Beiträge von Kris24

    Ja "Richtzahl" wurde auch erhöht. Kurse müssen inzwischen durchschnittlich mindestens 20 Schüler haben. Gibt es einen Kurs mit 10, müssen andere entsprechend größer sein (und plötzlich gibt es LKs mit 25 bis 30 Schülerinnen und Schüler). Früher wurde nicht darauf geachtet bzw. es wurde anders berechnet. Da kamen auch Chemie-LKs mit 6 Schülerinnen und Schüler zustande.

    Proteste gab es auch, Weigerung z. B. Klassenfahrten und Sportveranstaltungen durchzuführen. Aber spätestens nach einem Jahr meinten die jungen Kolleginnen und Kollegen sie würden es durchführen. Die Politik hat einfach abgewartet. Die Bevölkerung glaubte sowieso an faule Lehrsäcke. Und heute weiß es kaum jemand noch, was früher normal war (die meisten sind keine 20 Jahre im Dienst).

    Auch hier hilft Google:

    "Wenn wir heute von "großen Klassen" sprechen meinen wir meist Klassen mit etwas mehr als 30 Schülern. Früher saßen in einem Klassenraum oft bis zu 100 Schüler – und zwar Schüler aller Altersstufen. Das nach Altersgruppen getrennte Lernen wurde erst später eingeführt. Davor unterrichtete ein Lehrer in einem einzigen Raum Schüler verschiedensten Alters auf ganz unterschiedlichen Lernniveaus."

    Quelle:

    https://www.cornelsen.de/magazin/beitra…eingef%C3%BChrt.

    Nicht am Gymnasium (zumindest nicht bei meinen), das eine ist über 400 Jahre alt, das andere zumindest 150 Jahre, die Klassengröße lag teilweise unter 20 (außer direkt nach den Weltkriegen). Allerdings waren wir noch 36 Erstklässler und mein Schulleiter erzählte von 50 in seinem Referendariat (dank Schulmangel) beides Anfang 70er Jahre. Damals gab es das Versprechen, die Deputatsstundenzahl baldmöglichst zu senken. Geschah leider nie. Man verzichtete auf die Einstellung neuer Kollegen.

    Und wenn du die Volksschule heranziehst, vergleiche wie Unterricht damals ablief und was von Schülern und Schülerinnen und ihren Lehrkräften erwartet wurde mit heute.

    Meine größte selbst unterrichtete Klasse hatte immerhin noch 36 Schülerinnen und Schüler(Chemie 9. Klasse) und eine 6. in Mathe mit 34. Und es wurde von den Eltern nicht nur rechnen und schreiben in 8 Jahren erwartet (und viele haben es nicht gelernt). (Ich habe aus Interesse einiges zu Volksschule gelesen, weiß, warum wir Halbtagesschule und Dreizügigkeit haben. Ich war immer gerne Lehrerin, inzwischen bin ich aber manchmal einfach müde (die dauernde Belastung seit 30 Jahren hat in den letzten Jahren Folgen besonders seit Corona). Mit 50 konnte ich Kollegen nicht verstehen, die vorzeitig in Pension wollten, inzwischen rechne ich selber.

    (Früher hätte ich bereits eine Ermässigungsstunde dank Alter gehabt und bald 2. Jetzt gibt es noch später eine. Es ging immer nur um noch eines drauf packen und alle machten mit. Vieles wurde während meiner Zeit als Lehrerin geändert, Versprechen zu Deputatsstundenzahl gebrochen, dafür gab es drei bewegliche Ferientage, die keine Lehrkraft wollte. Du bist noch jung, ich blicke inzwischen auf einiges zurück.)

    Vorschlag: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Fachkräfte in Praxen und Apotheken.“ Geht doch so viel einfacher.

    Gefällt mir auch. Mir hat neulich eine Sprechstundenhilfe sehr geholfen. Vieles können sie auch beantworten. Vermutlich ist es eine Rechtsfrage.

    Über das Wie kann man natürlich diskutieren. Mir persönlich gefallen groß geschriebene Buchstaben im Wort statt dem Sternchen besser (z.B. KollegINNen), andere sehen es anders.

    Natürlich. Das Bemühen um Korrektheit entbehrt ja auch nicht einer gewissen Komik. Und: Wenn schon, denn schon. Falls du hier aufmerksam liest, kannst du sehen, dass ich durchaus gendere, wo es mir notwendig erscheint.

    Dir auch, nicht wahr? Man sollte nicht alle so verbiestert sehen.

