Beiträge von Fallen Angel

    Und was ist daran verwerflich? Ist doch super, wenn die Urlauber*innen mit dem Zug statt dem Auto anreisen. Genau damit wird doch dann der Gedanke umgesetzt, das Auto stehenzulassen, Sprit zu sparen und letztlich die Umwelt zu schützen. Ob sehr viele, die normalerweise nicht nach Sylt gereist wären, dies nun allein wegen des 9-Euro-Tickets tun, sei mal dahingestellt. Die Unterkünfte werden ja nun auch nicht billiger und somit insgesamt höchstens die Kosten für Hin- und Rückreise günstiger als "normalerweise".


    Oder hab' ich irgendwo einen Denkfehler?

    Ich bin ja noch an der Uni und kenne einige, die nach Sylt reisen wollen. Die wollen dort zelten/auf der Straße schlafen, ist also nicht so teuer. Und viele werden auch deutlich mehr fahren als sie es eigentlich gemacht hätten, mich und meinen direkten Freundeskreis eingeschlossen, wir möchten jedes Wochenende unterwegs sein und möglichst günstig vor Ort übernachten. Finde ich aber auch nicht verwerflich, umweltfreundlicher kann man kaum reisen.

    Man hätte gerne mehr Geld, soso. Wie gut kennst du diese Menschen? Und seit wann müssen sie davon leben? Logisch gibt man als Studierender weniger aus, um die geht es aber in diesem Kontext nicht. Es ging um die armen Steuerzahler, die billig fliegen müssen und billigen Sprit brauchen, um anderen das 9 Euro-Ticket zu finanzieren.

    Wie gut ich sie kenne? Teilweise sehr gut, enger Verwandtenkreis, teilweise Bekannte meiner Eltern, mit deren Kindern ich befreundet bin/war. Leben alle schon lange (mehr als 5 Jahre, teilweise deutlich länger) von H4. Ich sag es mal so, als Motivation zum Arbeiten dient es nicht (und ich sage nicht, dass kein H4ler arbeiten will, aber es gibt eben auch die, die es sich da gemütlich machen). Die Steuerzahler zahlen auch für den Spritrabatt und die sonstigen Milliardensubventionen für Autos. Abgesehen von den Klimaschäden.

    Der Faktor mag gesunken sein, aber ob das wirklich der entscheidende Aspekt ist..? Eine alleinstehende Person erhält derzeit bei ALG II rund 416 € für die Miete, vom Rest müssen ggf. Strom, Internet, Versicherungen und Abos, Ticket/Auto/..., Lebensmittel - und wenn dann was überbleibt: Freizeitaktivitäten - bezahlt werden. Da mir schon mal aufgrund einer komplexen Situation ALG II drohte, habe ich das mal durchgerechnet. Das Ticket hätte ich streichen müssen, weil ich als Katzenbesitzerin noch andere Lebewesen zu versorgen habe und meine Wohnung über dem eigentlichen Satz liegt. Für Lebensmittel hatte ich damals ca. 200 € veranschlagt, heute müsste man aufgrund der Kriegssituation sowie der Inflation sicherlich mehr einplanen.


    Ebenso hatte ich mal die durchschnittlichen Gehälter verschiedener Berufsgruppen recherchiert. In manchen Ausbildungsberufen ist man zu Beginn der eigenen Karriere nicht so wahnsinnig weit von den 1000 € netto entfernt. Und von Urlaub, Essen auswärts, Vorsorge oder größeren Anschaffungen war noch nicht mal die Rede.


    PS: Ich bin mir sicher, dass mich bald jemand darüber aufklären möchte, dass 200 € viel/wenig Budget für Lebensmittel ist :teufel:

    Ich kenne selbst Menschen, die von H4 leben. Die meisten kommen damit soweit klar, aber man hätte natürlich gerne mehr Geld. Katzen sind finanziell kaum drin, sind auch ehrlich gesagt Luxus. 200€ für Lebensmittel ist schon nicht schlecht, viele Singles geben garantiert weniger aus. Ich liege deutlich darunter und ernähre mich dennoch (einigermaßen) ausgewogen und esse auch relativ viel, da ich ziemlich aktiv bin (ca. 2500-3000 kcal, erledige viel zu Fuß oder mit dem Rad). Der Durchschnitt isst sicher weniger kcal (bzw. sollte es, um sein Gewicht nicht zu erhöhen). Obst und Gemüse sind bei mir immer im Einkaufswagen, aber halt die jeweiligen Angebote oder Konserven. Um Strom zu sparen und um weniger wegzuwerfen koche ich oft für 2/3 Tage.

