Beiträge von Kris24

    Kris24, was Plattenspieler schreibt und warum, musst du ihn fragen. Vielleicht geht es darum, dass sich alle Schularten die 'zu inkludierenden' Kinder aufteilen sollen und sich nur das Gymnasium raushält. Es ist tatsächlich für Realschullehrkräfte und Grundschullehrerinnen ebenso viel Arbeit, etwas Passendes bereit zu stellen. Und ich sage ausdrücklich nicht, dass ich finde, dass LB-Kinder in Oberschulen gut aufgehoben sind, sie sind dort aber nicht besser aufgehoben als an einem Gymnasium.

    Alle mir bekannte Studien schreiben, dass der durchschnittliche Gymnasiallehrer trotz kleinerem Deputat und keiner Differenzierung deutlich mehr Stunden pro Jahr arbeitet. Kurz, noch mehr geht nicht.

    Lt. Realschulkollegen wird an Realschulen mehr geführt, das Kind bei der Hand genommen. Vielleicht gibt es auch mehr Klassenunterricht (bei uns auf jeden Fall kaum).

    Und wie soll es praktisch aussehen? Bei uns müssen jedes Jahr mehrere Schüler das Gymnasium verlassen, weil sie zweimal sitzen geblieben sind. Wer noch schwächer ist, darf bleiben und lernt was? (Das Problem existiert an Realschulen auch.) Das niemand für ihn Zeit hat? Ja, Inklusion an leistungetrennten Schulen ist Unsinn. Aber ich sehe auch, wenn Realschüler oder Gemeinschaftsschüler Ende Klasse 5 zu uns wechseln wollen, es fehlt ihnen bereits nach nur einem Jahr viel Wissen, es geht an anderen Schulen doch deutlich langsamer vorwärts (Folge von G8). Praktische Fächer gibt es bei uns im Gegensatz zu Realschulen nicht, dafür mehrere Fremdsprachen oder IMP (Hauptfach Informatik, Mathe, Physik statt 3. Fremdsprache).

    Zweifellos.

    Deshalb schrieb ich ja:

    1.

    2.

    Wie? Abschaffung der Profile? Bei uns hat jeder Schüler ab Klasse 5 einen anderen Stundenplan, andere Kollegen.

    Vorstellbar wäre, jeder macht seine eigenen Aufgaben wie an einer Gemeinschaftsschule, lernt im eigenen Tempo?

    Wir haben mehrere sehr gute Schüler von Gemeinschaftsschulen aufgenommen, sie wissen sehr viel weniger (mehr als ein Schuljahr bereits in der Unterstufe), sind auch nicht selbstständiger. Lehrer nur als Lernbegleiter fördern sehr gute Schüler anscheinend nicht optimal (Schüler passten sich nach unten an).

    Klar, sie schreiben ja auch am Ende eine zentral gestellte Abiturprüfung. Sonst könnte man sich diese schenken.

    Hier ein Auszug aus den Bildungszielen (Gymnasium)

    Bis zum erfolgreich abgelegten Abitur erwerben die Schülerinnen und Schüler verschiedenste Fähigkeiten und Fertigkeiten:

    • Sie werden auf hohem Niveau in mehreren Sprachen, in Natur- und Geisteswissenschaften sowie im musisch-ästhetischen Bereich ausgebildet. Mit dieser Grundlage lassen sich theoretische Erkenntnisse nachvollziehen, komplexe Zusammenhänge kreativ durchdenken, ordnen und verständlich darstellen.
    • Gruppen- und Partnerarbeit, Umgang mit neuen Medien und moderne Präsentationstechniken bereiten die Schülerinnen und Schüler auf das Hochschulstudium oder eine anspruchsvolle Berufsausbildung vor.
    • Schülerinnen und Schüler der Oberstufe erwerben über Grundlagen in den einzelnen Fächern hinaus die Fähigkeit zu fächerübergreifendem und eigenständigem Lernen und eine vertiefte Methoden- und Sozialkompetenz; sie lernen, selbstständig, projektorientiert und interdisziplinär zu urteilen.