    Stimmt, du fällst in dieser Hinsicht hier im Forum weniger auf. Aber in diesem Thread werden Kommentare nach Geschlecht geschrieben, genauso Likes gesetzt. Und es müssten doch auch die männlichen Kollegen nachdenklich machen, wenn ihre Kolleginnen so einig anderer Meinung sind. Aber nein, sie machen sich weiter lustig. Mich störte übrigens der alte Satz, der neue ist noch ungewohnt.

    Und zu verbiestert, mich nervt einfach, wenn Männer sich ständig lustig darüber machen. Mir ist es seit langem wichtig, weil ich selbst Opfer wurde, weil ich daraufhin anfing, meine Umgebung zu beobachten und feststellte, dass Männersprache - Frauensprache wichtig ist. Gendern ist wichtig!

    Gleichberechtigung hat nicht nur etwas mit Gesetzen zu tun, sondern es geht um Einstellungen aller. Und Sprache ist der Anfang.

    Ich frage mich: Wie schaffen die das denn in einer beaufsichtigten Klausur? Wie schnell muss man tippen und abschreiben, um das mal eben unter dem Tisch oder während eines kurzen Toilettenganges hinzubekommen?

    Darüber habe ich mich auch gewundert. Ich hatte das Problem bei einer Chemiearbeit (Kollegin führte Aufsicht). Zum Glück betraf es nur zwei Aufgaben, die ich nach Rücksprache aus der Wertung nahm.

    Es sind (anscheinend?) gegenüber früheren Zeiten so viele neue Aufgaben hinzugekommen, dass die Pflichtstundenzahl nicht (mehr) passend ist.

    Die Deputatsstundenzahl wurde erhöht. Ich fing noch mit 23 an, jetzt sind es 25.

    1878 lag sie übrigens bei 24 Stunden (alles Gymnasium).

    Die Arbeitszeit der übrigen Bevölkerung sank derweil von 60 Stunden auf 40 und weniger.

    (Ergänzung, 1878 lag die Deputatsstundenzahl in Grundschulen bei 30 Stunden, also auch nicht viel mehr als heute.)

    Es ist 30 Jahre her, ich bin noch ein Stück älter als du.

    Wir waren durchschnittlich 2 Lehramtler pro Jahr (also weniger als 4 %). Da gab es keine extra Lehramtveranstaltungen. Mir wurde z. B. Biochemie I erlassen, ich musste aber Biochemie II bestehen (und damit auch Biochemie I können) und auch Mathe für Chemiker blieb mir erspart (meinem Kollegen mit Bio und Chemie nicht). In Mathe benötigte ich kein Nebenfach, ich hätte aber Chemie anrechnen lassen dürfen. Meine Staatsexamensarbeit schrieb ich in Chemie, mochte ich immer lieber als Mathe, ich hätte sie als Diplomarbeit anerkennen lassen dürfen. Sie war gut genug, so dass mir ein Laborplatz zum promovieren angeboten wurde (und sogar das Angebot erhielt, falls es nach dem Referendariat nichts mit der Lehrerstelle wird, zurück zu dürfen. Damals gab es noch keinen Lehrermangel). Dieses Angebot gab mir Sicherheit (und natürlich war ich stolz).

    Das Studium war daher extrem stressig, das Referendariat zeitlich eine Erholung (stressig nur durch Notendruck, in Chemie gab es am Ende keine Stelle, noch nicht einmal mit 1,0, in Mathe gab es wenige Stellen im Nirgendwo bis 1,4). Ich war zum Glück räumlich flexibel.

    Exklusiv für Firelilly:

    https://de.statista.com/statistik/date…20Mitte%20liegt.

    Dies entspricht bei einer Einzelperson ohne Kinder, ohne Kirchensteuer in Steuerklasse 1, incl. gesetzlicher Versicherung monatlich 3073,81€.

    Dies ist der Durchschnitt. Wer drüber liegt, macht sicher keinen Dienst nach Vorschrift. Die schlechte Rente, auf die man sich freuen darf, ist hier nicht berücksichtigt.

    Link funktioniert (bei mir) ohne Bezahlung nicht.

    Ich kenne allerdings Statistiken, die Gehalt aller Angestellten (inkl. Minijobber) mit Beamten vergleichen (keine Minijobber, aber prozentual deutlich mehr mit abgeschlossenem Studium). Genauso ist es bei Pension (da werden ebenfalls Minijobber, Menschen ohne Ausbildung usw. miteinbezogen, dafür Betriebsrenten etc. weggelassen). Da ich deine Statistik nicht lesen kann, weiß ich nicht, was hier verglichen wird.

    Ich weiß auf jeden Fall, dass meine Mitstudenten, zu denen ich Kontakt habe, weitaus mehr verdienen. (Ich habe zwei fast komplette Diplomstudiengänge, fehlendes hätte ich teilweise direkt anerkennen lassen können oder in einem Semester nachholen können. Ich wollte aber Lehrer werden und natürlich ist längst keine Änderung mehr möglich. Lehramtstudiengänge gab es an meiner Uni nicht, wir waren viel zu wenige.)