    Kommen noch Kinder ins Spiel, wird es für den Spitzenverdiener noch "ungünstiger".

    Auch wenn man Kindergeld und den Kinderfreibetrag einrechnet? Das wird ja gerne mal vergessen, wenn es um die Subventionen für Familien geht.

    Solche Aussagen von Gutverdienern mit möglichst noch Immobilienbesitz ärgern mich maßlos. Das ist, wie wenn der grüne Minister in Wolkenkuckucksheim sagt, kostenloses Heizen für Bedürftige veranlasse doch bloß zum Fensteraufreißen und Heizungaufdrehen. Menschen, die noch nie von Stütze gelebt haben, haben schlicht und ergreifend keine Ahnung, was das Leben unter diesen Bedingungen anbelangt. Was es bedeutet, wenn die Lebens(!)mittel plötzlich exorbitant teurer werden.

    Ehrlich gesagt kenne ich genug Leute, die sich über die hohen Heizkosten beschweren, aber bei offenem Fenster heizen und erst 25 Grad als akzeptierte Raumtemperatur ansehen. Natürlich sind nicht alle so, aber gratis sorgt teilweise für Verschwendung. Siehe Klopapier auf Schultoiletten, Erwachsene sind da nicht besser (was nicht heißt, dass man dafür zahlen sollte).

    Ich hatte es so verstanden, dass man nicht nur die Autofahrer subventionieren wollte, sondern auch einen Anreiz schaffen wollte, das Auto stehen zu lassen, denn eigentlich wollen/sollen wir Sprit sparen und das Klima schützen.


    Mit dem 9-Euro-Ticket zum Flughafen fahren ist natürlich nicht im Sinn der Erfinder*innen. Aber so ist das mit solchen letztlich doch sehr halbgaren Maßnahmen. Jetzt tourt man per Bahn nach Sylt und sonstwohin, weil es ja so billig ist. :hammer:

    Sonst touren die Leute mit dem Auto durch die Gegend (aka Urlaub, Tagesausflüge). Da ist touren mit dem ÖPNV besser.

    Ich glaube eher man wollte sich mal wieder selber auf die Schulter klopfen...


    Die Menschen zu entlasten wäre m.E. mit einer Deckelung der Spekulation auf Energie- und Lebensmittel viel besser möglich.

    Sprit wird ja auch deutlich günstiger. Und viele nutzen den ÖPNV. Abgesehen davon wird auch auf dem Weltmarkt spekuliert, den kann D nicht regulieren.

    Och Leute, lasst euch doch nicht von den altbekannten Übeltätern/Übeltäterinnen vom eigentlichen Thema ablenken :pfeifen:


    Mich hat die Tage ein Brief vom Vertrieb meines ÖPNV-Tickets erreicht - darin wurde bestätigt, dass die Umstellung automatisch erfolgt. :thumbup:Was mich allerdings letzens gewundert hat: Das 9-Euro-Ticket wurde in den vergangenen Wochen allerorts angepriesen und beworben. Dennoch war noch vor Kurzem in der Tagesschau (Rundfunkbeitrag lässt grüßen) davon die Rede, dass die Finanzierung noch nicht in trockenen Tüchern sei. Sind solche Abläufe mittlerweile normal in Politik & Medien? :hitze:

    Man wollte die Menschen sehr schnell entlasten, daher steht die Finanzierung noch nicht ganz. Finde ich aber besser als eine Entlastung erst im nächsten Jahr, während jetzt schon die Autofahrer entlastet werden.

    Mit Nieselregen und Wasser sowie Lufttemperatur 13 Grad.

    Da würde ich aber lieber auf Greta pfeifen und ab nach Kreta.

    Nieselregen stört mich doch nicht, wenn ich eh von Wasser umgeben bin. Und 13 Grad klingt machbar. Kreta ist finanziell eh nicht drin, abgesehen vom Klima.

