Beiträge von Kris24

    Werd einfach Lehrer" ist übrigens das Nächste, was zumindest verwunderlich ist. So einfach ist es nun auch wieder nicht, Lehrer zu werden.

    Das glauben inzwischen aber viele dank der vielen Kampagnen der Bundesländer. Es findet doch gerade ein Unterbieten an Anforderungen statt. Master, Bachelor egal in was, das bleibt doch bei vielen hängen. Kann man hier im Forum bei vielen Anfragen heraus lesen, "ich habe das gelernt, ...).

    Und deshalb studieren viele gute Abiturienten auf keinen Fall auf Lehramt. Es gilt inzwischen als Notnagel, nicht mehr als Wunschtraum für einen guten Beruf. Das stört mich übrigens mehr. Wir werden doch alle in derselben Topf geworfen. "Die konnte nicht mehr erreichen und wurde daher Lehrer." (Früher wurde ich für meinen Beruf bewundert, erhielt positive Rückmeldungen, heute erhalte ich als 1. Reaktion Mitleid und fühle mich gezwungen, den Lehrerberuf zu verteidigen.)

    Beim 1. Lesen vor ein paar Tagen dachte ich sofort an Version a (ich bin wohl auch wie die meisten von "Lehrer sind faul" geprägt und reagiere sofort emotional), später kam ich irgendwann von alleine auf Version b, was lt. Aussage des KuMis gemeint war (aktuell halten sie es für einen vollen Erfolg, es gäbe so viele Rückmeldungen).

    Nur wer denkt länger nach?

    Zu viele glauben immer noch, Lehrer ist ein Halbtagesjob bei voller Bezahlung und 12 Wochen Ferien (gerade wieder von einem Abiturienten gehört). Und genau die aus diesem Grund es wählen, äußern sich dann später enttäuscht auch hier im Forum.

    Daher halte ich das Plakat auch für voll daneben, es verstärkt Vorurteile bei vielen, hilft nicht bei Lehrergewinnung. Es zieht nicht die Richtigen an, die werden eher abgeschreckt.

    Lehrersein ist halt nicht nur ein Halbtagesjob bei vollem Gehalt und 12 Wochen Ferien, wer das geglaubt hat, wird enttäuscht sein.

    Aber ich kann mir gut die Hälfte der Zeit frei einteilen und das finde ich sehr gut und auch familienfreundlich. Andere Vollzeitjobs mit guter Bezahlung sind auch oft stressig und haben nicht weniger Arbeitszeit. Auch bei anderen Vollzeitjobs muss man nachmittags arbeiten (und wenn wichtige Gespräche anstehen auch mal kurzfristig zu anderen Zeiten). Und so leicht die Arbeitszeit ändern, kann man sonst als Elter auch nicht.

    Also noch mehr Konferenzen in den ersten beiden Schulwochen...

    Wir haben insgesamt genau eine ca. dreistündige Konferenz zu Beginn (und ob die am 1. Schulnachmittag oder am Freitag vor den Ferien (Verkürzung um 3 Tage) stattfindet ...). Fachkonferenzen etc. kommen irgendwann später und werden von uns festgelegt (bei mir oft im Juni, um das nächste Schuljahr vorzubereiten, wir haben seit Jahren keinen neuen Kollegen für meine Fächer erhalten). Alles andere kommt schriftlich (und das allermeiste ist jedes Jahr gleich). Ein neuer Kollege muss halt viel lesen (gut strukturiert, daher nicht alles sofort notwendig).

    Ich bereite auch etwas in den Ferien vor (normalerweise einen großen Teil meiner Sammlungstätigkeit), aber die letzten Tage der Sommerferien bin ich bewusst immer noch einmal verreist, geht nun nicht mehr, weil unsere Neukollegen ihren Vertrag früher unterschreiben und die Konferenz jetzt auch am Freitagvormittag stattfindet.

    und trotzdem hat Berlin größere Probleme Lehrer zu finden, es liegt wohl am Gesamtpaket (und wie lange bekommt man rückwirkend bezahlt, auch wenn ich erst 2 oder 3 Monate nach Referendariat unterschreibe, also ich bin im Oktober fertig, starte zum 2. Halbjahr bei euch und erhalte Geld für November bis Januar? )

    Wer in den Sommerferien nach Referendariat bezahlt werden möchte, muss halt woanders beginnen. Die Regelung ist klar und ich kenne es so auch aus dem nichtöffentlichen Dienst, Geld gibt es ab dem 1. Arbeitstag (und letztendlich zählt für mich langfristig das monatliche Nettogehalt mehr, da gibt es große Unterschiede).

    Nein, das ist definitiv nicht in allen Bundesländern so.

    Ihr erhaltet Geld, sobald ihr den Vertrag unterschrieben habt und bevor der Vertrag beginnt?

