Es ist 30 Jahre her, ich bin noch ein Stück älter als du.
Wir waren durchschnittlich 2 Lehramtler pro Jahr (also weniger als 4 %). Da gab es keine extra Lehramtveranstaltungen. Mir wurde z. B. Biochemie I erlassen, ich musste aber Biochemie II bestehen (und damit auch Biochemie I können) und auch Mathe für Chemiker blieb mir erspart (meinem Kollegen mit Bio und Chemie nicht). In Mathe benötigte ich kein Nebenfach, ich hätte aber Chemie anrechnen lassen dürfen. Meine Staatsexamensarbeit schrieb ich in Chemie, mochte ich immer lieber als Mathe, ich hätte sie als Diplomarbeit anerkennen lassen dürfen. Sie war gut genug, so dass mir ein Laborplatz zum promovieren angeboten wurde (und sogar das Angebot erhielt, falls es nach dem Referendariat nichts mit der Lehrerstelle wird, zurück zu dürfen. Damals gab es noch keinen Lehrermangel). Dieses Angebot gab mir Sicherheit (und natürlich war ich stolz).
Das Studium war daher extrem stressig, das Referendariat zeitlich eine Erholung (stressig nur durch Notendruck, in Chemie gab es am Ende keine Stelle, noch nicht einmal mit 1,0, in Mathe gab es wenige Stellen im Nirgendwo bis 1,4). Ich war zum Glück räumlich flexibel.