Beiträge von Kris24

    Häh? Welche Brocken an Natrium nehmt ihr denn um Himmels Willen für diesen Versuch?! Ich habe da noch NIE irgendwas vom Boden (?!) wieder aufgewischt... :ka:

    Erbsengroß (bei Kalium linsengroß)

    Bist du sicher, dass ihr Natrium verwendet oder ist euer Lehrertisch riesig und der Boden weit weg? ;)

    (Kollegin hat mal mit Natrium einen OHP zerlegt. Früher haben viele die Kristallisierschale mit Wasser darauf gestellt. Man sah es gut, aber musste immer putzen (ich weiß daher, wie ein OHP innen aussieht, ^^ ihrer hat nicht überlebt, dass Zeug war überall im Gerät).)

    Witzig. Dann frage ich mich, was so geknallt hat. Das Wasser kann es nicht gewesen sein. ;)

    Wenn Natrium sich entzündet, entzündet sich auch umgebender (gerade entstandener) Wasserstoff. Aber laut war es bei mir noch nie. Dafür war es doch zu wenig. Er verfliegt zu schnell. Mich hat das Wort sammeln gestört (bzw. ich habe überlegt, ob nach oben geschlossen war, Natrium kann ja auch seitwärts fliegen, deshalb habe ich nachgefragt, ich versuchte es mir vorzustellen).

    Rechne mal, wie viel Natrium du nehmen musst um auf 7 vol% Wasserstoff zu kommen. Wenn der Abzug funktioniert, saugt er das nach oben weg. Das *ist* Vorsatz, aber sowas von. Ich habe sowas noch nie gehört, geschweige denn erlebt. Die einzige Unfallquelle, die mir in dem Zusammenhang bekannt ist, ist dieser dämliche Sieblöffel. Mit dem hat es ein Kollege auch schon geschafft, einen Messzylinder zu sprengen. Ich habe den längstens aus der Sammlung entfernt.

    Es gibt Abzüge, die nach unten oder zur Seite absaugen.

    Sieblöffel liegt bei uns noch im Schrank für Lithium, ich verwende ihn aber nicht.

    Meine Schüler machen den Versuch entschärft mit Calcium und winzigen Reagenzglas.

    Und wenn kein Abzug im Chemieraum vorhanden ist? Dann liegt der Vorsatz beim Bauherrn ;)

    Dann darfst du solche Versuche nicht durchführen.

    Eine Schule in der weiteren Umgebung hatte keinen richtigen Giftschrank, es war dem Schulträger bekannt. Dann gab es einen kleinen Unfall mit einem Gefahrstoff und Lehrer und SL mussten jeweils eine hohe Strafe zahlen.

    Ich habe daraufhin alles getan, um ausreichend Lösemittel- und Säureschränke zu erhalten. Erfolgreich.

    Das Terrarium war offen. Sonst hätte es das Natrium nicht zur Zimmerdecke geschafft ;)

    So kenne ich es auch. Du schriebst aber

    Auch der Chemieunterricht bietet Anlass für Abenteuer. Herstellung von Natronlauge. Natrium reagiert mit Wasser, danach Lackmustest. Standardversuch. Im Chemiesaal gibt es keine Schutzscheibe gegen mögliche Laugenspritzer - also verwendet der Lehrer ein Terrarium, in das die Petrischale platziert wird. Alles gut. Natrium saust mit Flamme auf der Wasseroberfläche herum - eindrucksvoll und gewollt. Plötzlich ein Ohren betäubender Knall. Das Natrium hängt an der Zimmerdecke, die Schüler unter den Tischen. Nach einer Schrecksekunde: "Geil! Herr Autenrieth, machen Sie das nochmal?" Werde mich hüten.
    Was der Lehrer nicht bedacht hatte: Na + H2O gibt NaOH ...so weit so beabsichtigt ... doch hoppla ... da bleibt ein H übrig. Das sammelt sich im Terrarium und ergibt mit der Natriumflamme en passant einen zweiten chemischen Standardversuch: Die Knallgasreaktion ;)

    Dann kann sich kein Wasserstoff im Terrarium gesammelt haben. Darüber habe ich mich gewundert. Wasserstoff entweicht sofort nach oben.