    Nur, weil keine Pflicht besteht, muss man sinnvolle Versicherungen nicht sein lassen.

    In Baden-Württemberg hat noch (fast) jeder eine (weil es lange Pflicht war). Allerdings habe ich inzwischen oft gelesen, das manche keine Versicherung finden, weil ihr Risiko zu hoch ist.

    Mein Kommentar bezog sich auf das Problem Schwarzarbeit und ich sage dazu einfach "selbst schuld". Wer glaubt, ein paar Euro sparen zu müssen, ist im Notfall evtl. pleite. Muss kein rutschendes Haus sein, reicht evtl. die von einer Leiter stürzende Putzfee.

    Naja, die Gebäudeversicherung deiner Eltern hätte schon gezahlt (und anschließend beim Nachbarn Regress genommen).

    Ich meinte Versicherung des Nachbars.

    (Und Gebäudeversicherung ist in Baden-Württemberg schon lange nicht mehr Pflicht, war es in vielen Bundesländern nie)

    Mittlerweile bin ich zu alt für Nachhilfe.. keine Sorge … ich werde nicht erpresst .

    Und noch eine gute Nachricht … ich werde dich nie besuchen möchte aber meinen Hintern drauf verwetten, dass auch in deinem Bekanntenkreis der ein oder andere „Dieb“ dabei ist… muss man ja nicht bei dir melden …

    Achja, ich bin übrigens gegen die Erhöhung des Bürgergelds.

    Passt.

    Also sorry, aber für die UnerrichtsINHALTE, die ich vermittle, gibt es jede Menge Evidenz. Ich hoffe doch, das ist in jedem Fach so. Ob es dafür, WIE ich es mache, irgendeine Art von "Evidenz" gibt, über die irgendein Schlaumeier mal was geschrieben hat, ist mir ehrlich ziemlich wurscht. Es funktioniert offensichtlich sehr gut, ich entlasse von allen Lehrpersonen in beiden meinen Fachschaften die meisten Maturandinnen und Maturanden, die irgendwas im Bereich MINT studieren. Unterdessen kann ich auch behaupten, dass die Mehrheit sehr erfolgreich studiert.

    Geht mir genauso. Ich habe schon mehrfach (zweistellig) Jahre später Danke gehört (MINT, Medizin und mindestens 3 ehemalige Schüler sind wegen mir inzwischen Mathe- und Chemielehrer).

    Was du gut oder schlecht findest musst du mir dir selbst ausmachen.

    Mein moralischer Kompass ist da durchaus flexibel.

    Ich würde es immer von der jeweiligen Situation abhängig machen wollen.

    Ich hab durchaus auch Verständnis für jemanden der etwas klaut, weil er Hunger hat.

    Wie immer im Leben ist mir schwarz/ weiß zu einfach.

    Wenn er Hunger hat ja, aber du musst hungern?

    Seltsam, das wohlhabende die Armen vorschieben, wenn sie sich selbst rechtfertigen wollen. Und nein, so jemand "mit moralisch flexiblen Kompass" lass ich sicher nicht in meine Wohnung. Vielleicht beklaut er mich, weil er etwas gerne hätte? (Oder lügt, betrügt, wo sind Grenzen?)

    Ich helfe lieber Armen (bin z. B. nicht gegen die Erhöhung des Bürgergeldes wie die CDU) statt Klauen (bei mir oder nur bei anderen? ) gut zu heißen.

    Das kann nicht der Bär sein, vermutlich meinst du den Bärdenser ;)
    Aber der kann sowieso keine SCHWÄBISCH-Alemannische Fasnet. Dafür ist er zu kurfürstlich-großherzoggläubig und besitzt keine Anarchie.
    BTW: Vor ziemlich genau 500 Jahren haben wir Schwaben den Hoheiten im Bauernkrieg eingeheizt - und mit den 12 Artikeln die Grundlagen für unser Grundgesetz gelegt.

    Wo leben denn die Alemannen? Und wenn in Villingen, Überlingen und Elzach nicht Badener leben ...

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Viererbund

    Strenger als in diesem Viererbund ist Fastnacht nicht möglich.

    Tja und zu Hoheiten einheizen, schlage mal 1848 und Friedrich Hecker nach.

    Das Kurfürstentum Baden gab es genau 3 Jahre (1803 -1806).

    (Für alle Nicht-Baden-Württemberger, ich kann solch schwäbisches Geschwätz nicht unwidersprochen lassen. :D Es gibt hier den Spruch "über Baden lacht die Sonne, über Schwaben die Welt". ;))

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