüren und wäre dennoch schwer krank), vergessen leider viele.

    Sind sie doch gar nicht. Bspw. Lehrer sind für eine 7-jährige Ausbildung mit Bachelor und Master höchstens in den ersten Jahrengut bezahlt. Schon wenig später sieht das Verhältnis doch ganz anders aus, weil die Gevaltserhöhungen und Aufstiegsmöglichkeiten in der Wirtschaft einfach um Potenzen besser sind. Dass man dann wenigstens eine angemessene Pension hat, ist schon okay.

    Seit wann macht denn jeder Akademiker Karriere? Es gibt sehr viele Akademiker, die nie das Gehalt eines Lehrers erreichen.

    Die sich dann aber auch darüber klar sein muss, in welchem Abhängigkeitsverhältnis sie lebt. Der Mann macht fröhlich weiter Karriere und die Frau managt den Alltag. Ist der plötzlich weg, warum auch immer, stehen Frauen oft genug auf einmal völlig ohne etwas da! Ich kann daher das aufgeben des Berufs für mehr als ein Jahr nicht nachvollziehen. ich habe leider oft gesehen, wie schnell Beziehungen in die Brüche gehen und es dann auch unfair zugeht.

    Das stimmt natürlich. Ich würde keiner Frau dieses Modell empfehlen, aber wenn sich jemand dafür entscheidet, dann muss man mit den Konsequenzen leben. Trennungen oder Scheidungen sind häufiger als manch ein Verliebter denkt.

    Sag das mal den Feministen, denn die argumentieren damit (u.a. Frau Szerny)! Ich betrachte nur deren Argumentation und erkenne deren Widersprüchlichkeit darin, und zwar genau die, die du hier benannt hast. Mein Hinweis auf die riesigen Unterschiede innerhalb der Sprachgruppen ist genau der Verweis, dass die Sprache nicht der springende Punkt sein kann. Für sie ist ein weiterer "Beweis", dass es ohne Genderstern und Co nicht geht. Ich bin nicht derjenige, der behauptet, dass Sprache diesen riesigen Einfluss hat!

    Also wenn "Feministen" falsch argumentieren, dann darfst du das auch? Du argumentierst mit einer Kausalität, die so nicht gegeben ist und das soll dann schlüssig sein?

    Aktuell haben wir einen Tarifkonflikt bei der Bahn, bei dem sich die Berichterstattung in weiten Teilen darauf beschränkt auf den bösen Herrn Weselsky zu schimpfen, der seine gemeine, kleine Spartengewerkschaft profilieren will. Komischerweise wird nicht darüber geredet, dass die Haupt-Bahngewerkschaft vorher einem Tarifabschluss mit 40 Monaten Laufzeit(!) und 05,-1,5% Lohnerhöhung zugestimmt hat, was etwa 8% Reallohnverlust für ihre Mitglieder bedeuten wird.

    Ich bin selbst absolut dafür, dass Beschäftigte für bessere Bedingungen kämpfen. Und natürlich sollte ein Tarifabschluss unterhalb der Inflation nicht im Interesse der Beschäftigten sein. Die Betroffenen können ja die Gewerkschaft wechseln.

    Auf die Lehrerübliche Selbstkasteiung über "üppige Beamtenversorgung" gehe ich jetzt mal nicht weiter ein, die Realität ist Lehrermangel in vielen Bereichen.

    Was hat das mit Selbstkasteiung zu tun? Und warum soll es lehrertypisch sein, wenn man anerkennt, dass Beamte viel besser versorgt sind als alle Anderen? Lehrermangel gibt es in einigen Bereichen, in anderen Bereichen deutlichen Überschuss. Hängt nicht zuletzt auch mit der Region zusammen.

    Ja, das stimmt auch. In einer Doku oder so ähnlich hieß es neulich, dass die Vorteile einer Impfung auch deren größter Nachteil seien (ganz generell auf Impfungen bezogen), denn Impfungen schützen und damit sieht man die Gefahr einer Erkrankung nicht.

    Erinnert an das Präventions-Paradox, das ja häufig in Bezug auf Lockdowns und Co. erwähnt wurde.

    Meine These ist, dass sich die Bevölkerung impfen lässt, wenn sie denn Kurs der Regierung vertraut. Wenn da so ist, dann wundert es mich gar nicht, dass dem Satz ‚die Impfung ist der Weg aus der Pandemie‘ nicht getraut wird, denn es lief einiges, das Vertrauen zerstört hat. Daneben gibt es auch Widersprüchliches: Wenn ich geimpft bin, warum muss ich dann mit Maske ins Fitnessstudio, in den Club, in die Innengastro, in Läden? Ja, man kann die Infektion trotzdem weitergehen. Aber wenn die Impfung der angebliche Weg aus der Pandemie ist, dann müssen wir uns ab Zeitpunkt X sowieso auf die Impfung verlassen. Warum verlässt man sich nicht schon jetzt darauf? Nährt doch weiterhin Misstrauen.

    Ich denke eher, dass sich die Bevölkerung impfen lässt, wenn der Impfstoff als sicher angesehen und die Krankheit als "schlimm genug" angesehen wird. In der Innengastro muss sicher niemand eine Maske tragen (oder meinst du die kurze Zeit, die man zum Tresen geht und dann dort bestellt?), wie soll er sonst auch essen? Die Maskenpflicht ist nun wirklich so langsam keine Einschränkung mehr für jeden, der sich an neue Bedingungen gewöhnen kann (ich weiß, das kann nicht jeder, dann sollte er es sich angewöhnen, der Mensch ist der Gewohnheitstier).