    Lies genau, das Problem in Baden-Württemberg ist, dass das Referendariat vor den Sommerferien endet und nicht im Oktober oder Mai. Das ist in anderen Bundesländern tatsächlich anders. Dadurch ist ein Berufsbeginn als Lehrer eben nicht am nächsten Tag möglich. Aber auch wenn das Referendariat in einem anderen Bundesland im Oktober endet und man erst ab 2. Halbjahr einen Vertrag erhält, wird man für November bis Januar kein Geld erhalten. (Und natürlich kann man in der Zwischenzeit irgendwas arbeiten, das geht auch in Baden-Württemberg. )


    Und ich habe auch in der Privatwirtschaft kein Geld für die Zeit zwischen Unterschrift und Arbeitsbeginn erhalten, nur weil ich für einen späteren Termin unterschrieben habe.

    Ich unterrichte zwar nicht an einer Grundschule, aber in einem Brennpunktbereich. Und es hat einige Vorteile im Vergleich zu meiner vorherigen gutbürgerlichen Schule. Es gibt hier nur wenige Helikoptereltern, Kinder haben noch Geschwister und teilen gelernt, schreien nicht nur "ich, ich, ich". Der einzige problematische Vater war prompt einer der wenigen "Studierten".

    Also auch eine Schule im Brennpunktbereich kann gute Arbeitsbedingungen bieten. Wir erhielten viel früher als andere Schulsozialarbeiter usw. Im Kollegium herrscht Offenheit und wir arbeiten zusammen. Ich weiß von einigen Kollegen, die es genau wie ich wertschätzen.

    Freunde und Familie haben vor 17 Jahren nicht verstanden, dass ich hierher will (und nicht in das "reiche Nachbarstädtchen"). Aber ich mag meine Schüler, die Vielfalt. Ich möchte nicht täglich dasselbe tun müssen (wie in vielen anderen Jobs). Lasse dir keinen Blödsinn einreden von Leuten, die selbst keine Ahnung haben.

    Mir hat den Anfang damals erleichtert, dass ich nach dem phasenweise anstrengenden Vorbereitungsdienst noch einmal sechs Wochen zur Erholung hatte. Ob ich im ersten Jahr weniger zu tun gehabt hätte, wenn ich in den Ferien schon Sachen vorbereitet hätte? Ich bezweifle es.

    Ich sehe es auch so. Wenn erwartet wird, das in den Sommerferien mit der Vorbereitung begonnen wird, schalten manche nie ab. Mir tut es gerade so gut, dass ich auch dank Handwerker in der Schule nichts tun kann (sonst habe ich immer einen Teil meiner Sammlungstätigkeit in den Sommerferien erledigt). Jetzt geht es nicht und das tut gut.

    Ich hatte übrigens durch Bundeslandwechsel nach Referendariat nur 3 Wochen Sommerferien bzw. Arbeitslosigkeit, damals gab es noch Arbeitslosengeld, ein Mitreferendar 3 Tage.

    Und ich bekam auch erst ab dem 1. Schultag Gehalt und Stundenplan. Damals hat man noch nicht vorzeitig mit der Vorbereitung begonnen. Für den 1. Schultag (2 oder 3 Stunden) erhielt ich einen Plan (Organisation, Buchausleihe usw.) von der SL (zuerst war noch Gottesdienst, ab 5. Stunde Konferenz) und meine 2 Klassen Fünftklässler begannen sowieso erst später.

    Heute erfahre ich irgendwann in den Sommerferien gemeinsam mit den Schülern dank digitalem Klassenbuch meinen Stundenplan, sprich, es wird erwartet, dass ab 1. Schultag der Unterricht beginnt.

    noch einmal, während der Sommerferien im Referendariat werden auch in Baden-Württemberg die Sommerferien bezahlt, aber nach dem Referendariat und vor Antritt der neuen Stelle nicht und das ist überall so, auch wenn man bereits für eine neue Stelle unterschrieben hat.

    Unterschiedlich ist der Zeitraum dazwischen. Wer zum 31. Oktober fertig ist, kann in Zeiten des Lehrermangels evtl. bereits am 1. November beginnen oder erst zum 1. Februar oder wie zu meiner Zeit in NRW ("Lehrerschwemme") immer erlebt gar erst zum nächsten Schuljahr. Die Kollegen mussten fast ein Jahr überbrücken (ich weiß von einem, der im örtlichen Supermarkt bedient hat), fand daher die Regelung in Baden-Württemberg fair, dass sich nach den Schuljahren richtet (und es Stundenplaner einfach macht, der Referendar ist ein komplettes Schuljahr einsetzbar, der Referendar ist für die Klasse alleine verantwortlich, erlebt alles).

    Übrigens wird hier inzwischen nicht mehr am 1. Schultag verbeamtet, sondern in der Woche davor, damit eben die neuen Kollegen auch an der 1. Konferenz am Ende der Sommerferien teilnehmen können. Zuvor haben mehrere mir bekannte SL daher keine Konferenz in den Sommerferien gehalten, sondern am 1. bzw. 2. Schultag, leider fällt jetzt dieses Argument weg.

    Woher kommt diese Fehlvorstellung?

    Das wurde bei Einführung von Bachelor und Master behauptet (und da es mich nie betraf, habe ich später nie nachgefragt). Wir Lehrer wurden damals in einer Veranstaltung informiert, um Schüler beraten zu können (lange her, ich war noch an meiner vorherigen Schule).