    Die sonderpädagogische Arbeit hat doch einen ganz anderen Ansatz. Ist selbstständig nachzulesen auf den jeweiligen bundeslandspezifischen Seiten.

    Danke für das Heraussuchen. Es geht nicht nur um hohes Niveau, sondern auch um kreatives Denken usw. Das lernt man nicht einfach wie Vokabeln (das wollen manche Schüler), sondern durch entsprechende Vorgehensweise.

    Ich hatte neben den fachlichen Fehlern meiner Realschulkollegen das als das größte Problem bemerkt (eine nannte es geführt). Konkretes Beispiel, ich übernahm eine 9. Klasse Chemie. Ich erklärte chemisches Rechnen (Stöchiometrie) an einem Beispiel, gab Tipps zur allgemeinen Vorgehensweise und wollte, dass die Schüler an einem weiteren Beispiel (nur ähnlich) es selbst versuchten. Sie weigerten sich, die Aufgabe sei anders (stimmt), die Kollegin hätte es an der Tafel vorgerechnet, ich solle auch diese erklären, sie würden abschreiben und zuhause es lernen. Es kam regelrecht zum Aufstand. Aber so funktionieren "Textaufgaben" nicht.

    Ich las hier das Beispiel Beweise. Auch das sollen die Schüler nicht einfach abschreiben. Anfangs lässt man sie z. B. puzzeln (die einzelnen Aussagen sind ausgeschnitten und müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden) oder gibt Tipps mithilfe von Hilfekärtchen was nacheinander überlegt werden muss.

    Ich erkläre meinen Schülern immer wieder, dass zum Tennisspielen lernen (oder Klavier) es nicht ausreicht, den besten Trainer zu haben, man muss selbst Tennisschläger in die Hand nehmen und üben. Mit zunehmendem Können fallen auch die Tipps des Trainers auf fruchtbaren Boden. Ich sage immer wieder, ich stelle euch das Werkzeug zu Verfügung, welches Werkzeug ihr verwenden wollt, müsst ihr selbst entscheiden (man kann auch mit einer Säge einen Nagel in die Wand schlagen, aber sinnvoll ist es nicht, dann lacht alles). Das alles benötigt Zeit. Ich merke immer wieder, wie schwache Schüler scheitern. Ich habe aber nur begrenzt Zeit für sie. Einfach Dutzend Aufgaben vom selben Typ zu rechnen, was für sie vielleicht sinnvoller wäre, dafür bleibt keine Zeit.

    Bei mündlichen Noten besser als 3 erwarten wir (an unserer Schule ausformuliert) Transfer. Auch das wird von Klasse 5 an trainiert. Schüler mit Realschul- oder Werkrealschulempfehlung scheitern und müssen spätestens nach Klasse 7 (und zweimaligen wiederholen) die Schule verlassen. Traumatisch für alle.

    Alternativ wären echte Gemeinschaftsschulen, aber wie einige hier schrieben, blieben die Gruppen auch unter sich. Aber mit Integration anzufangen und hoffen, dass die Situation sich anschließend ändert, wäre ein Verbrechen genau für die Inklusivschüler. Sie nehmen aus meinem Unterricht nichts mit und ich habe keine Zeit für sie. Ich habe noch ca. 200 andere Schüler.

    Und da wir dank vieler Profile bereits ab Klasse 5 die meisten Fächer in Kursen unterrichten, wandern Schüler und Lehrer spätestens nach jeder 2. Stunde (mehrere Gebäude bzw. 4 Treppen, die im selben Gebäude zu verschiedenen Räumen in die oberen Stockwerke führen. In den ersten 2 Monaten trifft man immer wieder verzweifelte Fünftklässler, die nicht mehr weiter wissen, weil sie die falsche Treppe genommen haben. Klassenraum mit mehr als 2 Stunden täglich (und in der restlichen Zeit kommen andere Schüler herein) und Klassenlehrer mit mehr als 5 Stunden pro Woche gibt es nicht. So sieht es am Gymnasium aus.