    Was will ich damit sagen? Auf die Wortwahl kommt’s an und wie vertrauen verspielt wurde. Also soll die Bundesregierung nun mal nicht so tun, als hätte sie mit der Impfskepsis gar nichts zu tun. Dann noch 2G als Gängelung, wundervoll.

    Die Impfgegner sind ja auch nicht gerade für Wortwahl alla "feine englische Art" bekannt, aber sei's drum. 2G ist sicher keine Gängelung, ich hoffe sehr, dass 2G an den Unis eingeführt wird. Da ist immerhin jeder freiwillig und wem es nicht passt, der kann ja zuhause bleiben.

    Ich rechne mal andersrum: Aktuell haben wir eine Staatsverschuldung von ca. 2,3 Billionen Euro. Dank der EZB, die uns mit ihrer negativen Zinspolitik alle langsam aber sicher enteignet, kann sich die Bundesrepublik und insb. unsere europäischen Nachbarn ihre hohen Schuldenstände überhaupt leisten. Laß mal das Zinsniveau auch nur wieder auf 3% steigen. Dann reden wir über jährliche Zinszahlungen (nur die Zinsen, keine Tilgung!) von ca. 70 Mrd. Euro. Steigen die Zinsen gar wieder auf 5%, wovon bei 5% Inflation auszugehen ist, reden wir schon über ca. 120 Mrd. Euro. Dann wäre allein der Zins der zweitgrößte Ausgabeposten im Bundeshaushalt gleich hinter den Sozialausgaben.

    Die EZB "enteignet" maximal diejenigen, die hohe Beträge auf dem Sparbuch liegen haben. Die sind irgendwo auch selbst schuld, es gibt zig bessere Anlagemöglichkeiten.

    Digitale Infrastruktur, also Highspeed-Internet auch auf dem Land: Die Firma, die ihre Glasfaserkabel profitabel in den Städten verlegen will, muß auch die ländlichen Gebiete ausbauen. Es gibt also keine Rosinenpickerei mehr. "Entweder sie bauen ganz NRW aus bis in den letzten Winkel oder sie bekommen gar keine Genehmigung irgendwo ein Kabel in der Erde zu verbuddeln. Ob sich das für das Unternehmen rechnet, muß es anhand einer Mischkalkulation selber entscheiden."

    Stimme ich zu. Und ist traurig, dass es nicht längst so läuft.


    Paketzustellung: Entweder sie stellen in ganz Deutschland, also auch auf der Hallig Hooge und auf der Zugspitze zu, oder sie bekommen gar keine Gewerbeerlaubnis. Zustellung nur in den Großstadt-Plattenbauten mit 100 Mietparteien in einem Haus wird nicht genehmigt. Da muß dann jede Firma für sich die Mischkalkulation machen. So wie es aktuell läuft, daß die Post/DHL überall liefrn muß und die anderen Paketdienste können sich die Rosinen rauspicken und stellen z.B. auf den deutschen Inseln nicht zu, darf es nicht geben. Entweder überall oder gar nicht!

    Guter Punkt. Dann würden Paketlieferungen langfristig teurer werden (und nicht mehr so spottbillig wie jetzt sein), was ein Anreiz für Kaufen in der Stadt wäre.


    Straßenbau: Da haben wir ein Problem. An der Stelle sehe ich aber weniger ein Geldproblem als viel mehr den aktuellen Öko-Wahn als Ursache.

    Öko-Wahn sehe ich nicht, man sollte einfach primär den ÖPNV und nur an zweiter Stelle Straßen ausbauen, die nicht vom ÖPNV genutzt werden.

    Man kann notwendige Zukunftsinvestitionen auch leisten ohne sie durch Schulden zu finanzieren, das ist nur eine Frage der Prioritäten. Für eine Einführung mehrerer neuer Renten war in der letzten Legislaturperiode genug Geld da.

    Und wozu ein schuldenfinanzierter Staatshaushalt führt, können wir gerade sehr schön sehen: zu Inflationsraten, die deutlich oberhalb der Einkommenssteigerung liegen und zu Reallohnverlusten führen, weil es letztlich die einzige Möglichkeit ist, die Schulden dann weg zu inflationieren.

    Das ist meist schlecht für Arbeitnehmer und gut für diejenigen, die genügend Sachwerte, wie Immobilien oder Aktien besitzen, deren Wert steigt nämlich mit. Leider hast du trotzdem recht, steigende Schulen und höhere Inflationsraten werden kommen, da können wir gar nichts gegen machen, weil viele andere Euro-Länder den Punkt längst überschritten haben. Man sollte nur privat die Konsequenzen daraus ziehen: also weniger Arbeiten, mehr Immobilien besitzen.

    (Meine Prognose für die Anpassung der Besoldung, die jetzt wieder ansteht: der Dienstherr wird auf eine lange Laufzeit drängen, ca. 3 Jahre, gestaffelt gibt es dann ca. 4%, was aber nur 1,3% pro Jahr entspricht.)

    Der Staat leistet sich ja auch Beamte, denen er im Alter übertrieben hohe Pensionen gönnt. Warum dann nicht auch neue Renten einführen?

    Die Inflation ist momentan unter anderem wegen der "höheren (wieder normalen)" Umsatzsteuer so hoch und weil allgemein durch Corona viele Dienstleistungen (die aber im Endeffekt Luxus sind) teurer geworden sind.

    Wenn der Staat doch mehr investieren, aber keine neuen Schulden machen soll und sicher auch die Steuern nicht beliebig erhöhen kann, dann muss er halt bei anderen Ausgaben sparen. Das kann natürlich heißen, dass die üppigen Beamtenbesoldungen nicht sehr stark erhöht werden. Wo soll der Staat denn sonst sparen (abgesehen von Besoldung und Pension seiner Beamten)?

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