    Vermutlich hängt es wieder mal vom Fach ab. In meinen Fächern und Lehramt konnte ich schon Ende der 80er im Grundstudium nichts, im Hauptstudium wenig wählen.

    Das Argument mit anderen Sportarten passt nicht, es ist auch sonst nicht gleich. Und auch Männer- und Frauenfußball sind (noch) 2 verschiedene Dinge, kann man gut finden oder nicht. An der Uni 1994 habe ich es teilweise bei den olympischen Winterspielen erlebt, es sind tatsächlich sehr schöne Erinnerungen für mich (dank vieler Nationalitäten und Toleranz aller freute man sich gemeinsam über jeden Sieg und arbeitete im Labor anschließend besser zusammen).

    Ich möchte klar darstellen, dass ich nicht dafür bin, einfach Unterricht ausfallen zu lassen, es muss sinnvoll eingebunden sein. Dann kann es sinnvoller sein als Wandertag, Sportfest oder Unterricht.

    Das gilt aber allenfalls für die Übertragung der Ergebnisse auf die Beamten. Denn der TdL Beschluss ist immer einheitlich verbindlich.

    Ich schrieb ja von Bundes-, Landes- und Kommunalbeamten.

    (Ich teile übrigens immer durch die Laufzeit und sage dies auch in Gesprächen, 2,x% empfinde ich korrekt, nur dann kann verglichen werden. )

    2006 habe ich es einmal beim Nachmittagsunterricht erlebt, die gesamte Schule sah im (kühlen) Forum gemeinsam ein Deutschlandspiel ("Sommermärchen"). (Sonst hätte es vielleicht hitzefrei gegeben?) Alle, die sich geäußert haben (selbst Fußballablehnende) fanden die Gemeinschaft gut, Unterricht findet jetzt 3 Tage vor Sommerferien sowieso nicht mehr statt. Ich gebe aber zu, ich war damals auch erst überrascht. Und an Grundschulen ist sicher anders als an weiterführenden Schulen.

    Und da die meisten meiner Mitmenschen nicht den Unterschied zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalbeamte kennen, werde ich wieder oft erklären müssen, dass es nicht schon wieder Inflationsausgleich und erneut 5,5 % gibt ("ihr habt doch gerade mehr Geld erhalten"), ich gehe bei einigen Bundesländern von etwas weniger aus, wie dies in der Vergangenheit auch war.

    Die Zeugnisvergabe in der Klasse im Film hat mich an meine Schulzeit erinnert (die meine Schüler*innen noch 2018 beim Schüler*innenaustausch GENAUSO erleben durften), wo die Klassenarbeiten entweder laut mit Note, und/oder in der Reihenfolge zurückgegeben werden (entweder von der schlechtesten bis zur besten, oder umgekehrt).
    Meine Schüler*innen waren schockiert, ich kenne es aus meiner Schulzeit nicht anders. Mindestens 70% der Klassenarbeiten habe ich von der Grundschule bis zum Abitur so zurückbekommen.
    Dasselbe für die Grundschulzeugnisse (die Zeugnisse ab der weiterführenden Schule werden in Frankreich nicht mehr so gegeben und/oder besprochen, sondern direkt nach Hause verschickt.)
    Das nennt man wahrscheinlich "Motivation" (hat bei mir geklappt, aber im Prinzip traumatisierend für mindestens 30% der Klasse - zumal Frankreich nur reine Gesamtschulen hat)

    Ich habe dies nur einmal erlebt und zwar bei einer Klausur an der Uni Anfang der 90er (Aushang im Treppenhaus). Bereits Ende der 70er am Gymnasium war dies bei uns verpönt, an der Grundschule zuvor kam es auch nicht vor. (Es gab einen Lehrer, der bei Rückgabe Kommentare (ohne Noten) abgab. Er ließ es bald.)

    Ich gebe bewusst keinen Notenspiegel an (wir müssen es nicht), diese Traumata müssen wirklich nicht sein.

    Das halte ich für unzumutbar. Bei so einem Stundenplan wäre ich erst beim Stundenplanungsteam und würde das nichts ändern im nächsten Schritt beim PR. Wenn eure Kopplungen derartige Auswirkungen haben, dann muss im Sinne der Fürsorgepflicht für die Arbeitnehmer:innen das eine oder andere entkoppelt werden. Lass dir das bitte nicht gefallen!

    Tja, dann hätten wir noch weniger Schüler, wir stehen in Konkurrenz und müssen alle Profile anbieten.

    (Es wird darauf geachtet, dass wenn möglich, nicht immer die gleichen Kollegen betroffen sind. 16 Hohlstunden waren mein Rekord, 12 oder 13 hatte ich auch schon, meistens sind es ca. 5 Stunden. Ich habe mir daher angewöhnt, alles in der Schule vorzubereiten (und habe in der Chemiesammlung eine gute Ausstattung). Wenn ich gegen 17 oder 18 Uhr heimgehe, muss ich sehr selten noch etwas tun. Das finde ich gut.)

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