    Ja, Natrium kann weit fliegen. Ich habe auch schon Decke, Tisch und Boden nass gewischt, um auszuschließen, dass irgendwo noch Natrium übrig ist (und es brennt beim Wischen immer irgendwo (kontrolliert), ich möchte nicht die Putzkraft erschrecken). Erst letzte Woche hat bei mir Natrium mehr Probleme bereitet als Kalium, das reagiert so schnell, dass nichts übrig bleibt.

    Wäre ich in Bayern, hätte ich Brutto 700€ mehr. Das ist ja seltsam....

    Aber meine Kollegin, die aus BY hergewechselt hat, sagt das ja auch immer. Sie spricht sogar von 800€. Aber eigentlich kann das ja nicht sein.

    Und im anderen Bundesländern weniger (wir haben halt verschiedene Arbeitgeber, erhalten unterschiedlich viel Geld, unterrichten mehr oder weniger Stunden (andere Bundesländer haben für denselben Schultyp andere Anzahl an Deputatsstunden, weitere verschiedene Bedingungen (ich ärgere mich gerade über die Kostendämpfungspauschale, andere haben keine oder weniger) usw.)

    Wenn es dich zu sehr nervt, musst du den Arbeitgeber wechseln (das gilt doch überall).

    Die weniger zeitintensiven Klassen erhielten nur die neuen, weil sie noch nicht viel Erfahrung hatten, weil sie als Vertretung zu schnell wieder weg waren und wenn du gleich behandelt werden willst, sollten auch die Klassen gleichmäßig verteilt werden.

    Du willst bevorzugt werden (bessere Klassen, besserer Stundenplan) und wunderst dich, dass nicht alle Hurra schreien. Ich nenne dieses Verhalten Arroganz, warum glaubst du bevorzugt werden zu müssen?

    (Zum Glück ist bei uns der Lehrermangel nicht so groß (reicht gerade), bei uns wurde daher eine Vertretungskraft abgelehnt, weil sie zu viele Bedingungen gestellt hat. Jetzt ist sie arbeitslos.)

    Es sind immer 2 Seiten, der andere bietet an, ich kann verhandeln (habe ich auch schon vor 30 Jahren), aber letztendlich entscheidet jeder für sich, ob es passt und die andere Seite muss damit leben. Und unsere SL wird Neuen sicher nicht überproportional zuviel anbieten, sonst ist der Schulfrieden in Gefahr. Wenn nämlich "alte" Kollegen das Gefühl bekommen benachteiligt zu werden, sind sie unzufrieden und wechseln evtl. die Schule. Du musst dich nicht aus deiner Sicht zu billig verkaufen, aber dann musst du akzeptieren, wenn die andere Seite dich nicht will.

    Respekt habe ich auch außerhalb nicht gegenüber Fremden. Ich behandele sie freundlich, respektvoll (das ist nicht dasselbe) , helfe (soweit ich Zeit habe, auch ich achte auf Work-Live-Balance für mich, dass scheinst du zu vergessen, gilt auch für die alten Kollegen). Respekt ist für mich mehr.

    Aus https://de.m.wikipedia.org/wiki/Respekt

    " 'Wieder-Schau‘ als wörtliche Übersetzung des lateinischen respectio bezieht sich auf die wiederholte Betrachtung und gründliche Beurteilung eines neuen Eindrucks, um die Begrenztheit und Oberflächlichkeit des ersten Blickes zu korrigieren. Erst nach kritischer Würdigung des ersten Eindrucks gelangt man zu einer anerkennenden Einschätzung und damit zu Respekt."

    Das meinte ich mit Respekt muss man sich verdienen.

    Zum Thema, ich habe noch unter viel besseren Bedingungen angefangen, 23 statt 25 Deputatsstunden, 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld usw. Ich habe auch überlegt, ob es wert ist, weiter zu arbeiten, ich habe etwas angepasst (nicht mehr jedes Jahr in jeder Klasse ein Projekt, 2 Deputatsstunden kosten halt mehr Zeit), aber für mich passt es noch. Wer anders entscheidet, muss entweder alle (auch das Land) überzeugen oder gehen. Es sind 2 Vertragspartner.

