Klar, sie schreiben ja auch am Ende eine zentral gestellte Abiturprüfung. Sonst könnte man sich diese schenken.
Hier ein Auszug aus den Bildungszielen (Gymnasium)
Bis zum erfolgreich abgelegten Abitur erwerben die Schülerinnen und Schüler verschiedenste Fähigkeiten und Fertigkeiten:
- Sie werden auf hohem Niveau in mehreren Sprachen, in Natur- und Geisteswissenschaften sowie im musisch-ästhetischen Bereich ausgebildet. Mit dieser Grundlage lassen sich theoretische Erkenntnisse nachvollziehen, komplexe Zusammenhänge kreativ durchdenken, ordnen und verständlich darstellen.
- Gruppen- und Partnerarbeit, Umgang mit neuen Medien und moderne Präsentationstechniken bereiten die Schülerinnen und Schüler auf das Hochschulstudium oder eine anspruchsvolle Berufsausbildung vor.
- Schülerinnen und Schüler der Oberstufe erwerben über Grundlagen in den einzelnen Fächern hinaus die Fähigkeit zu fächerübergreifendem und eigenständigem Lernen und eine vertiefte Methoden- und Sozialkompetenz; sie lernen, selbstständig, projektorientiert und interdisziplinär zu urteilen.
Die sonderpädagogische Arbeit hat doch einen ganz anderen Ansatz. Ist selbstständig nachzulesen auf den jeweiligen bundeslandspezifischen Seiten.
Danke für das Heraussuchen. Es geht nicht nur um hohes Niveau, sondern auch um kreatives Denken usw. Das lernt man nicht einfach wie Vokabeln (das wollen manche Schüler), sondern durch entsprechende Vorgehensweise.
Ich hatte neben den fachlichen Fehlern meiner Realschulkollegen das als das größte Problem bemerkt (eine nannte es geführt). Konkretes Beispiel, ich übernahm eine 9. Klasse Chemie. Ich erklärte chemisches Rechnen (Stöchiometrie) an einem Beispiel, gab Tipps zur allgemeinen Vorgehensweise und wollte, dass die Schüler an einem weiteren Beispiel (nur ähnlich) es selbst versuchten. Sie weigerten sich, die Aufgabe sei anders (stimmt), die Kollegin hätte es an der Tafel vorgerechnet, ich solle auch diese erklären, sie würden abschreiben und zuhause es lernen. Es kam regelrecht zum Aufstand. Aber so funktionieren "Textaufgaben" nicht.
Ich las hier das Beispiel Beweise. Auch das sollen die Schüler nicht einfach abschreiben. Anfangs lässt man sie z. B. puzzeln (die einzelnen Aussagen sind ausgeschnitten und müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden) oder gibt Tipps mithilfe von Hilfekärtchen was nacheinander überlegt werden muss.
Ich erkläre meinen Schülern immer wieder, dass zum Tennisspielen lernen (oder Klavier) es nicht ausreicht, den besten Trainer zu haben, man muss selbst Tennisschläger in die Hand nehmen und üben. Mit zunehmendem Können fallen auch die Tipps des Trainers auf fruchtbaren Boden. Ich sage immer wieder, ich stelle euch das Werkzeug zu Verfügung, welches Werkzeug ihr verwenden wollt, müsst ihr selbst entscheiden (man kann auch mit einer Säge einen Nagel in die Wand schlagen, aber sinnvoll ist es nicht, dann lacht alles). Das alles benötigt Zeit. Ich merke immer wieder, wie schwache Schüler scheitern. Ich habe aber nur begrenzt Zeit für sie. Einfach Dutzend Aufgaben vom selben Typ zu rechnen, was für sie vielleicht sinnvoller wäre, dafür bleibt keine Zeit.
Bei mündlichen Noten besser als 3 erwarten wir (an unserer Schule ausformuliert) Transfer. Auch das wird von Klasse 5 an trainiert. Schüler mit Realschul- oder Werkrealschulempfehlung scheitern und müssen spätestens nach Klasse 7 (und zweimaligen wiederholen) die Schule verlassen. Traumatisch für alle.
Alternativ wären echte Gemeinschaftsschulen, aber wie einige hier schrieben, blieben die Gruppen auch unter sich. Aber mit Integration anzufangen und hoffen, dass die Situation sich anschließend ändert, wäre ein Verbrechen genau für die Inklusivschüler. Sie nehmen aus meinem Unterricht nichts mit und ich habe keine Zeit für sie. Ich habe noch ca. 200 andere Schüler.
Und da wir dank vieler Profile bereits ab Klasse 5 die meisten Fächer in Kursen unterrichten, wandern Schüler und Lehrer spätestens nach jeder 2. Stunde (mehrere Gebäude bzw. 4 Treppen, die im selben Gebäude zu verschiedenen Räumen in die oberen Stockwerke führen. In den ersten 2 Monaten trifft man immer wieder verzweifelte Fünftklässler, die nicht mehr weiter wissen, weil sie die falsche Treppe genommen haben. Klassenraum mit mehr als 2 Stunden täglich (und in der restlichen Zeit kommen andere Schüler herein) und Klassenlehrer mit mehr als 5 Stunden pro Woche gibt es nicht. So sieht es am Gymnasium aus.