    Falls du mich meinst, ich möchte komplett zitiert werden. Du reißt bei mir vor deiner Abmeldung und vor kurzem wieder einzelne Sätze aus dem Zusammenhang und behauptest Anderes, was ich geschrieben habe. Das habe ich als Lüge bezeichnet (ich gehe von Absicht aus, weil es immer wieder vorkommt) .

    (Ich zitiere komplett und markiere, auf was ich mich beziehe. Dann können Dritte sich ein eigenes Bild machen. )

    Aber vielleicht war ich gar nicht gemeint?

    Und grundsätzlich haben die hier Schreibenden selbstredend kein Problem damit, dass jeder an einer anderen Schulart und andere Fächer unterrichten möchte. Haben ich und Plattenspieler und wer noch alles 100x geschrieben. Es ging um Begrifflichkeiten und was diese transportieren.

    Warum schreibt dann Plattenspieler immer wieder


    Dann muss er den "Unterrichtsstoff" ändern, anpassen oder anders aufbereiten, damit die SuS in der Lage sind, ihn zu verstehen. Das ist doch unsere Kernaufgabe als Lehrer?

    Das musst du doch auch bei SuS ohne Förderbedarf? Oder verstehen die alle alles sofort und du nutzt die gleichen Unterrichtsinhalte, -materialien und Vermittlungsmethoden für alle Klassen und SuS?

    Ich passe meinen Unterricht nicht für jeden einzelnen an, ist nicht möglich bei Stofffülle und Zeit.

    Genauer:

    Ja, alle Schüler lernen denselben Unterrichtsinhalt (steht genau im Bildungsplan), sie verwenden dieselben Materialien und ich dieselben Vermittlungsmethoden zur selben Zeit. Anders ist die Fülle des Lehrstoffes bei der Anzahl der Schüler nicht zu schaffen. Ich richte mich nach der Mehrheit (und fördere die guten Schüler, wo sollen die hingehen, wenn selbst am Gymnasium die knappe Zeit nur schwache Schüler gefördert werden).

    (Und wenn ich mehr Zeit für ein Thema verwende, schaffe ich das Jahresziel nicht und am Ende erhalten alle Schüler kein Abitur. Für zeitaufwändige persönliche Differenzierung ist keine Zeit (eine Minute pro Schüler, wenn kein neuer Stoff ansteht). Ich habe kaum Zeit für zusätzliche Erklärung für Schüler, die krank gefehlt haben (ich biete an, es ausführlich in der Mittagspause zu erklären, müsste ich nicht, wird nicht bezahlt, ist für mich aber selbstverständlich).

    Ich verstehe aber langsam, warum manche Eltern nicht begreifen, warum ihr Kind auf dem Gymnasium falsch aufgehoben ist. Es scheint die Meinung verbreitet zu sein, dass jeder das Gymnasium schafft, wenn der Lehrer sich nur genug Mühe gibt. Nein, ich kann alleine aus Zeitgründen nicht jedem Schüler persönlich erklären.

    Bei uns gibt es häufig Nachteilsausgleich (ich habe aktuell mehrere Schüler). Bis jetzt gab es weder bei Kollegen noch Schülern Probleme. Alle akzeptieren es, wenn z. B. Schülern mehr Zeit für Klassenarbeiten eingeräumt wird (und dadurch z. B. eine zusätzliche Aufsicht organisiert werden muss). Vielleicht gibt es bei uns deshalb so wenig Diskussion, weil es häufig vorkommt, weil es transparent ist? (Mitschüler kennen die Probleme der Betroffenen auch.)