    Da bin ich ja gespannt, in welchem Meer ihr Anfang Juni in Deutschland entspannt schwimmen geht :D

    Wir sind hart im Nehmen. Mache ich häufiger im Frühjahr oder Herbst. Letztes Jahr waren wir bei 15 Grad im Meer schwimmen. Das Wasser war ganz angenehm, wenn man sich draußen sofort abtrocknet, dann geht es. Und man hat Platz ohne Ende. ;)

    Ich bin auf jeden Fall noch (schon?) geimpft :D (die Impfung gegen Pocken soll zu 85 % gegen Affenpocken wirken und das viele Jahrzehnte lang (ist zumindest für 35 Jahre nachgewiesen, dann wurden die Studien nicht weiter geführt).

    Ich bin leider zu jung bzw. lebe noch nicht lange genug, um gegen die Pocken geimpft zu sein. Würde ja vielleicht Sinn machen, den jungen Menschen diese Impfung anzubieten, wenn sie so gut schützt.

    Fahrrad fahren kann man doch super in den Alltag integrieren. Mal zum Supermarkt oder wie schon vorgeschlagen zur Arbeit. Oder zu Freunden usw. Mir gefällt Sport, der einen tieferen Sinn als Fitness hat (von A nach B kommen) mehr, gerade weil ich Sport eigentlich nicht gerne mache.

    Oder wie wäre es mit Schwimmen? Gibt es ein Bad in deiner Nähe? Zur Not kannst du ja auch erstmal nur am WE oder an kurzen Schultagen gehen.

    Das 9€-Ticket wird kommen. :)

    Ich und ein paar Freunde werden wohl 3 Monate durch die Gegend fahren. Mal gucken, wohin es uns so treibt. An Pfingsten geht es ans Meer, endlich wieder schwimmen. :verliebt:

    Vor der Debatte um das 9€-Ticket wollten wir eigentlich mit dem Interrail-Ticket durch Europa fahren, das machen wir dann nächsten Sommer. Man sollte das Leben genießen und wo ginge das besser als im Zug und an den schönsten Orten?

    Da zeigt sich mal wieder, dass die "autogerechte" Stadt autoabhängig macht.


    Wenn eine Stadt gesund gewachsen wäre, dann müsste man in einer 40.000 Einwohner-Stadt nicht seine Kinder zum Verein fahren, die typischen Ärzte wären im fußläufigen Radius und von Einkaufen fange ich gar nicht erst an.

    Meine Beobachtung darüberhinaus ist, dass man mit Auto wählerisch wird. Der fußläufig erreichbare Verein ist nicht schick genug, dann setzt man sich halt ins Auto.
    Der Effekt ist dann, dass das Auto nicht Wegzeiten verkürzt bei gleicher Weglänge, sonder bei vergleichbarer Wegzeit die Weglänge vergrößert.

    Genauso sehe ich das auch. Kleinstädte haben ja meist nicht nur wenige Einwohner, sondern auch wenig Fläche. Also sollte alles, je nachdem ob man eher in der Mitte oder am Rand wohnt, relativ gut mit Fahrrädern erreichbar sein. Kinder können ab einem gewissen Alter auch Rad fahren.

    Und dass "man" mit einem E-Bike alles erreichen kann, setzt ja voraus, dass "man" fit genug ist, überhaupt mit dem Rad zu fahren.

    Was auf 90% der Besucher zutreffen dürfte. Aber natürlich gibt es immer Ausnahmen.

    Ich werde die Karte auf jeden Fall für alle 3 Monate kaufen, um kleinere Ausflüge in die Nähe zu unternehmen. Evtl. wird es in den Pfingstferien oder in den Sommerferien sogar etwas weiter gehen. Aber ich liebe es auch ins Blaue zu fahren und dafür ist diese Karte ideal.

    Ich fahre auch gerne mal umher und gucke, wo es schön ist. Bisher halt "nur" in NRW und nun 3 Monate lang auch mal in anderen Ecken Deutschlands.

    Kris24

    Wie definierst Du „Kleinstadt“?


    Ich wohne hier in einer 40.000 Einwohner-Ortschaft und hätte ohne Auto keine Chance.

    In einer so kleinen Stadt sollte man auch mit dem E-Bike alles erreichen können. Gegen Wind und Wetter hilft entsprechende Kleidung, ggf. braucht man das Auto dann nur für den längeren Weg zur Arbeit.

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