Also im besten Fall jeden Tag 8 Unterrichtsstunden reservieren, in doppelter Belegung für spontane Alternativen, damit man mit Ach und Krach auf die Mindestzahl kommt, falls mal was ausfällt?
Hat dann auch nichts mit Eigeninitiative mehr zu tun, sondern Unplanbarkeit für eigene Unterrichtsplanungen und Fachleiterbesuche.
Ich bedanke mich für die konstruktiven Beiträge und Erfahrungsberichte, die zeigen, dass es durchaus normal scheint. Der Rest zeigt sehr gut, was den Schuldienst so unattraktiv für viele macht - Stichwort Empathie. Ich werde hier nicht mehr reinschauen.
Tja, ungeplantes bestimmt den Lehreralltag. Wenn du das nicht willst, strebst du den falschen Beruf an. Meine Lehrprobe wurde z. B. durch extremen Schneefall und Ausfall des ÖPNV durcheinander gebracht. Wir mussten alle über 30 Minuten warten bis wenigstens 11 Schüler anwesend waren (von 30), damals Mindestanzahl für eine Lehrprobe in der Oberstufe. Zum Glück waren alle flexibel. Gelassenheit, großzügige Planung und Flexibilität sind wichtige Anforderungen. Dinge nehmen wie sie sind und das beste daraus machen. Damals reichte in Chemie eine 1,0 in beiden Staatsexamina nicht, in Mathe war bei 1,4 und örtlicher Flexibilität Schluss (sonst auch 1,0). Lehrproben waren also extrem wichtig.
Und natürlich werden Klausuren geschrieben, sind langfristig zentral festgelegt und lassen sich kaum verschieben (selbst wenn ich krank bin, führt ein Kollege Aufsicht, ich habe also frühzeitig die Klausur fertig). Wenn also ein Praktikant für diese Stunden anfragt, werde ich auch die Klausur erwähnen, lade ihn aber immer ein, mit mir Aufsicht zu führen. Nur wollte bei mir noch keiner.
Du scheinst auf jeden Fall keine Empathie zu besitzen, denn du kannst dich nicht einfühlen. Du erwartest den roten Teppich. (Wir haben jedes Jahr mindestens 10 Praktikanten (oft das Doppelte), später nur 5 Referendare und selten Neueinstellungen. Es ist (für uns) nicht lohnende Arbeit. Trotzdem habe ich in 30 Jahren erst einmal nein gesagt (und gleichzeitig mehrere Angebote für andere Klassen gegeben), weil ich helfen will und auch bei meinen Kollegen erlebe ich es so. Aber wenn jemand verlangt, dass Klausuren verschoben werden, dann schüttele ich über soviel Naivität (Arroganz? Egozentriertheit) nur den Kopf.