    Dann muss er den "Unterrichtsstoff" ändern, anpassen oder anders aufbereiten, damit die SuS in der Lage sind, ihn zu verstehen. Das ist doch unsere Kernaufgabe als Lehrer?

    Das musst du doch auch bei SuS ohne Förderbedarf? Oder verstehen die alle alles sofort und du nutzt die gleichen Unterrichtsinhalte, -materialien und Vermittlungsmethoden für alle Klassen und SuS?

    Und dann schafft jeder Abitur, wenn ich mich nur genug anstrenge?

    Der große Unterschied zwischen (fast allen) Gymnasiallehrer und anderen Lehrern ist, dass wir zuerst das Fach studiert haben und nicht zuerst Lehrer wurden. Das höre ich auch bei meinen Kollegen vor Ort (erinnere mich z. B. an Gespräche mit Kollegen mit Französisch). Natürlich gibt es überall auch welche, die nur einen Job machen und solange sie gut bezahlt werden, fast alles tun. Sind wir deshalb schlechtere Menschen, schlechtere Lehrer? Nein, wir haben nur andere Ziele, ich freue mich, wenn meine Kursschüler erfolgreich Chemie oder Medizin studieren (ca. 50 % meiner LK-Schüler), weil ich sie optimal vorbereitet habe (mir wird regelmäßig teilweise Jahre später dafür Danke gesagt).

    Ich schrieb bereits einmal, ich würde lieber im Labor forschen als Lehrer ohne Chemieunterricht sein. Und deshalb möchte ich weder an einem anderen Schultyp noch ein anderes Fach unterrichten (einzelne Stunden kann ich mich überwinden, nicht alles muss immer Spaß machen, aber ich vertrete trotz Mehrarbeit weitaus lieber Chemie als z. B. Englisch). Dauerhaft könnte ich es nur freudlos. Da dies oder ähnliches bereits mehrfach geschrieben wurde, kannst du dies offensichtlich nicht verstehen, fehlt dir das Einfühlungsvermögen.

    Und vielleicht ist es anderen Kollegen von Grundschule etc. ("wir müssen doch auch differenziert unterrichten") nicht klar, wie viel mehr Stoff wir durchnehmen müssen. Ich sehe es bei unseren Fünftklässlern, die dies noch nicht gewohnt sind. Wer nicht schnell lernt, dass jede Woche wichtig ist, dass jede Woche neue Themen dran kommen, bekommt massiv Probleme. Ich kann leider nur begrenzt wiederholen, ich muss in Mathe alle Themen schaffen, sonst reicht das nächste Schuljahr nicht. Am Ende warten zentrale Arbeiten.

    Und zur Arbeitszeit. Alle mir bekannten Studien weisen für Gymnasiallehrer am meisten Jahresstunden aus. Manchmal wünsche ich mir auch mehr Zeit für einzelne Themen nur was soll gestrichen werden? (Bei der "Entrümpelung" der Bildungspläne bei Umstellung von G9 auf G8 in Baden-Württemberg wurde in Mathe die Übungsphasen gestrichen. Jetzt bleibt noch weniger Zeit, einzelne Schüler anzusprechen. Ich habe aktuell 31 Schüler in Klasse 5 und nur noch 4 statt 5 Stunden und zusätzlich Einführung der negativen Zahlen im Vergleich zu früher. Ich habe für einzelne Schüler höchstens 1 Minute pro Stunde Zeit.)

    Wenn alle Schwache fördern, wer kümmert sich um die Leistungsstarke? Auch die benötigen Förderung (und dafür sind Gymnasien da). Aber es heißt ja oft, dass in Deutschland nur Mittelmaß gefragt ist.

    Bei den Balten hat der Schmarrn mit dem russischen Brudervolk offensichtlich nicht gezogen.

    Und dass die USA der Retter der Welt sind, glaubt in Deutschland spätestens seit dem Irakkrieg keiner mehr. Ich mag mich da an Sprüche vom alten Europa und so erinnern.