    Als ich vor knapp 30 Jahren mein Referendariat beendet habe, gab es in Baden-Württemberg noch nicht einmal mit 1,0 eine Stelle in Chemie im Schuldienst (am Gymnasium waren gerade 17 % der Chemiestunden gestrichen worden, es gab zu viele Chemielehrer). In Mathe war bei 1,3 bzw. 1,4 Schluss (abhängig von Region). Das nächste Zehntel (also besser als 1,5) erhielt Zeitverträge, ich wollte das nicht und zog 700 km weg (nach NRW an eine Gesamtschule, die damals ein paar Jahre nur anstellten). Verbeamtung war weit weg.

    Vor 20 Jahren lernte ich Kollegen kennen, die als Realschullehrer am Gymnasium nur jedes Jahr 10,5 Monate-Verträge erhielt (unbezahlt in den Sommerferien, also kein Anspruch auf Arbeitslosengeld). Am Gymnasium waren diese Vertretungen sehr unbeliebt, weil die Realschulkollegen nur die weniger zeitintensiven Klassen erhielten (keine Oberstufe, disziplinarisch einfachere Klassen, sie blieben ja nur ein Schuljahr und waren im kommenden Jahr an einer anderen Schule). Für viele Gymnasiallehrer blieben (über einige Jahre) nur Kursstufe und schwierige Klassen übrig (an einer Schule gab es damals 8 solcher Vertretungskollegen, kann man sich heute kaum noch vorstellen.)

    Streety, du kommst mir sehr unwissend herüber, Respekt muss man sich verdienen, hat nichts mit Alter zu tun (ich konnte nach ein paar Jahren zurück in meine Heimat und neu an einer Schule musste ich wieder Respekt verdienen). Ich erlebe manche jungen Kollegen tatsächlich als sehr arrogant und unwissend (glauben aber alles besser zu wissen, fallen schnell auf die Nase), die meisten aber als sehr nett und engagiert. Und genauso werden sie behandelt. Auch den Realschulkollegen haben wir damals geholfen, sie konnten ja nichts für diese blöde Situation

    Früher habe ich am Morgen vor der Klassenarbeit kopiert (und dann fielen einmal beide Kopierer und der Server (also auch kein Drucken möglich) aus).

    Jetzt bin ich ca. 24 Stunden vorher fertig, kann notfalls im Copyshop kopieren oder zuhause ausdrucken. Das entspannt mich total. Ich stelle die Klassenarbeit aber immer erst nach der letzten Stunde vor der Klassenarbeit fertig, ich habe mich zu oft verquatscht und musste sie noch einmal ändern. ^^

    Ich kenne bei uns niemanden, der Elterngespräche kürzer als 30 min ansetzt. Eher 45 min.

    Eben "bei euch".

    Du hast auch keine 200 Schüler (und bei den allermeisten reicht, alles bestens, weiter so, da reichen 10 Minuten online, viele unserer Eltern wünschen dies auch, spart die Fahrt).

    Bei Problemfällen nehme ich mir auch mehr Zeit, aber nicht am Elternsprechtag.

    Und - findet der Friseur genügend Abiturienten, die für seinen Hungerlohn arbeiten möchten? Falls ja, ist ja alles fein.

    Ja. Er bedient die "oberen Zehntausend", seine Angestellten sollen mit der Kundschaft kommunizieren können (seine Begründung).

    Der Straßenbahnhersteller begründet es mit den digitalen Programmen, die seine Arbeiter benötigen.

    Bei uns ist die Arbeitslosigkeit sehr gering, die Arbeitgeber haben noch die Auswahl.

    Was passiert bei euch, wenn Eltern leer ausgehen und keinen Termin ergattern?

    Sie können an einem anderen Tag einen Termin ausmachen. Wir hatten jahrelang keinen Sprechtag, viele halten ihn immer noch für unnötig. Wenn es Probleme gibt, sollte man sich sowieso zeitnah treffen.

