Stern schreibt einiges interessantes. https://www.stern.de/politik/auslan…r-33589852.html
Letzte Nacht war in Rostow einiges los. Ich zitiere
"Als Jewgeni Prigoschin auf Rostow marschierte, flohen Verteidigungsminister Schoigu und Generalsstabchef Gerassimow aus der Stadt. Dort bereiteten sie sich offenbar auf die Festnahme des Wagner-Chefs vor.
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Vor einigen Tagen tauchten erste Berichte über die Verlegung von 1500 Männern russischer Sondereinheiten nach Rostow auf. Zunächst sah es nach Verstärkung der russischen Kriegstruppen aus.
Doch am Freitag wurde bekannt, dass Schoigu zusammen mit den Sondereinheiten angereist war. "Unseren Informationen zufolge, ist Schoigu nach Rostow gekommen, nicht um gegen die ukrainischen Streitkräfte vorzugehen. Zusammen mit dem Generalstabschef Gerassimow arbeitet er an einem Plan, die Wagner-Kämpfer festzunehmen", meldete der Telegram-Kanal "Moskauer Waschsalon" um 17.35 Uhr.
"Der offizielle Grund ist die Weigerung, einen Vertrag mit den russischen Streitkräften abzuschließen. Es ist entschieden worden, den störenden Musikanten endgültig ein Ende zu machen. Es wird keine Gnade geben."
Seit einige Monaten ist es der russischen Propaganda verboten, den Truppennamen Wagner zu erwähnen. Also gingen die Propagandisten dazu über, von Musikanten zu sprechen, wenn die Rede von der Wagner-Truppe war.
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Drei Stunden nach den ersten Meldung über den möglichen Grund des Aufenthalts von Schoigu und Gerassimow in Rostow ging Prigoschin zum Schlag über. Er ließ seine Truppe auf Rostow marschieren. Seitdem bewegt er sich unaufhaltsam auf Moskau zu.
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Der ursprüngliche Plan des russischen Militärs habe vorgesehen, die Wagner-Truppe bei Bachmut aufreiben zu lassen. "Prigoschin hat aber diesen Plan durchschaut und verstanden, dass die Eskalation seine einzige Option ist."
Er habe den Rückzug aus Bachmut verkündet. Doch das Verteidigungsministerium habe dies zu verhindern versucht und eine Einheit entsandt, um die Wagner-Truppe am Rückzug zu hindern. Doch der Plan sei schief gelaufen, so Nacki.
Im Mai hatte die Wagner-Truppe einen russischen Offizier gefangengenommen. Vor einer Kamera gestand er ein, die Rückzugswege der Prigoschin-Kämpfer vermint zu haben.
Nach einer solchen Ohrfeige musste Prigoschin den Weg der Eskalation weiterbeschreiten. Einem direkten Befehl Wladimir Putins, sich dem Verteidigungsministerium unterzuordnen, erteilte er eine radikale Absage."
Auf jeden Fall hielten sich viele Offizielle und auch das Militär heute auffallend zurück und Prigoschin konnte ungehindert Richtung Moskau marschieren. (Ein paar Bagger zogen zwar kleine Graben, ließen aber die Erde vor Ort.) Alle Welt konnte sehen, dass es keinen ernsthaften Widerstand gab. Zivilisten begrüßten sie freundlich. Anfang der Woche berichtete der amerikanische Geheimdienst wohl gegenüber Politikern, dass Wagner-Kämpfer Waffen an der Grenze sammelten, es war aus Zeitgründen nicht gut vorbereitet, doch wenn Russland wirklich stark wäre, wäre es sicher nicht zu diesem Kuhhandel gekommen (Straffreiheit für Prigoschin und seine Soldaten, offene Fenster und Tee solle er vielleicht meiden.
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