    Bei den Polen auch nicht. Ich habe von 1982 bis 1987 fast jedes Jahr an einem Austausch mit Jugendlichen aus Gdingen bei Danzig teilgenommen (traf einmal sogar Lech Walesa, sah den Widerstand vor Ort, hatte danach noch viele Jahre Kontakt zu einigen).


    Ja klar, Reflex, davon rede ich ja. Guck z.B. in die verlinkte Umfrage, es ist nicht nur meine Wahrnehmung. Es macht halt einen Unterschied, ob du von Kindesbeinen an hörst, dass die Sowjetunion dein Brudervolk ist und der Westen ein imperialistisches Arschloch oder ob die Erzählungen sind, dass russische Kriegsgefangenschaft die schrecklichste ist, es in Russland flächendeckend nicht mal WC und Wasserhähne gibt und die USA der Befreier mit den Rosinenbombern ist.


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    Ich denke, für die heute 40plus-Generation sind die 80er prägender (für meine Oma hast du sicher recht, ich ergänze Vergewaltigungen vor allem durch russische Soldaten (deshalb wurde bereits 1945 Ostdeutschland verlassen, im Westen gab es Schulspeisung und Care-Pakete), aber schon meine Mutter wurde von der Zeit danach mehr geprägt) . Kalter Krieg, Pershing 2, Cruise Missile, Herbst 1983 (auch wenn man manches erst später erfuhr, Tschernobyl, in Polen Solidarnosc sind für meine Generation wichtiger. Besonders prägend sind Ereignisse aus Kindheit und Jugend (und deshalb mache ich mir auch Sorgen um die heute Jungen).

    Deshalb denken auch viele unterschiedlich (egal ob West oder Ost). Hat man sich im bestehenden System eingerichtet oder kämpfte aktiv dagegen?

    Deshalb reagieren nicht alle Brudervölker bzw. einzelne Personen aus West und Ost gleich. 17. Juni 1953 ist für die meisten zu weit weg, Solidarnosc für Polen präsenter.

    Realschulen sind auch heutzutage keine "Resteschulen". Mir fällt spontan auch sonst keine Schulart ein, die ich derart bezeichnen würde angesichts des Menschenbildes, welches in dieser Bezeichnung zum Ausdruck kommt.

    Den Ausdruck habe ich von Realschulkollegen gehört (und glaube zum 1. Mal aktiv verwendet). Und ich schrieb, dass es keine "Resteschule" war.

    Rest bedeutet in diesem Falle, dass die Schüler übrig blieben. Zum Menschenbild sagt es nichts, sondern zu unserer Leistungsgesellschaft.

    Ich klinke mit aus dieser Diskussion aus.

    Dann geht es halt um eine konkrete Kollegin, nicht generalisierend um ein Problem von Realschullehrern. Auch wenn ich mich von dieser Aussage als Realschullehrerin weder rein geschlechtsspezifisch, noch inhaltlich angesprochen fühle, wird das doch dem Unterricht zahlreicher meiner Kollegen nicht gerecht. Ein bisserl mehr Differenzierung schadet nicht.

    Ich habe von mehreren Kollegen berichtet (und auch versucht zu erklären, woran dies liegen kann).

    Alles!

    Danke.

    Gestern: 84 Hundehaufen auf 200m.

    Mitten am Land. Ich habe sie gezählt.

    Bei uns gibt es überall Ständer mit kostenlosen Hundebeutel. Auf Gehweg etc. sehe ich selten noch Hundehaufen. Anders auf der Wiese. Da verschwindet der Hund eine Weile und Herrchen hat seine Ruhe (leider auch auf der schönen Wiese bei unserer Schule, man könnte so herrlich drinnen sitzen, wenn ...)

    Ich glaube, dir sind die Zahlen nicht klar. (Mal davon abgesehen, dass Hunde tatsächlich nichts auf "Heuwiesen" verloren haben (das Problem mit den Totgeburten bei Rindern ist mir bekannt). Das Problem sind da aber auch hier die Menschen, die ihre Hunde überall laufen lassen.)