    Es geht also eher um gute Schüler und kaum Probleme. Die Eltern wollen uns nicht belästigen, aber doch mal hören, dass alles in Ordnung ist.

    Dafür gibt es copy stop. Erstaunlicherweise schreiben unsere SuS oft so schlecht, dass man ohnehin weiss, dass das selbst verfasst sein *muss* :D

    Nicht wenn Eltern oder Geschwister beteiligt sind. (Falls es im Netz steht, finde ich es auch (kann schlecht sagen immer, oft wird doch geschickt geändert, es ist nicht eindeutig und was man nicht merkt, weiß man natürlich nicht).)

    Mein Problem waren tatsächlich Eltern, die ihren fast erwachsenen Kindern "halfen". Es geht evtl. um Verbleib am Gymnasium, da "investieren" einige Eltern viel, ähnliche Situation wie beim Schüler von CatelynStark. Es gibt auch Studenten, die gegen Bezahlung"helfen". Da finde ich erst einmal nichts im Netz.

    Natürlich schöpft man Verdacht, wenn die Leistung (und Formulierung) nicht zum Schüler passen. Aber beweisen muss ich es auch (und da hilft ein Kolloquium sehr, Schüler gestehen dann nach einem extrem schlechten Kolloquium doch oft).

    Bei uns nicht.

    In unserem "Elternsprechtags-Reservier-System" können die Lehrer Termine blocken bzw. als Pause reinstellen. Für die Eltern sind die Termine dann einfach nur "belegt".

    Genau so ist es bei uns. Wir müssen abhängig vom Deputat eine bestimmte Anzahl von Terminen anbieten. Wie wir unsere Pausen verteilen, ist uns überlassen (manche haben alle Pausen gesammelt am Anfang oder Ende, andere gleichmäßig verteilt). Ich war letztes Mal nach 10 Minuten ausgebucht (20 Termine bei Vollzeit in 4 Stunden).



    Auch der Chemieunterricht bietet Anlass für Abenteuer. Herstellung von Natronlauge. Natrium reagiert mit Wasser, danach Lackmustest. Standardversuch. Im Chemiesaal gibt es keine Schutzscheibe gegen mögliche Laugenspritzer - also verwendet der Lehrer ein Terrarium, in das die Petrischale platziert wird. Alles gut. Natrium saust mit Flamme auf der Wasseroberfläche herum - eindrucksvoll und gewollt. Plötzlich ein Ohren betäubender Knall. Das Natrium hängt an der Zimmerdecke, die Schüler unter den Tischen. Nach einer Schrecksekunde: "Geil! Herr Autenrieth, machen Sie das nochmal?" Werde mich hüten.
    Was der Lehrer nicht bedacht hatte: Na + H2O gibt NaOH ...so weit so beabsichtigt ... doch hoppla ... da bleibt ein H übrig. Das sammelt sich im Terrarium und ergibt mit der Natriumflamme en passant einen zweiten chemischen Standardversuch: Die Knallgasreaktion ;)

    Man/frau erlebt als Lehrkraft die erstaunlichsten Dinge. Das Wenigste ist vorhersehbar oder wird in jeder Konsequenz zu Ende gedacht ;)

    War euer Terrarium nach oben geschlossen? Ein Kollege hat es im Abzug gemacht, weil er unsere Schutzscheibe für zu klein hielt und diesen dabei zerstört (da war sogar bedingter Vorsatz im Gespräch, er hätte es lt. Polizei wissen müssen). Die Druckwelle war Räume weiter noch spürbar. Ein anderer Kollege öffnet seitdem sogar die Fenster, um das Raumvolumen zu vergrößern. 7 % Wasserstoff reichen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Aber ich hatte auch einmal eine gefährliche Situation mit Wasserstoff (Daniellscher Hahn). Zum Glück hatte ich eine zusätzliche Sicherung zur Wasserstoffflasche eingebaut.

    Manches kann man nicht vorhersehen (deine Elbafahrt), manches schätzt man falsch ein (Abzug), aber Wissen und Nachdenken über Risiken hilft. Fahrlässig oder bedingter Vorsatz ist juristisch ein Riesenunterschied.

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