    Ich habe vorher vergeblich nach der Zahl gesucht (und dabei obige Links gefunden). Ich erinnere mich dunkel, dass eine zweistellige Prozentzahl der kleinen Singvögel in den 24 Stunden stirbt (ich glaube, es war ein Viertel, also 25 %). Ein (!) örtliches Feuerwerk wäre in Ordnung, die Vögel würden den Ort wochenlang meiden (und man könnte im Umkreis zusätzliche Futterquellen anbieten). Aber es knallt überall über längere Zeit. Die Vögel fliegen bis zu 1000 m hoch, um auszuweichen, kostet extrem viel Energie (und die Gänse Link oben) 500 km weit. Das überleben viele nicht, fällt nur bei einzeln lebenden Vögel nicht so auf wie beim Schwarm Stare auf dem Bild.

    Katzen jagen (und Neuseelands und Australiens Vögel sind es nicht gewohnt). Unsere Vögel brüten oft in der Höhe oder versteckt. Und überall gibt es Programme freilebende Katzen zu kastrieren. Du siehst, es wird etwas gemacht. Aber was geschieht beim Feuerwerk? Jeder darf es überall (wenn so viele sterben reicht es nicht, auf einen Tag zu begrenzen). Es müsste ein Ort im Umkreis von vielleicht 10 km sein, an dem es in der Nacht erlaubt ist. Dann könnten Tiere fliehen.

    Deine Argumente sind für mich noch nicht einmal whataboutismus.

    Ich wohne gegenüber der Feuerwehr und werde wie jedes Jahr beobachten, wie optimiert die Fahrzeuge nacheinander (bis zu einer Stunde) mit Feuerwehrleuten gefüllt werden und vom Hof fahren. Es ist beeindruckend (man darf nur nicht an den Grund denken). Und von meinem Bruder weiß ich, wie es ist, wenn Rettungskräfte mit Böllern beworfen werden. Auch das kann ich von meinem Balkon jedes Jahr beobachten. (Übrigens habe ich einmal einen Stock einer Rakete auf den Kopf bekommen. Trotz dicker Mütze erinnere ich mich an die Kopfschmerzen. )

    Wenn Haustiere in Gegenwart ihrer Besitzer verstört sind, wie sieht es für Wildtiere aus?

    Kurz für Vögel (vor allem kleine) endet es oft tödlich. Sie fliegen in der Nacht herum und verbrauchen unnötig Energie (im Winter noch problematischer). Die kleinen Singvögel müssen auch ohne Knallerei im Winter innerhalb von einer halben Stunde morgens essen finden, sonst haben sie zuwenig Energie für weitere Suche.

    Für Gänse hat es die hiesige Uni genau untersucht.

    https://www.mpg.de/19522040/1121-…ristig-987453-x

    Besonders problematisch ist, dass überall geknallt wird, es gibt keine Rückzugsmöglichkeit.

    https://www.vogelundnatur.de/feuerwerke-und-voegel/

    Ein besonders drastisches Bild dazu https://utopia.de/news/rom-tote-vogel-silvester-feuerwerk/

    Kurz, wer Tierfreund ist, lässt die Knallerei.

    Denke schon, dass ich Teilgebiete in Deutschland aufgeben würde, solange wir persönlich nicht angegriffen werden bzw. wenn anschließend Angriffe eingestellt werden würden.

    Besonders dann, wenn ich meine Kinder opfern müsste und wie jetzt den Eindruck habe, dass auch viele in den abgetretenen Gebieten abgetrennt bleiben wollen.

    Wenn ich in den abgetrennten Gebieten leben würde und mir die neue Regierung nicht passt, würde ich notfalls umziehen.

    Andere Gebiete oder deine Region? Umzug ist übrigens in der Ukraine nicht möglich ("Evakuierungen" aus umkämpften Gebieten verliefen in der Vergangenheit über russisches Gebiet (erzwungen durch Russland) und leider wurden viele (vor allem Männer) einbehalten (klar, wer lässt mögliche Soldaten des Gegners zum Feind ziehen). Danach "klappten Evakuierungen nicht mehr", die Leute bleiben lieber im Kriegsgebiet.)

    (Es gab in den 90er in meiner Region einige, die auf die neuen Bundesländer verzichten wollten (zu viele Probleme, zu viele Rechtsradikale, zu teuer). Daran dachte ich vor kurzem, als ein Sachse ähnliches wie du bzgl. Ukraine sagte.)

    Fachinformatiker, du hättest den 2. Weltkrieg verhindert, wenn Hitlerdeutschland Polen, Frankreich, Benelux, Skandinavien etc. Deutschland angeschlossen hätte. Die anderen Völker können ihre Heimat ja verlassen.

    (Ich wundere mich, über deine mangelnden Geschichtskenntnisse. Ich vermute, du stammst aus Russland (Russlanddeutscher?) Meine Oma glaubte auch bis zum Schluss, dass Hitler gar nicht so schlecht war. Sie nannte auch immer Kriegsverbrechen Großbritanniens und Deutschland in einem Atemzug, sah Deutschland (teilweise) als Opfer. Die Manipulation im 3. Reich wirkten nach. Genau dasselbe höre ich von Russlanddeutschen immer wieder.)

    Ergänzend

    Woher weißt du, dass viele in den abgetrennten Gebieten zu Russland gehören wollen? Meinst du die Umfragen, bei denen russische Soldaten bewaffnet mit den Wahlzetteln von Haus zu Haus zogen. Bei denen extreme Zustimmung bereits vor Ende der Wahl verkündet wurde? Du denkst vermutlich, die Wahrheit liegt irgendwie dazwischen (zwischen Kremls Wahrheit und die des Westen). Das gilt leider fast nie (wenn einer behauptet 2 + 2 = 4 und der andere 6 ist 5 auch nicht korrekt).)

    Heisser Tipp*: Lass doch mal einen Wachsbrand eskalieren und die Schule den Einsatz der Feuerwehr zahlen. Was glaubst, wie schnell die Feuerlöscher tiefer hängen :rofl:

    *Guter Wortwitz, ne?

    Dazu fällt mir der Demoversuch eines Kollegen ein.

    Aber im Chemieraum brennt nichts, hängen Feuerlöscher tief und außerhalb des Raumes werde ich den Versuch sicher nicht durchführen (sonst eskaliert es wirklich noch :ohh:).

    Wirst du aber. Also solltest du keine Zeit mit Brandbekämpfungsversuchen verschwenden und dich in Sicherheit bringen.

    Wenn das Feuer zu groß ist, werde ich sicher nicht Heldin spielen. Deshalb schrieb ich kleiner entstehender Brand. Ich werde sicher nicht hingehen (und den fliehenden Schülern entgegen), sondern nur, wenn er in meinem direkten Umfeld ausbricht.

    Ich bin aber nicht ganz unvorbereitet. Ich habe im Rahmen meiner Ausbildung (und später bei Fortbildungen bei der Feuerwehr) mindestens 2 Dutzend Brände gelöscht (darunter große Ölwannen) und einmal sogar (keine Übung) ein Auto (Motor), weiß also genau wie. (Und einmal habe ich meine eigenen Haare löschen müssen (Teelicht auf einem festlich geschmückten Tisch, mir war etwas herunter gefallen und ich wollte es aufheben, seitdem finde ich Kerzenschein nicht mehr gemütlich). Andere erzählten, dass die Flammen, einen halben Meter hoch gewesen seien, sie dachten an brennendes Tischtuch o.ä.). Wichtig ist Schnelligkeit (und sonst natürlich Flucht).

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